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Goldpreis über 1.600 Dollar – Gründe, ETF und Meinungen

Claudio Kummerfeld

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Gold Barren Beispielbild

Mit 1.612 Dollar notierte der Goldpreis gestern Abend sogar 2 Dollar über dem Hoch vom 8. Januar. Auch wenn Gold aktuell bei 1.609 Dollar notiert, so ist dieses gestrige Überschreiten des Januar-Hochs ein doch positives Zeichen auf dem Weg nach oben? Erst gestern berichteten wir über die doppelte Stärke im jüngst gestiegenen Goldpreis. Denn der US-Dollar (sichtbar im Dollar-Index) steigt und steigt und steigt. Das spräche eigentlich für Schwäche im Gold. Und auch die Aktienkurse zeigen sich robust. Der Risikoappetit (Risk On) ist vorhanden – auch das spräche gegen einen steigenden Goldpreis – aber er steigt. Eine echte eigenständige Stärke in dem Edelmetall!

Goldpreis steigt wegen der hohen Nachfrage

Schon der Degussa-Experte Thorsten Polleit wies jüngst auf die hohen Geldzuflüsse in börsengehandelte Fonds (Exchange Traded Funds) hin. Privatanleger wie auch große institutionelle Investoren scheinen derzeit wie wild ihr Geld in Gold-ETF zu pumpen, was natürlich für einen steigenden Goldpreis sorgt! Laut Daten der US-Börsenaufsicht SEC erhöhte der weltweit größte Vermögensverwalter BlackRock seinen Anteil am weltweit größten Goldfonds SPDR Gold Trust im letzten Quartal um 318%. Auch Goldman Sachs erhöht seine Anlagen in Gold kräftig! Auch daher ist es nicht verwunderlich, wenn der Goldpreis steigt, während gleichzeitig die Aktienkurse von Rekord zu Rekord klettern. (Buch: Die Wohlstandsvernichter: Wie Sie trotz Nullzins, Geldentwertung und Staatspleiten Ihr Vermögen erhalten)

Gründe und Meinungen

Was sind die Gründe für den steigenden Goldpreis? Während viele Anleger weiter euphorisch im Aktienmarkt investieren und Angst haben Gewinne zu verpassen, gibt es offenbar genug Anleger, die parallel dazu den „Sicheren Hafen“ suchen. Aber nicht nur das. Seit geraumer Zeit treibt im größeren Bild gesehen das Nullzinsumfeld die Anleger in das zinslose Gold. Und derzeit ist die Angst vor weiter fallenden Zinsen weltweit real vorhanden, dank Industrie-Rezession und Coronavirus. Denn man weiß ja… droht eine Krise, wollen die Notenbanken sofort wieder irgendwas stimulieren!

Degussa-Experte Thorsten Polleit benennt als Gründe für den Drang ins Gold vor allem die anhaltend niedrigen Zinsen. Und die wachsenden Risiken im internationalen Geld- und Kreditsystem befördern die Nachfrage nach Gold zu Anlage- und Absicherungszwecken. Das zeige sich recht unmissverständlich auch im Zufluss in die Gold-ETFs, so Polleit. Auch möchten wir ergänzen: Der deutsche Privatanleger dürfte wohl mehr und mehr zu Gold drängen, wenn (wie die Tendenz ja aktuell aussieht) die Banken immer mehr zu Negativzinsen auch bei kleineren Guthaben übergehen. (Buch: Der größte Crash aller Zeiten: Wirtschaft, Politik, Gesellschaft. Wie Sie jetzt noch Ihr Geld schützen können)

