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Sieben Gründe für die Gold-Rally Goldpreis steigt 8 %: Warum das erst der Anfang sein könnte

Goldpreis-Rally: Sieben Gründe
Illustration: KI-generiert mit ChatGPT

Der Goldpreis hat mit einem Wochenplus von mehr als 8 Prozent ein deutliches Signal an die Märkte gesendet. Für Kapitalmarktstratege André Stagge steckt hinter der jüngsten Rally bei Gold weit mehr als kurzfristige Spekulation auf fallende Zinsen. Schwächerer US-Dollar, steigende Staatsschulden und massive Goldkäufe der Zentralbanken treffen auf ein begrenztes Angebot – eine Kombination, die den Goldpreis auch langfristig antreiben könnte.

Sieben Gründe für die Gold-Rally

Ein wichtiger Auslöser für den starken Anstieg des Goldpreises sind die veränderten Zinserwartungen in den USA. Während die Märkte vor dem schwachen Arbeitsmarktbericht am Freitag für September noch überwiegend mit einer Zinserhöhung rechneten, hat sich das Bild inzwischen gedreht. Mittlerweile erwarten Anleger mehrheitlich eine Zinspause der Fed. Für Gold ist das entscheidend: Da das Edelmetall keine laufenden Zinsen abwirft, verliert dieser Nachteil an Bedeutung, sobald Renditen sinken oder zumindest nicht weiter steigen. Gleichzeitig gerät der Dollar unter Druck, wodurch Gold für internationale Investoren attraktiver wird.

Der ehemalige Portfoliomanager André Stagge sieht allerdings ein tiefer liegendes Problem. Das Vertrauen in den US-Dollar als globale Reservewährung erodiere zunehmend. Vor allem Zentralbanken aus Schwellenländern diversifizieren ihre Reserven und bauen Goldbestände auf. China gehört ebenso zu den Käufern wie zuletzt wieder die Türkei. Diese Nachfrage ist besonders relevant, weil Notenbanken ihre Positionen nicht für wenige Wochen aufbauen, sondern strategisch über Jahre oder Jahrzehnte halten.

Hinzu kommt das Dilemma der US-Notenbank Fed. Schwächere Konjunkturdaten sprechen gegen höhere Zinsen, während eine hartnäckige Inflation eigentlich eine restriktivere Geldpolitik verlangen würde. Gleichzeitig steigen weltweit die Staatsschulden und damit die Finanzierungskosten. Für Anleger wächst dadurch das Bedürfnis nach Vermögenswerten außerhalb des klassischen Fiat-Geldsystems – und Gold rückt erneut als sicherer Hafen in den Mittelpunkt.

Warum der Goldpreis weiter steigen könnte

Besonders explosiv ist das Verhältnis zwischen der Größe der Kapitalmärkte und dem vergleichsweise kleinen Goldmarkt. André Stagge verdeutlicht das Potenzial anhand der Größenverhältnisse: Während der globale Anleihenmarkt nach seinen Angaben rund 135 bis 140 Billionen US-Dollar und der Aktienmarkt etwa 115 bis 120 Billionen US-Dollar umfasst, kommt der gesamte oberirdische Goldbestand lediglich auf einen Gegenwert von circa 32 Billionen US-Dollar. Schon vergleichsweise geringe Kapitalumschichtungen aus den wesentlich größeren Aktien- und Anleihemärkten könnten deshalb erheblichen zusätzlichen Kaufdruck beim Goldpreis auslösen. Genau diesen Effekt könnten steigende ETF-Zuflüsse und Käufe von Zentralbanken verstärken.

Der vielleicht wichtigste strukturelle Faktor liegt jedoch auf der Angebotsseite. Steigt die Nachfrage nach Aktien oder Anleihen, lässt sich das Angebot vergleichsweise flexibel ausweiten. Bei Gold funktioniert das nicht. Neue Minen benötigen Jahre bis zur Erschließung, während höhere Energie-, Finanzierungs- und Umweltkosten die Förderung zusätzlich verteuern. Eine plötzlich steigende Nachfrage trifft daher auf ein kurzfristig nahezu starres Angebot – und schlägt unmittelbar auf den Goldpreis durch.

