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Goldpreis und Ölpreis fallen – Iran-Krise? Welche Iran-Krise?

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Die Grüne Zone in Bagdad

Iran-Krise? Gab es da was? Nee, Thema abgehakt. Da war die letzten Tage was in den Nachrichten, aber war nicht so dolle das Thema. So süffisant könnte man es ausdrücken, wenn die Kapitalmärkte sprechen könnten. Man schaue auf den aktuellen Goldpreis und Ölpreis. Im folgenden Chart haben wir beide übereinander gelegt seit dem 30. Dezember.

Goldpreis und Ölpreis fallen deutlich

Vor der Tötung des iranischen Generals Soleimani letzten Freitag Nacht notierte der Goldpreis noch bei 1.530 Dollar, und stieg gestern früh bis auf 1.611 Dollar, nach der iranischen Antwort. Bis jetzt ist der Goldpreis aber wieder auf 1.547 Dollar gefallen. Der Ölpreis notierte vor der Tötung von Soleimani (WTI-Öl) bei 61,15 Dollar. Nach dem Top bei 65,61 Dollar (alles sah nach Eskalation der Lage aus) notiert der Ölpreis heute früh bei 59,82 Dollar, also sogar deutlich tiefer als vor dem Start dieser Krise! Was sagt uns das? Der Markt glaubt ganz deutlich daran, dass der „maue Angriff“ des Iran auf von den USA genutzte Anlagen im Irak schon die groß angekündigte Racheaktion war, und dass das Thema damit erledigt ist.

Verlauf von Goldpreis und Ölpreis seit dem 30. Dezember

Krise beendet, zurück zum Tagesgeschäft? Vertraut man diesem Szenario, dann sind die Kursrückgänge bei Gold und Öl natürlich nachvollziehbar. Der Ölpreis fällt, weil die Angst vor einer Angebotsverknappung wie weggeblasen ist. Und der Goldpreis fällt, weil die Anleger wieder in risikoreichere Anlagen wie Aktien rennen (Aktienmärkte steigen ja auch spürbar an). Der Risk On Trade ist also wieder angesprungen. Maßgeblich beigetragen hatte gestern um 17 Uhr natürlich die Rede von Donald Trump, in der er nichts über eine militärische Antwort der USA Richtung Iran sagte.

Die aktuelle Lage im Nahen Osten

Im Foto am Anfang dieses Artikels sieht man den Eingang zur „Grünen Zone“ in Bagdad, wo wichtige ausländische Einrichtungen liegen. Aktuelle Berichte zeigen jüngst das dritte Mal seit der Tötung Soleimanis Raketenangriffe auf die Grüne Zone. Von wem? Vielleicht mit dem Iran verbündete Milizen, die sich nicht an die Deeskalation der Lage halten wollen? Tote oder Verletzte gab es offenbar nicht. Zu interessieren scheinen diese Angriffe niemanden am Markt. Berichte verschiedener Quellen zeigen, dass der Iran offenbar mit dieser Vergeltungsmaßnahme (dem gestrigen Raketenangriff auf die US-Stützpunkte), zufrieden sei. Es fühle sich wie ein Sieg an. Es werde wohl weiter Drohungen und Forderungen geben, dass die USA die Region verlassen sollen. Aber der Iran wolle wohl keinen US-Gegenschlag provozieren, so kann man verschiedene Berichte und Meinungen kurz sinngemäß zusammenfassen.

Wir meinen: Es ist schon ziemlich erstaunlich, dass der Iran nach diesem relativ laschen Angriff nun seine „Racheaktionen“ einstellt – wenn das denn wirklich der Fall ist. Natürlich wünschen wir uns keine weiteren Aktionen, aber es geht ja um das, was angekündigt wurde. Und da haben sich (nach aktuellem Stand) die großspurigen Drohungen aus Teheran als Rohrkrepierer erwiesen. Es ging, wenn man es so sagen darf, offenbar nur um einen Angriff, den man für die innenpolitische Lage im Iran präsentieren konnte? Der Iran hatte derart massiv gedroht mit zahlreichen Angriffen auf US-Einrichtungen. Dieser einzelne Angriff zeigt wohl, dass man genau weiß, dass eine richtige militärische Konfrontation mit den USA nicht gut für den Iran ausgehen würde. Also lieber ein wenig Säbel rasseln zur Befriedung der innenpolitischen Lage?

