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Gold/Silber

Goldpreis steigt auf 8-Jahreshoch – was ist der wahre Grund der Rally?

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Der Goldpreis steigt weiter an. Mit jetzt 1.772 Dollar notiert das Edelmetall auf dem höchsten Stand seit acht Jahren. Dennoch fehlt (wie gesagt in US-Dollar) noch etwas um das Allzeithoch bei 1.921 Dollar aus dem Jahr 2011 zu erreichen. Der folgende Chart zeigt den Goldpreis-Verlauf der letzten zehn Jahre. In Euro hatte Gold schon im Herbst 2019 neue Allzeithochs erreicht, und dann seit Januar diesen Jahres immer neue Höchststände. Aber am Weltmarkt, da schaut man auf die entscheidende Notierung in US-Dollar.

Goldpreis reagiert auf aktuelle Ereignisse

Grundsätzlich sind die Argumente bekannt, die für einen stetig weiter steigenden Goldpreis sprechen. Die Regierungen verschulden sich immer mehr, die Notenbanken drucken hierfür aus dem Nichts immer mehr Geld, das nicht mit realen Werten hinterlegt ist. Zudem sind die Zinsen auf Null gesunken, und nach Inflation sogar im Minus. Das macht das zinslose Gold attraktiv. Und je mehr diese Politik eskaliert, desto attraktiver wird Gold! Die letzten Tage (so auch ganz aktuell) gibt es zudem immer neue Meldungen über steigende Neuinfektionszahlen beim Coronavirus. In den USA verschärft sich aktuell wieder die Lage in wichtigen Bundesstaaten wie Kalifornien, Florida und Texas.

Geopolitische Ängst oder aktuell die Ängste vor den wirtschaftlichen Folgen einer möglichen zweiten Corona-Welle sorgen auch verstärkt für einen Sog hin zu Gold, dem „guten alten“ Hort der Sicherheit. Heute früh um 10 Uhr wurde zudem der ifo-Geschäftsklimaindex für Deutschland veröffentlicht, der weltweit Beachtung findet (hier die Details). Die Headline-Zahl wurde zwar minimal besser als erwartet vermeldet. Die aktuelle Lage wurde vom ifo-Institut aber leicht schwächer vermeldet als erwartet, und der Dax interpretiert die Daten erstmal negativ mit minus 70 Punkten. Auch dies ist aktuell eher positiv für den Goldpreis. Auch gestern konnten leicht schlechter als erwartete US-Einkaufsmanagerdaten positiv auf Gold einwirken.

Der wahre Grund hinter der aktuellen Stärke bei Gold?

Seit seinem Tief bei 1.456 Dollar am 20. März hat der Goldpreis gut Stecke gemacht. Von Mitte April bis Mitte Juni gab es zwar eine Seitwärtsphase, ganz grob gesagt um Niveaus von 1.720 Dollar herum. Auch mal etwas höher oder tiefer, aber es ging seitwärts. Erst in den letzten Tagen stieg der Goldpreis spürbar an. Heute Nacht im Noch bei 1.774 Dollar, hält er sich aktuell robust bei 1.772 Dollar. Nachdem die wichtige charttechnische Marke von 1.750 Dollar diese Woche offenbar kräftig nach oben durchbrochen wurde, scheinen noch viel höhere Kurse möglich zu sein. Aber neben all den Gründen für den steigenden Goldpreis, die wir gerade genannt haben, gibt es da noch einen guten Grund?

Wohl eher zwei Gründe. Gestern Abend kündigte US-Finanzminister Steven Mnuchin in einem Interview für Juli ein weiteres Rettungspaket für die US-Wirtschaft an. Im Gespräch sei derzeit ein Volumen von 1 Billion US-Dollar. Also, noch mal ein riesiger neuer Schub an Schulden und frisch gedrucktem Geld? Das wirkt positiv für Gold! Auch ist sehr interessant, was heute früh Ipek Ozkardeskaya von Swissquote geschrieben hat. Der Goldpreis sei auf den höchsten Stand seit 2012 gestiegen, und der Markt dürfte ungeachtet des Anstiegs der Aktienkurse weiter in Richtung 1.800 Dollar voranschreiten. Die Haupttriebkraft hinter dem Goldrausch sei die Angst vor einem Platzen der aktuellen Risikoblase, so Ipek Ozkardeskaya. Also, kann Gold kräftig nach oben explodieren, wenn die Risikoblase am Aktienmarkt erneut platzt? Man vergesse hier bitte nicht (so möchte ich anmerken), dass der Goldpreis im großen Aktiencrash im März mit gefallen war, weil Anleger zum Beispiel zur Deckung von Margin Calls Gold verkauften, um schnell liquide zu sein.

