Der Goldpreis hat seine Rally nach dem schwachen US-Arbeitsmarktbericht fortgesetzt und ist erstmals seit zwei Monaten wieder über 4.400 Dollar gestiegen. Doch der nächste große Test steht bereits bevor. Die hartnäckige Inflation und steigende Ölpreise bringen die Fed zunehmend in die Zwickmühle. Die US-Inflationsdaten am Mittwoch könnten deshalb entscheiden, ob Gold seine Erholung in Richtung 4.500 Dollar fortsetzt oder die Rally ins Stocken gerät.
Arbeitsmarkt treibt den Goldpreis
Der schwache US-Arbeitsmarktbericht vom Freitag hat die Ausgangslage für Gold deutlich verbessert. Die Märkte reduzierten ihre Erwartungen an eine Zinserhöhung der Fed, woraufhin der Goldpreis kräftig anzog. Allein in der vergangenen Woche legte das Edelmetall insgesamt rund 8 Prozent zu.
Zu Wochenbeginn setzte sich die Rally zunächst fort. Gold stieg am Dienstag zeitweise bis auf 4.435 Dollar und erreichte damit ein Zweimonatshoch. Inzwischen ist der Goldpreis jedoch wieder unter 4.400 Dollar zurückgefallen.
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Auch bei den Zinserwartungen hat sich die Lage erneut verändert. Laut dem FedWatch-Tool besteht für September inzwischen nahezu eine 50-50-Chance zwischen einer Zinspause und einer weiteren Zinserhöhung. Die Entscheidung der Fed ist damit wieder völlig offen.
Ein Grund dafür dürfte der erneute Anstieg der Ölpreise sein. Brent-Öl ist wieder in Richtung 88 Dollar je Barrel geklettert. Denn eine Lösung für die Straße von Hormuz zeichnet sich bislang nicht ab. Auch der von Donald Trump und Scott Bessent angekündigte Deal zwischen den USA und dem Iran, der bereits in der vergangenen Woche erwartet worden war, lässt weiter auf sich warten.
Fed steckt in der Zwickmühle
Damit rückt nun die US-Inflation wieder stärker in den Mittelpunkt. Bleiben die Ölpreise hoch, nehmen die Inflationsrisiken zu. Das erhöht wiederum den Druck auf die Fed, eine restriktivere Geldpolitik beizubehalten.
Für die US-Notenbank entsteht damit ein Dilemma. Der Arbeitsmarkt zeigt Schwächesignale, während die Inflation weiterhin deutlich über dem Zwei-Prozent-Ziel liegt. Cleveland-Fed-Chefin Beth Hammack warnte bereits, dass möglicherweise mehrere Zinserhöhungen erforderlich sein könnten, um die Inflation wieder auf das Ziel der Notenbank zurückzuführen.
Umso wichtiger werden die US-Verbraucherpreise am Mittwoch um 14:30 Uhr deutscher Zeit. Für Juli wird eine Gesamtinflation von 3,4 Prozent erwartet, nach 3,5 Prozent im Juni. Bei der Kerninflation liegt der Konsens bei 2,5 Prozent nach zuvor 2,6 Prozent.
Fallen die Daten niedriger als erwartet aus, könnte die Aussicht auf eine Zinspause dem Goldpreis neuen Rückenwind geben. Eine überraschend hohe Inflation dürfte dagegen die Erwartungen weiterer Zinserhöhungen stärken und das Edelmetall belasten.
Gold kämpft mit Schlüsselzone
Auch charttechnisch steht der Goldpreis an einem entscheidenden Punkt. Der Bereich um 4.400 Dollar besitzt bereits seit Monaten hohe Relevanz. Im Oktober 2025 scheiterte Gold bei rund 4.381 Dollar. Im Februar sowie Ende März fungierte die Zone als Unterstützung. Weitere Tests folgten im Mai, bevor der Bereich im Juni zeitweise wieder zum Widerstand wurde.
Ein nachhaltiger Ausbruch wäre deshalb ein wichtiges Signal. Darüber würde die 200-Tage-Linie bei rund 4.500 Dollar in den Fokus rücken. Sie bildet gemeinsam mit der psychologisch wichtigen Kursmarke die nächste große Hürde.
