Gold/Silber

Goldpreis mit Anstieg? Da geht noch was in diesem Jahr

Gold Barren

Bis zum Jahresende stehen noch wichtige Termin auf der Agenda, die wieder mehr Schwung in den Goldpreis bringen könnten.

Goldpreis könnte vom Jahresend-Showdown profitieren

Für die Aktienmärkte scheint just vor Weihnachten die Zeit, in der Wünsche wahr werden, zu Ende zu gehen. Das bisherige Goldlöckchen-Szenario hatte immer einen Haken: Alles Gute war schon eingepreist. Doch nun zeichnet sich ab, dass beim großen Showdown zum Jahresende die aufgedeckten Karten gleich in mehreren Fällen für unerfreuliche Überraschungen sorgen. Anders als vom Markt erwartet, eskaliert dieser Tage der Handelskrieg erneut. Für einen Deal muss es wohl doch erst zu spürbaren Schmerzen für die Aktienmärkte und damit speziell für die US-Wirtschaft kommen, wie Wolfgang Müller und Markus Fugmann bei Finanzmarktwelt immer wieder betonen.

Doch Gegenwind kommt zum Jahresultimo nicht nur von der Handelskriegsfront, wo am 15. Dezember über weitere Zölle entschieden werden könnte. Auch in Sachen GroKo in Deutschland kommen nun die Karten auf den Tisch, ebenso wie bei der Parlamentswahl in Großbritannien am 12. Dezember.

Bei allen drei Entscheidungen scheint der Markt zu optimistisch gewesen zu sein. Zum Beispiel bei der Annahme, dass mit der neuen Führungsspitze der SPD, Norbert Walter-Borjans und Saskia Esken, die auf dem SPD-Parteitag vom 6. Bis zum 8. Dezember in Berlin wohl bestätigt wird, Schwung in die deutsche Konjunktur kommt, Dank mehr staatlichem Stimulus. Diese Annahme ist jedoch verfrüht und aktuell politisch unrealistisch, passt aber ins Wahrnehmungsschema der Aktienmärkte, dass jedwede Entwicklung am Ende gut ist für weiter steigende Kurse. De facto stehen Deutschland mit der neuen SPD-Führung und ihren extremen Forderungen entweder eine kurzlebige Minderheitsregierung von CDU/CSU ins Haus oder direkt Neuwahlen. So fordert das neue Spitzenduo u. a. eine „sofortige Erhöhung des Mindestlohns auf zwölf Euro“. Das „Sofort“ ist ein potenzieller GroKo-Killer. Die erhoffte politische Stabilität, die die angeschlagene deutsche Konjunktur jetzt braucht, wird so nicht garantiert.

In Sachen Brexit scheint die britische Parlamentswahl ebenfalls keinen konstruktiven Durchbruch zu bringen, dass suggerieren zumindest die letzten Umfrageergebnisse. Der Brexiteer Boris Johnson hat es geschafft, die Tories aus dem Umfragetief im Mai bei nur noch 20 Prozent der Wählergunst auf aktuell 43 Prozent zu hieven. Das sind Popularitätswerte wie bei der letzten Parlamentswahl im Sommer 2017. Zusammen mit der Brexit-Partei (BP) kämen die Befürworter eines Ausstiegs Großbritanniens aus der EU damit auf 46 Prozent aller Stimmen. Dies könnte gemäß britischem Wahlrecht ein neuerliches Patt im britischen Unterhaus bedeuten. Damit würde die Brexit-Unsicherheit, die wie Mehltau auf den Investitionsentscheidungen diesseits und jenseits des Ärmelkanals lastet, vorerst ebenfalls erhalten bleiben.

Da die Märkte bei allen drei die Wirtschaft belastenden Entwicklungen stets vom Gegenteil ausgegangen waren, könnte sich der Risikoappetit der Marktteilnehmer zum Jahresende hin wieder deutlich zurückbilden und Risk-Off-Assets wie Gold erneut verstärkt in den Fokus rücken.

Der Gold-Chart sieht konstruktiv aus

Der knapp über dem 38,2 Prozent Fibonacci-Level ausgebildete Doppelboden mit anschließend erneutem Ausbruch über die obere Linie der trendbestätigenden Flagge ist zumindest ein guter Auftakt für eine Jahresendrallye beim Goldpreis.

Goldpreis in US-Dollar im Chartverlauf

Auch saisonal spricht alles dafür, dass sich die Notierungen des gelben Edelmetalls von Mitte Dezember bis Ende Februar weiter aufwärts entwickeln.

Lediglich die COT-Daten geben noch kein grünes Licht, aber das muss in einer säkularen Gold-Hausse auch nicht permanent der Fall sein, da neben dem Terminmarkt vor allem die Nachfrage nach metallgedeckten ETFs die Entwicklung beim Goldpreis bestimmt. Letztere dürfte gerade in den USA wieder signifikant zunehmen, wenn eine ganze Reihe von Illusionen die eigene Wirtschaftskraft betreffend sich zum Jahresende hin in Luft auflösen.

