Gold/Silber

Beschleunigter Ausverkauf Goldpreis taumelt immer tiefer, aber ein kleiner Hoffnungsschimmer bleibt

Goldpreis taumelt immer tiefer, aber ein kleiner Hoffnungsschimmer bleibt

Der Goldpreis hat am Freitag seine Talfahrt fortgesetzt und fiel auf den tiefsten Stand seit 2 Jahren. Zeitgleich erreichten der US-Dollar und die Renditen auf Staatsanleihen neue Höchststände. Stark steigenden Zinsen an den Kapitalmärkten machen schließlich festverzinsliche Papiere für Anleger attraktiver als Investitionen im zinslosen Gold. Der restriktive Kurs der Fed sowie die jüngsten Zinserhöhungen führender Notenbanken sind der Auslöser des starken Anstiegs der Kapitalmarktzinsen. Neben der US-Notenbank haben ebenfalls die Bank of England und die Schweizer Nationalbank in der Vorwoche an der Zinsschraube gedreht.

In diesem geldpolitischen Umfeld tut sich Gold schwer, während die rasant gestiegenen Renditen auf Staatsanleihen immer mehr Anleger anziehen. Vor allem die Fed hat zuletzt wiederholt deutlich gemacht, dass der Kampf gegen die Inflation Priorität hat, sogar auf Kosten eines Wirtschaftsabschwungs. Damit hat sie ein Signal für länger steigende Zinsen gesetzt, was den Dollar weiter aufgewertet hat. Ein starker Dollar verteuert das Edelmetall, da Gold auf dem Weltmarkt in Dollar gehandelt wird. Nicht nur fundamental sieht es derzeit schlecht aus, sondern auch aus technischer Sicht. Der Bruch der massiven Unterstützungszone bei rund 1.680 Dollar, die über zweieinhalb Jahre gehalten hatte, hat den Goldpreis zusätzlich in Bedrängnis gebracht und ein technisches Verkaufssignal ausgelöst.

Ausverkauf an den Terminmärkten

Seit Wochen sehen wir Abflüsse aus Gold-ETFs sowie einen Ansatz von Verkaufspanik an den Terminmärkten. Mit dem Rutsch unter die wichtige Unterstützungszone haben Spekulanten an den Terminmärkten ihre Wetten auf fallende Notierungen nochmal ausgeweitet. Der am Freitag veröffentlichte Commitments of Traders Report (CoT) zeigt einen anhaltenden Verkaufsdruck sowohl bei kleinen als auch bei Großspekulanten. Die institutionellen Großspekulanten haben ihre Long-Positionen deutlich reduziert und zugleich ihre Shorts ausgebaut.

Etwas Hoffnung macht aber die Tatsache, dass die Commercials (Smart Money) ihre Short-Positionen um rund 20.600 Kontrakte reduziert und die Long-Seite um 14.900 Kontrakte aufgestockt haben. Zudem ist die Stimmung unter Gold-Anlegern dermaßen eingetrübt, dass das Sentiment als Kontraindikator fungieren könnte.

Goldpreis: Unter 1.680 USD drohen tiefere Notierungen

Angesichts der hohen Renditen und dem starken Dollar liegt der Fokus weiterhin auf der Unterseite. Der übergeordnete Abwärtstrend ist intakt und wurde mit dem Bruch der 1.680-Dollar-Marke bestätigt. Solange der Goldpreis darunter notiert, droht weiteres Ungemach. Die nächsten potenziellen Korrekturziele liegen bei 1.600 USD und am 2019er Hoch bei 1.566 USD.

Aktuell kämpft der Goldpreis mit der Horizontalen bei 1.640 USD. Oberhalb davon könnte er den Widerstand bei 1.655 USD ansteuern. Bei einem Überwinden der Hürde wäre eine Rally in Richtung von 1.682/88 und darüber bis 1.724 und 1.735 USD möglich. Allerdings könnte die fallende Trendlinie möglichen Erholungsversuchen entgegenwirken.

Gold Ausverkauf: Intakter Abwärtstrend - Renditen und Dollar belasten

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4 Kommentare

  1. Steuerfreie Kursgewinne in der letzten 12 Monate (in Euro) fast 14% und dieses Jahr über 6 %.

  2. welche Talfahrt ? In Euro bleibt der die ganze Zeit fast gleich.
    Gold und Silberkurs passen sich im Fallen und Steigen an den Dollar an.

  3. Nun sehen wir in Echtzeit, wie Gold auch gegen eine kollabierende Währung schützt.
    Bisher haben wir nur in Staaten wie Venezuela, Argentinien, Türkei, usw. gesehen, dass Gold immer seine Kaufkraft behalten hat, wenn es darum ging, in dem jeweiligen Land Waren zu kaufen.
    Gut, in Dollar ist der Kurs für Gold gefallen. Aber ich muss hier in Europa die Waren kaufen, die ich benötige. Und diese Waren sind im Schnitt sicherlich auch mindestens 12 % teurer geworden.
    Damit hat sich der Kursgewinn von Gold ja auch so gut wie neutralisiert. Aber Gold hat in Europa vor Inflation geschützt.
    Und wo hat man schon steuerfreien Inflationschutz?
    Die Löhne müssten um etwa 20 % erhöht werden, wenn etwa 12 % netto dabei herauskommen sollten.
    Sicherlich immer noch besser, als beim DAX erst 20 % Kursverluste, und dann davon noch die um die Inflation gestiegenen Preise für Waren bezahlen.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

  4. Pingback: *** Must-Read: Aktuelles vom 27.09.2022 *** | das-bewegt-die-welt.de

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