Der Goldpreis steht nach einer steilen Rallye vor einer spannenden Entscheidung: Eine deutliche Korrektur hat die jüngste Aufwärtsdynamik gestoppt – doch Anzeichen einer Erholung mehren sich. Ein schwächerer US-Inflationsbericht schürt Hoffnungen auf eine Zinssenkung der Fed, während Signale einer geopolitischen Entspannung zwischen den USA und China die Märkte bewegen. Das Gold bleibt damit im Spannungsfeld zwischen Zinsfantasie und technischer Korrektur.
Gold zwischen Zinsfantasie und Geopolitik
Nach einer starken Korrektur beendete Gold seine neunwöchige Gewinnserie. Der Markt bewertet nun die jüngste Rallye, durch die das Edelmetall deutlich in den überkauften Bereich getrieben wurde, neu.
Am Freitag konnte der Goldpreis seine Verluste wieder etwas ausgleichen, da ein schwächer als erwartet ausgefallener US-Inflationsbericht die Erwartungen an eine weitere geldpolitische Lockerung durch die US-Notenbank Fed stärkte. Die Anleiherenditen gaben leicht nach, da die Händler eine hohe Wahrscheinlichkeit für zwei Zinssenkungen vor Jahresende einpreisten. Eine Senkung bei der Zinsentscheidung am Mittwoch ist fest eingeplant. Niedrigere Zinsen kommen in der Regel dem Gold zugute, da es selbst keine Zinsen abwirft.

Die Anleger wägen weiterhin die Aussichten auf eine Verbesserung der Beziehungen zwischen den USA und China ab. US-Präsident Donald Trump und sein Amtskollege Xi Jinping wollen sich am Donnerstag treffen, um den schwelenden Handelskrieg zu deeskalieren. Eine Einigung würde einige der geopolitischen Spannungen abbauen, die die Nachfrage nach sicheren Anlagen wie Gold lange Zeit angekurbelt haben.
Goldpreis: Rekordrallye am Ende?
Der rasante Anstieg, der Mitte August begann und den Goldpreis am Montag auf ein Allzeithoch von 4.381,52 USD pro Unze trieb, kam am nächsten Tag mit Gewinnmitnahmen der Anleger abrupt zum Stillstand. Gold fiel zeitweise bis auf 4.000 Dollar zurück. Der Einbruch fiel mit einem starken Abfluss aus goldgedeckten Fonds zusammen. Laut Daten von Bloomberg verzeichneten diese am Mittwoch den größten Tagesrückgang in Tonnen seit fünf Monaten.
„Die Korrektur scheint sich zu stabilisieren, aber aufgrund der breiteren Beteiligung von Privatanlegern dürfte die Volatilität weiterhin hoch bleiben“, sagte Charu Chanana, Strategin bei Saxo Capital Markets Pte. Der nächste wichtige Widerstand liege bei 4.148 US-Dollar. Erst ein deutlicher Durchbruch über 4.236 US-Dollar wäre laut Chanana jedoch notwendig, um zu bestätigen, dass die Aufwärtsdynamik zurückgekehrt ist. Derzeit kann nicht ausgeschlossen werden, dass es nach einer Erholung zu einer weiteren Abwärtswelle kommt, die den Goldpreis unter die Marke von 4.000 US-Dollar drücken könnte.
Stützende Faktoren
Trotz der jüngsten Korrektur notiert der Goldpreis in diesem Jahr immer noch 57 Prozent Plus. Unterstützt wurde dieser Anstieg durch Käufe der Zentralbanken sowie durch den sogenannten Debasement Trade. Dabei meiden Anleger Staatsanleihen und Währungen, um sich vor ausufernden Haushaltsdefiziten zu schützen.
Platin stieg am Freitag unterdessen um bis zu 2 %, gab diese Gewinne jedoch wieder ab. Der Markt für das Metall in London zeigt Anzeichen einer erheblichen Verknappung. So stiegen die Preise am Mittwoch auf einen Aufschlag von mehr als 70 USD pro Unze gegenüber den New Yorker Terminkontrakten. Auch die Leasingraten sind stark gestiegen, was die Dynamik widerspiegelt, die nach einer Liquiditätskrise Anfang dieses Monats bei Silber zu beobachten war.
