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Goldpreis macht Riesensprung nach oben – Lage im Nahen Osten eskaliert

Claudio Kummerfeld

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Goldbarren Beispielfoto

Der Goldpreis macht übers Wochenende einen Riesensprung nach oben. Seitdem die USA den wichtigsten iranischen Militär auf irakischem Boden Freitag früh töteten, herrscht Angst am Markt. Das bedeutet: Der Risk On Trade läuft. Der Dow 30 hat seitdem fast 400 Punkte verloren, und der Goldpreis hat seitdem bis jetzt insgesamt 42 Dollar zulegen können auf aktuell 1.572 Dollar. Heute früh notierte Gold in US-Dollar sogar im Hoch schon bei 1.587 Dollar. Das ist ein Höchstkurs heute Nacht direkt nach Eröffnung des Marktes.

Goldpreis springt übers Wochenende kräftig nach oben – warum?

Von Freitag Abend bei 1.551 Dollar spring der Goldpreis heute früh also auf 1.587 Dollar. Daran erkennt man die Nervosität am Markt, und damit auch die Flucht/Spekulation, die Gold antreibt. Denn Gold ist der „Sichere Hafen“ in unsicheren Zeiten. Was ist übers Wochenende passiert, dass es zu diesem Sprung im Goldpreis gekommen ist? Nun, die ganze Lage im Nahen Osten eskaliert. Nur in diesen zwei Tagen ist eine ganze Menge passiert. Die Türkei startet nun ihre Truppenentsendung nach Libyen, wo auch diverse Länder eine Art Stellvertreterkrieg führen.

Der Iran schwört Rache gegen die USA. Jederzeit kann es nun zu Angriffen auf US-Einrichtungen in der Region kommen. Daher hat Donald Trump am Samstag (vorsorglich) schon mal den Iran gewarnt, dass die USA Gegenschläge führen würden. Dabei erwähnte Trump auch kulturelle Ziele im Iran. Man möge sich gar nicht ausmalen was passiert, würden die USA religiöse Ziele im Iran angreifen. Dann würde die Eskalation nochmal richtig eskalieren, was die Flucht ins Gold massiv beschleunigen könnte. Und auch ein wichtiger irakischer Funktionär wurde ja Freitag früh durch die USA getötet. Im Irak brodelt es, aber so richtig. Das irakische Parlament will laut einer Resolution, dass alle US-Truppen das Land verlassen. Geschieht das, hat Donald Trump ebenfalls am Wochenende Sanktionen gegen den Irak angedroht.

Und gestern hat der Iran noch verkündet, dass man sich an keinerlei Bedingungen des Atomabkommens mehr halten werde. Auch von dieser Seite (Voranschreiten im iranischen Atomwaffenprogramm) droht eine weiter Eskalation der Lage. Insgesamt droht nun eine Spirale der Unsicherheit und Gewalt, die sich selbst immer weiter beschleunigt. Denn der Iran muss ja vor allem aus innenpolitischer Sicht auf die Tötung ihres wichtigsten Generals reagieren. Je mehr Unsicherheit, desto stärker die Flucht ins Gold und die Spekulation auf einen steigenden Goldpreis. Eine Spirale, die sich von alleine immer schneller dreht?

Weitere Anstiege voraus?

Alles deutet derzeit darauf hin, dass sich die Eskalation im Nahen Osten beschleunigt. Das könnte in dieser nun beginnenden Woche eine weitere starke Hausse für den Goldpreis bedeuten (sehen Sie dazu hier das aktuelle Video von Markus Fugmann). Charttechnik dürfte wohl nicht die wichtigste Rolle spielen. Der Markt schaut nun wohl eher darauf, wie, wann und wo der Iran vielleicht schon diese Woche gegen die USA vorgeht, und was die USA dann machen. Und wird die irakische Regierung die USA wirklich auffordern das Land zu verlassen? Dann hätten die USA dieses wichtige Land im Herzen der Region als Partner de facto verloren.

Wie geht es weiter? Wird der Goldpreis diese Woche weiter steigen? Gibt es dafür Anzeichen? Abgesehen von der politischen Eskalation, die auf weiter steigende Kurse hindeutet, gibt es auch Signale vom Terminmarkt. So rechnen laut investing.com Optionshändler verstärkt mit einem steigenden Goldpreis. Das Risk Reversal sei auf einmonatiger Basis von 0,75 auf 3,375 gestiegen und damit auf den höchsten Stand seit dem 24. September. Ein hohes Risk Reversal zeige in der Regel ein bullisches Bild für den Goldpreis. Allerdings sei die Ratio ein zweischneidiges Schwert. Hohe Werte könnten auch zur Bestimmung markanter Hochs und Tiefs genutzt werden.

