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Gold/Silber

Goldpreis trotz Demokraten-Sieg gefallen – was ist hier los?

Claudio Kummerfeld

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am

Ein Barren Gold

Der Goldpreis fiel gestern plötzlich. Warum? Nun, ein kurzer Blick zurück. Gestern Vormittag begleiteten wir den steigenden Goldpreis (von 1.900 Dollar an Silvester bis auf 1.959 Dollar gestern früh gestiegen) mit der Headline-Aussage, dass dies eine Wette auf einen Sieg der Demokraten sei. Denn es sah immer mehr danach aus, dass sie bei der Wahl in Georgia beide Senatssitze gewinnen würden – wie es nun auch bestätigt wurde! Damit beherrschen die Demokraten neben dem Weißen Haus auch beide Kammern im US-Kongress.

Somit kann Joe Biden kräftig neue Schulden machen. Dies ist in der Regel eine gute Nachricht für den Goldpreis. Denn die Anleger suchen dann eigentlich die Sicherheit des Fluchthafens Gold. Höhere Inflationserwartungen sorgen ebenfalls dafür, dass man sein Vermögen mit Gold sichern will.

Und in diesem Fall, wenn der Staat vor einer neuen Schuldenwelle steht, könnte die Inflation in der Tat ansteigen – und die Fed hat bereits klar gemacht, dass sie höhere Preis nicht so schnell eindämmen will. Also hätte der Goldpreis weiter steigen müssen? Aber nein, er begann gestern eine Talfahrt von 1.959 Dollar bis auf 1.900 im Tiefpunkt (aktuell erholt auf 1.921 Dollar).

Goldpreis spürbar gefallen

Was war da los? Nun, der Markt sagte sich offenbar: Bei steigender Inflationserwartung will der Anleiheinvestor einen Ausgleich für die Geldentwertung sehen, also höhere Renditen. Und so stieg die Rendite für die entscheidende Kenngröße, die zehnjährigen US-Staatsanleihen, von gestern früh bei 0,95 Prozent bis jetzt auf 1,05 Prozent. Das wirkt nicht nach viel, aber am Anleihemarkt sind das Welten! Somit werden Anleihen attraktiver, und das zinslose Gold wird weniger attraktiv. Gleichzeitig legte der US-Dollar gestern zu.

Dann stiegen auch noch die Aktienmärkte gestern sprunghaft (Risk On-Szenario), weil man sich dank mehr Staatsschulden einen Schub für die Wirtschaft erhofft. Das war zu viel für das Edelmetall, und der Goldpreis sackte kräftig und schnell ab. Aber die grundsätzlichen Argumente für eine Attraktivität bei Gold sind ja nicht aus der Welt. Die stark steigenden Staatsschulden in den USA und höhere Inflationserwartungen könnten Gold wieder pushen. Aber man sieht ja, wie wacklig die Lage sein kann. Am Freitag schaut der Markt auf die US-Arbeitsmarktdaten, die US-Dollar und Goldpreis erneut in Bewegung versetzen können. Hier noch eine ganz frische Erklärung der gestrigen Geschehnisse bei Gold aus Sicht des Analysten Daniel Briesemann von der Commerzbank. Zitat auszugsweise:

Der neu gewählte US-Präsident Biden verfügt (nach dem Sieg in Georgia) über eine eigene Mehrheit in beiden Kammern des Kongresses, was ihm das Regieren einfacher machen dürfte. Die neue Konstellation lässt weitere fiskalpolitische Stimulierungsmaßnahmen in den USA erwarten. Schon kurzfristig könnten neue Corona-Hilfsmaßnahmen beschlossen werden, die von den Republikanern bislang abgelehnt wurden. Im Vorfeld wurde bereits von einer „blauen Welle“ gesprochen (die Farbe der Demokraten in den USA ist blau). Dies dürfte die Wirtschaft stimulieren und für ein Anziehen der Inflation sorgen. Einhergehend damit dürften die Realrenditen fallen. Auf jeden Fall hat es bereits den US-Dollar belastet: Der handelsgewichtete Dollar-Index ist auf ein neues Mehrjahrestief gefallen.