Trotz der jüngsten Rally ist die Trendwende noch nicht bestätigt. Das Death Cross, bei dem die 50-Tage-Linie die 200-Tage-Linie nach unten kreuzt, bleibt intakt. Solange Gold die Widerstände bei 4.400 und anschließend 4.500 Dollar nicht nachhaltig überwindet, besteht das Risiko einer Fortsetzung der übergeordneten Korrektur.
Beginnt bei Gold ein neuer Zyklus?
Bemerkenswert ist allerdings, dass Gold zuletzt trotz steigender Ölpreise und hohen Anleiherenditen zulegen konnte. Anleger könnten das Edelmetall wieder stärker als Absicherung gegen Inflations- und Konjunkturrisiken betrachten.
Hebe Chen, Analystin bei Vantage Markets, sieht darin möglicherweise den Beginn einer größeren Veränderung. „Die komplizierten Faktoren rund um Gold beginnen sich endlich zusammenzufügen und verleihen dieser Erholung die Konturen eines frühen Übergangs in einen neuen Zyklus“, sagte sie. Nach der Abwärtsbewegung seit März beginne sich Gold nun aus diesem Muster zu lösen.
Ob daraus eine nachhaltige Trendwende entsteht, bleibt offen. Die entscheidenden Hürden liegen bei 4.400 und 4.500 Dollar. Die US-Inflationsdaten am Mittwoch könnten nun den Impuls liefern, der über Ausbruch oder erneuten Rückschlag entscheidet.
FMW/Bloomberg
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Das mit der Inflation kann nicht der primäre Treiber für den Goldpreis sein.
Die Inflaton wird ja auch durch steigende Löhne angeblich ausgeglichen.
Dennoch muss ein Arbeiter, gegenüber dem Jahr 2000, heute etwa 6,5 Mal so lange für eine Unze Gold arbeiten.
Meiner Meinung nach ist es der wachsende Wohlstand in Asien und Afrika, der den Goldpreis langfristig treibt.
Die Menschen wollen dort auch Gold besitzen.
Es gibt aber etwa nur eine Unze physisches Gold pro Erdenbürger.
Viele Grüße aus Andalusien
Helmut
Dass die Inflation über Löhne ausgeglichen wird kannste aktuell ja mal vergessen. Möglicherweise, wenn eine 2. Welle anläuft.
Kenne keinen der das doppelte verdient als vor 8 Jahren, bevor die 1. Welle kam. Der Döner ist von 5 auf 10 EUR geklettert und mit vielen anderen Dingen, insbesondere Lebensmittel aus dem Supermarkt, sieht das ja wohl genau so aus. Man hats nur vergessen und sich dran gewöhnt. Gestern für 1kg Biobananen 4 Eur…. Ich erschrecke an der Kasse immer öfter.
Immobilie: verdoppelt (gut der Boom war schon etwas früher)
Die tatsächlichen Lebenshaltungskosten hängen wohl stark vom Umstand ab. Ein Mieter könnte sogar Vorteile haben, weil die Miete mit der Inflation kaum Schritt gehalten hat, was wohl auch nicht geht in den meisten Fällen. Deshalb wechselt auch kaum jemand die Wohnung hier bei uns in Schildaland. Ich kenne hier Nachbarn, die würden gerne aus 4 Zimmer in 3 Umziehen, weil die Wohnung weiter unten ist (gleiche Anlage), die müssten aber fast das Doppelte zahlen für weniger QM, weil die halt schon lange da wohnt.
Die Inflation war schon viel heftiger als die Zahlen hergeben, kann mir keiner was vormachen und genau damit habe ich gerechnet als Draghi die Bazooka auspackte und die Raute das abnickte.
Keine schöne Sache aber den Leuten scheint das auch nicht so wichtig zu sein. Ein sterbender Wahl hat da schon eine ganz andere Aufmerksamkeit. Und mit den tatsächlichen Ursachen bringt das kaum einer in Verbindung. Öl teuer = Inflation verstehen alle und da hörts dann auch schon auf. Aber die ist ja nur die Spitze vom Eisberg. Die Grundlage wurde in der Euro-Rettung gelegt und das Groß der Welle war schon weit vor Iran und Ukraine.
