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Goldpreis mit großem Verkaufssignal – Womit müssen Anleger rechnen?

Goldpreis mit großem Verkaufssignal - Womit müssen Anleger rechnen?

Es ist passiert, der Goldpreis ist schließlich aus seiner Seitwärtsrange nach unten ausgebrochen. Gold kapituliert vor dem starken Dollar und steigenden Renditen. Für die Gold-Bullen ist das zunächst ein herber Rückschlag. Denn der Rutsch unter 1.680 Dollar gilt als großes technisches Verkaufssignal. Trotz vieler Krisen in der Welt und einer Inflation auf Rekordhöhen hat es die Krisenwährung derzeit schwer. Im gestrigen Handel ist der Goldpreis auf den tiefsten Stand seit April 2020 gefallen und hat damit seine Seitwärtsrange nach unten aufgelöst.

Im heutigen Handel hat sich die Abwärtsdynamik fortgesetzt – in der Spitze fiel der Goldpreis auf 1.654 Dollar. So beträgt der Rückgang seit dem Jahreshoch bei 2.070 Dollar bereits 20 Prozent. Seit Jahresbeginn sind es jedoch nur etwas über sieben Prozent. Doch im Vergleich zu den Aktienmärkten hält sich Gold bedeutend besser. Der S&P 500 hat im selben Zeitraum rund 19 Prozent nachgegeben. Ungeachtet dessen hat die jüngste Entwicklung die Aussichten für das gelbe Edelmetall eingetrübt. Die restriktive Geldpolitik der US-Notenbank führte zu einem sprunghaften Anstieg der Renditen, zudem hat der US-Dollar deutlich an Stärke gewonnen. Kurzfristig dürfte das Umfeld für Gold schwierig bleiben, zumindest so lange, wie die Notenbank weiterhin Gas gibt.

Gold: Das Für und Wider

Die restriktive Geldpolitik der Notenbanken spricht zunächst einmal für einen fallenden Goldpreis. Denn die Fed plant in der nächsten Woche bereits den nächsten Jumbo-Zinsschritt. Die Wahrscheinlichkeit für eine dritte Zinsanhebung um 75 Basispunkte liegt bei 76 %, die restlichen 24 % gehen sogar von 100 Basispunkten aus. In den kommenden Monaten dürften dann noch weitere Anhebungen folgen, aber wahrscheinlich nicht mehr in der Höhe. Verharrt die Inflation zunächst auf einem hohen Niveau und bleibt der Arbeitsmarkt robust, hat die Fed weiteren Spielraum für Zinsanhebungen. Für 10-jährige Staatsanleihen bekommt man derzeit eine Rendite von 3,47 %, während man für die 2-Jährige sogar 3,90 % erhält. Angesichts der hohen Renditen überlegen sich Investoren zweimal, ob sie ihr Kapital in das zinslose Gold investieren. Zudem steigen wegen dem starken US-Dollar zugleich die Opportunitätskosten einer Goldinvestition.

Es besteht aber auch Hoffnung auf eine Erholung beim Goldpreis – diese basiert auf einer bevorstehenden Rezession. Ein möglicher Treiber für eine Gold-Erholung könnte ein Rückgang der Inflation sein. Klingt erstmal paradox, da Gold als Inflationsschutz gilt. Allerdings dürfte eine sinkende Inflation mit einem Wirtschaftsabschwung einhergehen. Eine Rezession in den USA würde die Fed wohl zum Umschwenken verleiten. Eine lockere Gangart der US-Notenbank dürfte den Dollar schwächen, was wiederum dem Goldpreis Auftrieb verleihen würde.

Goldpreis: Ausbruch aus der Seitwärtsrange – Verkaufssignal

Aus technischer Sicht ist Gold schwer angeknockt. Mit dem Ausbruch aus der Seitwärtsrange könnte sich der Abwärtsdruck kurzfristig weiter erhöhen. Ein erstes Ziel bei 1.655 USD hat der Goldpreis bereits erreicht. Sollte hier keine Zwischenerholung starten, rückt der Bereich bei 1.640 USD in den Fokus. An dieser Stelle könnte es jedoch zu einer Gegenbewegung kommen, die nochmal das Ausbruchsniveau bei 1.680 USD von unten testen. Dort steht dann die nächste Richtungsentscheidung an. Aus Sicht der Bullen wäre es wichtig den Goldpreis schnell wieder in die Range zu hieven. Unterhalb von 1.640 Dollar ist dagegen Vorsicht geboten, die nächsten Unterstützungen liegen erst wieder bei 1.616 und 1.600 Dollar.