In einer ersten Reaktion hat Gold hiervon und in seiner Eigenschaft als wertstabile Anlage profitiert. Es ist auf ein neues 2-Monatshoch von 1.960 USD je Feinunze gestiegen. Wie aus dem Nichts sackte der Goldpreis am Nachmittag aber ab und fiel im Tief bis auf 1.900 USD. Zum Preisrückgang haben wahrscheinlich die gestiegenen Anleiherenditen beigetragen – in den USA ist die Rendite 10-jähriger Staatsanleihen erstmals seit März über die 1%-Marke gestiegen. Auch hier dürfte die Aussicht auf eine noch expansivere Fiskalpolitik eine Rolle gespielt haben. Über Nacht hat sich Gold um rund 25 USD erholt. Die Unruhen in Washington hatten hierauf aber wohl nur geringen Einfluss.

Chart zeigt Goldpreis-Verlauf in den letzten zehn Tagen
Goldpreis-Verlauf in US-Dollar in den letzten zehn Tagen.

3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    LookOut

    7. Januar 2021 14:12 at 14:12

    Naja bei Gold habe ich zwischen 2000 – 2021 durschnittlich 7 % Rendite.

    Bei einer 10 Jährigen US Staatsanleihe selbst wenn sie auf 1% Zins ist ist sie abzüglich der Inflation immernoch negativ.

    Daher sehe ich an dieser Stelle keine Gefahr für Gold.

    Wenn ich 10 000€ in Gold anlege habe ich nach 10 Jahren mit 7 Rendite ungefähr 19800€

    Wenn ich 10 000€ in US Staatsanleihen anlege habe ich bei 1% Rendite ca. 11000€ wenn wir allerdings von einer Inflation von 2,4% (im optimistischsten Fall denke es werden eher 4% aber egal) pro Jahr in den USA ausgehe habe ich bei einer 10 Jährgen US Staatsanleihe aus 10 000 nur noch 8700€ gemacht (wenn man die Geldentwertung berücksichtigt)

    Die Rendite der US Staatsanleihe müsste schon höher sein als die Inflation damit es eine reale Gefahr für Gold dastellen könnte, bei der aktuellen Verschuldung ist es äußerst zweifelhaft das die Rendite über 2,4% steigt, selbst in dem unrealistischen Szenario einer 2,4% Verzinsung der US Staatsanleihe würde Gold mit einer durschnittlichen Rendite von 7% immernoch stark ausperformen.

  2. Avatar

    Boernschn

    7. Januar 2021 18:42 at 18:42

    Die wahrheit ist wohl: kein analyst hat eine ahnung warum gold nicht besser performt. Oder man traut es sich nicht auszusprechen. Es spricht schliesslich ALLES für einen anstieg des goldpreises, aber es geschieht einfach nicht. Das ist total irrational und durch logik nicht erklärbar.

  3. Avatar

    Pessi- Mist

    7. Januar 2021 18:58 at 18:58

    @BOERNSCHEN ,Das ist Bubi einfach. Die Welt ist so rosig, d.h. RISK ON . Und bei so rosiger Zukunft steigen Öl , Zinsen, Aktien, Digitalschrott u.s.w. Die sicheren Werte wie Gold sind dann eher weniger gefragt. Die Geldschwemme schwemmt ja alle Probleme weg. Beim Wegschwemmen des heimtückischen Virus könnten sich die Notenbanken noch die Zähne ausbeissen.