Darf man es so sagen: Donald Trump hat (vielleicht völlig unbeabsichtigt) hoch gepokert, und gewonnen? Volle Stärke gegen den Iran demonstrieren, mit Eskalation drohen, und dann verkünden, dass man keine Eskalation der Situation wünscht? Schaut man nur auf den aktuellen Stand, dann ist es eine Befriedung der Lage auf einem hochemotionalen Niveau, wo beide Seiten keinen Krieg gebrauchen können. Auch Donald Trump kann ihn nicht gebrauchen. Denn er will dieses Jahr wiedergewählt werden. Und er hatte seinen Wählern schon vor seiner ersten Wahl versprochen, mit den ständigen Kriegen aufzuhören. Und wie geht es weiter bei den beiden hier besprochenen Anlageklassen? Schaut man auf das größere Bild seit Anfang 2019, dann ist der Goldpreis auch nach dem aktuellen Rückgang weiterhin voll im Aufwärtstrend (vereinfacht gesagt). Der folgende Chart zeigt den Goldpreis-Verlauf. Also, auch ohne eine Eskalation im Nahen Osten weiter positive Stimmung für Gold-Anleger?

Goldpreis seit Anfang 2019

11 Kommentare

11 Comments

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    Columbo

    9. Januar 2020 11:18 at 11:18

    Die meisten bekannten aktiven Fonds konnten 2019 nicht mit der Goldperformance mithalten.
    Der MSCI World schnitt etwas besser ab.
    Wer kauft eigentlich noch aktiv gemanagte Fonds?

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    Übelkeit

    9. Januar 2020 12:00 at 12:00

    Der Goldpreis hängt von 2 Faktoren ab:
    Geldmenge und Charttechnik

    Selbst ein Krieg wie aktuell und kurzfristige Kursschwankungen sind nichts gegen große Charttechnische Hürden:

    https://www.goldseiten.de/artikel/436749–Gold—Warum-2020-eine-einzige-grosse-Enttaeuschung-wird.html

    Da die westlichen Märkte zu einer absurden Zockerbude mit jeder Menge virtuellem Gold verkommen sind hat China ein eigenes Goldfixing eingeführt.

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      Lausi

      9. Januar 2020 19:28 at 19:28

      Wenn ich mich richtig erinnere hat Herr Schröder mit seinen EW-Analysen schon des öfteren ins Klo gegriffen (genauso wie Herr Becker). Da halte ich mich doch lieber an EW-Spezie Tiedje, der da einen mittelfristigen Goldpreisanstieg auf 1700 $ voraussagst:

      https://www.godmode-trader.de/artikel/ew-analyse-gold-tipps-gegen-langeweile,8007945

      Also bald wird es bei Gold & Silber wieder aufwärts gehen – da bin ich mir doch ziemlich sicher 🙂

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    Columbo

    9. Januar 2020 12:40 at 12:40

    Bei dieser Geldpolitik, bei den Zinsen, die für sehr lange Zeit nicht mehr steigen können, mache ich mir um Gold keine Sorgen.
    Die Elliott-Technik hat noch keinen reich oder arm gemacht. Deren Prognosen kommen der Eintrittswahrscheinlichkeit eines Münzwurfs gleich. Wenn sie nicht eintriffen, wird die Geometrie hinterher geändert und neu interpretiert bis es passt.
    Dann heißt es immer, die Algos würden diesen Linien folgen. Meine Meinung: So blöd sind nicht einmal die Algos.

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      Goldsammler

      9. Januar 2020 16:13 at 16:13

      So ist es, und nicht anderst. Manche sagen dazu auch Malen nach Zahlen.

