Der Goldpreis setzte zu Wochenbeginn seinen jüngsten Anstieg fort, nachdem ein juristischer Rückschlag für Donald Trumps Zollpolitik neue Zweifel an internationalen Handelsabkommen ausgelöst hat. Die Unsicherheit über neue globale Zölle, ein schwächerer US-Dollar und einer möglichen Eskalation im Iran treiben die Nachfrage nach dem sicheren Hafen Gold erneut an.
Zollschock befeuert Goldpreis
Gold legte nach drei aufeinanderfolgenden Wochengewinnen weiter zu. Hintergrund ist die wachsende Unsicherheit über die US-Handelspolitik, die die Finanzmärkte verunsichert und den Dollar belastet.
Der Goldpreis stieg zeitweise um bis zu 1,4 % auf rund 5.176 US-Dollar je Unze. Präsident Donald Trump kündigte am Samstag an, einen globalen Zollsatz von 15 % einzuführen, um bestehende Maßnahmen aufrechtzuerhalten. Zuvor hatte der Supreme Court entschieden, dass er Notstandsbefugnisse nicht zur eigenständigen Festsetzung von Zöllen nutzen dürfe.
Der schwächere Dollar verbilligte den Goldpreis für Käufer außerhalb der USA und verstärkte damit die Nachfrage zusätzlich. Da Gold in US-Dollar gehandelt wird, wirkt sich eine Dollarabwertung in der Regel preistreibend aus.
Laut einem Bericht von Bloomberg wirft das Gerichtsurteil nun erhebliche Fragen hinsichtlich bereits ausgehandelter Handelsabkommen der USA mit wichtigen Partnern auf. Der Handelsbeauftragte des Europäischen Parlaments kündigte an, die Ratifizierung eines Abkommens mit Washington verschieben zu wollen, bis mehr Klarheit herrsche. Indische Regierungsvertreter verschoben eine geplante Reise in die USA. Ein Mitglied der japanischen Regierungspartei bezeichnete die Situation als „ein echtes Durcheinander“.

Strukturelle Treiber bleiben intakt
Die jüngste Rally hat es Gold ermöglicht, Verluste vom Monatsanfang teilweise wettzumachen. Damals war es nach einem abrupten Ausverkauf zu deutlichen Preisrückgängen gekommen, nachdem zuvor ein Rekordniveau erreicht worden war.
Der aktuelle Aufwärtstrend wird von mehreren langfristigen Faktoren gestützt. Dazu zählen anhaltende geopolitische Spannungen sowie eine zunehmende Skepsis von Investoren gegenüber Staatsanleihen und Papierwährungen. In einem Umfeld erhöhter politischer und wirtschaftlicher Risiken bleibt Gold ein bevorzugter Wertspeicher.
Vasu Menon, Stratege bei der Oversea-Chinese Banking Corp., erklärte: „Es gibt genügend strukturelle Faktoren, die mittelfristig für Gold sprechen.“ Gleichzeitig warnte er vor kurzfristiger Volatilität: „Nach den starken Kursgewinnen der vergangenen Monate dürfte der Goldpreis kurzfristig schwankungsanfällig bleiben – insbesondere angesichts der weiterhin offenen Entwicklungen in der US-Handelspolitik und der Lage im Iran.“
Auch Marktstrategen von Bloomberg sehen weiteres Potenzial. Die relative Stärke des Goldpreises trotz geringerer Positionierung durch Hedgefonds deute auf zusätzlichen Spielraum nach oben hin. Daten der US-Aufsichtsbehörde Commodity Futures Trading Commission (CFTC) zeigen, dass die Netto-Long-Positionen in Gold-Futures auf den niedrigsten Stand seit fast einem Jahr gefallen sind – ein Signal, das Raum für neue Engagements lässt.
Nahost-Spannungen im Fokus
Neben der Handelspolitik richtet sich der Blick der Marktteilnehmer auf die Lage im Nahen Osten. Zwischen Washington und Teheran besteht weiterhin ein angespanntes Verhältnis. Zwar laufen Gespräche über ein mögliches Abkommen zum iranischen Atomprogramm, doch die USA haben umfangreiche Militärkräfte in der Region stationiert.
Diese Truppenpräsenz nährt Spekulationen über mögliche begrenzte Militärschläge oder sogar eine umfassendere Eskalation. Solche Szenarien erhöhen traditionell die Nachfrage nach sicheren Anlageklassen wie Gold.
Der Goldpreis notierte in London um 8:06 Uhr 0,6 % höher bei 5.138,75 US-Dollar je Unze, Während Silber 1,6 % auf 85,95 Dollar zulegte. Der Bloomberg Dollar Spot Index fiel um 0,2 %, nachdem er bereits am Freitag um denselben Wert nachgegeben hatte.
FMW/Bloomberg
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Der 47. US-Präsident Donald John Trump verhandelt nicht mit dem OPEC+-Mitgliedsland Islamische Republik Iran in Sachen mögliches Ölabkommen, sondern versucht, Teheran einen Diktatfrieden aufzuzwingen. Eine Grundlage für den Rohstoff Edelmetall Gold, zur Zeit als sicherer Hafen angesehen zu werden.
Naja – da der Goldpreis sich in den letzten 25 Jahren etwa verachtzehnfacht hat, und seit 1971 um das etwa 146-fache zugelegt hat, können doch immer nur unsichere Zeiten gewesen sein.
Jedenfalls dann, wenn der Goldpreis ein Gradmesser dafür ist.
Da jetzt der Dollar immer schneller verfällt, die Verschuldungsorgien überall an Fahrt zunehmen, die Rivalitäten zwischen den USA und China sicher auch nicht weniger werden, Europa immer schneller abbaut, und die BRICS eine teilweise goldgedeckte Handelswährung einführen, wird das den Goldpreis auch wohl weiter ansteigen lassen.
Viele Grüße aus Andalusien Helmut