Chart zeigt Goldpreis im Verlauf der letzten zehn Jahre

Ein Kommentar

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  1. Avatar

    Nurmalso

    24. Juni 2020 12:09 at 12:09

    Alles kann,Nichts muß…wir werden sehn was passiert. Fakt ist bei Gold kommen Angst und Gier gleichzeitig zusammen,da darf das Edelmetall ruhig ein wenig mit korrigieren.

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Gold/Silber

Gold: Angebot und Nachfrage auf Talfahrt laut World Gold Council

Jörg Bernhard

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am

Am frühen Morgen veröffentlichte die internationale Interessenvertretung der Goldindustrie World Gold Council (WGC) aktuelle Quartalszahlen zur weltweiten Entwicklung von Angebot und Nachfrage bei Gold – mit interessanten Erkenntnissen.

Gold: Licht und Schatten im dritten Quartal

Aufgrund der Pandemie gab es im dritten Quartal sowohl beim Angebot als auch bei der Nachfrage negative Vorzeichen zu vermelden. Insgesamt sank das Angebot an Gold gegenüber dem Vorjahresquartal um drei Prozent auf 1.223,6 Tonnen, was vor allem auf den Rückgang der Minenproduktion zurückzuführen war.

Überraschenderweise hat sich trotz der gestiegenen Unsicherheit an den Finanzmärkten auch die Nachfrage nach Gold markant reduziert. In den Monaten Juli bis September sank diese mit 892,3 Tonnen sogar auf den niedrigsten Wert seit Q3 2009 und verbuchte damit ein Minus von 19 Prozent p.a. Doch in den diversen Marktsegmenten gab es mitunter kräftige Verwerfungen zu beobachten.

Einen regelrechten Nachfrageboom gab es zum Beispiel im Investmentsektor zu beobachten, wo summa summarum ein Anstieg um 21 Prozent auf 494,6 Tonnen gemeldet worden war. Bei Gold-ETFs beschleunigten sich zum Beispiel die Nettozuflüsse von 258,7 auf 272,5 Tonnen und trieben damit deren gehaltene Goldmenge Ende September mit 3.880 Tonnen auf einen neuen Rekordwert. Noch deutlicher bergauf ging es bei Barren & Münzen, wo ein Nachfrageplus von 149,4 auf 222,1 Tonnen (+49 Prozent) registriert worden war.

Besonders schlimm hat es in Q3 allerdings den Schmucksektor erwischt, der auf Jahressicht von 468,1 auf 333,0 Tonnen (-29 Prozent) regelrecht eingebrochen ist, was vor allem auf den Absatzeinbruch in Indien (-48 Prozent) und China (-25 Prozent) zurückzuführen war. Und auch der Notenbankensektor ist im dritten Quartal eher negativ in Erscheinung getreten. Weil sich die Notenbanken der Türkei (22 Tonnen) und Usbekistans (35 Tonnen) von signifikanten Goldmengen getrennt haben, gab es im Notenbanksektor mit minus 12,1 Tonnen erstmals seit Q4 2010 wieder Nettoverkäufe zu vermelden, nachdem im Vorjahresquartal netto 141,9 Tonnen Gold gekauft wurden.

Wichtig zu wissen: Trotz der negativen Tendenz der WGC-Quartalszahlen sollten Anleger auf keinen Fall außer Acht lassen, dass bei einer massiven Kapitalflucht in den „sicheren Hafen“ Gold erhebliche Versorgungsengpässe auftreten dürften. Vergleicht man zum Beispiel den Marktwert sämtlicher Gold-ETFs mit dem Billionen-Dollar-Unternehmen Apple fällt auf, dass das US-Technologieunternehmen um den Faktor 8,6 höher bewertet wird. Massive Umschichtungen aus Aktien, Immobilien oder Anleihen würde der Goldmarkt höchstwahrscheinlich gar nicht verkraften.

