Gold/Silber

Goldpreis, Ölpreis, Aktienmärkte: Was für eine Eintracht im Absturz

Was war da denn los? Seit gestern sind der Goldpreis, der Ölpreis und die Aktienmärkte parallel runter gerauscht. Dies kann man gut im folgenden Chart sehen, wo Gold, Ölpreis und Dow Jones auf CFD-Basis seit Donnerstag gezeigt werden. Seit gestern ab 15:30 Uhr, wo der Kassamarkt für Aktien in den USA öffnete, ging es nach unten. Im Dow sind es bis jetzt minus 580 Punkte. WTI-Öl verliert seitdem bis jetzt gut 1,50 Dollar. Und der Goldpreis hat bis jetzt 14 Dollar verloren.

Doch keine Stärke im Goldpreis?

Und da schrieben wir gestern noch von einer wirklichen Stärke im Goldpreis. Tja, wie kann es sein, dass diese drei Assetklassen so parallel abschmieren? Bei der Korrelation zwischen Aktienmärkten und Öl ist es klar. Nimmt die Angst vor der immer schlimmer werdenden Coronakrise weiter zu (so wie es seit gestern tatsächlich passiert), verdunkeln sich die Konjunkturaussichten, was natürlich schlecht für die Konzerne ist, aber auch schlecht für die Öl-Nachfrage. Und der Goldpreis? Dachte alle Welt (auch wir) noch gestern Mittag, dass die Kurse von um die 1.815 Dollar nun endlich der Durchbruch nach oben seien, so zeigt das Edelmetall erneut Schwäche, zusammen mit den anderen Märkten. Auch der seit gestern Nachmittag steigende US-Dollar wirkte negativ gegen Gold!

Aber wir meinen: Man sollte das Edelmetall noch nicht aufgeben als Bulle! Was war los abseits vom US-Dollar? Vielleicht gibt der folgende aktuelle Kommentar von Ipek Ozkardeskaya von Swissquote Aufschluss. Der Goldpreis sei auf 1.795 Dollar zurückgefallen, weil die Anleger ihre Long-Goldbestände zur gleichen Zeit auflösten wie ihre Risikopositionen (in Aktien). Der gleichzeitige Ausverkauf von Aktien und Gold in einem Risikoumfeld sei zu einem üblichen Verhalten geworden und habe den Safe-Hafen-Wert von Gold mittelfristig nicht beeinträchtigt. Daher bleibe der Gesamtausblick für Gold trotz einer unerwünschten positiven Intraday-Korrelation mit Aktien weiterhin optimistisch.

Zu viel des guten im fallenden Goldkurs?

Und ja, dieses Phänomen sah man im März beim großen Börsencrash auch. Die Anleger verkauften in Panik Gold, weil sie vor allem für Margin Calls am Aktienmarkt schnell Geld brauchten. Aber jetzt, bei ein paar hundert Punkten Rückfall der Aktienmärkte, muss man da gleich reflexartig den Goldpreis auch runterjagen? War das übertrieben, und Gold kann jetzt wieder einen weiteren Anlauf auf höhere Kursniveaus nehmen? Entscheiden Sie selbst, wie es weitergehen wird. Denn ja, wir haben immer noch keine Glaskugel.

Chart zeigt parallelen Verlauf der Aktienmärkte, Goldpreis und Ölpreis



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2 Kommentare

  1. Hallo Herr Kummerfeld, mich erstaunt es auch sehr, dass fallende Aktienkurse scheinbar auch immer die Gold- und Silberpreise nach unten ziehen und bin schon allein deshalb short in den US-Indizes, um meine Longpositionen in Gold und Silber abzusichern. Ich könnte mir allerdings vorstellen, dass bei einer 2. Welle des Aktiencrashs die Edelmetallpreise nicht mehr so stark nach unten ziehen. Plausibel wäre jedenfalls für mich, wenn die Edelmetalle künftig noch besser performen, als die Aktienmärkte.

    1. Problem und Hintergrund ist, daß es sich bei Gold und Silber 90% Buchwerte handelt, also mit Papiergeld vergleichbar.
      https://www.dasinvestment.com/vermoegensverwalter-manuel-peiffer-der-goldpreis-entkoppelt-sich-vom-papiergold/?page=3
      „Erst wenn die Ebbe kommt, sieht man, wer nackt schwimmt.“ Buffett. 24,3% der physischen Jahresweltproduktion wird täglich an der Comex als Papiergold gehandelt. Erst wenn das Vertrauen in die Buchwerte schwindet, wird das für jeden offenbar. Den Wauwaus der Qualitätsmedien zum Trotz.

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