Meiner Meinung nach müsste eine recht große Rezession die Folge sein aufgrund nachlassender Kaufkraft. Die Frage ist, ob wir hier erst den Anfang sehen. Und die Frage ist wie die Zentralbanken agieren, proaktiv oder reaktiv. Viel mehr bleibt ja nicht.
Wer die letzten Tage mal einkaufen war sollte merken, dass was nicht stimmt. Eine Kiste Markenwasser in Glasflaschen wird für über 8 EUR gehandelt. Das ist nur Wasser. Schätze da steckt viel Energie drin. Ne Kiste Bier fast 20 EUR…, der Diesel jetzt über 2 EUR pro Liter. Der Döhner kostet 10,…
Da muss doch mal irgendwas brechen denkt man sich da.
Der Immobilienboom des letzten Jahrzehnts wurde zu Zinsen jenseits der heutigen Marken finanziert und vieles davon 10 Jahre befristet?
Was läuft da jetzt? Wasser aus der Leitung und Brot vom Aldi um die Raten bezahlen zu können?
Besonders auffällig ist das Fahrverhalten auf der Autobahn, auf der linken Spur hat man teils Minuten, bis von hinten einer mal blinkt. Vor einem Jahr war das eine Frage von maximal 15 Sekunden.
Das läuft nicht mehr so. Solange man noch einen Job hat der den Cashflow bringt, wirds wohl gehen, halt langsamer.
Und ich kann mir vorstellen, dass das in den USA genau so ist.
Ist die Inflation wirklich so gebremst wie uns diese Berichte erzählen wollen?
Ich bezweifle das.
Hallo @ Großer Bär
Die Menschen sitzen in einem Topf, in dem das Wasser langsam immer heißer wird.
Und sie glauben, dass es bald aber ganz bestimmt besser wird.
Strom wird sicher bald billiger, die Sptitpreise auch.
Es wird bestimmt nicht den dritten Krieg geben, den Deutschland gegen Russland führt.
Die Infrastruktur wird saniert, die Messerangriffe werden weniger, die Bahn fährt 2080 wieder pünktlich, Deutschland rettet mit seinem Klimawahn das Weltklima usw.
Ich denke, wenn es dann doch bald zu heiß wird, klettern sie aus dem Topf und wählen die AfD.
Viele Grüße aus Andalusien
Helmut
„Ich denke, wenn es dann doch bald zu heiß wird, klettern sie aus dem Topf und wählen die AfD.“
Genau, denn die leugnen jeglichen Klimawandel einfach fundamental.
Und weil es unter Kanzlerin Weidel und Tino Chrupalla als Führer des Superministeriums für Wirtschaft, Energie, Handwerk und Remigration keinen Klimawandel mehr geben darf, kühlt sich Deutschland (klimatisch, zwischenmenschlich und wirtschaftlich) sofort spürbar ab. Es ist dann schlicht nicht mehr so heiß, wie uns die manipulierten, systemtreuen und linksgrünen Thermometer glauben machen wollen.
Sämtliche Bilder und Videos von Niedrigpegeln, ausgedörrten Böden und verheerenden Waldbränden werden folgerichtig als feindliche ausländische (nicht zu verwechseln mit ausländerfeindliche 😉) Fake-KI-News entlarvt, deren Verbreitung mit unbürokratischer Sofort-Remigration nicht unter 20 Jahren geahndet wird.
@Emma
Wir haben es hierzulande doch mit einer zunehmenden Gruppe von Wieesmirgeradepasst Leugnern zu tun.
Für die einen gibt es kein Klimaproblem, für die anderen gibt es kein Migrationsproblem.
Die einen fordern Schließung, die anderen Öffnung, die einen fordern totale Elektrifizierung, die anderen Nuklearisierung.
Die Mitte reformiert sich an Belanglosigkeiten zu Grunde und ignoriert die Realität und lässt sich von den Leugnern beider Seiten treiben, ohne dass Signifikantes dabei heraus kommt.
Ich habe ernsthafte Orientierungslosigkeit. Idalisten mit fanatischen Grundzügen und erodierende ideenlose Mitte.
Vielleicht sollte man eine RPPD gründen: Realpolitische Partei Deutschland?