Die Nachfrage nach Gold ist gefallen

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Gold/Silber

Goldpreis reagiert nicht wie gedacht – was ist da los? Expertenkommentare

Claudio Kummerfeld

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Ein Barren Gold

Der Goldpreis fungierte diese Woche eindeutig nicht als sicherer Fluchthafen für Anleger, die vor Unsicherheit am Aktienmarkt fliehen wollen aufgrund der sich deutlich verschärfenden Corona-Lage, wodurch die globale Konjunktur in Mitleidenschaft gezogen wird. Gestern berichteten wir schon über den Absturz im Goldpreis zusammen mit dem Absturz an den Aktienmärkten. Ein ähnlicher Verlauf wie schon im März. Aktien, Öl und Goldpreis fielen kräftig, der US-Dollar als weltweit großer vermeintlicher sicherer Hort konnte profitieren. So auch gestern.

Goldpreis weiter unter der Fuchtel des starken US-Dollar

Der Goldpreis fiel von 1.910 Dollar im Tief bis auf 1.869 Dollar. Über Nacht konnten sich Märkte wie Aktien und Gold beruhigen, und das Edelmetall notiert jetzt bei 1.877 Dollar. Aber es kann weiter bergab gehen. Im Chart sehen wir im Vergleich seit Ende letzter Woche in blau den Dollar-Index (Währungskorb des US-Dollar gegen andere Hauptwährungen) gegen den fallenden Goldpreis in rot-grün. Es ist wie schon im Frühjahr erstaunlich, dass Gold als Fluchthafen überhaupt nicht funktioniert. Braucht es an den Aktienmärkten erst wieder eine gewisse Beruhigung, bis die Gold-Bullen voll auf steigende Kurse setzen? Heute um 13:45 Uhr steht die EZB-Zinsentscheidung an, und wichtiger wird dann die PK der EZB ab 14:30 Uhr sein. Aussagen von Christine Lagarde könnten Aktienmärkte, Devisenkurse und auch den Goldpreis in Bewegung bringen.

Expertenkommentare

Daniel Briesemann von der Commerzbank kommentiert ganz aktuell die Entwicklung bei Gold. Die Risikoaversion an den Finanzmärkten nehme dramatisch zu, und Gold befinde sich im Abwärtssog der Finanzmärkte. Der Goldpreis habe gestern nicht von der hohen Risikoaversion der Marktteilnehmer im Zuge der Ankündigung neuer Lockdown-Maßnahmen in verschiedenen europäischen Ländern profitiert, und sei mit in den Abwärtssog der Finanzmärkte geraten. Dabei sei der Goldpreis auch unter die charttechnisch wichtige 100-Tage-Linie gerutscht, was zu Anschlussverkäufen führte. Anzulasten sei der Preisrutsch dem festen US-Dollar, der als sicherer Hafen gefragt war. Dass Gold von dieser Eigenschaft nicht profitiert hat, erstaunt uns, so Daniel Briesemann. Der Preisrückgang sei diesmal nicht als Kaufgelegenheit erachtet worden. Die ETFs verzeichneten mit 7,6 Tonnen sogar die höchsten Abflüsse seit fünf Wochen. Die industriellen Edelmetalle seien wesentlich stärker gefallen als Gold. Silber brach zeitweise um 5,5% auf 23 USD je Feinunze ein. Palladium rutschte im selben Ausmaß ab. Platin hielt sich mit einem Minus von 3% noch halbwegs. Erst im späten Handel haben sich Gold und Co. etwas erholt.

Jasper Lawler von der London Capital Group kommentiert die Lage bei Gold aktuell so, dass der US-Dollar der klare Nutznießer gewesen sei – er habe einen fallenden Goldpreis und fallende Kurse bei wichtigen Devisen verursacht. EUR/USD fiel trotz 1,18 und GBP/USD schloss unter 1,30. Sogar Bitcoin fing etwas Flak ein und zog sich von einem 18-Monats-Hoch zurück, so Jasper Lawler.

Chart zeigt Kursverlauf von Goldpreis gegen US-Dollar

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Devisen

Aktuell: Goldpreis fällt spürbar auf 1.878 Dollar

Claudio Kummerfeld

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Jetzt wo immer konkreter wird, dass Deutschland in Kürze die Corona-Restriktionen stark anzieht, verschärfen sich international die Ängste. Die Aktienkurse fallen weiter, und der US-Dollar als zentraler Fluchthafen zieht weiter an (wir berichteten vorhin bereits). Der Dollar steigt, und der Goldpreis rauscht aktuell runter auf 1.878 Dollar. Gold fällt aktuell gemeinsam mit den Aktienmärkten. Dies ist ein Phänomen, das man bereits im März beobachtete – auch damals funktionierte der US-Dollar kurzzeitig als Fluchthafen.

Goldpreis gegen US-Dollar-Verlauf im Chart

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