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    sabine

    9. Januar 2020 13:25 at 13:25

    Mein englischer Kollege meinte, wo sind derzeit die inneren Iran-Unruhen geblieben, die einige Wochen lang dauerten – vor dem Tod des 2. Mannes im Iran? Auch auf hoher Ebene gab es im Iran Streit.
    Ob deswegen das Theater nur so kurz war? Soleiman soll bei der Führung unbeliebt gewesen sein. Entsorgt? Und war deswegen der Tod so schnell „gerächt“? Die zerstörten Militärbasen waren ohne Soldaten und gehörten dem Irak. Also kein großer Schaden für die USA.
    Sieht schon sehr nach abgekartetem Spiel aus.

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      leftutti

      9. Januar 2020 19:43 at 19:43

      @sabine, das ist nun aber endgültig wüsteste Spekulation und zeugt von völliger Ahnungslosigkeit oder ideologischer Verblendung. Mit seiner impulsiven und erratischen Außenpolitik hat Trump im Nahen Osten nun mindestens vier Probleme geschaffen bzw. verschärft.

      1. Die von Ihnen angesprochenen inneren Proteste
      Die aufkeimenden und stetig stärker werdenden Proteste vieler Iranerinnen und Iraner für mehr Freiheiten und eine Öffnung in Richtung Westen sind seit Freitag Geschichte. Die iranische Bevölkerung steht nach diesem Alleingang Trumps geschlossen wie lange nicht mehr hinter dem Regime im Kampf gegen einen gemeinsamen Feind. Innenpolitische Kritik gegenüber den Machthabern scheint aktuell nicht nur riskant, sondern schlicht unmöglich zu sein.

      2. Kampf gegen IS-Terror
      Die bisher enge Zusammenarbeit des Westens mit dem Irak im Krieg gegen den Terror des „Islamischen Staats“ wurde nach dem US-Anschlag durch das irakische Parlament aufgekündigt. Ausländische Soldaten sind dort nicht mehr willkommen. Der wichtigste regionale Partner im Kampf gegen den Dschihad ist möglicherweise für Jahre verloren. Kurz zuvor hatte Trump schon die kurdischen Verbündeten gegen den IS im Norden Syriens im Stich gelassen und dem osmanischen Schlächter ausgeliefert.

      3. Das Atomabkommen mit dem Iran
      Solange dieses in Kraft war, betrieb Teheran Urananreicherung lediglich soweit, dass sie keine Sicherheitsgefahr darstellte – daran fühlt sich das Regime nicht mehr gebunden. Zwar sind die Inspekteure der Atomenergiebehörde noch vor Ort. Doch die Hardliner, die schon immer argumentierten, der Iran brauche eigene Atomwaffen, um sich gegen westliche Bedrohung zu wehren, sehen sich durch den US-Militärschlag bestätigt.

      4. Einfluss Russlands
      Für Putin wird ein Traum wahr, denn Trump erfüllt ihm zwei lange gehegte Wünsche: Die Glaubwürdigkeit der Vereinigten Staaten zu unterminieren und den Fußabdruck Russlands in der Region zu vergrößern. Die US-Verbündeten dort könnten sich künftig nach Moskau mit der Bitte um Vermittlung wenden, da den USA nicht mehr zu trauen ist.

  5. Pingback: Gold price and oil price fall – Iran crisis? What Iran crisis? | En24 News

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    Beobachter

    9. Januar 2020 20:16 at 20:16

    @ Leftutti, Mindestens einer der die Sache realistisch sieht, hat es doch zahllose NAIVLINGE die meinen
    die Probleme im Iran seien innert eines Tages wie weggeblasen. Immerhin erhöhen die Amis die Sanktionen.
    Nach den neuesten Meldungen erhärtet sich der Verdacht ,dass die Boeing versehentlich von einem iranischen Abwehrsystem getroffen wurde. Das könnte der Grund sein ,dass Iran im Moment weniger aggressiv ist. Die Amis werden herausgeekelt , Trump ist im Iran gescheitert, Putin wird sich freuen, wenn die Börsen rational wären ,müssten sie nicht steigen.