Grundlage: Es wird nur Realpolitik betrieben und man gehört zu keinem Spektrum.
PS: Was macht der Wohnungsmarkt? Mittlerweile sogar als Gefahr für alle Unternehmen in Ballungsräumen benannt, also quasi der Großteil der Unternehmen betroffen.
Ach ja, ich darf mich bald über 5 € mehr Netto freuen? Super ABM für die Regierung.
Großer Bär
Das die reine Erzeugung von Solarstrom wenig kostet, hat nichts mit den Kosten einer Versorgung mit Solarstrom zu tun.
Gaskraftwerke sind die logische Möglichkeit, um Zeiträume abzudecken, in denen Sonne und Wind nicht liefern. Da geht es aber nur um das Überleben der Stromversorgung, nicht um den Preis. Wenn man Überkapazitäten hat und Zeiten mit Unterdeckung und Ersatzkraftwerke, muss es logischerweise teurer werden.
Billig könnte Solarstrom nur dann sein, wenn sich eine Gesellschaft entscheidet, nur Strom zu nutzen, wenn die Sonne scheint. Und auch dann ist es wegen der jederzeitigen kurzfristigen Änderungen des Wetters sehr sportlich, einen Blackout zu vermeiden.
Damit kann man aber kein modernes Land betreiben. Das sollte offensichtlich sein.
Solarenergie wird sich zur weitaus wichtigsten Energiequelle entwickeln, falls es jemandem gelingen sollte, ein völlig neues, umsetzbares Speichersystem zu erfinden.
Bis dahin gilt: wir haben schon viel zu viel EE und benötigen einen sofortigen Stop.
Hallo @ Großer Bär.
Die Lebenshaltungskosten hängen stark von den Energiekosten ab.
Ein Land, dass sich die höchsten Strompreise der Welt leistet, kann nicht preiswerte Waren in den Geschäften anbieten.
Viele Grüße aus Andalusien Helmut
@Helmut
und wieder nur Unsinn:
Die Aussage enthält zwei separate Behauptungen, die unterschiedlich robust sind.
**Der erste Satz stimmt, aber zu stark formuliert.** Energiekosten sind ein Faktor unter mehreren, die Lebenshaltungskosten treiben, kein dominanter. Der Verbraucherpreisindex reagiert spürbar auf Energiepreise, wie die Ukraine-Krise gezeigt hat: Haushaltsenergie verteuerte sich binnen eines Jahres um 21 Prozent, Heizöl und Kraftstoffe sogar um 30 Prozent, während der Gesamtindex ohne Energie nur um 3,2 Prozent stieg. Der Preisschub war real, aber zeitlich begrenzt und durch einen Extremschock ausgelöst, nicht durch strukturell hohe Strompreise allein. „Hängen stark ab“ überschätzt die Richtung des Mechanismus im Normalfall.
**Der zweite Satz ist faktisch angreifbar an beiden Stellen.** Die Prämisse, Deutschland habe die höchsten Strompreise der Welt, stimmt nicht. Deutschland rangiert nach Kaufkraftbereinigung auf Platz 22 weltweit und ist innerhalb der G20 das Land mit den zweithöchsten Strompreisen, hinter Italien. Im Nominalvergleich liegt Deutschland derzeit hinter Bermuda und Irland auf Platz drei. Hohe Preise, ja. Höchste der Welt, nein.
Noch schwächer ist der kausale Schluss vom Strompreis auf den Warenpreis im Einzelhandel. Strom ist für den deutschen Einzelhandel ein Kostenfaktor, aber kein preisbestimmender. 86 Prozent der Einzelhändler gaben in einer HDE-Umfrage an, steigende Energiekosten nicht oder nicht vollständig auf Verbraucherpreise aufschlagen zu können. Das zeigt: Der Mechanismus ist schwächer als die Aussage unterstellt. Höhere Energiekosten drücken Margen, nicht automatisch Ladenpreise. Außerdem hängen die Preise von Waren im Handel von Importpreisen, Rohstoffkosten, Lohnkosten und Logistik ab, nicht primär von den Stromkosten des Ladenbetriebs.