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Gold/Silber

Goldpreis: Wacklige Nummer bei 1.850 Dollar

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

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Ein Stapel Barren aus Gold

Der Goldpreis war am Freitag von 1.863 auf 1.837 Dollar gefallen, konnte sich dann aber Abends wieder erholen. Bis jetzt kann Gold Niveaus um die. 1.850 Dollar halten. Der zehn Tage zurückreichende Chart zeigt, dass es aktuell keine klare Trendrichtung gibt (wir sprachen schon letzte Woche über die schwierige Lage vor allem dank der Biden-Wahl). Der US-Dollar als negative Korrelation zu Gold hatte die ganze letzte Woche eine fallende Tendenz, und wirkt so, als wolle er heute weiter fallen. Aber da gibt es noch andere Faktoren für den Goldpreis. Hier drucken wir zwei ganz aktuelle Analystenkommentare von heute ab.

Verschiedene Faktoren ziehen derzeit am Goldpreis

Ipek Ozkardeskaya, Senior Analyst at Swissquote Bank, meint aktuell zu Gold, dass die Bären einen starken Abwärtsdruck auf den gleitenden 200-Tage-Durchschnitt bei der Marke von 1.846 Dollar ausüben, da die Risikobereitschaft trotz aller negativen Stimmungen aufgrund des Virus solide bleibe, und die 10-jährige US-Rendite sich nahe der 1,10 %-Marke halte.

Naeem Aslam, Chief Market Analyst bei Avatrade sagt aktuell über Gold, dass das Edelmetall Metall wieder einmal darum kämpfe im positiven Bereich zu bleiben. Händler würden hoffen, dass Joe Bidens neues Konjunkturpaket grünes Licht von den Gesetzgebern bekomme, und dies könne den Goldpreis stützen. Gold gelte als Absicherung gegen Inflation, und das ist hier das wichtigste Spiel. Mit Sicherheit werde Gold in dieser Woche eine viel höhere Volatilität erleben. Und das Ereignis, das den Goldpreis am meisten beeinflussen dürfte, werde die US-BIP-Zahl (am Donnerstag um 14:30 Uhr) sein.

Man sehe keine große Aufwärtsbewegung für den Goldpreis, da Pfizer sein Problem mit der Lieferung von Coronavirus-Impfstoffen gelöst habe. Dies bedeute, dass man weniger Herausforderungen bei der Erreichung der Hauptziele sehen könnte. Da immer mehr Menschen die Impfung erhalten, werde der Weg zur wirtschaftlichen Erholung laut Naeem Aslam wahrscheinlich sanfter werden, und das sollte die Investoren zu risikoreicheren Anlagen drängen, was für den Goldpreis nicht sehr positiv sei.

Was die technischen Preisniveaus betrifft, so hätten die Warnlampen wieder zu blinken begonnen, da der Goldpreis unter den 50-Tage-SMA auf dem täglichen Zeitrahmen laut Naeem Aslam gebrochen sei. Dies sei die letzte Hoffnung für die Bullen gewesen, da der Goldpreis bereits unter dem 100- und 200-Tage-SMA auf dem täglichen Zeitrahmen handelte. Es sei wahrscheinlich, dass sich der Goldpreis in Richtung der frühen 1.800er-Marke bewegt, wenn der Preis nicht über den 50-Tage-SMA auf dem Tageszeitrahmen steigt.

Chart zeigt Goldpreis-Verlauf seit zehn Tagen

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Goldpreis-Verlauf unter Joe Biden – das ist keine einfache Thematik

Claudio Kummerfeld

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Gold mit US-Dollar und Adler

Wenn ein Unternehmen seine Quartalszahlen deutlich besser als erwartet veröffentlicht, dann ist die Lage einfach und klar. Der Aktienkurs sollte steigen. Und im Goldpreis? Da wird die Lage mit Sicht auf mehrere Wochen und Monate etwas schwieriger. Joe Biden ist jetzt neuer US-Präsident. Und nun steht das gewaltige 1,9 Billionen Dollar schwere Stimulus-Paket an. Wird es verabschiedet werden, und was sind die Auswirkungen auf den Goldpreis?