Naeem Aslam von Avatrade meint, dass die technischen Indikatoren bei einem Goldpreis über dem kritischen Niveau von 1.600 Dollar bestätigen würden, dass der Bullenlauf kurz davor stehe, eine ernsthafte Stärke zu erlangen. Jasper Lawler von der London Capital Group erwähnt, dass das aktuelle Niveau im Goldpreis immerhin der höchste Stand seit 2013 ist (siehe Langfristchart in US-Dollar seit dem Jahr 2010). Seine „beste Annahme“ sei, dass der Ausbruch nach oben halte, und dass sich die Preise in relativ kurzer Zeit in Richtung 1.650 Dollar pro Unze bewegen. Also, so unsere Frage zum Schluss: Rauscht der Goldpreis weiter nach oben? Oder gibt es erstmal ein Durchschnaufen mit leicht fallenden Kursen, weil steigender Dollar und steigende Aktien doch zu stark gegen Gold drücken?

Goldpreis in US-Dollar seit 2010

5 Kommentare

5 Comments

  1. Avatar

    Hesterberg

    20. Februar 2020 11:34 at 11:34

    Spätestens wenn das Vertrauen in unendlich steigende und völlig irrationale Aktienmärkte schwindet und die Zinsen sich unausweichlich weiter absenken, wird es zu einer gigantischen Umschichtung von Geldvermögen in die Edelmetalle kommen, wie sie die Welt noch nie gesehen hat. Wir stehen am Anfang dieser Entwicklung.

  2. Avatar

    franko33

    20. Februar 2020 12:56 at 12:56

    Mann könnte folgende Schlussfolgerung ziehen:

    Bei dem stark ansteigenden Dollar – ist das schon die Flucht in den USD bevor dieser kollabiert ?

    Anstieg des Goldes:

    Natürlich in erster Linie eine Absicherung.Nicht nur ich bin sehr skeptisch warum der USD so steigt.

    Charttechnisch wartet alles auf ein Fallen.
    Die Befürchtung in diesem Beitrag ist natürlich berechtigt – falls die Widerstände
    brechen sollten sehen wir gang schnell die 1900.Angemessen wäre es allemal !

    • Avatar

      Hesterberg

      20. Februar 2020 14:24 at 14:24

      Widerstände gibt es ohnehin nur in den Köpfen von Charttechnikern und deren Anhängern. Und weil deren Widerstandslinien so häufig überschritten werden, erklären sie schon im Vorfeld auch immer gleich, mit dem Überschreiten könnten die Kurse weiter steigen. Von dem sich dahinter verbergenden Scharfsinn bin ich immer wieder aufs Neue fasziniert.

      • Avatar

        Segler

        20. Februar 2020 23:23 at 23:23

        Grüezi @Hesterberg,
        Ihr humorvolles Posting neulich hat mir gefallen.
        So viel Humor und Feinsinnigkeit hatte ich Ihnen nicht zugetraut – umso mehr bin ich angenehm überrascht.
        Vermutlich haben wir beide voneinander eine Meinung, die der Realität nicht nahe kommt.
        Auch Ihr Seitenhieb auf die Charttechniker, die „Unterstützungen“ und „Widerstände“ sehen und Linien malen, entlockte mir ein Schmunzeln.
        Die Charttechniker werden noch getoppt von Elliot-Fetischisten und Wellenzählern, die sich untereinander zerstreiten wie aktuell die demokratischen Kandidaten in den USA. Eines können sie alle: Sie können mit extremer Präzision erklären, dass und warum der Kurs genauso hat laufen müssen und es zwangsläufig genau so hat kommen müssen, wie es gekommen ist.
        Sobald es um Prognosen geht, laufen sie zur germanistischen Kür auf und brillieren mit dem Konditional.
        „Könnte – Würde, Wenn – Dann – Sollte – Vielleicht“
        Despektierlich auf den Punkt bringt es ein ostfriesischer Kollege:
        „Blubber, blubber, blubber“
        Robby aus Südoldenburg weiss, dass es jetzt auf ihn gemünzt ist – Liebe Grüsse ;-)

        Also lieber Kollege Hesterberg – sollten Sie in meine Gegend kommen (Nordschweiz), dann lade ich sie auf ein feines Essen mit gutem Vino ein.
        Herzliche Grüsse
        Der Segler

  3. Avatar

    Goldsammler

    20. Februar 2020 17:32 at 17:32

    Heute stand ich im Stau auf der A3, aus Langeweile schaute ich mal mal bei FMW rein. Meine schlechte Laune war nach dem lesen und ein lautes Lachen übergegangen. Die meisten hier, vor allem die Trader verstehen einfach den Sinn von physischem Gold nicht.

