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Gold/Silber

Goldpreis schwach nach EZB-Verkündung – wie geht es weiter?

Claudio Kummerfeld

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am

Ein Barren Gold

Der Goldpreis stieg gestern Mittag von 1.837 auf 1.850 Dollar. Endlich passierte was, endlich ging es aufwärts? Nein, danach schlief der Markt ein, und Gold fiel auf vorige waagerecht verlaufende Niveaus zurück. Heute knapp 24 Stunden später liegt der Goldpreis wieder bei 1.836 Dollar. Was war passiert und wie sind die Aussichten für Gold?

Goldpreis kann nicht von EZB-Verkündung profitieren

Der Euro stieg ein klein wenig nach der gestrigen EZB-Entscheidung, was den US-Dollar natürlich schwächte. Bis jetzt hat sich diese Dollar-Abwertung aber wieder relativiert, so dass der Goldpreis nicht profitieren kann. Die maue Entwicklung bei den Währungen liegt wohl daran, dass die EZB gestern im Großen und Ganzen das lieferte, was die Analysten schon erwartet hatten, und was daher schon in den Kursen eingepreist war. Man druckt weitere 500 Milliarden Euro und kauft damit Anleihen. Und man hilft dem Finanzsystem darüber hinaus mit weiteren lockernden Maßnahmen, wie Liquiditätshilfen für Banken etc (hier alle Details).

Gestern vorab verwiesen wir auf die Wichtigkeit der EZB-Entscheidung, und dass sie den Goldpreis bewegen könnte. Wichtig war der Event auch wirklich, nur ist die Reaktion der Märkte eher mau ausgefallen. Nicht Fisch, nicht Fleisch. Die Schwäche im US-Dollar scheint aber tendenziell das bessere Szenario zu sein für die nächsten Wochen und Monate? Aus den USA scheint womöglich noch mehr Geldflut zu kommen als von der EZB? Dies wäre positiv für den Goldpreis.

Das große Bild für Gold

Ebenfalls sollte man im großen Bild betrachtet daran denken, dass Fed und EZB durch ihre Gelddruck-Orgien und die dahinter stehenden Regierungen mit ihren immer höheren Staatsschulden ein weiterhin positives Grundszenario für das zinslose Gold bilden, das aber als Krisenhafen Nummer 1 gilt – auch wenn es um eine vermeintlich anstehende Inflation geht. Dieses Szenario wird zumindest befeuert durch dieses weitere expansive Gelddrucken. Aus den USA müsste der nächste Schub bald folgen. Und ja, man vergesse nicht, dass man sich gestern auf dem EU-Gipfel auf einen neuen EU-Haushalt für die nächsten sieben Jahre und auf Corona-Hilfen über 750 Milliarden Euro geeinigt hat. Auf Pump, das versteht sich. Also, nächstes Jahr wirkt es so, als sei das grundlegende Szenario bullisch für Gold. Aktuell jedenfalls spürt man das noch nicht im Goldpreis, der relativ schläfrig vor sich hin dümpelt.

Chart zeigt Goldpreis im Verlauf der letzten zehn Tage
Goldpreis im Verlauf der letzten zehn Tage.

4 Kommentare

4 Comments

  1. Avatar

    Zimmermann

    11. Dezember 2020 15:20 at 15:20

    Wie geht es weiter mit dem Gold, wie geht es weiter ….? Wenn die Inflation auch mal im täglichen Leben ankommt und das sollte noch dauern. Dazu muss in erster Linie die Pandemie besiegt werden, als zweites muss sich die Wirtschaft anfangen zu normalisieren und nicht zuletzt auch wieder Wachtumszahlen ausweisen und nicht nur die Hoffnung darauf (was die Aktienmärkte spielen).

    Es reicht also nicht das viel Geld im System ist und zu wissen das noch mehr reingepumpt wird, sondern es muss auch die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes erheblich steigen. Ist es so schwer dies zu verstehen?

    Vor allem muss die Gretl und der Michl, die bei 2075 gekauft haben, aus dem Gold vetrieben werden.

    Für mich ist Gold erst ein Kauf bei 1600 USD.

  2. Avatar

    Mike Lohmann

    11. Dezember 2020 16:34 at 16:34

    Shortseller hatten bei Gold schon mal vor der EZB-Sitzung Position bezogen in der Hoffnung, dass Gold weiter fallen werde. Wie man sieht, haben die Shortseller einige Positionen wieder glattgestellt und den Goldkurs wieder etwas höher getrieben. Dies dürft noch kein Aufwärtstrend begründen. Dies dürfte sich erst in 2021 langsam entwickeln.
    In Bezug auf die Börsenkurse, darf man davon ausgehen, dass die Notenbanker immer dreister die Geldflut beibehalten, sich aber immer weniger dem Problem der Aktienmärkte widmen werden. So nach dem Motto, die Wirtschaftsstützung ist die Priorität und nicht die Aktienkurse.

