Der Goldpreis ist weiter im Aufwind. Noch zum Jahresanfang sah man Kurse bei 2.057 Dollar, jetzt sehen wir Kursniveaus über 2.700 Dollar. Es ist eine gigantische Rally, die kein Ende zu kennen scheint. Branchenvertreter der Gold-Industrie sahen jüngst Aufwärtspotenzial für die nächsten zwölf Monate auf durchschnittlich 2.917 Dollar. Aber wird so eine Prognose von der enormen Rally bald schon eingeholt? Hier zeigen wir einen wichtigen Vergleich mit anderen Anlageklassen und verschiedene Expertenaussagen.
Goldpreis im Anstieg – trotz Stärke bei Renditen und Dollar
Dieser XAUUSD Chart zeigt die Bewegung der letzten vier Wochen: Der Goldpreis (blau) steigt an. Vor allem in den letzten zwei Wochen sehen wir einen massiven Anstieg von 2.607 Dollar auf 2.734 Dollar. Dazu sehen wir in rot und pink die Entwicklungen von US-Dollar und US-Anleiherenditen. Normalerweise sagt die Marktlogik: Starker Dollar = schwacher Goldpreis. Und je höher die Anleiherenditen, desto schlechter für das unverzinste Gold. Aber wie man sieht: Trotz steigendem Dollar und steigenden Renditen ist der Goldmarkt weiter im Aufwind. Dies zeigt die Robustheit der Bewegung jenseits der üblichen Marktlogik. Auch der Marktstratege John Reade vom World Gold Council weist aktuell auf diese ungewöhnliche Gold-Stärke hin, die trotz des starken Dollar vorhanden ist.
#gold usually struggles when the US dollar is firm, but not in October.
DXY is up 3% or so this month. Gold hit a fresh ATH yesterday. pic.twitter.com/DGEf4RH6UA
— John Reade (@JReade_WGC) October 22, 2024
Hält der Höhenflug bei Gold an? Commerzbank-Rohstoffexperten erläutern
Die neuen Rekordhochs im Goldpreis wurden erreicht, obwohl am Markt deutlich weniger Zinssenkungen der US-Notenbank als noch zu Monatsbeginn erwartet werden und der US-Dollar zuletzt merklich aufgewertet hat, so sagten es letzte Woche Freitag die Rohstoffexperten der Commerzbank. Auch die Lage im Nahen Osten kann ihrer Meinung nach den anhaltenden Höhenflug von Gold nicht erklären, da sich die Lage dort eher etwas entspannt habe. Somit stelle sich die Frage, was hinter dem jüngsten Preisanstieg stehen könnte. Ein möglicher Grund könnte das Momentum sein, wegen dem Marktteilnehmer noch auf den fahrenden Zug aufgesprungen sind. Ein weiterer Grund für den steigenden Goldpreis könne die Unsicherheit im Vorfeld der näherrückenden US-Wahlen sein. Die aktuellen Umfragen zeigen Donald Trump im Aufwind. Sollte er im Januar wieder ins Weiße Haus zurückkehren, dürften die Inflationsrisiken laut Aussage der Commerzbanker merklich zunehmen. Eine steigende Inflation sei positiv für Gold, falls die Fed darauf nicht angemessen reagiert. Dieses Risiko bestehe, da Donald Trump auch Einfluss auf die Zinsentscheidungen der Fed nehmen will. Der Goldpreis könnte daher laut den Experten bis zu den US-Wahlen weiter zulegen, wenn sich ein Wahlsieg von Trump abzeichnet.
Die Rohstoffexperten der Commerzbank besprachen auch, dass der Goldpreis auch in Euro gerechnet so teuer ist wie nie zuvor. Neben dem Goldpreis-Anstieg in US-Dollar sei dabei noch die jüngste Schwäche des Euro als preistreibender Faktor hinzu gekommen. Die Experten erwähnten dazu die Zinssenkung der EZB vom letzten Donnerstag. EZB-Präsidentin Lagarde habe zwar auf der Pressekonferenz keine deutlichen Hinweise auf eine weitere Zinssenkung im Dezember gegeben. Der Markt gehe allerdings ebenso wie man selbst davon aus, dass die Zinsen dann angesichts der zu erwartenden schwächeren Konjunkturdaten und der nachlassenden Inflation erneut gesenkt werden. Sinkende Zinsen seien positiv für Gold, weil sich dadurch die Opportunitätskosten der Goldhaltung verringern. Von daher sei ein weiterer Anstieg im Goldpreis über die Marke von 2.500 Euro je Feinunze hinaus wahrscheinlich.
Goldpreis nahe Rekord – Zufluchtsort wegen Nahostkonflikt und US-Wahlen
Der Goldpreis steigt und nähert sich dem Rekordhoch vom Montag – wobei die Nachfrage nach Zufluchtsorten die optimistische Stimmung antrieb, da Händler geopolitische Risiken wie den Konflikt im Nahen Osten und die US-Wahlen, die in weniger als zwei Wochen stattfinden, im Auge behalten – so die Einordnung von Bloomberg kurz zusammengefasst. Weiter wird berichtet: Der Goldpreis stieg um bis zu 0,6 % und notierte bei fast 2.735 Dollar pro Unze, wobei er die höheren Renditen für Staatsanleihen abschüttelte, da sich die Anleger auf die zunehmenden Spannungen zwischen Israel und dem Iran konzentrierten. Händler richteten ihre Portfolios auch im Vorfeld der US-Wahl am 5. November neu aus. In Zeiten geopolitischer und wirtschaftlicher Unsicherheit suchen Investoren in der Regel Sicherheit in Gold.
