Der Goldpreis bleibt im Fokus der Märkte: Während Händler die Waffenruhe zwischen den USA und China mit Skepsis betrachten, behauptet sich Gold über der Marke von 4.000 US-Dollar pro Unze. Das Edelmetall profitiert weiterhin von geopolitischen Spannungen und dem wachsenden Appetit der Zentralbanken, die ihre Goldreserven angesichts globaler Unsicherheiten aufstocken. Doch hinter der scheinbaren Ruhe brodelt es – die fragile Einigung zwischen Washington und Peking könnte sich als nur kurzfristige Atempause im strategischen Wettstreit der Supermächte erweisen.
Goldpreis zurück über 4.000 Dollar
Der Goldpreis schwankte am Freitagmorgen um die 4.000 US-Dollar pro Unze, da Händler eine mögliche Waffenruhe im Handelskonflikt zwischen den USA und China abwogen. Diese brachte zwar kurzfristige Fortschritte, konnte die Bedenken hinsichtlich des langfristigen Wettbewerbs zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt jedoch nicht zerstreuen, so Bloomberg.
Der Spotpreis für Gold fiel am Freitag um bis zu 0,8 %, nachdem er in der vorangegangenen Sitzung um 2,4 % gestiegen war und damit eine viertägige Verlustserie beendet hatte. In seinen ersten öffentlichen Äußerungen nach dem Treffen mit US-Präsident Donald Trump forderte der chinesische Staatschef Xi Jinping stabile Lieferketten.
Die Gespräche zwischen den beiden Staatschefs schienen die monatelange Politik des Pokerns vorerst zu beenden. Eine einjährige Pause dürfte jedoch lediglich zu einer Stabilisierung der Beziehungen führen und beiden Seiten Zeit verschaffen, ihre strategische Abhängigkeit zu verringern. Die Entspannung unterstreicht auch den Anstieg der wirtschaftlichen Macht Chinas seit Trumps erster Amtszeit als US-Präsident – eine Entwicklung, die das Interesse an sicheren Anlagen wie Gold beflügelt.
Die Erholung des Goldpreises wirkt bislang wie eine technische Gegenbewegung. Zwar hat sich das Edelmetall nach dem jüngsten Ausverkauf stabilisiert, doch das Risiko weiterer Abgaben bleibt hoch. Erst ein Ausbruch über das Verlaufshoch bei 4.046 USD könnte weiteres Erholungspotenzial bis 4.140 USD und darüber hinaus eröffnen. Anleger müssen sich wohl auf eine Phase erhöhter Volatilität einstellen.

Gold vor zweiter Verlustwoche
Dennoch ist der Goldpreis in dieser Woche bisher um mehr als 2 % gefallen und steuert damit auf den zweiten Wochenverlust in Folge zu. Die Erwartung, dass die US-Notenbank Fed in diesem Jahr weniger Zinssenkungen vornehmen könnte, belastet das nicht verzinsliche Edelmetall. Gleichzeitig fallen Staatsanleihen weiter, nachdem Fed-Chef Jerome Powell Anleger vor zu hohen Erwartungen an eine Zinssenkung im Dezember gewarnt hat.
Nach einer rasanten Rally, die den Goldpreis am 20. Oktober auf einen Rekordwert von 4.381 US-Dollar pro Unze getrieben hatte, hat das Edelmetall stark nachgegeben. Die jüngsten Abflüsse aus goldgedeckten börsengehandelten Fonds haben einen Teil der Unterstützung zunichte gemacht, die den Anstieg gestützt hatte: Die gesamten Gold-ETF-Bestände fielen am Mittwoch zum sechsten Mal in Folge. Laut Daten von Bloomberg stellt dies die längste Abwärtsbewegung seit April dar.
Trotz des jüngsten Rückgangs hat der Goldpreis in diesem Jahr um mehr als 50 Prozent zugelegt. Dies ist auf das Bestreben der Mainstream-Anleger zurückzuführen, ihre Portfolios gegen Risiken abzusichern, sowie auf die beschleunigten Käufe der Zentralbanken, wie aus einem Bericht des World Gold Council vom Donnerstag hervorgeht. Die Zentralbanken kauften im dritten Quartal 28 % mehr Gold als in den vorangegangenen drei Monaten und kehrten damit den Abwärtstrend zu Beginn des Jahres um.
Der Spot-Goldpreis stieg zeitweise um 0,5 % auf 4.046,16 USD pro Unze, ehe es die Gewinne wieder abgab und um 6:00 Uhr in London bei 4.009, 42 USD notierte. Der Bloomberg Dollar Spot Index fiel um 0,1 %, nachdem er in der vorangegangenen Sitzung um 0,4 % gestiegen war. Silber legte hingegen um 0,4 % zu und setzte damit seine dreitägige Gewinnserie fort. Auch Platin und Palladium stiegen.
FMW/Bloomberg
Kommentare lesen und schreiben, hier klicken













die fundamentalen gründe für gold haben sich keinen mm verändert.
es wurde nur der spekulative überhang der alles-blase abgebaut. also mittel-/langfristig vollkommen egal für buy and hold investitionen, die bei gold mmn nach wie vor insb. bei physischem sinn macht.
Ich glaube nicht, dass Gold besonders auf Handelskonflikte reagiert.
Dann schon eher Silber.
Zumal wenn sich nun immer weiter die Erkenntnis durchsetzt, dass die Klima-Hysterie menschengemacht ist und nicht der Klimawandel.
Viele Grüße aus Andalusien Helmut