  3. Avatar

    b.com@gmx.at

    11. Dezember 2020 22:33 at 22:33

    Großvater,Stalingradveteran,Gold sparen,silber sparen.
    Und ja, verlasst Euch auf keine Regierung, niemals!

  4. Avatar

    DOW Jones 15000

    12. Dezember 2020 09:35 at 09:35

    @Lohmann, das denke ich auch. Einen Präsidenten der wahlkampftechnisch nur die Aktienkurse im kleinen Hirn hat wird es nicht so schnell wieder geben.Die Amis ,deren BIP zu 70 % vom Konsum abhängt können nicht 40 bis50% der Bevölkerung hungern lassen. Trump war kein Esel sondern ein Troyanisches Pferd der Wallstreet. Angetreten ist er als VERHÖHNER der Wallstreet ( Papierlihändler seine Aussage), dann entpuppte er sich als Schutzpatron der Börsianer. Wenn das Geld weiterhin ohne Umweg über die Wirtschaft an die Börsen geleitet wird, wird es nur schlimmer werden. Bedenklich ist nur, dass die USA auf dem 2009 er Niveau des DOW Jones ( Hoch vor der Krise) nicht mehr überleben könnten.

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Gold/Silber

Goldpreis: Wacklige Nummer bei 1.850 Dollar

Claudio Kummerfeld

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Ein Stapel Barren aus Gold

Der Goldpreis war am Freitag von 1.863 auf 1.837 Dollar gefallen, konnte sich dann aber Abends wieder erholen. Bis jetzt kann Gold Niveaus um die. 1.850 Dollar halten. Der zehn Tage zurückreichende Chart zeigt, dass es aktuell keine klare Trendrichtung gibt (wir sprachen schon letzte Woche über die schwierige Lage vor allem dank der Biden-Wahl). Der US-Dollar als negative Korrelation zu Gold hatte die ganze letzte Woche eine fallende Tendenz, und wirkt so, als wolle er heute weiter fallen. Aber da gibt es noch andere Faktoren für den Goldpreis. Hier drucken wir zwei ganz aktuelle Analystenkommentare von heute ab.

Verschiedene Faktoren ziehen derzeit am Goldpreis

Ipek Ozkardeskaya, Senior Analyst at Swissquote Bank, meint aktuell zu Gold, dass die Bären einen starken Abwärtsdruck auf den gleitenden 200-Tage-Durchschnitt bei der Marke von 1.846 Dollar ausüben, da die Risikobereitschaft trotz aller negativen Stimmungen aufgrund des Virus solide bleibe, und die 10-jährige US-Rendite sich nahe der 1,10 %-Marke halte.

Naeem Aslam, Chief Market Analyst bei Avatrade sagt aktuell über Gold, dass das Edelmetall Metall wieder einmal darum kämpfe im positiven Bereich zu bleiben. Händler würden hoffen, dass Joe Bidens neues Konjunkturpaket grünes Licht von den Gesetzgebern bekomme, und dies könne den Goldpreis stützen. Gold gelte als Absicherung gegen Inflation, und das ist hier das wichtigste Spiel. Mit Sicherheit werde Gold in dieser Woche eine viel höhere Volatilität erleben. Und das Ereignis, das den Goldpreis am meisten beeinflussen dürfte, werde die US-BIP-Zahl (am Donnerstag um 14:30 Uhr) sein.

Man sehe keine große Aufwärtsbewegung für den Goldpreis, da Pfizer sein Problem mit der Lieferung von Coronavirus-Impfstoffen gelöst habe. Dies bedeute, dass man weniger Herausforderungen bei der Erreichung der Hauptziele sehen könnte. Da immer mehr Menschen die Impfung erhalten, werde der Weg zur wirtschaftlichen Erholung laut Naeem Aslam wahrscheinlich sanfter werden, und das sollte die Investoren zu risikoreicheren Anlagen drängen, was für den Goldpreis nicht sehr positiv sei.

Was die technischen Preisniveaus betrifft, so hätten die Warnlampen wieder zu blinken begonnen, da der Goldpreis unter den 50-Tage-SMA auf dem täglichen Zeitrahmen laut Naeem Aslam gebrochen sei. Dies sei die letzte Hoffnung für die Bullen gewesen, da der Goldpreis bereits unter dem 100- und 200-Tage-SMA auf dem täglichen Zeitrahmen handelte. Es sei wahrscheinlich, dass sich der Goldpreis in Richtung der frühen 1.800er-Marke bewegt, wenn der Preis nicht über den 50-Tage-SMA auf dem Tageszeitrahmen steigt.

