Gold

Gold unter 4.000-Dollar-Marke Goldpreis fällt weiter – Experten warnen vor tieferer Korrektur

Ein Kilogramm Goldbarren. Fotograf: Akos Stiller/Bloomberg

Nach dem Rückfall unter die Marke von 4.000 Dollar erholt sich der Goldpreis wieder – doch die Luft bleibt dünn. Fortschritte bei den Handelsgesprächen zwischen den USA und China haben die Nachfrage nach sicheren Häfen wie Gold zuletzt gebremst. Gleichzeitig richtet sich der Blick der Märkte auf die Fed, die mit weiteren Zinssenkungen dem zinslosen Edelmetall frischen Auftrieb verleihen könnte. Zwischen Entspannung im Welthandel und geldpolitischer Lockerung steht Gold damit erneut im Spannungsfeld globaler Kräfte.


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Godpreis fällt unter 4.000 Dollar

Auch am Dienstag bleibt Gold unter Druck. Obwohl es ihm zunächst gelang, einige Verluste wettzumachen, fiel der Preis bis auf 3.938 Dollar pro Unze zurück und notiert damit weiterhin unter der Marke von 4.000 Dollar. Laut einem Bericht von Bloomberg ist die schwächere Nachfrage nach sicheren Anlagen infolge der Fortschritte bei den Handelsgesprächen zwischen den USA und China der Grund hierfür.

Der Goldpreis stieg am Dienstag zeitweise um bis zu 0,9 %, gab seine Gewinne jedoch wieder ab und rutschte weiter ab. Am Tag zuvor war er um 3,2 % gefallen und hatte mit 3.971 Dollar ein neues Tief erreicht, welches am Dienstagmorgen erneut unterschritten wurde. Unterhändler aus Washington und Peking hatten zuvor bekannt gegeben, dass sie eine Reihe von Vereinbarungen zu Themen wie Zöllen und Exportkontrollen getroffen hätten. Staatsanleihen gingen zurück, obwohl Händler weiterhin davon ausgingen, dass die Fed ihre Geldpolitik diese Woche lockern werde. Die höheren Renditen belasteten die Nachfrage nach dem unverzinslichen Gold. Die Rendite zehnjähriger US-Anleihen notiert jedoch noch knapp unter der Marke von 4 Prozent.

Nach einer rasanten Rallye hat sich der Goldpreis deutlich von seinem Rekordhoch von 4.381 USD pro Unze am vergangenen Montag zurückgezogen. In diesem Jahr liegt es immer noch um mehr als 50 % im Plus. Unterstützung kommt von den Käufen der Zentralbanken und dem Debasement-Trade, bei dem Anleger Staatsanleihen und Währungen meiden, um sich vor ausufernden Haushaltsdefiziten zu schützen, sowie von Privatanlegern, die in den letzten Monaten kräftig in Gold-ETFs investierten.

Gold unter 4.000 Dollar: Der Goldpreis fällt vor dem Fed-Entscheid weiter
Der Goldpreis handelt in der Nähe von 4.000 USD

„Während Gold weiterhin Tiefs markeirt und das Volumen der Terminkontrakte an Tagen mit Kursverlusten hoch bleibt, ist es schwierig, den Tiefpunkt vorherzusagen”, sagte Chris Weston, Forschungsleiter bei der Pepperstone, in einer Mitteilung. „Derzeit ist es sinnvoller, anderen die harte Arbeit zu überlassen und nach dem Kursrückgang taktisch zu kaufen.”

Gold vor tieferer Korrektur?

Der rasante Anstieg des Goldpreises – und sein jüngster Rückgang – waren heiß diskutierte Themen auf der Edelmetallkonferenz der London Bullion Market Association in Kyoto. „Die Nachfrage der Zentralbanken ist nicht mehr so stark wie zuvor. Eine tiefere Korrektur könnte von professionellen Händlern begrüßt werden”, sagte John Reade, Marktstratege beim World Gold Council, am Montag auf der Veranstaltung, dem größten jährlichen Treffen der Branche. Er zitierte Gespräche auf der Konferenz, in denen 3.500 Dollar pro Unze als ein Niveau genannt wurden, das „für den Goldmarkt gesund wäre, weil es immer noch ein lächerlich hoher Preis wäre”. Zuletzt hat auch ein Zentralbanker zu Gewinnmitnahmen bei Gold geraten.