Gold: Dollar und Renditen führen zum Ausbruch aus der Seitwärtsrange

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5 Kommentare

  1. Das heute Gold in Euro immer noch in den letzten 12 Monaten 10 % im Plus steht, obwohl heute der DAX 1,7 % verloren hat, und der TDAX 3 %, hätte ich nicht gedacht.
    Stand: Freitag 16.9. 18:30.
    Aber ich denke, Montag morgen wird es im asiatischen Handel runtergeprügelt.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

    1. Hallo Helmut

      Wie sieht es denn in den letzten 24 Monaten aus?

  2. Hallo Michael, der DAX hat in den letzten 24 Monaten nicht zugelegt. Und Gold auch nicht.
    Nur, wer mit einer etwa Versechsfachung seines Kapitals, dann 2 Jahre Null Ertrag hat, wird das anders sehen, als wenn mit einer noch nichteinmal Verdoppelung des Kapitals in 20 Jahren ebenfalls etwa kein Ertrag auf weitere 2 Jahre dabei herauskommt. Und für die Scheingewinne mussten beim DAX auch noch Steuern bezahlt werden.
    Denn das was beim DAX (einschl. Dividenden) bis 2020 hängen geblieben ist, hat ja nochnichteinmal die Inflationsrate plus Steuern ausgeglichen.
    Gold steigt immer, aber es fällt auch immer.
    Aber, von 1970 bis 2000 hat es sich etwa verachtfacht, und von 2000 bis heute etwa versechsfacht.
    Ich habe mich 2000 auf Gold festgelegt für meine Altersversorgung. Und wenn ich so alt werde wie meine Vorfahren, dann habe ich etwa 40 Jahre etwas davon gehabt.
    Natürlich können Menschen, die sich mit Aktien auskennen, auch kurzfristig sehr hohe Erträge erwirtschaften, aber auch verlieren.
    Bei allen Anlagen, kann man sich Zeiten heraussuchen, wo es nicht so gut lief.
    Natürlich auch bei Gold.
    Aber wer immer einen 30 bis 40 Jahre Zyklus im Auge hat, für seine private Altersversorgung, hat mit Gold nie schlecht gelegen.
    Und wie gesagt: Wer sich auskennt an der Börse, und schnell Gewinne einfahren will, der wird sich nicht auf physisches Gold festlegen.
    Geht ja auch gar nicht, dafür gibt es ja auch nicht genug Gold.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

    1. Hallo Helmut,

      ich weiß und ich habe auch nicht das Geringste gegen eine Investition in Gold. Der Einstiegszeitpunkt und der Anlagezeitrahmen sind entscheidend. Steigerungsraten und Gewinne wie seit 2000 werden wohl nicht mehr möglich sein. Und wer z. B. einen Zeitraum von 15 bis 20 Jahren bis zur Rente plant (vorher hat man oft noch nicht die Mittel), dürfte schon ins Grübeln kommen.

      Aber eigentlich wollte ich damit nur andeuten, dass Sie immer Zeiten herauspicken, in denen es gut lief. Und dass Sie sich dahingehend nicht täglich wiederholen müssen.

  3. Hallo Michael, ich wiederhole mich nicht täglich darin, mir irgendwelche Kurse herauzupicken, sondern immer dann, wenn hier wieder gemeldet wird, das Gold abstürzt.
    Diesen heutigen Kurs habe ich mir nur herausgesucht, weil Sie mich danach gefragt hatten.
    Ja, bei 20 Jahren wird es schon knapp mit der privaten Altetsversorgung in physischem Gold.
    Wir hatten nur noch 18 Jahre bis zur Rente.
    Daher haben wir auch alles 2000 als Einmalinvestition vorgenommen, als wir die Immobilien in Deutschland verkauft hatten.
    Es war auch alles gut geplant. Eigentlich war es so gedacht, dass wir jetzt als Rentner, mal hier und dort eine Unze verscherbeln.
    Wir hatten aber nicht auf dem Plan, dass meine Frau in den wenigen Jahren in Spanien so viele Rentenansprüche erwerben kann, ohne das unsere deutschen Renten damit verrechnet werden. Und schon überhaupt nicht hatten wir damit gerechnet, dass sich Gold in der Zeit bis heute etwa Versechsfachung.
    Hätte sich Gold nur etwa verdreifacht, und würden wir 10 Tsd Euro weniger Rente bekommen im Jahr, dann wäre alles noch einigermaßen im üblichen Rahmen.
    Aber was sollen wir nun machen, einige hunderttausende an Gold verkaufen?
    Und was dann kaufen?
    Wir werden nichts unternehmen.
    Ich stehe auch nicht auf Statussymbole.
    Wir fahren unseren 19 Jahre alten Diesel weiter, zumal er auch kein ADblue benötigt, und natürlich auch keinen Strom.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

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