Ein überraschend starker US-Arbeitsmarktbericht dämpft die Erwartungen an eine rasche Zinssenkung der US-Notenbank Fed und belastete den Goldpreis. Robuste Beschäftigungszahlen, eine rückläufige Arbeitslosenquote und stabile Konjunkturdaten verleihen dem zuletzt geschwächten US-Dollar neuen Auftrieb – und belasten damit das zinslose Edelmetall. Trotz kurzfristiger Verluste behauptet sich Gold weiterhin in einer konstruktiven Ausgangslage oberhalb der Marke von 5.000 US-Dollar.
Starker Arbeitsmarkt bremst Gold-Rally aus
Der Goldpreis fiel zurück, nachdem neue US-Konjunkturdaten die Wahrscheinlichkeit einer baldigen Zinssenkung durch die Fed deutlich reduzierten. Das Edelmetall verlor am Donnerstag zeitweise bis zu 0,6 %, nachdem es in der vorangegangenen Sitzung noch um 1,2 % zugelegt hatte.
Die Zahl der neu geschaffenen Stellen in den USA stieg so stark wie seit über einem Jahr nicht mehr. Gleichzeitig fiel die Arbeitslosenquote im Januar unerwartet. Die Daten deuten darauf hin, dass sich der amerikanische Arbeitsmarkt zu Beginn des Jahres 2026 weiter stabilisiert hat.
Für die Fed sind diese Zahlen ein Signal, den aktuellen Zinssatz vorerst beizubehalten. Viele Marktteilnehmer verschieben ihre Erwartung für die nächste Zinssenkung inzwischen von Juni auf Juli. Niedrigere Zinsen gelten als klassischer Kurstreiber für Gold, da das Edelmetall selbst keine laufenden Erträge abwirft und von sinkenden Renditen profitiert.

Goldpreis bleibt über 5.000 Dollar
Trotz der anfänglichen Verluste behauptete sich der Goldpreis über der Marke von 5.000 US-Dollar je Unze. Damit konnte das Edelmetall rund die Hälfte der Verluste wettmachen, die es zu Monatsbeginn in einem historischen Ausverkauf erlitten hatte.
Ende Januar war der Goldpreis auf ein Rekordhoch von über 5.595 US-Dollar je Unze gestiegen. Eine Welle spekulativer Käufe hatte die Rally jedoch überhitzt. In der Folge brach der Preis innerhalb von nur zwei Handelstagen um rund 13 % ein – eine der stärksten kurzfristigen Korrekturen der vergangenen Jahre.
Die heftige Volatilität verdeutlicht, wie stark Gold derzeit zwischen Zinserwartungen, spekulativen Kapitalströmen und makroökonomischen Impulsen schwankt.
Banken bleiben langfristig optimistisch
Mehrere Großbanken gehen dennoch davon aus, dass der übergeordnete Aufwärtstrend beim Goldpreis intakt bleibt. Die fundamentalen Treiber der bisherigen Rally bestehen weiterhin: geopolitische Spannungen, Diskussionen über die Unabhängigkeit der Fed sowie eine zunehmende Abkehr von klassischen Anlageklassen wie Staatsanleihen und Währungen.
BNP Paribas prognostiziert einen Anstieg auf 6.000 US-Dollar je Unze bis Jahresende. Auch die Deutsche Bank und Goldman Sachs vertreten einen bullischen Ausblick für das Edelmetall. Gold wird dabei weiterhin als strategische Absicherung gegen politische Risiken, Inflationssorgen und Vertrauensverluste in traditionelle Finanzinstrumente gesehen.
Aus technischer Sicht ist die jüngste Erholung ins Stocken geraten. Der Goldpreis bewegt sich aktuell in einer engen Seitwärtsrange. Marktteilnehmer warten auf neue Impulse, die bereits am Freitag von den anstehenden US-Inflationsdaten ausgehen könnten. Analysten rechnen für Januar mit einer Inflationsrate von 2,4 % nach zuvor 2,7 %. Ein Rückgang der Teuerung dürfte die Fed in ihrer Haltung bestärken, die Zinsen vorerst unverändert zu lassen.
Am Spotmarkt fiel Gold um 0,6 % auf 5.050,56 US-Dollar je Unze (Stand: 7:34 Uhr in Frankfurt). Silber verlor 1,1 % auf 83,22 US-Dollar. Platin notierte 1,2 % schwächer, während Palladium um 0,8 % verlor.
Der Bloomberg Dollar Spot Index, ein wichtiger Indikator für die Stärke des US-Dollars, zeigte sich nahezu unverändert. Ein stabiler oder stärkerer Dollar wirkt in der Regel belastend auf den Goldpreis, da das Edelmetall für Käufer außerhalb des Dollarraums teurer wird.
FMW/Bloomberg
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Das OPEC+-Mitgliedsland Königreich Saudi-Arabien verkauft US-Staatsanleihen. Der 47. US-Präsident Donald John Trump erklärt einerseits gegenüber Premierminister Benjamin Netanyahu, daß er an einem Ölabkommen mit dem OPEC+-Mitgliedsland Islamische Republik Iran interessiert sei. Gleichzeitig gefällt sich Präsident Trump in Sachen Säbelrasseln in Richtung Teheran.
Bei Kurssteigerungen in weniger als eineinhalb Monaten von 15,62 % in Euro und 16,71 % in Dollar kann man nicht meckern.
Die Preisfindung findet immer weniger in den USA statt. Abgesehen von Preismanipulationen und Preisdrückungen.
Viele Grüße aus Andalusien Helmut
https://gerd-kommer.de/blog/wie-untergangspropheten-investieren/