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Goldpreis steigt auf 5.390 Dollar: Iran-Krieg treibt sichere Häfen

Goldpreis steigt auf 5.390 Dollar: Iran-Krieg treibt sichere Häfen
Goldbarren in der polnischen Münzanstalt Mennica Polska SA, in Warschau. Foto: bloomberg

Der Goldpreis steigt deutlich, da der eskalierende Krieg im Nahen Osten Anleger in sichere Häfen wie Gold und Silber treibt. Die geopolitischen Spannungen nach Angriffen der USA und Israels auf den Iran sowie die iranischen Vergeltungsschläge sorgen für Marktverunsicherung, steigende Ölpreise und eine verstärkte Flucht in Edelmetalle.

Goldpreis steigt nach Iran-Eskalation

Gold legte am Montagmorgen spürbar zu, nachdem der Krieg im Nahen Osten die Finanzmärkte getroffen hat. Der Preis für das Edelmetall stieg im frühen Handel um mehr als 2 % auf rund 5.390 US-Dollar je Unze. Bereits in der Vorwoche hatte der Goldpreis über 3 % gewonnen, während sich US-Truppen zunehmend in der Region positionierten.

Am Wochenende weitete sich der Konflikt aus: Die USA und Israel griffen Ziele im Iran an, woraufhin Teheran mit Raketenangriffen auf mehrere Länder reagierte. Wie Bloomberg berichtet, kam Irans oberster Staatsführer, Ayatollah Ali Khamenei, am ersten Tag der Angriffe ums Leben. Die Eskalation verstärkte die globale Unsicherheit und ließ Anleger verstärkt auf sichere Anlageklassen setzen.

Neben der aktuellen militärischen Eskalation treiben auch übergeordnete geopolitische Spannungen den Goldpreis seit Monaten nach oben. Die Neuausrichtung internationaler Handelsbeziehungen unter US-Präsident Donald Trump gilt als weiterer Faktor für die anhaltende Goldrally. Unterstützt wird die Entwicklung zusätzlich durch verstärkte Goldkäufe von Zentralbanken sowie eine zunehmende Abkehr institutioneller Investoren von Staatsanleihen und klassischen Währungen.

Trotz eines deutlichen Rücksetzers vom Rekordhoch über 5.595 US-Dollar je Unze Ende Januar liegt Gold seit Jahresbeginn rund 25 % im Plus.

Goldpreis steigt: Iran-Krieg treibt Anleger in sichere Häfen wie Gold und Dollar
Goldpreis steigt aufgrund der Eskalation im Iran-Krieg.

Längste Rally seit Jahrzehnten

Im Februar verzeichnete der Goldpreis den siebten monatlichen Anstieg in Folge – die längste Gewinnserie seit 1973. Bereits vor der militärischen Konfrontation mit dem Iran hatte die US-Regierung eine zunehmend aggressive Außenpolitik verfolgt. Im Januar nahmen US-Truppen in Venezuela den damaligen Präsidenten Nicolás Maduro fest, zudem wurden Drohungen hinsichtlich einer möglichen Annexion Grönlands laut. Diese geopolitischen Spannungen hatten die Nachfrage nach Gold als Krisenabsicherung bereits im Vorfeld gestärkt.

Marktstrategen werten den jüngsten Preisanstieg als klares Signal wachsender Risikoaversion. Die aktuelle Bewegung zeige, dass Investoren in Zeiten regionaler Unsicherheit verstärkt in sichere Häfen umschichten.

Ölpreise und Dollar steigen

Parallel zu den Entwicklungen am Goldmarkt kam es auch am Energiemarkt zu erheblichen Verwerfungen. Nach den Angriffen auf Iran und den Vergeltungsschlägen gegen Ziele in Israel sowie gegen US-Stützpunkte in Katar, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Kuwait und Bahrain schnellten die Ölpreise nach oben. Der stärkste Anstieg seit vier Jahren wurde verzeichnet, nachdem die Straße von Hormus faktisch geschlossen wurde und der globale Rohölhandel massiv unter Druck geriet. Auch die Gaspreise legten zu, da es zu Marktstörungen kommen könnte. Mehrere Nachbarstaaten Irans – insbesondere Katar – zählen zu den bedeutendsten Gasproduzenten weltweit.

Auch der Dollarindex legte zu. Dennoch stiegen Edelmetalle und andere Rohstoffe trotz der Dollar-Stärke weiter an – ein ungewöhnliches Signal, da diese Anlagen in US-Dollar gehandelt werden. Marktbeobachter sehen darin einen Hinweis darauf, dass Investoren reale Sachwerte in der aktuellen Ausnahmesituation als stabilere Wertaufbewahrung betrachten.

Am Montagmorgen notierte Spot-Gold bei rund 5.362 US-Dollar je Unze, ein Plus von 1,6 %. Silber gewann über 0,5 % auf 94,17 Dollar hinzu. Platin und Palladium verzeichneten ebenfalls Kursgewinne.