Die Hinwendung der USA zu Verhandlungen mit China, eine veränderte Goldpreis-Dynamik und das mögliche Ende des Shutdowns der US-Regierung dürften den Goldpreis in den kommenden Tagen und Wochen weiter belasten, so Analysten der Citigroup, darunter Max Layton, in einer Mitteilung am Montag. Die Bank geht davon aus, dass der Goldpreis in den nächsten drei Monaten auf 3.800 Dollar pro Unze fallen wird.

Der Spotpreis für Gold fiel auf 3.956 USD pro Unze um 6:10 Uhr in London. Der Bloomberg-Dollar-Index fiel um 0,1 %. Silber fiel ebenfalls leicht zurück, nachdem es am Montag 3,7 % verloren hatte. Platin gab leicht nach, während Palladium stieg.

Zinsentscheidung der Fed

Sowohl die Märkte als auch die Ökonomen erwarten, dass die Notenbanker der Fed bei ihrer zweitägigen Sitzung, die am Mittwoch endet, die Zinsen um 25 Basispunkte senken werden. Dies wäre die zweite Zinssenkung in Folge. Geht es nach den Märkten, dürfte im Dezember noch ein weiterer Zinsschritt folgen. Sinkende Kreditkosten stützen das Edelmetall, das selbst keine Zinsen abwirft.

Der Markt bewertet derzeit außerdem eine Liste mit fünf Finalisten für die Nachfolge von Fed-Chef Jerome Powell, der im Mai nächsten Jahres aus dem Amt scheiden wird. Finanzminister Scott Bessent bestätigte, dass der Kandidatenpool auf die aktuellen Fed-Vorstandsmitglieder Christopher Waller und Michelle Bowman, den ehemaligen Fed-Gouverneur Kevin Warsh, den Direktor des Nationalen Wirtschaftsrats des Weißen Hauses Kevin Hassett sowie den Geschäftsführer von BlackRock, Rick Rieder, beschränkt ist.

FMW/Bloomberg



Über den RedakteurStefan Jäger

Stefan Jäger berichtet als Finanzjournalist über das aktuelle Geschehen an den Aktien- und Edelmetallmärkten. Mit fundierter Fundamentalanalyse und präziser Technischer Analyse beleuchtet er zudem Chancen und Risiken verschiedenster Assets.

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21 Kommentare

  1. Dr. Sebastian Schaarschmidt

    Gestern haben die Spekulanten ihre Gold und Silberbestände aufgelöst und sind in Aktien rein…

    Die Gold Marktkapitalisierung fiel wieder unter die 30 Billionen Dollar Marke…die Silberbestände unter die der 3…

    Derweil erreicht der Buffet Indikator die Marke von 225 Prozent ein neuer Rekord…

    Von den gut 5000 Aktien auf den sich der Buffet Indikator bezieht machen aber nur 50 richtiges Geld…verdienen also über dem Durchschnitt…
    Sie alle kennen diese Unternehmen….
    Es gab mal um die Jahrtausendwende einen Fonds, inzwischen aufgelöst, von Henderson, „USA- Top 50,“…weil man damals, im Jahre 99, schon erkannte, im Grunde verdienen nur die das Geld und die Performance ,um den Index…wie einen Wilshire 5000 oben zu halten…..!
    Auf diesen Top 50 ruht nun die ganze Hoffnung…
    Es ist also alles wie zur Jahrtausendwende….?
    Nein ist es nicht…!
    Die Märkte sind heute viel höher bewertet als damals…absolut und relativ…!
    Absolut natürlich…Sie kennen die Indexstände von 99/00 und natürlich auch relativ..Marktkapitalisierung zu Bruttoinlandsprodukt….!

  2. Solange Gold nicht unter 2000 Dollar fällt, haben sich meine Hoffnungen von einem steigenden Goldpreis, aus dem Jahre 2000, mehr als erfüllt.
    8 % jähliche steuerfreie Kapitalerträge im Schnitt, über die letzten 25 Jahre,
    wären ja auch nicht schlecht gewesen.
    Nun sind es etwa 10,5 % geworden.
    Für eine kleinen Rentner, der mit Aktien nichts anfangen kann, auch nicht schlecht.
    Mal sehen wie es weitergeht.
    Ich glaube kaum, dass Gold unter 2000 Dollar fallen wird.