Wie wir es gerade geschrieben hatten: Die Charttechnik dürfte diese Woche beim Thema Gold wohl weniger Bedeutung haben. Dennoch werfen wir einen ganz groben Blick auf das große Bild. Der folgende Chart zeigt den Goldpreis in US-Dollar im Verlauf der letzten zwölf Monate. Mit dem Sprung dieses Wochenende auf bis zu 1.587 Dollar wurde der Höchstkurs aus September 2019 bei 1.557 Dollar deutlich überschritten. Damit scheint der Weg auch aus charttechnischer Sicht nach oben frei zu sein. Sein Hoch hatte Gold im Jahr 2011 bei über 1.900 Dollar, und aktuell haben wir derzeit den höchsten Kurs seit dem Jahr 2013.

Goldpreis in US-Dollar im Verlauf der letzten zwölf Monate

4 Kommentare

4 Comments

  1. Avatar

    Katja Wohmann

    6. Januar 2020 09:57 at 09:57

    Es ist einfach zwingend, dass nur noch Leute in Führungspositionen gewählt werden dürfen (siehe USA und EZB etc.) die einen einfachen Intelligenztest bestanden haben.

  2. Pingback: Gold price makes huge leap up | En24 News

  3. Avatar

    Gixxer

    6. Januar 2020 16:23 at 16:23

    Trump droht mit Angriffen auch auf Kulturgüter im Iran. Wäre das nicht ein (erneuter) Völkerrechtsbruch?

    • Avatar

      Claudia

      8. Januar 2020 00:32 at 00:32

      @Gixxer, nicht unbedingt nach Trumps Weltanschauung:
      Wenn Angriffe auf Kulturstätten verboten seien, werde er sich daran halten. „Ich befolge gerne Gesetze“, sagte Trump. Offensichtlich wusste er also als Präsident des großartigsten Landes nichts von dieser völkerrechtlichen Vereinbarung. Woher auch? Trump stellte es jedoch als unfair dar, dass sich die USA an internationales Recht halten müssten, während der Iran wahllos Amerikaner angreife. „Sie dürfen unsere Bürger töten, sie dürfen unsere Bürger zu Krüppeln machen, sie dürfen alles in die Luft sprengen, das wir haben – und nichts stoppt sie. Und wir sollen verschiedenen Gesetzen zufolge sehr vorsichtig mit ihrem kulturellen Erbe umgehen“, sagte Trump. „Aber es ist für mich okay“, sagte der Präsident weiter.

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Gold/Silber

Goldpreis: Die aktuelle Lage nach Trump-Biden-Battle, BIP und ADP-Daten

Claudio Kummerfeld

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Gold

Der Goldpreis könne deutlich reagieren nach der Debatte zwischen Donald Trump und Joe Biden, so hatten wir es gestern in Aussicht gestellt. Heute Nacht dann fand die Debatte statt (hier in voller Länge ansehen). Kurz zusammengefasst: Es war Debakel, eine Schlammschlacht. Ein wirklich klarer Sieger ging aus dem Duell nicht hervor, obwohl einige Beobachter doch Joe Biden leicht vorne sehen. Finden Sie beim Klick an dieser Stelle den heutigen Kommentar hierzu von Markus Fugmann.

US-Daten ohne Wirkung

Tja, aus einer möglichen deutlichen Bewegung im Goldpreis nach diesem Rededuell wurde nichts. Notierte Gold heute Nacht um 3 Uhr zum Beginn dieser Schlammschlacht noch bei 1.895 Dollar, so fiel er bis heute Mittag auf 1.884 Dollar zurück. Der US-Dollar als in den letzten Wochen bestimmender Gegenfaktor zum Goldpreis konnte seit heute Nacht nur minimal steigen.

Dann vorhin um 14:15 Uhr wurden die wichtigen ADP-Arbeitsmarktdaten veröffentlicht als Vorläufer für die offiziellen US-Arbeitsmarktdaten für September. Sie wurden mit 749.000 neuen Stellen in den USA besser vermeldet als erwartet (die Prognose lag bei 650.000 neuen Stellen). Eine Reaktion an den Märkten folgte daraufhin aber auch nicht.

Was den Goldpreis aktuell steigen lässt

Dann um 14:30 Uhr wurden in den USA Daten zum Bruttoinlandsprodukt veröffentlicht, die aber ebenfalls so langweilig waren (3. Veröffentlichung der BIP-Daten), dass sie den Goldpreis nicht bewegen konnten. Laut aktuellen Berichten, die seit 14:35 Uhr kursieren, soll der Chicago-Einkaufsmanagerindex besser ausfallen als gedacht (wir werden um 15:45 Uhr über die offizielle Veröffentlichung berichten). Bessere Konjunktur in den USA gleich höhere Inflationserwartung (durch das Anziehen der Nachfrage), was wiederum für Gold spricht – zumal die Fed die Garantie gegeben hat, bis zum Jahr 2023 die Zinsen nicht anzuheben. Seit 14:38 Uhr steigt der Goldpreis von 1.887 Dollar auf aktuell 1.897 Dollar!

