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Goldpreis quo vadis – Risk On gegen Gelddrucken

Claudio Kummerfeld

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am

Ein Barren aus Gold

Der Goldpreis war am Montag plötzlich sprunghaft um 33 Dollar gestiegen. Dies besprachen wir bereits gestern. Es war eine klar zu erkennende sofortige Reaktion der Gold-Trader auf den plötzlich fallenden US-Dollar, was man im Dollar-Index (Währungskorb) erkennen kann. Seitdem zeigt der US-Dollar keine klare Bewegung. Auch der Goldpreis hängt seitdem auf seinem erhöhten Niveau, auch wenn er seit dem gestrigen Hoch bei 1.875 Dollar bis jetzt auf aktuell 1.860 Dollar gefallen ist. Der Chart zeigt das nach wie vor gehaltene höhere Kursniveau.

Risk On und Goldpreis

Der Goldpreis kann abseits vom US-Dollar seit Wochen immer dann unter Druck geraten, wenn die Corona-Impfstoff-Hoffnungen am Gesamtmarkt Überhand gewinnen, und die Aktienkurse stark steigen, weil man an eine absehbare Konjunkturerholung glaubt. Gestern wurde mit Impfungen in Großbritannien begonnen, was die Hoffnungen schürt. Die Aktienindizes steigen heute gut gelaunt an. Es wirkt so, als laufe das Risk On-Szenario wieder gut an (Umschichtung von sicheren Häfen hin zu riskanteren Anlageklassen wie Aktien).

Naeeem Aslam von Avatrade spricht aktuell in einem Kurz-Kommentar davon, dass der Goldpreis sich heute von ihrem 2-Wochen-Hoch entfernt hat (der 15 Dollar-Rückfall auf jetzt 1.860 Dollar), da die Anleger wegen der Impfstoffverteilung in Großbritannien auf ihre riskanteren Anlagen setzen. Es bestehe kein Zweifel, dass der Coronavirus-Impfstoff ein Einfallstor für die Rückkehr des Wirtschaftswachstums auf sein neues normales Niveau sei. Daher werde jede Hoffnung in diesem Bereich die Anleger dazu bringen, ihre riskanteren Anlagen zu lieben, so Naeem Aslam. Die Commerzbank betitelt ihre heutige Tagesanalyse für Rohstoffe mit der Headline „Risikoappetit gewinnt wieder die Oberhand“. Also, sehen wir kurzfristig eine Belastung für den Goldpreis, weil die Anleger in der Impfstoff-Euphorie jetzt erneut in Aktienanlagen rennen?

Gelddrucken

Positiv für einen möglicherweise weiter steigenden Goldpreis bleibt das bekannte Szenario. Notenbanken weltweit drucken immer mehr Geld, Staaten verschulden sich immer stärker. Zinsen für Staatsanleihen und Sparbücher gibt es nicht mehr. Also bleibt das zinslose Gold auch in 2021 wohl attraktiv. Je mehr Geld die Fed druckt und je mehr Schulden die US-Regierung macht, desto schlechter für den US-Dollar, und desto besser für den Goldpreis. Derzeit steht US-Finanzminister Mnuchin kurz vor einer Einigung im US-Kongress über knapp 1 Billion Dollar für neue Stimulus-Maßnahmen.

Aber wo ein neuer Stimulus den US-Dollar drückt und dem Goldpreis helfen könnte, da hilft jeder neue Stimulus auch immer den Aktienmärkten. Denn je mehr Geld gepumpt wird, desto besser sind die Konjunkturhoffnungen der Börsianer, und sie kaufen Aktien. Man sieht, alles hängt mit allem zusammen. Es gibt beim Blick auf den Goldpreis und die Gründe für seine Bewegungen kein klares Schwarz und Weiß. Auch muss man die ETF-Geldflüsse weiter im Auge behalten. Ganz kurzfristig orientierte Trader sollten wie gesagt immer direkt auf den Dollar-Index schauen, wenn sie Gold handeln wollen.

Chart zeigt Kursverlauf im Goldpreis seit dem 20. November
Goldpreis im Kursverlauf seit dem 20. November.

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    Goldsammler

    9. Dezember 2020 12:47 at 12:47

    Was sie sich ständig für Argumente aus den Tasten saugen? Unbegreiflich. Experten und Analysen sind alle samt für die Tonne.

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Gold/Silber

Goldpreis-Verlauf unter Joe Biden – das ist keine einfache Thematik

Claudio Kummerfeld

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am

Gold mit US-Dollar und Adler

Wenn ein Unternehmen seine Quartalszahlen deutlich besser als erwartet veröffentlicht, dann ist die Lage einfach und klar. Der Aktienkurs sollte steigen. Und im Goldpreis? Da wird die Lage mit Sicht auf mehrere Wochen und Monate etwas schwieriger. Joe Biden ist jetzt neuer US-Präsident. Und nun steht das gewaltige 1,9 Billionen Dollar schwere Stimulus-Paket an. Wird es verabschiedet werden, und was sind die Auswirkungen auf den Goldpreis?

Carsten Fritsch von der Commerzbank wies am Mittwoch in einem Kommentar darauf hin, dass die Verabschiedung dieses gigantischen Konjunkturpakets die erste große Aufgabe von Joe Biden sein werde. Zwar würden die Demokraten nach dem Sieg bei den Senats-Stichwahlen in Georgia über eine knappe Mehrheit in beiden Kongresskammern verfügen. Einfach werde der Genehmigungsprozess dennoch nicht. Von daher bleibe abzuwarten, wie lange es dauert, bis das Paket unterschriftsreif auf dem Schreibtisch des neuen Präsidenten liegt. Gold dürfte laut Carsten Fritsch von dieser Unsicherheit profitieren. Nach Inkrafttreten dürfte die Wirtschaft in den USA dank des massiven Impulses spürbar anziehen, was den US-Dollar aufwerten lassen und den Goldpreis damit belasten könnte.