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Experte Andre Stagge: Trading kurz vor der US-Wahl

Redaktion

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So kurz vor der US-Wahl, worauf sollten Trader achten? Wer wird die Wahl gewinnen, und was bedeutet das für die Börse? Der Experte Andre Stagge (hier mehr zu seiner Person) erklärt im folgenden ganz aktuellen Video seine Meinung und seine Handelsstrategie. Müssen seine Handelsstrategien „Turnaround Tuesday“ und „Ultimo“ in dieser besonderen Woche ausgesetzt oder angepasst werden?

Der Börsenexperte Andre Stagge
Andre Stagge

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Goldpreis steigt nicht – Gründe, aktuelle Lage, Expertenkommentar

Claudio Kummerfeld

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Gold und US-Dollar mit Adler

Der Goldpreis war letzte Woche wacklig unterwegs (wir berichteten). Das gilt auch für diese Woche. Wird die runde Marke von 1.900 Dollar zur Dauer-Qual für die Gold-Bullen, weil der Goldpreis immer und immer wieder hierhin zurückfällt? Ganz aktuell fällt der Goldpreis wieder zurück von 1.910 Dollar heute früh auf jetzt 1.901 Dollar.

Zwar sind die Renditen für zehnjährige US-Staatsanleihen seit letztem Freitag wieder gesunken von 0,86 auf 0,80 Prozent. Aber der US-Dollar (in Form des Dollar-Index) zeigt sich seit Freitag relativ stabil auf Niveaus um die 93 Indexpunkte. Der Rückfall im US-Dollar konnte letzten Mittwoch gestoppt werden, und ist seitdem abgesagt. Dies ist schlecht für den Goldpreis.

Goldpreis-Anstieg bei Verschärfung der Corona-Lage?

Wir empfehlen beim Klick an dieser Stelle die gestrige Analyse von CMC Markets-Analyst Jochen Stanz zu Gold. Er bespricht ausführlich die Frage, ob im Goldpreis der große Knall bevorsteht. Was, wenn der zweite globale Lockdown umfassend durchgeführt wird? Die Staatsausgaben zur Stützung von Bevölkerung und Wirtschaft überall auf der Welt würden die Staatsverschuldungen immens nach oben treiben, was eine große Chance für Gold darstellen könnte.

Aber im Augenblick klebt der Goldpreis weiter an der 1.900 Dollar-Marke. Die Aktienmärkte fallen, und der US-Dollar sackt nicht weiter ab. Wir erinnern uns. Im März, wo die Corona-Panik weltweit am Schlimmste war, schoss der Dollar-Index von 95 auf 103 Indexpunkte nach oben (Flucht in den Sicheren Hafen US-Dollar), und zwar sehr schnell. Der Goldpreis fiel von 1.700 auf 1.464 Dollar. Also: Könnte der Goldpreis bei einer dramatischen Verschärfung der Corona-Lage erneut nicht profitieren, weil der steigende US-Dollar Gold ausbremst?

Heutige Konjunkturdaten

Derzeit jedenfalls kann der Goldpreis als sicherer Fluchthafen in unsicheren Zeiten nicht von den weltweit stark zunehmenden Corona-Infektionszahlen profitieren. Heute um 13:30 Uhr werden in den USA die Auftragseingänge langlebiger Wirtschaftsgüter veröffentlicht, und vermutlich um 12 Uhr deutscher Zeit veröffentlicht der weltweit größte Baumaschinenhersteller Caterpillar seine Quartalszahlen. Beide Ereignisse könnten Aktienkurse und US-Dollar in Bewegung bringen, wie auch den Goldpreis. Genauso kann auch das um 15 Uhr veröffentlichte US-Verbrauchervertrauen die Kurse bewegen.

