Gold/Silber

Goldpreis steigt zunächst nach US-Arbeitsmarktdaten

Nach den etwas schwächer als erwartet ausgefallenen US-Arbeitsmarktdaten ist der Goldpreis zunächst gestiegen. Statt wie erwartet 164.00 Stellen wurden in den USA nur 145.000 Stellen geschaffen, wobei vor allem der Produktionssektor 12.000 Stellen verlor – die Industrie in den USA befindet sich damit nach dem größten Verlust von Jobs im Bereich „manufacturing“ seit dem Jahr 2016 weiter in der Rezession (ISM Index Gewerbe letzte Woche bei 47,2 – also deutlich unter der 50er-Marke).

Der Optimismus in Sachen US-Wirtschaft und US-Arbeitsmarkt war nach den ADP-Arbeitsmarktdaten am Mittwoch, die überrraschend starke 202.000 neue Stellen ausgewiesen hatte, groß. Die Flüsterschätzungen für die heutigen „großen“ US-Arbeitsmarktdaten lagen bei 180.000 neuen Stellen – daher der Dollar nach den Daten schwächer und der Goldpreis höher, bevor sich dann die Bewegung wieder relativierte:

Der Goldpreis reagiert auf die US-Arbeitsmarktdaten

 

Schwach auch die US-Stundenlöhne, die so wenig stiegen wie seit Juli 2018 nicht mehr. Die Arbeitslosenquote liegt in den USA weiter bei 3,5% – wobei allerdings 96 Millionen Amerikaner nicht als „arbeitslos“ klassifiziert werden, weil sie nicht zur „labor force“ gehören. So oder so: im Jahr 2019 wurden in den USA so wenige neue Stellen geschaffen wie seit dem Jahr 2011 nicht mehr, was Trumps Mantra von der „besten US-Wirtschaft aller Zeiten“ doch reichlich fragwürdig erscheinen läßt! Warum hat, wenn die US-Wirtschaft wirklich so stark wäre, die Fed im Vorjahr dreimal die Zinsen gesenkt?

Für den Goldpreis jedoch waren diese Zinssenkungen der Fed positiv (weil damit der Nachteil geringer wird, den das unverzinste Gold zu Zinsanlagen besitzt). Wichtig für den Goldpreis wird weiterhin, ob die Fed ihre Bilanz weiter so stark ausweitet wie zuletzt geschehen.

Nachdem der Goldpreis  im Gefolge der vermeintlichen Eskalation des Irankonflikts auf 1610 Dollar gestiegen war, hat sich bei den Gold-Bullen jedoch wieder etwas Ernüchterung eingestellt: „Solange die Angst der Händler vor einer massiven Eskalation zwischen den USA und dem Iran nicht wieder zurückkehrt und/oder die Fed die Zinsen senkt, dürfte der Markt die Prämie auf den Goldpreis weiter auspreisen“, so Robert Zach von Investing.com. „Gestern gab es mit einem Volumen-Spike von 813.410 Kontrakten eine Schlüsselumkehr am Gold-Markt, und derzeit gibt es sowohl fundamentale als auch technische Gründe, warum die Bären den Goldpreis auf mindestens 1.533 Dollar befördern könnten“, so Zach weiter.

„Allein wenn man sich die rekordhohe Longposition der Spekulanten so anschaut, könnte das Edelmetall genauso gut auch noch Abwärtspotenzial bis auf 1.522 Dollar oder sogar 1.511 Dollar besitzen“, fügte Robert Zach hinzu. „Mein Ratschlag: Short bei schnellen Erholungen in Richtung 1.580 Dollar“.

Im folgenden Video analysiert Lars Erichsen die charttechnischen Perspektiven für den Goldpreis im Jahr 2020:

Der Goldpreis stieg nach den schwächeren US-Arbeitsmarktdaten



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