Gold/Silber

Goldpreis: Neue Chancen nach dem Rücksetzer?

Goldpreis: Neue Chancen nach dem Rücksetzer?

Der Gegenwind für Gold hat zuletzt deutlich zugenommen, weshalb es für den Goldpreis deutlich abwärts ging. Die Fed könnte die Geldpolitik schneller straffen, die Renditen steigen und die Nachfrage nach dem goldenen Edelmetall geht zurück. Zudem sind viele Investoren in den Risk-On-Modus gewechselt – man setzt wieder vermehrt auf Risiko-Assets wie Aktien.

Nach einer fünfwöchigen Rallyphase bis in die Nähe des vorherigen Allzeithochs hat der Goldpreis schließlich eine Atempause eingelegt. Auf CFD-Basis fiel der Kurs von 2.070 USD bis auf ein Tief bei 1.896 USD. Inzwischen hat sich der Goldpreis jedoch über der wichtigen Unterstützungszone bei 1.916 USD stabilisiert und könnte die Erholung fortsetzen.

Belastungsfaktoren für den Goldpreis

Nach den falkenhaften Aussagen von Fed-Chef Powell haben die Renditen auf US-Staatsanleihen zugelegt. Steigende Zinsen sind eine Belastung für das zinslose Gold, da dessen Besitzer auf Zinserträge verzichten müssen. Zuletzt ging es vor allem bei den kurzen Laufzeiten rasant aufwärts. Bieten die Kurzläufer höhere Renditen als die langlaufenden Zinsen, dann spricht man von einer invertierten der Zinskurve. Infolgedessen steigt das Risiko einer Rezession.

Die Aussagen von Fed-Chef Powell am Montag auf der Nabe Annual Konferenz haben den Goldpreis zusätzlich unter Druck gebracht. Selten hatte sich Powell derart hawkish zu Wort gemeldet. Er kann sich mittlerweile vorstellen die Zinsen bei der nächsten Sitzung um 50 Basispunkte zu erhöhen. Dies kann man auch als Wink mit dem Zaunpfahl sehen, um die Märkte darauf vorzubereiten. Zudem strebt die Fed einen baldigen Start der Bilanzreduzierung an –  die Fed macht also Ernst. Eine straffere Geldpolitik sowie ein starker US-Dollar könnten das Kaufinteresse beim Gold ausbremsen.

Die Folgen zeigten sich bereits im aktuellen CoT-Report. Die Nachfrage unter großen Terminspekulanten hat zuletzt deutlich nachgelassen. Im Gegensatz dazu sind Kleinspekulanten wesentlich optimistischer geworden – was als Kontraindikator gewertet werden kann.

Der Gegenwind für den Goldpreis hat zwar zugenommen, unter dem Strich bleibt Gold aber ein sicherer Hafen in Zeiten der Krise. Neben den Kriegs-Sorgen sorgt ebenfalls die sehr hohe Inflation dafür, dass Gold weiterhin gefragt ist.

Gold: Fortsetzung der Erholung

Nach der starken Zwischenkorrektur hat sich der Preis für Gold an der Marke bei 1.916 USD stabilisiert. Die Chancen stehen demnach gut, dass sich der Goldpreis weiter erholt. Das letzte lokale Hoch bei 1.949 USD stellt eine erste Hürde dar. Diese gilt es zu überwinden, dann könnte das Aufwärts-Momentum zunehmen und den Goldpreis bis 1.962 (38er Retracement) und 1.973/77 (Horizontale) bringen. Sogar ein Anstieg bis an das 61er Retracement bei 2.003 USD ist nicht auszuschließen.

Anleger sollten jedoch vorsichtig werden, wenn der Goldpreis unter die Unterstützungszone bei 1.916/08 fällt. Dann könnte sich die Korrektur bis 1.878 USD ausweiten. Hier verläuft auch die 50-Tage-Linie, die zusätzlich für Halt sorgen kann.

Gold: Die Erholung dürfte sich fortsetzen - Fed belastet

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3 Kommentare

  1. Wenn Russland größere Mengen Gold auf den Markt wirft (werfen muss), möchte ich nicht wissen, in welchen Tiefen wir den Preis finden werden.

  2. Ich denke, fasst 10 % Kurssteigerung (in Euro) in diesem Jahr sollten reichen, zumal die etwa 50 % Kurssteigerungen in den letzten 3 Jahre auch schon recht happig waren. Aber mal sehen was das Jahr noch bringt.
    Fasst alle Besitzer von physischen Gold werden keine Spekulanten sein, sondern Menschen, die ihr Geld, das sie in der Zukunft benötigen, bzw. ansparen wollen, in physischem Gold parken.
    Man wird dafür auch irgendwann „Neuros“ bekommen können, oder in Spanien vielleicht Pesetas.
    Spekulanten nehmen natürlich Papiergold, das ja auch viel einfacher zu handeln ist.
    Physisches russisches Gold wird wohl gar nicht erst auf den Markt kommen, sondern still und heimlich von den Chinesen aufgekauft werden.
    So haben beide Handelspartner etwas davon. Der Westen weiß nicht, ob und wieviel von Russland verkauft wurde, und die Chinesen werden auch darüber schweigen, wieviel sie gekauft haben.
    Was wieder einmal zeigt, dass selbst Gold in dieser Größenordnung anonym verkauft und gekauft werden kann, wenn die Handelspartner es wollen.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

  3. Eher Kopfschuss als Knieschuss

    @ Columbo, wieder einmal die total falsche Diagnose, wie man weiss haben gerade China und Russland in letzter Zeit grosse Goldreserven aufgebaut, Niemand auf der Welt ist fähig gegen die Interessen dieser zwei Dicken den Goldpreis zu verändern.Zudem sind es noch diese Länder die auch das Pseudogold ( Kryptos) vom Schneeball zum Tauwasser werden lassen.Wenn ich nicht irre, macht Indien auch noch mit. Die naiven vollgefressenen „ Davids“ sollten langsam bedenken, dass sich mit China, Russland und Indien ein Riesen- Goliath heranbildet, der bald den Ton angeben wird.
    Die schlauen Russland- Sanktionierer sollten auch bedenken, dass Russland im letzten Jahr für Öl und Gas mindestens doppelte Einnahmen gegenüber dem Coronajahr hatten und somit Reseven haben, wobei die EU sich mit der provozierten Inflation in die sichere Rezession befördern.

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