Aktueller Analystenkommentar

Die Experten der Commerzbank haben vor wenigen Minuten einen Researchbericht auch zu Gold veröffentlicht. Hier auszugsweise im Wortlaut:

Heute Morgen notiert Gold weiter in unmittelbarer Nähe der 1.900 USD-Marke, die eine starke Anziehungskraft auf den Preis ausübt. Gold in Euro gerechnet notiert seit etwa vier Wochen knapp oberhalb von 1.600 EUR je Feinunze. Eine nennenswerte Preiskorrektur wird unseres Erachtens durch die anhaltend solide Investmentnachfrage verhindert. Gestern verzeichneten die von Bloomberg erfassten Gold-ETFs Zuflüsse von 3,5 Tonnen. Auch wenn die Dynamik der Zuflüsse in den letzten Wochen nachgelassen hat, erachten offenbar viele Marktteilnehmer den aktuellen Goldpreis noch als attraktive Kaufgelegenheit. In China hat sich die Goldnachfrage gemäß Angaben des Verbands der chinesischen Goldproduzenten zuletzt offenbar erholt: Sie ist demnach im dritten Quartal im Vergleich zum Vorquartal um 29% gestiegen. Der Verband führt dies auf die Erholung der Wirtschaft und auf eine schnelle Rückkehr des Hochzeitsmarktes zurück.

Chart zeigt Kursverlauf im Goldpreis in den letzten 30 Tagen

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Gold: Die Korrektur ist noch nicht vorbei, ausser das passiert..

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Die sehr schwache Performance, welche sich in der vergangenen Handelswoche bei Gold eingestellt hat, konnte die jüngste Betrachtung gut nachvollziehen. Mit dieser Performance folgt das Edelmetall meiner letzten Sichtweise, wie diese im Chart dargestellt ist. Das Tragische daran ist, dass sich Gold nach wie vor im Korrekturmodus befindet und aller Voraussicht nach diesen Zustand zeitnah auch nicht verlassen wird. Die im Chart dargestellte größere Trendwende ist mit der aktuellen Korrektur noch nicht gemeint.

Ausblick für Gold:

Das mehrfache Überschreiten des Widerstandes bei 1.910 USD (0.50-Retracement) ist für sich genommen ein positives Vorzeichen auf die zu erwartende Entwicklung. Doch wurden diese Schritte immer wieder abverkauft, sodass sich der positive Effekt in sehr engen Grenzen hält. Im weiteren Verlauf von Welle (x) wird Gold noch bis zur 0.76-Linie (1.943 USD) steigen; für wesentlich mehr wird die Kraft indes nicht reichen. Die auf dem gleichen Niveau liegende Trendkanallinie unterstützt dieses Szenario zusätzlich und zudem noch sehr massiv.

Gold befindet sich nach wie vor in der Korrektur
Mit der sich anschließenden zweiten Welle (a), der komplexen Korrektur (abc-x-abcde), wird der übergeordnete Abwärtstrend bei Gold wieder aufgenommen. Das Potenzial dieser Korrektur wird sich nicht dramatisch darstellen und sollte bereits auf dem Niveau des 0.38-Retracements (1.810 USD) erschöpft sein. Andererseits würde sich erst durch einen signifikanten Sprung über den 0.76-Widerstand bei 1.943 USD ein positives Signal generieren. Diesen Schritt erwarte ich für den hier abgebildeten Zeitraum nicht.

Fazit:

Die derzeit noch laufende Korrektur steht einem Engagement bei Gold, besonders auf längere Sicht, entgegen. Ein kleines Signal würde über der 0.76-Linie (1.943 USD) entstehen.

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