    • Avatar

      leftutti

      9. Januar 2020 23:20 at 23:20

      @Beobachter, wer offen und unvoreingenommen beobachtet, kann sich der Realitäten nicht entziehen.
      Wessen Scheuklappen länger, dichter und Höher sind, wird seinen Tunnelblick ewig bewahren. Niemand hindert jemanden, FOX News, CNN, BBC, RT, Al Jazeera uvm. zu schauen, zu hören, zu lesen.

      Ich habe mir z.B. auch die allseits empfohlenen Filme „The Big Short“ und „Margin Call“ im ÖR aufgezeichnet und angeschaut, und wundere mich danach umso mehr, dass genau die Fans dieser eher langweiligen, aber hochstilisierten Hollywood-Filme als gleichzeitige Kritiker und Dauerlästerer der zu späten Ausstrahlungszeiten offenbar nichts aus ihren Lieblingsfilmen verstanden und gelernt haben.

      Es sei denn, Übersprungshandlungen zu perfektionieren, den Wahnsinn ständig live zu wiederholen und dabei gleichzeitig anderen irgendwelche Versäumnisse unterzuschieben.

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    Lars

    9. Januar 2020 22:24 at 22:24

    Außerdem finden im Iran im nächsten Monat Parlamentswahlen statt, da werden die Hardliner mit Sicherheit einen deutlichen Sieg einfahren, nicht zuletzt wegen der erniedrigenden Machtdemonstration seitens des GröPaZ. Das macht die Situation nicht einfacher. Es gibt kein wirkliches Interesse der der USA, die Schlinge um den Iran zu lösen. Denn gäbe es keine Sanktionen gegen den Iran, dann würde dieser die führende Regionalmacht werden und vermutlich noch Israel überflügeln.

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Goldpreis steigt nicht trotz Aktiencrash – was ist da los?

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Gold Barren Beispielfoto

Bevor wir zur Tagesaktualität kommen, erst noch mal kurz etwas Grundsätzliches. In den letzten Wochen und Monaten konnte man für mehrere Stunden oder auch ein, zwei Tage immer wieder mal Szenarien wie den Risk Off oder Risk On Trade beobachten. Herrscht Unsicherheit am Markt (aus welchen Gründen auch immer), flieht der Anleger aus riskanten Geldanlagen wie Aktien, und kauft sichere Anlagen (Risk Off). Dadurch kam es zu einem zeitweise steigenden Goldpreis, wenn die Aktienmärkte fielen – und umgekehrt! (Risk On) Erst gestern besprachen wir in Frageform das Szenario, dass der Goldpreis vielleicht plötzlich nach oben springen könnte, weil er seit mehreren Tagen merkwürdigerweise nicht steigt. Die Aktienkurse sind die ganze Woche übel gecrasht, aber seit Dienstag bewegt sich der Goldpreis als Gegenpol nicht – er fällt sogar tendenziell etwas. Hatte Gold also seinen eigenen Aufwärtsmove verpennt, und steigt mit Verzögerung als Gegenreaktion zu den fallenden Aktienkursen? Bis jetzt ist diesbezüglich nichts passiert, wie man im folgenden Chart sehen kann – er zeigt den Goldpreis in US-Dollar seit dem 18. Februar. Mehrmals war der Goldpreis daran gescheitert deutlich über die 1.650 Dollar zu steigen. Heute dann geht es sogar runter auf aktuell 1.620 Dollar um 15:30 Uhr.

Verlauf im Goldpreis seit dem 18. Februar

Goldpreis ein Opfer der zu stark gefallenen Aktienkurse?