Goldpreis im größeren Bild mit guten Aussichten?

Das ist das kurzfristige Szenario für die Aussicht auf Tage und Wochen. Und danach, wenn man auf das große Gesamtbild blickt? Gold ist doch der Fluchthafen, wenn die angeblich große Inflationswelle kommt? Ja, dieses Szenario sollte im größeren Bild nie vergessen werden. Die Notenbanken drucken immer mehr Geld, die Staaten verschulden sich immer mehr. Nicht eine Hyperinflation, sondern „nur“ ein deutlich spürbares Anziehen der Inflation könnte den Goldpreis wieder anfachen als Fluchthafen. Die Fed hat Ende letzten Jahres schon klar gemacht, dass sie zur Stützung der Konjunktur eine möglicherweise anziehende Inflation erst einmal nicht bremsen würde mit höheren Zinsen. Dies wäre womöglich die Chance für Gold-Trader auf höhere Kurse zu setzen.

Blickt man ganz aktuell auf den Goldpreis, dann hat er diese Woche zulegen können. Unter 1.830 Dollar am Montag gestartet, ging es bis gestern rauf auf das Hoch bei 1.874 Dollar. Aktuell kann man sich mit 1.862 Dollar auf erhöhtem Niveau halten. Im Chart sehen wir seit Montag den steigenden Goldpreis gegen den fallenden US-Dollar (Dollar-Index blau). Gestern hatten wir schon den nicht einfach zu erklärenden Goldpreis-Anstieg in dieser Woche besprochen. Derzeit ist die Lage nicht ganz so klar wie üblich. Die Biden-Wahl bringt viel in Bewegung.

Chart zeigt Goldpreis-Anstieg seit Montag gegen fallenden US-Dollar

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Silberpreis: Geht es jetzt bald deutlich nach oben?

Markus Fugmann

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Der Silberpreis hatte einen holprigen Start in die Woche – aber er hat es geschafft, wieder ins Positive zu drehen. Wohin wird sich das Edelmetall in den kommenden Wochen bewegen?

Der Silberpreis war im Januar 2021 ziemlich instabil. Das gilt insbesondere nach dem deutlichen Pullback, den wir seit Wochenbeginn gesehen haben. Fast unmittelbar danach prallte Silber jedoch vom Unterstützungsniveau bei 24 $ wieder nach oben.

Silberpreis: Der Widerstand bei 26 Dollar

Trotz der deutlichen Erholung beim Silberpreis vom Unterstützungsniveau von 24 Dollar: nun liegt ein starker Widerstand um die $26-Marke vor uns. Sollte es dem Silber jedoch gelingen, diese Marke zu überwinden, könnten im Januar sogar Gewinne bis zur 28 $-Marke möglich sein.

Bricht jedoch das Unterstützungsniveau von 24 $,  dann dürfte der Silberpreis bis auf 22,90 $ zurückfallen. Übergeordnet geht David Jones, chief market strategist bei capital.com, davon aus, dass Silber weiter steigen wird. Aber das größte Risiko wäre eine Erholung beim US-Dollar:

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Wohin geht der Silberpreis?

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Goldpreis steigt weiter an – keine einfache Spurensuche nach den Gründen

Claudio Kummerfeld

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Mehrere Barren Gold

Der Goldpreis steigt weiter an. Gestern Vormittag besprachen wir die gute Laune der Gold-Anleger bei einem Preisniveau von 1.855 Dollar. Jetzt 24 Stunden später notiert Gold bei aktuell 1.872 Dollar. Die Spurensuche für die Gründe ist nicht ganz so einfach.

Schwierige Spurensuche für steigenden Goldpreis

Sogar die Experten der Commerzbank, die in Sachen Edelmetallen ziemlich fit sind, tun sich aktuell schwer. So sagen sie in einem ganz frischen Kommentar, dass die Preise für Edelmetalle gestern Nachmittag urplötzlich und ohne einen erkennbaren Grund nach oben sprangen. Der Preisanstieg auch im Goldpreis sei ohne Zutun des US-Dollar erfolgt, der sogar leicht aufwertete. Möglicherweise habe die Erwartung massiver fiskalischer Stimulierungsmaßnahmen am Tag der Amtseinführung von US-Präsident Biden eine Rolle gespielt, wodurch die Inflationsrisiken steigen und die Staatsverschuldung nochmals deutlich anschwillt. Aber auch charttechnische Faktoren könnten laut CoBa eine Rolle gespielt haben, nachdem der Goldpreis die wichtige 200-Tage-Linie überwunden hat. Dadurch könnten spekulative Finanzanleger weitere Käufe getätigt haben.

Man könnte auch abgesehen von diesen Faktoren sagen (so meine Meinung): Vielleicht setzt derzeit ein neuer Aufwärtsschub im Goldpreis ein, weil die Anleger grundsätzlich wieder stärker in Kauflaune für Gold sind? Die gesamte Gemengelage aus Inflationsangst und globalen Unsicherheiten lässt Gold wieder attraktiver erscheinen in 2021, und die Menschen kaufen mehr Gold? Ganz kurzfristig schaut der aktive Trader heute auf die EZB-Entscheidung um 13:45 Uhr und die folgende PK um 14:30 Uhr. Große Entscheidungen werden nicht erwartet, aber man weiß ja nie. Und um 14:30 Uhr werden die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA veröffentlicht. Auch sie können vor allem den Devisenmarkt bewegen, und somit auch den Goldpreis.

Chart zeigt Goldpreis-Verlauf seit dem 11. Januar
Chart zeigt Goldpreis-Verlauf seit dem 11. Januar.

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