Fazit

Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt! Diese Volksweisheit scheint sich an den Aktienmärkten erneut zu bestätigen. Just zu dem Zeitpunkt, an dem nichts mehr schief zu gehen schien, geht auf einmal alles schief: Der Phase-1-Deal mutiert zur Eskalation im Handelskrieg, die zuletzt wieder als sicher erachtete politische GroKo-Stabilität in Deutschland steht auf einmal zur Disposition und in Sachen Brexit-Unsicherheit geht der Trend Richtung unendliche Geschichte.

Für den Goldpreis könnte dies zum Jahresende hin nochmals Impulse bedeuten, da das Bedürfnis nach Absicherung gegen die offensichtlich doch nicht so rosige wirtschaftliche Perspektive für das erste Quartal 2020 nun wieder deutlich zunehmen dürfte. Am Ende werden zwar die Notenbanken all das wieder reparieren müssen, was die Fiskalpolitik nicht hinbekommt, aber weitere Zinssenkungen und weitere Aufstockungen der Gelddruckprogramme sind per sé auch positiv für den Goldpreis.



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6 Kommentare

  1. Wo schon ein Furz des Blonden die Märkte um Prozente verändert, was haben da die Fibonacci-Levels eigentlich noch verloren?

    1. @Columbo, Ihre Antwort gefällt mir sehr, ebenso wie die vom heutigen Tage zu den kranken (Klima)Tourismus-Auswüchsen :)

      Es ist halt einfach schön, möglichst bunte Linien in Charts zu pinseln und diese als Trendkanäle, Fahnen, Flaggen, Wimpel, Trumpeten, Widerstände und Unterstützungen zu benennen. Und erst die Fibbsi-Natschi-Teile mit ihrem wissenschaftlich-seriös anmutendem Hauch von göttlicher Mathe-Sprache ;)

      Das war bis November 2016 alles schön und gut und nachvollziehbar, aber jetzt gelten andere Regeln: Marionacci, Donnie-Quatschi, Strafzoll, Fake, Hexenjagd und viel Getwitter.

      Egal, ich freue mich sehr über meine drei Gold-Longs, die jetzt seit 05., 07. und 25.11.2019 etwas dahingedümpelt sind und plötzlich für hell leuchtende Vorweihnachtsstimmung sorgen. Letztes Jahr war das zeitlich auch schon so, was wurde ich da noch getadelt und gerügt ob meiner Freude über die veröffentlichten Gewinne :)

      Und vor allem anderen genieße ich seit gestern die auffallende Ruhe und Stille seitens der Aktienbullen hier auf FMW, die seit Monaten die Kommentarfunktion mit immer und immer und immer und immer gleichen erkenntnisneutralen Leeraussagen überschwemmt hatten. Beginnt die „staade Zeit“?

      1. @Michael: Warten Sie ab wie die S&P-Trumpete Ihnen noch in den Ohren hallen wird. Die von Jericho werden im Vergleich dazu ein liebliches Säuseln sein ;-)

        1. @Lausi, als Erfinder und Schöpfer der Trumpete weiß ich, wie die einst hallen wird:

          https://finanzmarktwelt.de/maerkte-wetten-gegen-powell-marktgefluester-video-135294/
          Michael 2. August 2019 16:07

          Und auch wenn ich keine Aktien handle, freue ich mich, mit Ihnen gemeinsam den Tag zu feiern, an dem das korrupte, manipulierte und völlig abgehobene Paralleluniversum geerdet wird. An dem Vermögen wieder greif- und sichtbar sind, und keine aufgeblasenen Zukunftshoffnungen und Spekulationen in Papier- oder digitaler Form ;)

          1. @Michael: Ich verneige mich vor dem Schöpfer dieses genialen Wortes, das das Potenzial hat, als „Wort des Jahres“ in die An(n)alen einzugehen ;-) Bezeichnenderweise heißt Trompete auf Englisch ja „Trumpet“ – die Amis scheinen diesbezüglich also schon mehr zu wissen!

            Und was das glänzende Metall betrifft, so kann ich Ihnen die erfreuliche Nachricht überbringen, dass auch meine Chart-Malereien – die mir immer wieder kindlichen Glanz in meine Augen treiben – für kräftig steigende Kursstände sprechen. So freue auch ich mich über meine im Mai gekauften Long-Positionen – und erst recht über meinen vergrabenen Gold- und Silberschatz :-)

      2. @Michael
        Danke!
        Besonders zu Weihnachten soll man den Kindern die Freude am Chartmalen nicht nehmen. Und… sie sind beschäftigt, was bei Kindern immer gut ist☺️.
        Ich freu mich auch über das Glänzende. Das Asset hat was Weihnachtliches, das muß man ihm lassen.

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