FMW/Bloomberg



Stefan Jäger
Über den RedakteurStefan Jäger
Stefan Jäger berichtet als Finanzjournalist über das aktuelle Geschehen an den Aktien- und Edelmetallmärkten. Mit fundierter Fundamentalanalyse und präziser Technischer Analyse beleuchtet er zudem Chancen und Risiken verschiedenster Assets.
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8 Kommentare

  1. Gold *und* Silber sind heute Morgen schon über 2,5 % gestiegen, obwohl die Aktien kräftig fallen.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

    1. Das ist vor allem beim Silber kein schlechtes Signal, doch sollten wir den gehebelten Amimarkt abwarten. Aber vorsichtigen Optimismus kann man haben, durch die Margin-Hikes und den Beginn eines neuen Kontrakt-Monats könnte der spekulative Anteil tatsächlich nicht so hoch sein.

      Die Backwardation in China wurde wieder aufgespannt. Es hat sich in meinem Verständnis nichts geändert.

      1. Großer Bär

        Silber ist heutzutage ein essentielles Industriemetall. Durch den Iran-Krieg ergibt sich die Möglichkeit einer Konjunkturschwäche, die den Silberpreis belasten würde. Ich bin bereit Minenaktien bei Schwäche nachzukaufen. Ab April greift dann die Remonetarisierung in Indien ein (Silber kann 10 zu 1 zu Gold beliehen werden). Das zieht nach einem guten Zeitfenster für Investitionen im März aus.

        1. @Felix

          Konjunkturschwäche wegen des Konflikts dort? Sehe ich nicht. Eher das Gegenteil, wie viel Silber verbraucht dieser Einsatz?

          Ich sehe eher Verkaufsdruck, um andere Nachschussforderungen zu bedienen und das hält sich bis jetzt scheinbar in Grenzen. Hängt evtl. auch damit zusammen, dass der alte März-Kontrakt bereits quasi „aufgelöst“ ist, das Open Interest ist denke ich relativ niedrig im Vgl. Oktober-Januar.

          Ich kenne diese fallenden Kurse in DAX und Co, das erinnert an 2008. Die Börsen könnten sich gegenseit anstecken, das kann schnell ungemütlich werden. Aktuell rechnet keiner mit einem Crash, weil vor dem Wolf wurde schon so oft gewarnt und kam dann nicht. Das könnte so schnell gehen, dass die meisten das erst checken, wenn wir mitten drin sind. Aktuell ist die Berichterstattung ja eher so: Aja geht noch… könnte schlimmer sein…

          Klingt für mich irgendwie nach Leichtsinn.

          Und: Diese Börsenblasen haben doch mit der normalen Wirtschaftsaktivität irgendwie gar nichts mehr zu tun oder?

          1. Ich sehe das auch so. Aber der Markt reagiert eben nach solchen Schemata: Krieg, ÖL teurer = weniger Produktion, Rohstoffe fallen. Öl ist hier die Ausnahme von der Regel, wird aber auch nicht in den Himmel steigen, weil im Gegensatz zu Silber, höhere Preise für eine Ausweitung der Produktion sorgen.

            Alle Börsen haben längst den Boden der realen Wirtschaft verlassen. Das liegt an der Geldmengenausweitung. Die große Bombe liegt aber im ungleich größeren Anleihenmarkt. Wenn die Geldillusion endet, wird da jeder rauswollen, der kann. Und dieses Geld wird im wesentlichen in Aktien und Edelmetall gehen.

            Die absolute Sprengkraft liegt im Bereich der Derivate. Die sind vollkommen ausgeufert und unkontrollierbar. Niemand weiß, was da passieren kann. Deswegen gibt es ja die „To-Big-To-Fail-Liste“. Wer da drauf ist, wird gerettet. Aber wenn die Rettungsmaßnahmen so groß werden müssen, dass sie große Währungen wie den Dollar killen würden, haben wir wieder „1929“.
            Und das schlimme ist: dieses Finale ist nach heutigem Wissen absolut sicher. Wir wissen nur nicht wann. Das kann morgen passieren oder in 100 Jahren. Nach us-amerikansichen Thinktanks würde z.B. eine Zerschlagung und Ausbeutung Russlands so einen langen Zeitraum eröffnen. Das wissen die Russen aber auch.

  2. „…Und das schlimme ist: dieses Finale ist nach heutigem Wissen absolut sicher. Wir wissen nur nicht wann. Das kann morgen passieren oder in 100 Jahren…“

    Ich kann morgen sterben oder in x Jahren. Was soll daran jetzt schlimm sein?

    1. Ich bin auch für eine entspannte Haltung. Aber einen Unterschied möchte ich betonen: Sterben müssen wir bis jetzt noch alle, aber ein Finanzsystem in dem solche Krisen regelmäßig eingebaut sind, muss man nicht haben. Das ist eine Entscheidung, die man ändern könnte.

      Und noch ein Aspekt ist für die Jüngeren wichtig, die davon ausgehen dürfen, vielleicht noch 50 Jahre auf der Welt zu sein: sorgt für diese Krise vor, damit ihr sie möglichst gut übersteht.
      Rein mathematisch und nach bestem heutigen Wissen, wird es uns in den nächste 5 bis 10 Jahren erwischen.
      Oder ist es „diesmal anders“?

  3. Als pesimistischer Optimist bereite ich mich auf den großen Knall soweit es geht vor.
    Hoffe aber, dass er sobald nicht eintritt.

    Viele Grüße aus Andalusien
    Helmut

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