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Gold/Silber

Goldpreis super robust: Woher die Unterstützung kommt

Claudio Kummerfeld

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am

Gold Barren - Goldpreis robust - ETF helfen

Der Optimismus rund um den Handelskrieg steigt, und dementsprechend haussieren die Aktienkurse seit Tagen, aber so richtig kräftig. Dax, Dow, Nasdaq und Co steigen deutlich an! Selbst Schwellenländer-Märkte vermelden Rekordhochs. Der Risikoappetit der Märkte steigt also. Somit werden normalerweise automatisch die sogenannten „Sicheren Häfen“ wie Gold geschwächt. Das sollte eigentlich „standardmäßig“ zu einem fallenden Goldpreis führen. Seit Ende letzter Woche berichten wir darüber, wie stabil sich der Goldpreis aber just in diesen Tagen verhält. Er fällt überhaupt nicht, sondern hält sich auf dem hohen Niveau über 1.500 Dollar, welches er nach kräftigen Anstiegen im August im Großen und Ganzen halten konnte (Goldpreis in US-Dollar im Chart seit Ende 2018).

Robuster Goldpreis – ein triftiger Grund

Das „World Gold Council“ liefert heute früh einen triftigen Grund, warum sich der Goldpreis seit Tagen und Wochen so robust zeigt. Denn im 3. Quartal sei der Zufluss in Exchange Traded Funds (ETF), die in Gold investieren, unterm Strich um 258,2 Tonnen gestiegen im Vergleich zum 2. Quartal. Das Volumen an Gold ETFs stieg auf ein Allzeithoch auf 2.855,3t. Die Zuflüsse im letzten Quartal waren so hoch wie seit 3 1/2 Jahren nicht mehr! Die lockere Geldpolitik von Notenbanken, sowie der anhaltende Drang hin zu Sicheren Häfen und Momentum-Käufe seien die Hauptfaktoren dafür gewesen. Also, wie wir es gestern schon vermutet hatten. Obwohl ganz aktuell die riskanteren Anlageformen wie Aktien gut laufen, gibt es weiterhin ein grundsätzliches Angst-Szenario an den Märkten. Die Gold-Nachfrage durch ETFs habe schwächere Nachfrage aus andere Segmenten ausgeglichen, so das World Gold Council.

Goldpreis in US-Dollar seit Ende 2018

Notenbanken erhöhen Reserven in Gold weiter

Auch erwähnt das World Gold Council aktuell, dass die Notenbanken ihre Reserven in Gold weiter deutlich ausbauen mit +156,2t im letzten Quartal. Dieser Zuwachs falle zwar 38% geringer aus als im Rekordquartal vor genau einem Jahr. Aber hey, die Zukäufe nehmen ja immer noch kräftig zu! Im Vergleich Januar-September 2018 zu Januar-September 2019 haben die Goldkäufe der Notenbanken (dieses Jahr 547,5t) um 12% zugenommen. Auch von dieser Seite wird also weiterhin kräftig Käuferdruck auf den Goldpreis ausgeübt.

Was spricht gegen einen weiteren Auftrieb für Gold?

ETFs und Notenbanken sind also Unterstützer für einen robusten Goldpreis. Dagegen halten Aspekte wie eine schwache Nachfrage aus dem Schmuck-Bereich, welche im letzten Quartal um 16% rückläufig war. Auch Anlagen und Goldbarren und Goldmünzen haben sich im letztem Quartal halbiert auf 150,3t. Privatkunden hätten bei dem hohen Goldpreis zuletzt weniger Käufe getätigt. Und auch das Angebot an Gold ist im letzten Quartal um 4% auf 1.222,3t gestiegen (die Nachfrageseite stieg um 3%). Also, es spricht nicht alles für einen weiter steigenden Goldpreis. Laut World Gold Council lag die Rally im Goldpreis im 3. Quartal und die aktuelle Stabilität darin begründet, dass die geopolitischen Unsicherheiten weiterhin vorhanden bleiben, dass die Konjunktur schwächelt, und dass die Zinsen weltweit gesenkt wurden (Zinsanlagen werden unattraktiver). Hier im Wortlaut:

Alistair Hewitt, Head of Market Intelligence at the World Gold Council, commented: “Demand this quarter nudged higher as the continued surge into ETFs more than compensated for weaker demand elsewhere. Investors have increased their exposure to gold in response to low interest rates, negative yields, and geopolitical and economic uncertainty. Indeed, gold-backed ETF volumes hit an all-time high in September. But those same global trends, notably an economic slowdown in India and China coupled with the sharp increase in the gold price, mean many consumers have held off buying gold jewellery. “Looking forward, we expect to see many of these trends continue into the end of the year as monetary policy is likely to become even more accommodative in the US and global political issues continue to weigh on sentiment.”