Tja, eigentlich hätte der Goldpreis diese Woche deutlich steigen müssen? Wir erinnern an dieser Stelle an unseren Artikel vom Dienstag, wo es einen starken Absturz bei Gold gab. Wir zitieren: Laut ZeroHedge wurden zu dem Zeitpunkt Gold-Futures für einen Nominalwert von 3 Milliarden Dollar verkauft – und das zu einer Zeit, wo Broker in den USA ihre Margin Calls an Kunden ausgeben. Damit ist gemeint, dass Spekulanten, die auf Kredit zum Beispiel Aktienpositionen halten, bei plötzlichen Verlusten von ihren Brokern Forderungen zu höheren Sicherheitsleistungen erhalten, weil die Broker die Positionen ansonsten zwangsweise liquidieren. Da könnte was dran sein, denn die Kursverluste bei Aktien vor allem in den USA waren gestern extrem heftig. Mussten zum Beispiel große Hedgefonds massiv Gewinne in Gold in Cash umwandeln (daher Gold-Futures glattstellen), um damit ihre gehebelten Long-Positionen in Aktien aufrecht erhalten zu können? Gut möglich, dass genau das der Auslöser des größten Abwärts-Candle-Balken im Gold-Chart war.

Wenn diese Theorie halbwegs hinkommt für Anfang der Woche, kann sie dann auch für den Verlauf im Goldpreis für die ganze Woche inklusive dem heutigen Handelstag angewandt werden? Denn die Aktienkurse sind ja Tag für Tag immer weiter übel in den Keller gecrasht. Es ist gut möglich, dass auf Kredit handelnde Aktienbesitzer auf Krampf versuchen ihre Positionen offen zu halten, und hierfür immer mehr Gewinne aus Goldpositionen in Cash umwandeln (die Theorie mit dem Cash-Bedarf wegen Margin Calls teilt auch goldreporter.de). Das würde natürlich den aktuell nicht steigenden Goldpreis erklären. Dennoch: Dagegen steht, dass es seit fast einem Monat einen durchgehenden Mittelzufluss in Gold-ETFs gibt, also in börsengehandelte Fonds. Dies müsste eigentlich auch jetzt einen ständigen Kaufdruck verursachen, wodurch der Goldpreis eigentlich weiter steigen sollte? Immer noch könnte es heute oder nächste Woche zu so einem plötzlichen Aufwärtsschub kommen. Aber aktuell sieht die Realität anders aus.

Aktuell wird Robert Rethfeld vom Börsenbrief „Wellenreiter-Invest“ von der „ARD Börse“ wie folgt zu Gold zitiert: Von der jüngsten Verschärfung der Corona-Ängste hätten die Goldnotierungen allerdings nicht mehr profitieren können, und fielen sogar wieder zurück. Im historischen Vergleich sei eine solche Bewegung nicht ungewöhnlich. Der derzeitige Rückgang sei trotz der Schwäche an den internationalen Börsen nicht überraschend. Eine Situation, in der gesamte Aktienmarkt deutlich fällt, der Goldpreis aber stabil bleibt oder sogar steigt, habe es seit Freigabe der Goldpreisbindung Anfang der 70er Jahre in nennenswertem Ausmaß erst zweimal gegeben, nämlich im Aktien-Bärenmarkt 1973-1974 sowie in der zweiten Jahreshälfte 1987, als der Crash stattfand, so Rethfeld.

Was sagen die Analysten?

Die Frage bleibt: Warum steigt der Goldpreis nicht, während die Aktienkurse so kräftig fallen? Einen Erklärungsversuch haben wir schon geliefert. Einige Analysten möchten wir hier zu Wort kommen lassen. Ipek Ozkardeskaya von Swissquote meint, dass Gold hinter der Sicherheitsrallye zurück bleibe, was sicherlich auf die Abwicklung der spekulativen Long-Positionen zurückzuführen sei, die sich seit Mai letzten Jahres stark aufgestaut haben. Also das selbe Szenario, was wir auch beschrieben haben? Zum Beispiel Hedgefonds, die ihre Margin Calls bei Aktien bedienen wollen, in dem sie Gewinne in Gold-Terminkontrakten glatt stellen?