Carsten Fritsch von der Commerzbank wies am Mittwoch in einem Kommentar darauf hin, dass die Verabschiedung dieses gigantischen Konjunkturpakets die erste große Aufgabe von Joe Biden sein werde. Zwar würden die Demokraten nach dem Sieg bei den Senats-Stichwahlen in Georgia über eine knappe Mehrheit in beiden Kongresskammern verfügen. Einfach werde der Genehmigungsprozess dennoch nicht. Von daher bleibe abzuwarten, wie lange es dauert, bis das Paket unterschriftsreif auf dem Schreibtisch des neuen Präsidenten liegt. Gold dürfte laut Carsten Fritsch von dieser Unsicherheit profitieren. Nach Inkrafttreten dürfte die Wirtschaft in den USA dank des massiven Impulses spürbar anziehen, was den US-Dollar aufwerten lassen und den Goldpreis damit belasten könnte.

Goldpreis im größeren Bild mit guten Aussichten?

Das ist das kurzfristige Szenario für die Aussicht auf Tage und Wochen. Und danach, wenn man auf das große Gesamtbild blickt? Gold ist doch der Fluchthafen, wenn die angeblich große Inflationswelle kommt? Ja, dieses Szenario sollte im größeren Bild nie vergessen werden. Die Notenbanken drucken immer mehr Geld, die Staaten verschulden sich immer mehr. Nicht eine Hyperinflation, sondern „nur“ ein deutlich spürbares Anziehen der Inflation könnte den Goldpreis wieder anfachen als Fluchthafen. Die Fed hat Ende letzten Jahres schon klar gemacht, dass sie zur Stützung der Konjunktur eine möglicherweise anziehende Inflation erst einmal nicht bremsen würde mit höheren Zinsen. Dies wäre womöglich die Chance für Gold-Trader auf höhere Kurse zu setzen.

Blickt man ganz aktuell auf den Goldpreis, dann hat er diese Woche zulegen können. Unter 1.830 Dollar am Montag gestartet, ging es bis gestern rauf auf das Hoch bei 1.874 Dollar. Aktuell kann man sich mit 1.862 Dollar auf erhöhtem Niveau halten. Im Chart sehen wir seit Montag den steigenden Goldpreis gegen den fallenden US-Dollar (Dollar-Index blau). Gestern hatten wir schon den nicht einfach zu erklärenden Goldpreis-Anstieg in dieser Woche besprochen. Derzeit ist die Lage nicht ganz so klar wie üblich. Die Biden-Wahl bringt viel in Bewegung.

Chart zeigt Goldpreis-Anstieg seit Montag gegen fallenden US-Dollar

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Silberpreis: Geht es jetzt bald deutlich nach oben?

Markus Fugmann

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Der Silberpreis hatte einen holprigen Start in die Woche – aber er hat es geschafft, wieder ins Positive zu drehen. Wohin wird sich das Edelmetall in den kommenden Wochen bewegen?

Der Silberpreis war im Januar 2021 ziemlich instabil. Das gilt insbesondere nach dem deutlichen Pullback, den wir seit Wochenbeginn gesehen haben. Fast unmittelbar danach prallte Silber jedoch vom Unterstützungsniveau bei 24 $ wieder nach oben.

Silberpreis: Der Widerstand bei 26 Dollar

Trotz der deutlichen Erholung beim Silberpreis vom Unterstützungsniveau von 24 Dollar: nun liegt ein starker Widerstand um die $26-Marke vor uns. Sollte es dem Silber jedoch gelingen, diese Marke zu überwinden, könnten im Januar sogar Gewinne bis zur 28 $-Marke möglich sein.

Bricht jedoch das Unterstützungsniveau von 24 $,  dann dürfte der Silberpreis bis auf 22,90 $ zurückfallen. Übergeordnet geht David Jones, chief market strategist bei capital.com, davon aus, dass Silber weiter steigen wird. Aber das größte Risiko wäre eine Erholung beim US-Dollar:

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Wohin geht der Silberpreis?

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