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Devisen

Warum sich der Goldpreis vor dem Wochenende gestärkt zeigt

Claudio Kummerfeld

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Ein Barren Gold

Der Goldpreis zeigt sich auch heute gestärkt. Wir hatten es gestern bereits angesprochen. Der diese Woche gelaufene Aufwärtstrend im Gold scheint noch nicht nachhaltig zu sein, weil in den letzten Tagen die Anlegergelder weiterhin aus Gold-ETF abflossen. Von daher sollte man dem Aufwärtstrend bei Gold noch nicht blind vertrauen. Aber es ist ein ordentlicher Anstieg.

Der Goldpreis stürzte in den letzten Wochen fast 200 Dollar in den Keller, weil die Kapitalmärkte deutlich mehr Hoffnung auf die Corona-Imfpungen hatten, und daher bereit waren in riskantere Geldanlagen zu investieren. Gold war weniger interessant. Seit dieser Woche ist aber (wir erwähnten es gestern) die wichtige negative Korrelation zwischen Gold und US-Dollar wieder angesprungen. Der Dollar fiel immer weiter, und der Goldpreis stieg. Auch heute sehen wir eine weitere Dollar-Abwertung, und Gold (Montag noch bei 1.764 Dollar) konnte sich bis vorhin noch robust bei 1.840 Dollar behaupten (aktuell 1.836 Dollar).

Den Vergleichschart von gestern zwischen Gold und US-Dollar setzten wir hiermit aktualisiert fort. Die Trends sind weiterhin intakt – zumindest in diesem Augenblick. Wir sehen den gegenläufigen Verlauf seit Anfang der Woche. Auch wenn der Goldpreis ganz aktuell ein paar Dollar fällt, so ist die gegenläufige Bewegung im Gesamtbild der Woche erkennbar. Der US-Dollar befindet sich aktuell am tiefsten Punkt seit Frühjahr 2018. Diese Talfahrt hatten wir heute in einem separaten Artikel besprochen (mehr dazu hier).

Chart zeigt Goldpreis gegen US-Dollar seit Anfang der Woche

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Gold/Silber

Goldpreis steigt! Schwacher US-Dollar vs ETF-Abflüsse

Claudio Kummerfeld

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Der Goldpreis steigt weiter an. Langsam kann man im Verlauf dieser Woche tatsächlich von einer Stärke bei Gold sprechen. Nach fast 200 Dollar Absturz in den letzten Wochen erleben wir nun vom Tiefpunkt am Montag bei bei 1.764 Dollar einen durchgehenden Anstieg auf aktuell 1.837 Dollar. Wie ist die aktuelle Lage?

Immer weiter fallender US-Dollar stärkt diese Woche den Goldpreis

Nun, seit Anfang der Woche laufen die Aktienmärkte seitwärts, oder man könnte auch sagen sie sind unentschlossen. Aber wirklich aktiv helfen tut dem Goldpreis derzeit der immer weiter fallende US-Dollar. Die letzten Monate waren Gold und Dollar die perfekte Negativ-Korrelation. Dann einige Tage überhaupt nicht mehr. Aber jetzt ist sie wieder da. Der Dollar-Index (Währungskorb des US-Dollar gegen die wichtigsten Hauptwährungen) fällt immer weiter, so auch heute! Im Chart sehen wir seit letztem Freitag in blau den Verlauf im Dollar-Index gegen den steigenden Goldpreis in rot-grün. Eine eindeutige negative Korrelation.

Chart zeigt seit Freitag steigenden Goldpreis gegen fallenden US-Dollar

Es wird dieser Tage immer wahrscheinlicher, dass unter Joe Biden und vielleicht auch schon in den Wochen vorher seiner Amtseinführung am 20. Januar 2021 neue Stimuluspakete in den USA verabschiedet werden. Mehr Staatsverschuldung, mehr Gelddrucken – das schwächt den US-Dollar, und stärkt derzeit den Goldpreis.

