Gold/Silber

Unsicherheit treibt Edelmetalle Goldpreis bei 5.200 Dollar: Zündet jetzt die nächste Rally?

Goldpreis stabil über 5.000 Dollar: Zündet jetzt die nächste Rally?
Grafik: ChatGPT

Gold und Silber steigen angesichts von US-Zöllen, Iran-Spannungen und Dollarschwäche an. Händler bewerten die Risiken der Handelspolitik sowie geopolitische Unsicherheiten im Nahen Osten neu. Der Goldpreis klettert wieder in Richtung 5.200 US-Dollar je Unze, während Silber kurz vor der 90-Dollar-Marke steht.

Goldpreis bleibt auf Erholungskurs

Der Goldpreis legte am Mittwochmorgen zu, während Marktteilnehmer die Unsicherheit rund um US-Importzölle und die geopolitischen Risiken im Nahen Osten einpreisten.

Das Edelmetall stieg zeitweise um mehr als 1 Prozent auf 5.210 Dollar und machte damit einen Teil der Verluste aus der vorherigen Sitzung wett, in der es um 1,6 Prozent gefallen war. Silber kletterte indessen über 91,00 Dollar, ehe es einen Teil seiner Gewinne wieder abgab. Die anhaltende Unsicherheit über die US-Handelspolitik stützte den Goldpreis in den vergangenen Handelstagen ebenso wie die Spannungen im Zusammenhang mit einem amerikanischen Militäraufbau vor der nächsten Runde der Atomgespräche mit dem Iran in dieser Woche.

Gold hat sich oberhalb von 5.000 US-Dollar je Unze stabilisiert und mehr als die Hälfte der Verluste aufgeholt, die während des historischen zweitägigen Ausverkaufs zum Monatswechsel entstanden waren. Laut Yuxuan Tang, Leiterin der Makrostrategie für Asien bei JP Morgan Private Bank, deutet vieles auf einen bevorstehenden Ausbruch nach oben hin. Die Unsicherheit über Zölle sowie das Risiko einer Eskalation mit dem Iran könnten als Katalysatoren für eine weitere Aufwärtsbewegung wirken. Sollten diese stützenden Faktoren jedoch entfallen, dürfte der Goldpreis seine Konsolidierung fortsetzen.

Gold und Silber steigen: Goldpreis im Aufwind wegen US-Zölle und Iran-Sorgen
Goldpreis hat sich über 5.000 Dollar etabliert

US-Zölle und Haushaltsrisiken

In den USA trat am Dienstag eine breit angelegter Importzoll von 10 Prozent in Kraft, nachdem der Supreme Court das zuvor eingeführte, reziproke Zollregime von Donald Trump für unzulässig erklärt hatte. Zwar drohte der Präsident im Anschluss mit einer Anhebung auf 15 Prozent, eine offizielle Umsetzung dieser Maßnahme steht jedoch noch aus.

Parallel bereitet die Trump-Regierung mehrere nationale Sicherheitsprüfungen vor, um die Auswirkungen bestimmter Importe auf strategisch relevante Güter wie Batterien und Industriechemikalien zu untersuchen. Dieser Schritt könnte den Weg für zusätzliche Zölle ebnen. Gleichzeitig bemühen sich einige Importeure um Rückerstattungen bereits gezahlter Abgaben.

David Wilson, Rohstoffstratege bei BNP Paribas, warnte, mögliche Rückzahlungen könnten erhebliche Folgen für das US-Haushaltsdefizit, den US-Dollar und den Markt für US-Staatsanleihen haben. Steigende Staatsverschuldung gilt als zentraler Treiber des sogenannten Debasement-Trades, bei dem Investoren Kapital aus Anleihen und Währungen abziehen und verstärkt in Sachwerte wie Gold umschichten. Dieser Trend hatte maßgeblich zur mehrjährigen Rally des Goldpreises beigetragen, bevor es Ende Januar zu einer abrupten Korrektur kam.