    Viele Grüße aus Andalusien
    Helmut

    1. @Helmut, sinkende Goldkurse sind doch etwas Wunderschönes. Da schreibst du jeden Tag völlig nervös um wieviel Prozent es wieder hochging und wenn es mal runter geht, ist alles nicht so schlimm. Irgendwie passt das nicht zusammen. Mein persönliches Gold ist mir sowas von egal. Denn meine Eltern haben es nie gebraucht, ich auch bisher nicht und meine Kinder werden es vermutlich auch nie brauchen. Und du wirst es auch nie brauchen. Warum muss muss man dann jeden Tag den Kurs kommentieren, wenn es eine lebenslange Anlage ist?

      1. @Sinkflugmut-Fan 👍

  3. robert h. schwachopff

    bitte weiter unter, damit man günstiger nachkaufen kann.
    ich sorge mich, wie ich die bunten baumwollfetzen loswerde
    zugleich haben auch die neidgenossen wieder ein wenig freude am leben.
    also eine win / win situation, gell puppendokta

  4. Hallo @ Sinkflugmut-Fan
    Ich finde das ganz toll.
    Im letzten Jahr und in diesen Jahr etwa 1 Millionen steuerfrei verdient.
    Es könnte so weitergehen.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

    1. Helmut, hat sich irgendwas in deinem armseligen Leben dadurch verändert?

  5. Sturzflugmut-Fan
    Es hat nichts verändert, denn bisher haben wir die Millionen nicht benötigt.
    Mehr als 300 Sonnentage in einer Umgebung wo andere Menschen gerne Urlaub machen, geht eben nicht.
    Unsere gesetzlichen Rentenzahlungen können wir aktuell noch nichteinmal komplett ausgeben.
    Aber wir kommen nun mit über 70 in ein Alter, wo wir immer mehr Hilfe benötigen.
    Daher werden wir einen Teil der Millionen nehmen und uns in Malaga ein Penthouse kaufen.
    Mit dem Blick aufs Meer und oberhalb des Straßenlärm, einer riesigen Terrasse und Begrünung. Nur der Pool ist deutlich kleiner.
    Mit Einliegerwohnung für die Hilfe/ ggf Pflegekraft, die wir für spanische Verhältnisse fürstlich bezahlen werden
    Das wird sich dann für uns ändern, weil wir Millionen an Edelmetallen gehortet haben.
    Und wenn alles gut läuft, und der Kapitalertrag weiter bei jährlich mindestens 8 % liegt, dann können wir schon von dem Kapitalertrag alles bezahlen.
    Denn unsere Renten laufen ja auch weiter, plus Pflegegeld.

    Viele Grüße aus Andalusien
    Helmut

    1. @Helmut, die Wahrheit deiner Lebensumstände ist doch Folgendes:

      Eingeschränkte Infrastruktur: Müllentsorgung, Post und Einkäufe erfordern weite Wege (3–20 km).

      Unzuverlässige Versorgung: Häufige Stromabschaltungen, tagelange Wasserabsperrungen; in manchen Sommern nur wenige Stunden Wasser pro Woche. Kein Anschluss an die Kanalisation.

      Hoher Aufwand bei Eigenversorgung: Gemüsegärten müssen ständig bewässert werden, Pools und Grünanlagen sind kaum ohne große Vorratssysteme und Technik betreibbar.

      Kosten & Vorsorge: Erhebliche Investitionen in Wasserzisternen, Pumpen und Notstrom (Dieselgenerator, große Dieselreserven) sind notwendig.

      Lebensqualität eingeschränkt: Im Winter massive Luftverschmutzung durch Müllverbrennung inkl. Plastik in den Dörfern, im Sommer Schadstoffglocke über Málaga.

      Lage-Nachteil: Nur sehr wenige Interessenten sind bereit, die Belastungen des Landlebens in den Bergen auf sich zu nehmen – die Mehrheit zieht die Küste mit besserer Infrastruktur vor.

      Behördliche Anforderungen: Tourismusrechtliche Vorschriften sind schwer zu erfüllen und verursachen zusätzliche Kosten.

      Insgesamt ist das Leben dort mit hohem organisatorischem Aufwand verbunden und für die meisten Spanieninteressierten wenig attraktiv.

      1. robert h. schwachkopff

        puppendokta,
        wenigstens bleibst du in duisburg marxloh,
        wie viele andere auch, fühlst du dich eben in der kloake wohler …..