Die Märkte mussten auch unterschiedliche Ansichten von Vertretern der US-Notenbank über den weiteren Kurs der US-Zinssätze verdauen. Am Montag sagte der Präsident der Fed Bank of Kansas City, Jeffrey Schmid, er befürworte eine langsamere Geschwindigkeit der Senkungen, während seine Amtskollegin aus San Francisco, Mary Daly, ihre Ansicht über die Notwendigkeit zusätzlicher Senkungen zur Absicherung gegen eine Verschlechterung des Arbeitsmarktes bekräftigte.
Der Goldpreis ist in diesem Jahr um fast ein Drittel gestiegen und hat mehrere Allzeithochs erreicht. Die Rallye hat sich in den letzten Monaten verstärkt, als die Fed zu Zinssenkungen überging. Auch Vermögensverwalter haben zur Stärke der Rallye beigetragen, indem Hedgefonds in den letzten Sitzungen ihre Netto-Long-Positionen in Gold erhöht haben, während Investoren ihre Bestände an börsengehandelten Fonds aufgestockt haben.
Die Analysten der Citigroup unter der Leitung von Max Layton erhöhten die Dreimonats-Prognose der Bank um 3,7 % auf 2.800 US-Dollar pro Unze, da sie davon ausgehen, dass eine weitere Verschlechterung des Arbeitsmarktes die Nachfrage nach Gold ankurbeln wird, wie aus einer Mitteilung hervorgeht.
FMW/Bloomberg
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Als ich im Jahre 2000 Gold für 280 Euro die Unze gekauft habe, haben mir (ohne Ausnahme) alle Marktteilnehmer auch gesagt, dass es gegen die Marktlogik ist.
Viele Zentralbanken haben damals Gold verkauft.
Viele Grüße aus Andalusien Helmut
@Helmut
Als ich noch Barfuss durch meterhohen Schnee stundenlang zur Schule ging nd die Schneeflocken nach ihrer Größe sortiert habe….
Deine Geschichte ist so spannend wie zuzusehen, wie Gras wächst oder Farbe trocknet! Nichts schlägt diesen Nervenkitzel!
Wir wollen mehr dieser Geschichten! Die lasse ich mir von Alexa vorlesen, dann kann ich garantiert gut schlafen!
Hallo AufregendWieGrassWächst
Ohne Ihren substanzlosen Kommentar käme doch mein Kommetar gar nicht so richtig zur Wirkung.
@Helmut
und was ist mit deinen substanzolsen Kommentaren, mit denen du Tag für Tag das Forum vollspamst?
AufregendWieGrassWächst
Die haben Substanz, weil sie ein Kommentar zu einem Artikel sind, oder ich beantworte eine Frage wie hier auch.
Die übliche Marktlogik ist einer leicht verschobenen Wahrnehmung was die Wirklichkeit im nahen Osten millitärisch geschuldet ist.
@Helmut, wir freuen uns einfach immer wieder über diese aufregenden Neuigkeiten. Das ist ungefähr so interessant, als ob ich hier jeden Tag verkünden würde, dass ich die Klospülung erfolgreich betätigt habe.
Ja Permanix, da sind solche Kommentare wie diese von Ihnen auch wirklich interessanter(!?).
Fakten sollte man niemals leugnen oder gar versuchen zu relativieren.
@Helmut Wenn Sie damals nicht irgendwelche Goldmünzen, sondern 1 Oz Krügerrand-Münzen vom Jahrgang 2000 gekauft haben, was ich sehr für Sie hoffe, dann winkt Ihnen zusätzlich zum reinen Goldpreis auch noch ein satter Sammleraufschlag. Mit einer Auflage von nur 6657 Stück ist dieser Jahrgang nämlich mit Abstand der seltenste!
Hallo Ludger, als wir Deutschland 2000 verlassen habe, haben wir auch alle Immobilien und Firmen verkauft.
Bis dahin hatten wir recht wenig für unsere private Altersversorgung getan.
Wir haben von einem Teil des Verkaufserlös nur Standard- Barren eingelagert.
Aber der Preis hat sich bis heute fasst verzehnfacht.
Die etwa 29 Jahre davor, hatte sich der Preis etwa verachtfacht.
Viele Grüße aus Andalusien Helmut
Auch heute wieder ein Allzeithoch in Euro und Dollar.
Silber ist über 3 % gestiegen.
Viele Grüße aus Andalusien Helmut
Privater Goldbesitz kann jederzeit verboten werden, alles schon mal dagewesen.
@Tom
Heutzutage wird Goldbesitz vermutlich nicht mehr verboten werden.
Der Handel mit Gold kann aber mittels extrem hoher Besteuerung oder anderen Instrumenten so stark eingeschränkt werden, dass er uninteressant wird.
Am Ende läuft es auf dasselbe wie ein Goldbesitzverbot hinaus.
Man sieht ja schon bei den Zöllen oder bei der Kryptobesteuerung in Italien, was alles möglich ist.
Ja Tom, Steuerhinterziehung, Kokainbesitz, betrunken Auto fahren, usw. sind auch verboten.
Übrigens war bei dem Goldverbot in den USA nur der Goldbesitz im Inland verboten.
Daher niemals Gold in dem Land lagern in dem man lebt, oder dessen Staatsangehörigkeit man hat.
Besser noch: Außerhalb Europas.
Denn wenn der Staat soweit abgewirtschaftet hat, dass er ein Goldverbot verhängen muss, und man hat ausreichend Gold im Ausland, dann sollte man sowieso das Land verlassen.
Viele Grüße aus Andalusien Helmut