ETF

Wir hatten diese Woche schon zwei Mal in Berichten auf die Richtung der Geldflüsse bei Gold-ETF (Begriffserklärung hier) hingewiesen. Seit einiger Zeit fließen Anlegergelder in großem Umfang aus ETF ab, die auf Gold basieren. Auch gestern gingen die Mittelabflüsse weiter, laut Commerzbank im Umfang von fast 9 Tonnen. Man sollte den diese Woche stattfindenden Anstieg im Goldpreis inzwischen nicht mehr als eine rein technische Reaktion auf einen überverkauften Markt betrachten, sondern als echte Aufwärtsbewegung. Aber die Geldflüsse der Anleger laufen zumindest Stand gestern noch raus aus den Gold-ETF, während der Goldpreis weiter steigt. So ganz klar bullisch wirkt das noch nicht.

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Gold/Silber

Silberpreis: Ist das eine „Bärenfalle“ oder eine „Verkaufswelle“?

Jörg Bernhard

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Aus charttechnischer Sicht steigt beim Silberpreis die Spannung. Bergauf ging es in den vergangenen Handelstagen aber auch mit dessen Volatilität, die in der Finanzwelt vor allem als Risiko-Barometer dient.

Silberpreis: Marke von 22 Dollar im Auge behalten

Noch zum Wochenstart herrschte an den Silbermärkten eine besonders starke Verunsicherung. Die Impfstoff-Euphorie hat unter den Investoren zu einem verstärkten Appetit auf Aktien geführt und somit bei den altbewährten „sicheren Häfen“ Gold und Silber – insbesondere im ETF-Sektor – erhebliche Abflüsse generiert. Zugleich trübte sich die charttechnische Lage beim Silberpreis mit dem Verletzen der im Bereich von 23 Dollar angesiedelten Unterstützung markant ein. Diese erwies sich im Juli, September und Oktober als solider Boden. Weil der Kursrutsch darunter lediglich von temporärer Natur war, kann man das Verkaufssignal mittlerweile als „Bärenfalle“ betrachten. Um keinen chartindizierten Verkaufsdruck auszulösen, sollte sich das Edelmetall in den kommenden Wochen möglichst über 22 Dollar halten.

Trotz der jüngsten Kursschwäche kann man den Silberpreis als relativ widerstandsfähig bezeichnen. Nach Rückschlägen tauchen regelmäßig „Schnäppchenjäger“ auf und verhindern Schlimmeres. Wie bei Gold und beim Bitcoin verspüren in diesem Jahr vor allem institutionelle Investoren einen starken Appetit. Dies bringt der weltgrößte Silber-ETF SPDR iShares Silver Trust besonders gut zum Ausdruck. Seit dem Jahresultimo kletterte nämlich die Anzahl institutioneller Anteilseigner in den ersten neun Monaten von 481 auf 630 und legte damit um über 30 Prozent zu. Besonders interessant: Die Zahl der von dieser Investorengruppe gehaltenen Anteilsscheine hat sich im selben Zeitraum von 76,6 Millionen auf über 156 Millionen Anteile glattweg verdoppelt.

Der Blick auf die größten Anteilseigner spricht ebenfalls für sich, schließlich befanden sich unter den Top-Ten (Stand: Ende September) so klangvolle Namen wie zum Beispiel Morgan Stanley, Bank of America, UBS, Wells Fargo und Royal Bank of Canada. Deren Investitionssummen reichten von 118 Millionen bis 244 Millionen Dollar.

Fazit: In der Finanzszene werden institutionelle Investoren häufig als „smart money“ also „schlaues Geld“ bezeichnet. Schlaue Privatanleger sollten deren Geldflüsse genau beobachten. Ihre verstärkten Käufe von Bitcoins, Gold und Silber sowie diverse andere Faktoren sprechen daher für die Anlageklassen Edelmetalle und Kryptowährungen – zumindest als Depotbeimischung.

Mehr zur aktuellen Lage beim Silberpreis sehen Sie in einem Video von David Jones, chief market startegist bei capital.com, hier..

 

Der Silberpreis ist derzeit volatil - Bärenfalle oder doch Verkaufswelle?

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