**Fazit:** Die Aussage hat einen wahren Kern (hohe Strompreise belasten Unternehmen und Haushalte spürbar), aber sie übertreibt den Rang Deutschlands im Weltvergleich und unterstellt eine Transmission vom Energiepreis zum Warenpreis, die empirisch nicht direkt so läuft. Als Argument würde sie einer Faktenkritik nicht standhalten.
Ich halte es für eine schwierige aber vermutlich machbare Sache, den Ukratinekrieg aus der Inflation raus zu rechnen. Die Frage ist, wie viel % nimmt der ein, die Gaspreise sind dann nunmal gestiegen, stark und als Folge die Strompreise auch.
Die Teuerung war 2021 bereits auf 3%. 2022 war dann das Top.
Aber sorry, die Zahlen repräsentieren meiner Meinung nach nicht die echte Teuerung.
By The Way: Ich hatte (mit Aufpreis!!!) einen Naturstromtarif (Wasser und bisschen aber nix Fossil).
Dauerte nich lange bis das Schreiben eintraf, übrigens verdoppelt, wegen Gaspreisen und so.
Welches Gas zum Geier?
Wenn Verträge so lax gehandhabt werden und das Recht so ist, dass es nicht recht ist, braucht man sich auch überhaupt nicht mehr zu wundern. Wäre das Recht an der Ralität würden die guten Firmen bleiben, weil der Mist aussortiert wird.
Ich meine, es hätte eigentlich ökonomisch gesehen einen Run auf saubere Energie geben müssen, da günstiger. Aber das ist alles ein undurchschaubarer Dschungel, Merrit Order und so ein Kram. Und das Ergebnis: Alles pauschau teurer, viel teurer.
Ich bin mir nicht sicher ob die geplanten Gaskraftwerke wirklich ökonomisch mithalten könnten mit Wind und Solar. Ich denke die werden nur als Puffer gebraucht, sonst ergeben die ökonomisch kaum einen Sinn. Und lass mich raten, die tuersten stzen dann den Preis, das ist doch das Prinzip oder?
Faktenluger
Der Strompreis beeinflusst die Produktkosten in Deutschland maßgeblich, allerdings stark asymmetrisch je nach Energieintensität der Branche. Während die Energiekosten im verarbeitenden Gewerbe im Schnitt nur 6 bis 8 % der Gesamtkosten ausmachen, bestimmen sie in Branchen wie Chemie oder Stahl oft über 15 % des Umsatzes und diktieren dort direkt die Preisbildung.
Kühlregale im Laden: Offene oder verglaste Kühltheken im Supermarkt machen oft über 50 % des gesamten Stromverbrauchs eines Marktes aus.
Beleuchtung und Klimatisierung: Große Verkaufsflächen müssen durchgehend beleuchtet, im Winter geheizt und im Sommer gekühlt werden.
Kassensysteme und Logistik: Scanner, Backstationen im Laden und die digitale Infrastruktur benötigen konstante Energie.
Margen-Ausgleich: Da Supermärkte oft mit sehr geringen Gewinnspannen (Margen) arbeiten, müssen sie gestiegene Stromkosten fast eins zu eins an die Endverbraucher weitergeben.
Wenn die Energiepreise steigen, steigen Lebensmittelpreise oft überproportional. Das liegt daran, dass Energie ein Katalysator für fast alle anderen Kostenfaktoren ist. Teuerere Energie treibt die Kosten für Rohstoffe, Verpackungsmaterialien (wie Glas, Plastik oder Papier) und Reinigungsaufwände in die Höhe. Der direkte Energieanteil am Preis bleibt zwar bei rund 10 Prozent, die indirekten Folgewirkungen machen sich im Supermarkt jedoch deutlich stärker bemerkbar.
Deutsche zahlen beispielsweise kaufkraftbereinigt rund 57 % mehr für Strom als Haushalte in den USA und etwa 11 % mehr als die Nachbarn in Dänemark.
Innerhalb der großen Industrie- und Schwellenländer (G20) belegt Deutschland kaufkraftbereinigt hinter Italien dennoch den zweithöchsten Platz.
Ob auf den Bermudas oder in einem Staat irgendwo in Afrika günstigere Strompreise herrschen, wird den Verbraucher im Supermarkt nicht interessieren.
Viele Grüße aus Andalusien
Helmut