  6. Sturzflugmut-Fan
    Das ist freies Leben. Bis zur Mülltonne haben wir seit etwa 2 Jahren nur noch etwa 150 m. Können dann aber soviel entsorgen wie wir wollen.
    Und das für 90 Euro im Jahr.
    Besonders vorteilhaft wenn die Wohnungen mit bis zu 8 Personen belegt sind, das gibt eine Menge Müll. Hier schaut niemand nach, was wir entsorgen.
    Der Gemüsegarten ist hier in Spanien natürlich ein Zusatzgeschäft.
    Aber frische Tomaten, die auch am Strauch gereift sind, schmecken eben ganz anders, als wenn sie noch halb grün per LKW nach Deutschland gefahren werden.
    Auf Wasser müssen wir bei unserem Tiefbrunnen nicht achten . Mit Nachtstrom kostet 1 m3 etwa 6 bis 9 Cent. Wir leben nicht in einem Dorf. Das nächste Dorf ist 10 km entfernt.
    Immer ein leichter Wind aus dem Torcalgebirge..
    Wenn ich an der Küste hätte wohnen müssen, dann wäre ich nicht in Spanien.
    Gut- wenn Du Dir Deine Stütze abholst, dann wirst Du wohl zufriedener sei. Lerne lieber was, dann kannst Du Dein eigenes Geld verdienen.
    So- zu diesem Thema ist mit Dir meine Kommunikation beendet, sonst beschwert sich wieder Colombo über meine vielen Kommentare.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

    1. @Helmut, wenn der Mülleimer auf einmal so nah ist, gibt es sicherlich unangenehme Gerüche bei der Hitze.

  7. @ Permanix- Multimut Fan. Schon zum x-ten mal wollen sie einem glücklichen entspanntem Millionär erklären wie grässlich sein Leben ist. Erzählen sie doch einmal von ihrem stressigen Traderdasein ,die unter dem Strich über 70% Verluste machen. Und der andere Neider in den Dolomiten soll von seinen schlaflosen Nächten auf der explosiven Aktienbombe berichten.
    Ein bekannter Journalist hat’s treffend beschrieben: Die akademischen Wichtigtuer haben den Respekt vor der wertschöpfenden Gesellschaft total verloren.Helmut hat für sein Land mehr geleistet als der Bürotäter in der Oase und der Spritzenverkäufer hinter den Bergen.

    1. @Helmut-Fan

      Lieben Gruß nach Andalucia.

    2. Verwirrtheitsmut-Fan

      Wen meint er?

  8. MMT tut immer mehr weh.

    Ja die vielen Wertabschöpfer leben nur von der künstlichen Vermehrung der von den Wertschöpfern erbrachten Leistungen. Das KI- Wunder wird diesen Trend noch verstärken, es gibt immer weniger Kuchenbäcker und immer mehr Kuchenfresser, das wird nicht gut enden.

  9. Zusammenfassen:
    Hätte es mit Gold und Silber besser laufen können?
    Aktuell 36,05 % steuerfreien Kapitalertrag bei Gold in Euro und 47,56 % bei Silber in diesem Jahr.
    Nach 34,00 % bei Gold in 2024 und 29,04 % bei Silber.
    Da kann man nicht klagen.

    @ Helmut Fan
    Für mich ist wichtig, dass ich aus Deutschland weg bin.
    …Ifo-Chef sieht Deutschland in einem „wirtschaftlichen Niedergang“…

    https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/wachstum-ifo-chef-sieht-deutschland-in-einem-wirtschaftlichen-niedergang/100168250.html

    Da wird so eine Verschwörungstheorie nach der anderen wahr.

    Wir sind hier voll in das spanische Gesundheitssystem und Rentensystem integriert.
    Als Rentner sogar doppelt und wahlweise in Deutschland und in Spanien.
    Ja- die Neider sind schon lustig. Was denen so alles einfällt.
    Mal sehen, wie es weitergeht mit Gold und Silber.

    Viele Grüße aus Andalusien
    Helmut

    1. Ich sage dazu nur soviel: Mal sehen, was kommt.

  10. @ Permanix, berechtigte Frage , aber nur für einen Dummkopf, jedes Kind weiss, dass der grösste Helmut Neider auch der Multimutfan ist.Sehr leicht zu erraten, denn ihre sämtlichen Kommentare richten sich nur gegen den „armen Helmut „ . ( Früher posteten sie noch erfundene Tradergewinne) Nach meiner Auffassung ist das krank, kein Zufall,dass sie jeweils noch Beifall vom Dolomiten- Doktor erhalten.

    1. Was meint er?

      Beste Grüße nach Andalusien

  11. Die zwei akademischen Wichtigtuer strotzen wieder mit dummen Kommentaren. Ich glaube eher dass sie die Langweiler sind während Helmut sich entspannt dem Goldrausch frönt.
    Von ihrem stressigen Leben haben die Neider noch nie etwas preisgegeben.

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