Der Spot-Goldpreis fiel um 0,3 % und schloss um 17 Uhr in New York bei 4.113,05 USD pro Unze, was einem Wochenverlust von 3,3 % entspricht. Silber, das in der letzten Woche einen Rekordwert von über 54 USD pro Unze erreicht hatte, fiel und verzeichnete einen Wochenverlust von mehr als 6 %. Der Bloomberg Dollar Spot Index blieb nahezu unverändert, während die Preise für Platin und Palladium fielen.
FMW/Bloomberg
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Wenn Gold bis 2030 auf 2800 Dollar steigt/fällt, dann hat sich meine Hoffnung aus dem Jahre 2000 soweit erfüllt, dass mein physisch eingelagertes Gold pro Jahr um 8 % steuerfreien Kapitalertrag zulegt.
Mehr habe ich von physischem Gold nicht erwartet. 4 % für die Inflation und 4% reale Preissteigerung.
Mal sehen, was so kommt.
Viele Grüße aus Andalusien Helmut
Krall & Bubeck: Goldstandard, BRICS & das Ende des Dollar-Systems
https://www.youtube.com/watch?v=9woafPxZIeo
Viele Grüße aus Andalsien
Helmut
Anders als 2011, wird es schwer die Anleger davon zu überzeugen, dass Regierungen ihre Schuldenprobleme in den Griff bekommen oder das die Notenbanken die Wirtschaft rein durch Zinssenkungen beleben können.
Anders als 2011 ist der langfristige Ausblick für das Weltwirtschaftswachstum durch Handelskriege, Deglobalisierung und einer sich aufblähenden KI- Blase getrübt. Und das Damoklesschwert hängt zudem wackelig über dem Finanzsystem der Industriestaaten.
Vermutlich wird die Korrektur beim Gold noch eine Weile anhalten, aber das sollte den langfristigen Goldanleger nicht weiter beunruhigen.
Genau @ Goldbulle.
Wenn Gold 2030 bei 3000 Dollar steht und es hat keine besonders hohe Inflation stattgefunden, dann sind meine Hoffnungen/ Erwartungen die ich im Jahre 2000 in Gold gesetzt hatte, mehr als erfüllt worden.
Über die ganzen Jahre dann 8 % steuerfreie Kapitalerträge, ist doch für die private Altersversorgung eines Rentners auch nicht schlecht.
Was jetzt aktuell abläuft, kann ja nicht so weitergehen.
Dafür ist Gold auch nicht da.
Viele Grüße aus Andalusien Helmut
Zins- Fantasie hat mit Gold überhaupt nichts zu tun….
Gold steht vielmehr exemplarisch für die Ausweitung der Geldmenge nach der Jahrtausendwende…
Die Verwässerung des Geldes ist das, was den Goldpreis treibt…neben allen spekulativen Elementen mit Optionen und Derivaten..dem Futures Handel…und und und….
Die Goldanleger wetten eben darauf das die Notenbanken bei Bedarf wieder die Druckerpresse anwerfen …
We in der Hype-Phase auf dem Höhepunkt der Kurse in Gold eingestiegen ist, wird jetzt eine zeitlang einige Schmerzen haben. Der Goldkurs ist ein Auf und Ab wie bei jedem anderen Asset auch. Man darf sich da nicht blenden lassen. Derzeit wird Gold z.B. verkauft, um es in den Aktienmarkt zu stecken, um dort die Kurse auf neue ATHs zu treiben, damit die Allesblase weiter gedeihen kann. Die Investitionsquote ist hoch, Cash ist derzeit verpönt, ist aber vielleicht das was man in den nächsten Monaten ausreichend haben sollte. Dann wird es irgendwann mal wieder heissen: Cash ist fesch!
Ich habe so ein Gefühl, dass die Allesblase zwingend steigen muss, zumindest darf sie nicht signifikant fallen. Das Gefühl speißt sich durch Informationen aus kreditfinanzierter Spekulation, Margins, allgemeine Kreditlage, Kakerlaken…
Außerdem: Die Nachrichtenlage kann noch so schlecht sein, interessiert nicht. Früher wäre ein ShutDown alleine schon mal ein Ereignis gewesen. Heute haben wir Handelskrieg, ausufernde Staatsverschuldung, Shutdown, geopolitische Konflikte, auch in der Nähe der USA.. Interessiert nicht!