Gold

Goldpreis-Rally mit Warnsignal: Experte warnt vor einer Gold-Blase

Goldbarren. Foto: Milan Jaros/Bloomberg

Der Goldpreis erreicht laufend neue Höchststände – so auch am Montag. Während Gold sich nahe einem neuen Rekordhoch hält und Anleger begeistert, zeigt der Markt zugleich erste Risse: Technische Signale senden ein mögliches Warnsignal. Getrieben von geopolitischen Spannungen, dem Drang nach sicheren Häfen und massiven Zuflüssen in Edelmetallfonds, erleben Gold und Silber derzeit einen historischen Höhenflug. Doch wie lange hält dieser Glanz noch an?

Goldpreis: Rekordjagd mit Warnsignal

Obwohl an den Märkten Optimismus hinsichtlich einer Entspannung des Handelskonflikts zwischen China und den USA sowie einer baldigen Wiederaufnahme der Arbeit der US-Regierung zurückkehrte, blieb der Goldpreis nahe seines Rekordhochs und fand Unterstützung.

So stieg der Goldpreis am Montag um bis zu 3,1 % auf einen Höchststand von 4.381,52 USD pro Unze und überwand damit sein vorheriges Hoch um 2 USD. Damit könnte er ein charttechnisches Doppelhoch ausbilden. Technische Indikatoren, darunter der relative Stärkeindex, deuten zudem darauf hin, dass die im August begonnene rasante Rally möglicherweise über das Ziel hinausgeschossen ist. Auf allen Zeiteinheiten vom Tages- bis hin zum Monatschart zeigt der Momentum-Indikator stark überkaufte Niveaus an, auf Monatsbasis sogar den höchsten Wert seit über 50 Jahren. Das bedeutet zwar nicht, dass die Rally jetzt enden muss, ein kleines Warnsignal ist es aber allemal.

Goldpreis mit Rekordhoch - Die Gold- und Silber-Rally sendet ein Warnsignal
Die Rally des Goldpreises ist überhitzt | Der RSI zeigt seit Anfang September überkaufte Niveaus an.

Laut einem Bericht von Bloomberg wägen die Anleger die jüngsten Entwicklungen in den Beziehungen zwischen den USA und China ab. Präsident Donald Trump erklärte, dass die USA mit Peking „gut zurechtkommen” würden, bevor beide Seiten an den Verhandlungstisch zurückkehren. Dennoch bekräftigte der US-Präsident, der sich nächste Woche mit Präsident Xi Jinping treffen wird, seine Drohung, die Zollerhöhungen für chinesische Waren durchzusetzen, „wenn es bis zum 1. November keine Einigung gibt”. Unterdessen deutete Kevin Hassett, der Direktor des National Economic Council, an, dass die Stilllegung der Regierung noch diese Woche beendet werden könnte.

Droht eine Gold-Blase?

Edelmetalle haben in diesem Jahr einen rekordverdächtigen Höhenflug erlebt: Gold verzeichnete die neunte Woche in Folge Gewinne. Der Goldpreis ist bisher um mehr als 65 % gestiegen, gestützt durch Käufe der Zentralbanken, die Aussicht auf sinkende Fed-Zinsen und starke Zuflüsse in Gold-ETFs. Sie profitierten auch von der steigenden Nachfrage nach sicheren Häfen angesichts geopolitischer und handelspolitischer Spannungen, steigender Staatsverschuldung und Bedrohungen für die Unabhängigkeit der Federal Reserve. Die Analysten der Bank of America, Société Générale und BlackRock erwarten daher, dass die Rally noch nicht vorbei ist und der Goldpreis im Jahr 2026 auf 5.000 US-Dollar pro Unze steigen könnte.

Andrew Slimmon, Senior Portfolio Manager bei Morgan Stanley, spricht hingegen eine Warnung aus und sagt, dass sich Gold in einer Blase befinden könnte. Slimmon räumt ein, dass Gold überbewertet wirken könne – doch solange Zentralbanken ihre Dollarbestände abbauen und Goldreserven aufstocken, könne die Rally dennoch weitergehen.

Edelmetalle im Höhenflug

Silber hat sich mit einem Anstieg von mehr als 80 % in diesem Jahr sogar noch stärker entwickelt. Die Gewinne wurden durch einige der gleichen makroökonomischen Faktoren getrieben, die auch Gold stützen, sowie durch einen historischen Engpass auf dem Londoner Markt.

Die Referenzpreise für Silber liegen über den New Yorker Terminkontrakten. Das veranlasst Händler, Metall in die britische Hauptstadt zu liefern, um die Knappheit zu mildern. Der Spread zwischen den beiden Handelszentren bleibt mit etwa 1 US-Dollar pro Unze weiterhin groß, ist jedoch deutlich geringer als die Differenz von bis zu 3 US-Dollar in der vergangenen Woche.

Der Spot-Goldpreis fiel um 0,3 % auf 4.278,70 USD pro Unze um 10:00 Uhr in Frankfurt. Der Bloomberg Dollar Spot Index fiel um 0,1 %. Der Silberpreis blieb nach einem Anstieg von einem Prozent am Montag nahezu unverändert. Platin legte zu, während Palladium stabil blieb.

FMW/Bloomberg



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2 Kommentare

  1. Wird auch mal Zeit, dass wieder gewarnt wird. Die Berichterstattung war zu positiv.

    Jedenfalls wurden die Zuckungen nun mit Einstieg der Spekulanten wieder größer. Schon auffällig, wie jahrelang das Metall fast ignoriert wurde und mit dem Überschreiten bestimmter Marken plötzlich einige Häuser so positiv wurden.

    Bei Silber könnte an der COMEX ein Rekord für Liefernotitzen im Oktober herauskommen.Würde ja auch zum Preis passen. Die Backwardation zur LBMA ist schon interessant. Was den Druck heraus nehmen könnte, wäre vielleicht ein Preis <50$ umd die nächsten Futures Monate zu entlasten. Sieht wie eine Schlacht aus.

  2. Ja- für Papiergold- Spekulanten sicher interessant.
    Den physischen Horter wird das wenig interessieren.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

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