Naeem Aslam von Avatrade sieht den Grund dafür, dass der Goldpreis jetzt nicht höher steigt darin, dass die Unternehmen immer noch in einer guten Verfassung seien. Das Coronavirus habe die Ausfallrate der Unternehmen noch nicht beeinflusst. Man müsse unbedingt bedenken, dass billiges Geld die Verschuldung der Unternehmen weltweit erhöht habe. Und wenn die Unterbrechung in den Lieferketten wirklich starken Druck auf die Unternehmen ausüben sollte, dann könne man sehen, dass die Ausfallraten ansteigen würden. Der Dominoeffekt könnte ernsthafte Alarmsignale auslösen, und erst dann werde man sehen, wie die Zentralbanker ihre Unterstützung anbieten. Sobald sie ausgelöst werde, könnten wir einen starken Anstieg im Goldpreis sehen. Im Moment denke er, dass der Trend nach oben gerichtet bleiben werde, da der Goldpreis den Monat noch mit soliden Gewinnen abschließe. Der Aufwärtstrend sei immer noch intakt, weil der Goldpreis über den wichtigen Durchschnittswerten gehandelt werde, nämlich der 50, 100 und 200 SMA auf Tagesbasis. Nach dem jüngsten Rücklauf könne der Goldpreis eine Unterstützung finden und wieder steigen.

Kommentar zum Schluss

Tja, und nun? Auch der Buchautor Jim Rickards sah am Dienstag die Lage ähnlich wie Zerohedge, dass die Gold-Schwäche nicht am Gold selbst liegt, sondern weil die Trader ihre Margin Calls in anderen Assetklassen covern müssen, und daher Gold-Gewinne einstreichen (Verkaufsdruck für den Goldpreis). Laut Richards habe der Einbruch im Goldpreis nichts mit Gold selbst zu tun. Es sei nur eine vorübergehende Schwäche. Es gebe nun eine gute Gelegenheit Gold nachzukaufen. Wir meinen: Wenn zum Beispiel Hedgefonds diese Woche Gewinne in Gold-Futures mitgenommen haben, kann es dann auch sein, dass vielleicht auch ganz aktuell große Institutionelle Mittel als Gold-ETFs abgezogen haben, was aufgrund der Aktualität Datenanbieter noch nicht erfassen konnten? Die Lage für Gold ist schwierig. Zeigt der Goldpreis jetzt erst einmal Schwäche, um dann in den nächsten Tagen wieder nach und nach anzusteigen, aus eigenem Antrieb? Denn wie man sieht, erhöht sich ja die derzeit die Wahrscheinlichkeit, dass die Notenbanken die Zinsen weiter senken (vor allem die Fed), was das zinslose Gold noch attraktiver erscheinen lässt.

Goldpreis-Entwicklung ganz aktuell

Ganz aktuell wo dieser Artikel zu Ende getippt wird, fällt der Goldpreis auf 1.611 Dollar. Zerohedge hat dazu ganz frisch eine Theorie, die aber vorsichtig formuliert fragwürdig ist (siehe hier). Drängen die Broker beim auch heute wieder stattfindenden massiven Abverkauf in Aktien (Dow heute -800 Punkte) jetzt ihre Kunden noch stärker dazu, frisches Cash ranzuschaffen, um gehebelte Positionen offen halten zu können? Geht es deswegen jetzt erst mal weiter runter für Gold?

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Stanzl, Halver und Blumenroth über die Lage an den Märkten – Trump, Coronavirus, Zinsen

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Jochen Stanzl von CMC Markets, Robert Halver von der Baader Bank und Micheal Blumenroth von der Deutschen Bank besprechen im folgenden Video die aktuelle Marktlage. Ist es sogar zu spät Aktien zu verkaufen? Und wird Donald Trump womöglich die US-Grenzen schließen in einem Anfall von Aktionismus gegen das Coronavirus? Auch ist ein wichtiges Thema, dass die Wahrscheinlichkeit für Zinssenkungen in den USA immer größer wird – während die Möglichkeiten der EZB sehr gering sind. Vor allem Robert Halver und Jochen Stanzl sprechen die große Unsicherheit rund um das Coronavirus an, weshalb Prognosen für Kursentwicklungen sehr schwierig seien. Die Frage aller Fragen lautet: Ist es zu früh zu kaufen, zu spät zu verkaufen? Laut Jochen Stanzl sei aus technischer Sicht im Dax noch keine Bodenbildung erkennbar. Mehr dazu sehen Sie im Video ab Minute 11. Auch gibt es sehr interessante Aussagen zu Gold.