Zinsausblick belastet Gold

Gleichzeitig könnte eine vorerst unveränderte Zinspolitik der US-Notenbank Fed den Goldpreis bremsen, da das Edelmetall keine laufenden Erträge abwirft. Laut Susan Collins, Präsidentin der Federal Reserve Bank of Boston, dürften die Leitzinsen angesichts jüngster positiver Arbeitsmarktdaten in den USA für einige Zeit stabil bleiben.

Bereits veröffentlichte Protokolle der Januar-Sitzung der Federal Reserve zeigten, dass mehrere Notenbankvertreter Zurückhaltung gegenüber schnellen Zinssenkungen signalisierten.

Am Spotmarkt stieg der Goldpreis um 7:28 Uhr in Frankfurt um 0,9 Prozent auf 5.190,52 US-Dollar je Unze. Silber verteuerte sich um 3,7 Prozent auf 90,30 US-Dollar. Platin legte um 8 Prozent auf 2.285 Dollar zu, während Palladium um 1,5 Prozent auf 1.815 Dollar zulegte. Der Bloomberg Dollar Spot Index fiel um 0,2 Prozent.

FMW/Bloomberg



Stefan Jäger
Über den RedakteurStefan Jäger
Stefan Jäger berichtet als Finanzjournalist über das aktuelle Geschehen an den Aktien- und Edelmetallmärkten. Mit fundierter Fundamentalanalyse und präziser Technischer Analyse beleuchtet er zudem Chancen und Risiken verschiedenster Assets.
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5 Kommentare

  1. Dr. Sebastian Schaarschmidt

    Bei Gold und Silber kommen jetzt die Spekulanten zurück. Der Absturz vor wenigen Wochen hat sie noch nicht vertrieben.
    Sie leckten ihre Wunden und versuchen das Gleiche nochmal.
    Bitte hören Sie auf irgendwelche Begründungen zu suchen.
    Geopolitische Spannungen gab’s auch 2013 im Falle von Syrien als der Silber bei 13 stand oder 1999 im Kosovo als Gold bei 250 lag…
    Das sind Spekulanten…höchstwahrscheinlich viele die den Kryptomarkt abgegrast haben und nun in Gold und Silber switchen…
    Indizes und Kryptos scheinen ausgereizt deshalb geht’s jetzt in Edelmetalle…

    1. Da wage ich im relativierenden Sinne zu widersprechen. Bei Silber zumindest wurde gerade heftig gerollt und das OI ist dabei gefallen. Meine also, da sind gerade andere Kräfte dominant.

      Die SGE hat wieder die Backwardation aufgespannt.

      Gold kann ich wenig zu sagen.

  2. Wenn man sich die aktuelle Rede des 47. US-Präsidenten Donald John Trump zur Lage der Nation so anhört, könnte man zwar zu der Auffassung gelangen, Präsident Trump spricht sich für eine Renaissance des JCPOA-Abkommens 2015 aus, allerdings verbunden mit der Frage, wann Sir Donald das genannte Abkommen anschließend einseitig aufkündigt. Letzteres stellt somit eine Grundlage dar, daß der Rohstoff Edelmetall Gold momentan als sicherer Hafen angesehen wird.

  3. Was kümmert es den Goldkäufer, ob das Zinsniveau hoch bleibt? Die Banken geben den Zins ohnehin nicht weiter. Ist doch egal, ob der Leitzins auf 2%, 3% oder 4% liegt, – bei etlichen Banken liegt der Zins konstant bei 0,01%. Aus dem Grund juckt mich Zinspolitik als Goldkäufer gar nicht mehr. Und seien wir es uns ehrlich: Die Benefits bei Gold überwiegen als Schutz vor Inflation und staatlichem Zugriff überwiegen deutlich. Und der Wertzuwachs erst, – das bekomme ich mit Zinsen niemals.

  4. Den Artikel verstehe ich als eine Diskussion über kurzfristige Schwankungen für kurzfristig orientierte Anleger.

    An den Ursachen für den Goldpreisanstieg seit Ende 2016 hat sich grundlegend nichts geändert, was eine Trendumkehr rechtfertigen würde. Die Preisentwicklung liegt innerhalb der natürlichen Schwankungen.

    Andererseits legt der Preischart nahe, dass der aktuelle Trend das Peak schon überschritten haben könnte.

    Es ist also eine Frage des Zeithorizonts.

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