Der Goldpreis steigt erneut über 5.000 US-Dollar. Starke Nachfrage nach Edelmetallen, hohe Marktvolatilität und geopolitische Unsicherheiten stützen die laufende Erholung. Nach einer heftigen Korrektur kehren Dip-Käufer zurück und treiben Gold und Silber wieder nach oben. Investoren suchen verstärkt nach Wertaufbewahrung, während Geldpolitik, Währungen und Zentralbanken den Ton angeben.
Gold und Silber ziehen an
Der Goldpreis ist erneut über die Marke von 5.000 US-Dollar je Unze gestiegen, nachdem Käufer die jüngste Schwächephase für Wiedereinstiege genutzt haben. Silber zog ebenfalls an und kletterte über 81 US-Dollar. Zuvor hatte eine außergewöhnlich volatile Woche bei Edelmetallen viele Marktteilnehmer verunsichert.
Wie Bloomberg berichtet, nannte Finanzminister Scott Bessent chinesische Händler als Grund für die starken Schwankungen auf dem Goldmarkt in der vergangenen Woche. „Die Goldbewegung – die Lage in China ist etwas unruhig geworden“, sagte Bessent in der Fox-News-Sendung „Sunday Morning Futures“. „Sie müssen die Margenanforderungen verschärfen. Daher sieht es für mich so aus, als würde Gold einen klassischen spekulativen Einbruch erleben.“
Der Spotpreis für Gold legte im frühen Handel zeitweise um bis zu 1,7 % auf 5.047 Dollar zu. Zusätzlichen Rückenwind erhielt das Edelmetall durch den deutlichen Wahlsieg der amtierenden japanischen Premierministerin Sanae Takaichi. Ihr Erfolg verstärkte die Erwartungen an eine lockerere Fiskalpolitik in Japan und an anhaltenden Druck auf den Yen. Ein schwächerer Yen gilt als unterstützend für den Goldpreis, da Anleger verstärkt nach stabilen Alternativen zur Wertaufbewahrung suchen. Auch Silber verzeichnete kräftige Kursgewinne von mehr als 4 %.
Noch Ende des vergangenen Monats waren Edelmetalle von ihren Rekordständen deutlich zurückgefallen. Nach einer historisch starken Rally wirkte der Markt überhitzt und korrigierte entsprechend scharf. Zum Handelsschluss am Freitag lag Gold rund 11 % unter seinem Allzeithoch vom 29. Januar, notierte jedoch weiterhin etwa 15 % im Plus seit Jahresbeginn.

Goldpreis: Bullenmarkt bleibt intakt
Der seit mehreren Jahren andauernde Bullenmarkt für Gold gewann im Januar nochmals deutlich an Dynamik. Eine Welle spekulativer Investitionen traf auf ein Umfeld, das bereits von geopolitischen Spannungen, wachsender Unsicherheit und der Wiederbelebung des sogenannten Debasement-Trades geprägt war. Dabei ziehen Investoren Kapital aus Staatsanleihen und Währungen ab und schichten es in Sachwerte wie Gold um.
US-Finanzminister Scott Bessent verwies zuletzt auf chinesische Händler als einen der Auslöser für die extremen Kursschwankungen der vergangenen Woche. Trotz der heftigen Turbulenzen zeigte sich der Markt insgesamt erstaunlich widerstandsfähig: Seit dem historischen Einbruch hat Gold bereits rund die Hälfte der Verluste wieder aufgeholt.
Große Banken wie Deutsche Bank und Goldman Sachs rechnen weiterhin mit einer Erholung des Goldpreises, gestützt durch langfristige Nachfragefaktoren. Aktuelle Daten vom Wochenende untermauern diese Einschätzung: Die chinesische Zentralbank hat ihre Goldkäufe bereits den 15. Monat in Folge ausgeweitet und signalisiert damit eine anhaltend starke offizielle Nachfrage.
Fed, Daten und Ausblick
Mit Blick nach vorn richten Anleger ihre Aufmerksamkeit auf anstehende US-Konjunkturdaten, die Hinweise auf den künftigen Kurs der US-Notenbank Fed liefern könnten. Der für Mittwoch erwartete Arbeitsmarktbericht für Januar dürfte Anzeichen einer Stabilisierung des US-Arbeitsmarkts zeigen. Am Freitag folgen zudem neue Inflationsdaten, die für die Zinserwartungen von zentraler Bedeutung sind.
Zusätzliche Unsicherheit bringt die Personaldebatte um die Fed-Spitze. Kevin Warsh, der von Präsident Donald Trump als nächster Fed-Vorsitzender nominiert wurde, hat sich öffentlich für ein neues Abkommen zwischen der US-Notenbank und dem Finanzministerium ausgesprochen. Diese Aussagen haben alte Sorgen über die Unabhängigkeit der Fed neu entfacht und zuletzt auch die Anleihemärkte verunsichert.
Am Morgen in London notierte der Goldpreis gegen 04:55 Uhr Ortszeit bei 5.019,77 US-Dollar je Unze, ein Plus von rund 1 %. Silber stieg um 4,5 % auf 81,46 US-Dollar. Auch Platin und Palladium legten zu. Der Bloomberg Dollar Spot Index, ein Maß für die Stärke des US-Dollars, zeigte sich unverändert, nachdem er in der vorherigen Sitzung um 0,4 % nachgegeben hatte.
FMW/Bloomberg
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Nun ja, ein Zusammenspiel zwischen dem designierten Fed-Chef Kevin Warsh und Finanzminister Scott Bessent überrascht mich jetzt nicht so, da zu ihrer gemeinsamen Agenda der US-Dollar als Weltreservewährung gehört. Trump-Administration-Mitglied Steve Witkoff spricht im Zusammenhang mit einer einseitigen Aufkündigung einer JCPOA-Vereinbarung, einem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen das OPEC+-Mitgliedsland Islamische Republik Iran und einer Umzingelung des Iran von Friede durch Stärke.
Der Wirtschaftswoche-Journalist Julian Heißler geht im Rahmen eines Phoenix-TV-Interviews davon aus, daß Premierminister Benjamin Netanyahu versuchen wird, den 47. US-Präsidenten Donald John Trump zu überzeugen, mit dem OPEC+-Mitgliedsland Islamische Republik Iran kein Ölabkommen zu vereinbaren. Premierminister Netanyahu forderte auf der Münchner Sicherheitskonferenz 2018, ein solches genanntes Abkommen muß hinsichtlich der Einhaltung entsprechend kontrolliert werden.