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Goldpreis steigt: Angst vor Handelskrieg und US-Stagflation

Goldpreis steigt: Angst vor Handelskrieg und US-Stagflation
Goldbarren, Reserven der Tschechischen Nationalbank. Foto: Milan Jaros/Bloomberg

Der Goldpreis hält sich in der Nähe seines Allzeithochs, da die Rezessionsängste in den USA zunehmen und der von Trump angezettelte Handelskrieg weiter eskalieren könnte. Angesichts der unberechenbaren Politik Donald Trumps und seiner ständigen Drohungen bleibt Gold als sicherer Hafen in unsicheren Zeiten gefragt. Zudem profitiert das Edelmetall derzeit vom zunehmenden Verkaufsdruck an den US-Aktienmärkten. Am Dienstag legte der Goldpreis wieder zu und erreichte die Marke von 2.922 Dollar.

Goldpreis im Aufwärtstrend

Der Goldpreis befindet sich trotz der jüngsten Konsolidierung weiterhin im Aufwärtstrend. Beflügelt wird das Edelmetall aktuell vom Handelskrieg und der steigenden Rezessionsgefahr in den USA. Knapp zwei Monate nach der Amtseinführung von Donald Trump ist der erwartete Aufschwung ausgeblieben. Im Gegenteil: Nach den Hoffnungen machen sich zunehmend Konjunkturängste in den USA breit. Die Marktteilnehmer befürchten, dass Trump mit seiner Zollpolitik und seinen Haushaltsplänen die US-Wirtschaft abwürgt.

Laut einem Bericht von Bloomberg setzte der Goldpreis am Dienstag seinen Aufwärtstrend fort, nachdem die Wall Street von Präsident Donald Trumps Zollplänen und seinen jüngsten Äußerungen, in denen er Rezessionsängste herunterspielte, in Aufruhr versetzt worden war.

Der Goldpreis handelte um die Marke von $ 2.915 je Unze, da die Anleger Trumps jüngsten Schritt, seine Drohung mit einem Handelskrieg gegen Kanada zurückzunehmen, nur wenige Stunden nach seiner Ankündigung, die Zölle auf kanadischen Stahl und Aluminium auf 50 % zu verdoppeln, bewerteten. Der Präsident spielte auch das Risiko einer durch die Zölle ausgelösten Rezession herunter, selbst wenn die Märkte einbrechen und der US-Dollar schwächer wird. Ein schwächerer Greenback macht in Dollar denominiertes Gold für ausländische Investoren billiger.

Sorge vor US-Stagflation

Eine Reihe von schwachen US-Konjunkturdaten hat die Angst vor einer Stagflation geschürt, die sowohl ein Aufwärtsrisiko für die Inflation als auch ein Abwärtsrisiko für das Wirtschaftswachstum darstellt. Eine handelsbedingte Verlangsamung des Wachstums könnte die US-Notenbank zu mehreren Zinssenkungen in diesem Jahr veranlassen. Die Märkte haben ihre Erwartungen zuletzt angepasst und rechnen nun wieder mit drei Zinssenkungen der Fed in diesem Jahr. Niedrigere Zinsen machen das zinslose Gold attraktiver.

Dennoch werden die Händler am Mittwoch einen Inflationswert bewerten, der zeigen könnte, dass die US-Verbraucherpreise im Februar um 2,9 % gestiegen sind nach zuvor 3,0 %. Dies könnte die Zinssenkungsagenda der Fed erschweren, da sich die Inflation als hartnäckig erweist.

Andernorts reagierten die Märkte auf ein mögliches Nachlassen der geopolitischen Risiken, was die Nachfrage nach sicheren Häfen drücken könnte. Die Ukraine akzeptierte einen US-Vorschlag für einen 30-tägigen Waffenstillstand mit Russland als Teil einer Vereinbarung mit der Trump-Administration zur Aufhebung des Einfrierens von Militärhilfe und Geheimdienstinformationen für Kiew.

Der Spot-Goldpreis lag um 8.04 Uhr in Singapur kaum verändert bei 2.914,32 Dollar je Unze, nachdem er am Dienstag um knapp 1 % gestiegen war. Die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen lag kaum verändert bei 4,26 %. Der Bloomberg Dollar Spot Index stieg um 0,1 %, nachdem er am Vortag 0,4 % verloren hatte, während Silber nachgab, Platin leicht zulegte und Palladium stabil blieb. Der folgende XAUUSD-Chart zeigt die Entwicklung des Goldpreises im Vergleich zu den 10-jährigen US-Renditen der letzten 12 Monate.

Gold: Goldpreis steigt, da Trump Sorgen über Handelskrieg und Stagflation schürt
Goldpreis profitiert auch von den zuletzt gesunkenen Anleiherenditen

FMW/Bloomberg



Stefan Jäger

Über den RedakteurStefan Jäger

Stefan Jäger berichtet als Finanzjournalist über das aktuelle Geschehen an den Aktien- und Edelmetallmärkten. Mit fundierter Fundamentalanalyse und präziser Technischer Analyse beleuchtet er zudem Chancen und Risiken verschiedenster Assets.

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1 Kommentar

  1. Hat sich nun Gold im Preis seit 2000 etwa verzehnfacht und seit 1971 etwa verachtzigfacht im Preis, weil seit 54 oder 25 Jahren Unsicherheit und/oder Angst besteht?
    Dann bin ich ja mal gespannt wo er 2030 steht.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

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