Chart zeigt Goldpreis-Verlauf seit zehn Tagen

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Goldpreis-Verlauf unter Joe Biden – das ist keine einfache Thematik

Claudio Kummerfeld

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Gold mit US-Dollar und Adler

Wenn ein Unternehmen seine Quartalszahlen deutlich besser als erwartet veröffentlicht, dann ist die Lage einfach und klar. Der Aktienkurs sollte steigen. Und im Goldpreis? Da wird die Lage mit Sicht auf mehrere Wochen und Monate etwas schwieriger. Joe Biden ist jetzt neuer US-Präsident. Und nun steht das gewaltige 1,9 Billionen Dollar schwere Stimulus-Paket an. Wird es verabschiedet werden, und was sind die Auswirkungen auf den Goldpreis?

Carsten Fritsch von der Commerzbank wies am Mittwoch in einem Kommentar darauf hin, dass die Verabschiedung dieses gigantischen Konjunkturpakets die erste große Aufgabe von Joe Biden sein werde. Zwar würden die Demokraten nach dem Sieg bei den Senats-Stichwahlen in Georgia über eine knappe Mehrheit in beiden Kongresskammern verfügen. Einfach werde der Genehmigungsprozess dennoch nicht. Von daher bleibe abzuwarten, wie lange es dauert, bis das Paket unterschriftsreif auf dem Schreibtisch des neuen Präsidenten liegt. Gold dürfte laut Carsten Fritsch von dieser Unsicherheit profitieren. Nach Inkrafttreten dürfte die Wirtschaft in den USA dank des massiven Impulses spürbar anziehen, was den US-Dollar aufwerten lassen und den Goldpreis damit belasten könnte.

Goldpreis im größeren Bild mit guten Aussichten?

Das ist das kurzfristige Szenario für die Aussicht auf Tage und Wochen. Und danach, wenn man auf das große Gesamtbild blickt? Gold ist doch der Fluchthafen, wenn die angeblich große Inflationswelle kommt? Ja, dieses Szenario sollte im größeren Bild nie vergessen werden. Die Notenbanken drucken immer mehr Geld, die Staaten verschulden sich immer mehr. Nicht eine Hyperinflation, sondern „nur“ ein deutlich spürbares Anziehen der Inflation könnte den Goldpreis wieder anfachen als Fluchthafen. Die Fed hat Ende letzten Jahres schon klar gemacht, dass sie zur Stützung der Konjunktur eine möglicherweise anziehende Inflation erst einmal nicht bremsen würde mit höheren Zinsen. Dies wäre womöglich die Chance für Gold-Trader auf höhere Kurse zu setzen.

Blickt man ganz aktuell auf den Goldpreis, dann hat er diese Woche zulegen können. Unter 1.830 Dollar am Montag gestartet, ging es bis gestern rauf auf das Hoch bei 1.874 Dollar. Aktuell kann man sich mit 1.862 Dollar auf erhöhtem Niveau halten. Im Chart sehen wir seit Montag den steigenden Goldpreis gegen den fallenden US-Dollar (Dollar-Index blau). Gestern hatten wir schon den nicht einfach zu erklärenden Goldpreis-Anstieg in dieser Woche besprochen. Derzeit ist die Lage nicht ganz so klar wie üblich. Die Biden-Wahl bringt viel in Bewegung.

Chart zeigt Goldpreis-Anstieg seit Montag gegen fallenden US-Dollar

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Silberpreis: Geht es jetzt bald deutlich nach oben?

Markus Fugmann

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Der Silberpreis hatte einen holprigen Start in die Woche – aber er hat es geschafft, wieder ins Positive zu drehen. Wohin wird sich das Edelmetall in den kommenden Wochen bewegen?

Der Silberpreis war im Januar 2021 ziemlich instabil. Das gilt insbesondere nach dem deutlichen Pullback, den wir seit Wochenbeginn gesehen haben. Fast unmittelbar danach prallte Silber jedoch vom Unterstützungsniveau bei 24 $ wieder nach oben.

Silberpreis: Der Widerstand bei 26 Dollar

Trotz der deutlichen Erholung beim Silberpreis vom Unterstützungsniveau von 24 Dollar: nun liegt ein starker Widerstand um die $26-Marke vor uns. Sollte es dem Silber jedoch gelingen, diese Marke zu überwinden, könnten im Januar sogar Gewinne bis zur 28 $-Marke möglich sein.

Bricht jedoch das Unterstützungsniveau von 24 $,  dann dürfte der Silberpreis bis auf 22,90 $ zurückfallen. Übergeordnet geht David Jones, chief market strategist bei capital.com, davon aus, dass Silber weiter steigen wird. Aber das größte Risiko wäre eine Erholung beim US-Dollar:

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Wohin geht der Silberpreis?

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