Auch charttechnisch sieht André Stagge neue Stärke beim Goldpreis, der aktuell bei rund 4.350 Dollar notiert. Nach dem jüngsten Ausbruch aus einer zweimonatigen Seitwärtsphase hat Gold wichtige Marken überwunden und präsentiert sich derzeit stärker als Silber. Besonders entscheidend ist für ihn die Year-to-Date-Marke bei rund 4.312 US-Dollar, deren Überschreiten er als klares Kaufsignal wertet. Den Bereich um 4.300 bis 4.316 US-Dollar sieht Stagge entsprechend als richtungsentscheidende Make-or-Break-Zone. Solange der Goldpreis darüber notiert, bleibt das technische Bild positiv. Im nächsten Schritt rückt dann die 200-Tage-Linie bei 4.482 Dollar als wichtige Hürde in den Fokus.

Die fundamentale Ausgangslage spricht jedenfalls dafür, dass die Rally mehr sein könnte als ein kurzes Strohfeuer: Staatsschulden steigen, Zentralbanken diversifizieren weiter und zusätzliches Gold lässt sich nicht beliebig produzieren. Solange diese drei Kräfte bestehen bleiben, dürfte jeder größere Rücksetzer erneut langfristige Käufer anlocken.



Stefan Jäger
Über den RedakteurStefan Jäger
Stefan Jäger berichtet als Finanzjournalist über das aktuelle Geschehen an den Aktien- und Edelmetallmärkten. Mit fundierter Fundamentalanalyse und präziser Technischer Analyse beleuchtet er zudem Chancen und Risiken verschiedenster Assets.
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6 Kommentare

  1. Das ist eine Bullenfalle, eine Bärenmarktrallye. Mal im Tageskerzenchart die SMA200 und die RSI-Formation anschauen. Die Aufwärtsbewegung ist zu Ende, man wird an der SMA200 nach unten abprallen und weiter fallen. Die Luft ist raus, die Liquidität verknappt sich schon seit 2025, da man ab 2022 die Zinsen angehoben und auf hohem Niveau gelassen hat. Seitdem stagniert der US-Immobilienmarkt. Im Herbst 2025 ist BTC abwärts gekippt, seit Januar 2026 dann Gold und Silber. Dann floss viel Cash von Brokerkonten, von anderen Aktien und aus Geldmarktfonds in KI Aktien. SpaceX und Alphabet haben nochmal ordentlich Cash abgesaugt. Die Cashbestände der Kleinanleger sind aktuell historisch niedrig. Da kommt nichts mehr.

  2. Bürger in Asien – vor allem in China und Indien – sowie in vielen afrikanischen Staaten kaufen massiv Gold. Sie reagieren damit auf Währungsschwächen, hohe Inflation, geopolitische Krisen und die Suche nach einem sicheren Wertaufbewahrungsmittel, da Barren und Münzen als verlässlicher Schutz vor wirtschaftlicher Instabilität gelten.
    Aber es gibt nur etwa 1 Unze pro Erdenbürger.
    Davon haben die Zentralbanken auch schon eine Menge und kaufen weiter.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

  3. Hatte Andre Stagge am 11/6/26 nicht vor Gold-und Silberkauf gewarnt?

    https://finanzmarktwelt.de/gold-und-silber-experte-warnt-vor-jahrelanger-durststrecke-391909/

    Naja, die Zeiten ändern sich halt oft schnell, vom 11.Juni bis zum 10.August sogar sehr schnell, könnte man entschuldigend sagen.
    Ich verlasse mich bei meinen Entscheidungen grundsätzlich nicht auf Aussagen von Börsenexperten, lese aber immer wieder gerne ihre (nicht selten Fehl-) Einschätzungen.

  4. Der Goldpreis war bisher noch nicht genug runtergegangen und der zweite Buckel hatte gefehlt. Nun ist der zweite Buckel da. Entsprechend sollte der Zyklus bald seinen endgültigen Abschluss finden. Sowohl Ausstiegs- als auch Einstiegskurse liegen voraus.

  5. Nicht zuviel von Gold erwarten.
    In den letzten 365 Tagen ist Gold um 31 % in Dollar bzw. 32 % in Euro gestiegen.

    Silber sogar um 74 bzw. 76 %.

    Da kann man doch wirklich nicht meckern.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

  6. Warum bekomme ich Prostatapillen angezeigt?

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