Goldpreis im Verlauf der letzten zehn Tage

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Aktienmärkte und Gold: Nach der Erholung geht es wieder bergab!

Redaktion

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Sowohl die Aktienmärkte als auch Gold und Euro-Dollar konnten sich zuletzt nach der Schwäche im September wieder erholen. Aber wie weit geht die Erholung? Derzeit ist ja eines auffallend: entweder die Aktienmärkte, Gold und der Euro steigen – dann fällt der Dollar. Oder der Dollar steigt – dann fallen die Aktien-Indizes, Gold und eben auch der Euro.

Chris Zwermann blickt auf die charttechnische Ausgangslage bei diesen Märkten – und sagt: nach der Erholung geht es für Indizes wie den Nasdaq 100 und den Dax weiter bergab. Dazu blickt Zwermann noch auf die Aktienindizes von Brasilien, Hongkong und den heimlichen Star der Aktienmärkte, den OMX in Kopenhagen- sowie auf interessante Aktien im Bereich Erneuerbare Energien:

Nach der Erholung geht es für die Aktienmärkte und für Gold wieder bergab, so Chris Zwermann

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Goldpreis steigt – aber Vorsicht Gold-Bullen, heute Nacht wird es spannend

Claudio Kummerfeld

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Ein Barren Gold

Der Goldpreis steigt etwas an nach dem kräftigen Absturz in der letzten Woche. Verlor das Edelmetall mehr als 100 Dollar und fiel im Tief bis auf 1.848 Dollar bis gestern früh, so hat sich Gold bis heute wieder etwas erholt auf aktuell 1.884 Dollar. Dies liegt wie so oft in den letzten Wochen am US-Dollar. Die negative Korrelation zwischen US-Dollar und Goldpreis zeigt sich einmal mehr. Der Dollar-Index (Währungskorb des US-Dollar gegen andere Hauptwährungen) verliert seit Freitag von 94,78 im Hoch auf aktuell 94,15 Indexpunkte. Dies stärkt derzeit den Goldpreis, aber auch nur ein wenig. Um wieder Richtung 2.000 Dollar-Marke schielen zu können, ist noch ein guter Weg zu gehen.

Ereignisse in den USA halten den Goldpreis unter Hochdruck

Der Goldpreis wird gerade am heutigen Dienstag möglicherweise noch einigen Schwankungen ausgesetzt sein. Da wären zunächst die Reden von drei verschiedenen Fed-Bankern, die nach deutscher Zeit Nachmittags und Abends stattfinden. Ihre Aussagen können den US-Dollar und somit auch den Goldpreis beeinflussen.

Aber mit Abstand das wichtigste Ereignis heute ist das erste Rede-Duell zwischen Donald Trump und seinem Kontrahenten um die Wahl zum US-Präsidenten Joe Biden. Nach deutscher Zeit findet die Debatte morgen früh um 3 Uhr statt. Also können wir morgen früh zum Handelsstart erblicken, welche Auswirkungen diese Debatte auf Aktienmärkte, US-Dollar und Goldpreis haben wird. Bei solchen Ereignissen gilt stets: Sie können gravierende Auswirkungen auf die Kurse haben, oder auch gar keine.

Und dann gibt es da noch das nächste Corona-Hilfspaket der Demokraten in Höhe von 2,2 Billionen Dollar, welches gerade vorgelegt wird. Es gehe um neue Mittel, die erforderlich seien um eine Katastrophe in vielen Bereichen von öffentlichem Leben und Privatwirtschaft (unsere Kurzformulierung) abzuwenden. Die Demokraten teilten gestern aber nicht mit, wann über diesen neuen Rettungspaketvorschlag abgestimmt wird. Es ist also völlig unklar, was in dieser Hinsicht passieren wird. Jetzt aktuell scheint der Fokus auf der Trump-Biden-Debatte zu liegen!

Im Chart sehen wir den Verlauf im Goldpreis seit dem 21. August. Noch ist es nur eine kleine Erholung in diesem größeren Bild. Der US-Dollar müsste noch stärker zurückkommen, wenn Gold klettern soll. Also, Obacht was heute Nacht bei der Trump-Biden-Debatte herauskommt!

Chart zeigt Kursverlauf im Goldpreis seit dem 21. August

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