Gold/Silber

Goldpreis steigt spürbar – doppelte Hilfe bringt 60 Dollar Gewinn

Der Goldpreis steigt seit Montag Abend bis jetzt um exakt 60 Dollar, von seinem Tief bei 1.680 Dollar auf aktuell 1.740 Dollar. In seinem aktuellen Anstieg erhält Gold dabei gleich doppelt Hilfe. Der Frage eines Rebounds im Edelmetall hatte sich gestern auch Hannes Zipfel ausführlich angenommen – klicken Sie bitte hier für seine ausführliche Analyse. Heute werden 13:45 Uhr und erst recht 14:30 Uhr als Termine sehr wichtig. Die EZB verkündet ihre Zinsentscheidung und bringt womöglich Kommentare zur Inflation usw. Das kann Devisenkurse, Aktienkurse und auch den Goldpreis in Bewegung versetzen!

US-Rendite und US-Dollar helfen dem Goldpreis

Bisher hat die Rendite für US-Staatsanleihen diese Woche dem Goldpreis gut auf die Beine geholfen. Das sieht man sehr gut im folgenden Chart. Gold in blau steigt, während die Rendite für zehnjährige US-Staatsanleihen fällt von 1,61 auf 1,49 Prozent. Auch der US-Dollar fällt seit Anfang der Woche. Weniger Anleiherendite ist gut für das zinslose Gold, und alles was in US-Dollar gehandelt wird, profitiert bei einer schwächelnden US-Währung. So konnte der Goldpreis seit Anfang der Woche gut zulegen. Aber es war auch wohl ein überverkaufter Markt?

Aktueller Analystenkommentar zu Gold

Carsten Fritsch von der Commerzbank hat sich vor wenigen Minuten zum aktuellen Anstieg im Goldpreis geäußert. Hier zeigen wir Auszüge aus seiner Analyse. Der Druck seitens der Anleiherenditen und des US-Dollar habe zuletzt etwas nachgelassen, was die Preiserholung begünstigt. Eine Rolle dürfte aber auch gespielt haben, dass die Zeit für eine Gegenbewegung einfach reif war. Schließlich hatte Gold zuvor in gut einer Woche mehr als 100 USD verloren. Der Goldpreis sei laut Carsten Fritsch zudem gemessen am Relative-Stärke-Index überverkauft gewesen. Diese Übertreibung sei inzwischen abgebaut worden. Von daher bleibe abzuwarten, wie weit die Aufwärtsbewegung noch trägt.

Gegen eine fortgesetzte Erholung im Goldpreis spreche, dass die ETF-Anleger weiter Mittel abziehen, auch wenn die Abflüsse zuletzt etwas nachgelassen haben. Die Verabschiedung des US-Konjunkturpaketes durch das Repräsentantenhaus gestern hat laut Carsten Fritsch Gold dagegen nicht mehr weiter belastet. Langfristig dürfte Gold dadurch starken Rückenwind bekommen. Denn die US-Staatsverschuldung steige nochmals beträchtlich, was zudem den Ausstieg der Fed aus den Anleihekäufen erschweren dürfte. Gleichzeitig würden die Inflationsrisiken steigen. Denn die Überweisung von 1.400 USD an nahezu jeden Amerikaner und die Aufstockung und Verlängerung der Arbeitslosenunterstützung dürften den Konsum seiner Meinung nach massiv anfachen. Die Realzinsen dürften daher negativ bleiben.

Chart zeigt Goldpreis im Vergleich zu US-Rendite und US-Dollar
TradingView Chart zeigt Goldpreis im Vergleich zu US-Rendite und US-Dollar.



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