Im folgenden Video finden Sie den aktuellen Kommentar von Florian Homm zur Frage, ob der Coronavirus der Schwarze Schwan ist.

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Geldanlage: Cantillon-Portfolio besteht die Coronavirus-Feuertaufe

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Geldanlage sicher oder mit Risiko?

Wie wichtig eine ausgewogene und diversifizierte Anlagestrategie ist, zeigt sich besonders in der jetzigen turbulenten Marktphase. Neben der absoluten Rendite ist bei der Geldanlage besonders die Stabilität gefragt. Doch wie schlägt sich das Cantillon-Portfolio im aktuellen Umfeld?

Eine gute Geldanlage bietet auch bei Marktturbulenzen hohe Stabilität

Zählte bis vor Kurzem noch der Glaube an die Alternativlosigkeit von Aktien, so geht momentan die Angst unter denen um, die in den letzten Monaten und Wochen auf den angeblich unaufhaltsamen Aktienzug aufgesprungen sind. Deutlich besser sind die Investoren gegen den aktuell heftigen Rückschlag im Zuge der Coronavirus-Epidemie gewappnet, die sich auf der Jagd nach Rendite in ihrer Geldanlage nicht ausschließlich auf Aktien verlassen haben.

Vor allem Staatsanleihen, aber auch Gold sorgten in den letzten Wochen nicht nur für eine Outperformance in breit diversifizierten Portfolios, sondern auch für eine wesentlich geringere Schwankungsbreite (Volatilität = Risiko).
Da bereits jetzt und in absehbarer Zukunft die Notenbanken weltweit alles dafür tun werden, die wirtschaftlichen Folgen der Seuche abzumildern, ist besonders eine Strategie zu präferieren, die den Faktor Geldpolitik mit einbezieht – so wie dies im Cantillon-Muster-Portfolio geschieht (siehe Video zum Cantillon-Effekt).

Eine besondere Situation

Selten sieht man an den Börsen derart heftige Umschwünge. Noch vorm Kurzen wurden in Serie Rekordstände zelebriert – bis das Coronavirus kam. Der Absturz der Aktienindizes erinnert an den Text des Liedes „Der Goldene Reiter“ von Joachim Witt: „Hey, hey, hey, ich war so hoch auf der Leiter. Doch dann fiel ich ab, ja dann fiel ich ab“.

Vergleichbar ist die aktuelle Situation mit der Finanzkrise 2008. Auch damals schwenkte der Markt in relativ kurzer Zeit von Euphorie zu Panik um. In der Folge trocknete die Liquidität aus und die Marktteilnehmer erhielten reihenweise Margin Calls (Filmempfehlung: Margin Call – der große Crash), was zu einer Kettenreaktion und weiter fallenden Kursen führte.
In einem solchen Umfeld ist es eine besondere Herausforderung in der Geldanlage, keine Fehler zu machen. Schaut man sich die Entwicklung nach der Finanzkrise an, dann war diese geprägt von massiven geld- und fiskalpolitischen Stimuli. Diese brachten die Vermögenspreise anschließend auf neue Rekordstände.

Auch das Coronavirus ist ein temporäres Phänomen, dass witterungsbedingt spätestens im Sommer abebben dürfte. Die ökonomischen Schäden sollten indes noch länger spürbar sein aber von den Notenbanken erneut mit massiven Stimuli bekämpft werden. Dazu werden die Geldpolitiker auch fiskalische Maßnahmen finanzieren, was die Staatsverschuldung weiter anheben wird. Es ist also davon auszugehen, dass es auch diesmal sinnvoll ist, geld- und fiskalpolitische Faktoren in die Geldanlage mit einzubeziehen.

Bitte klicken Sie hier um Teil 2 des Artikels zu lesen
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