Folgen Sie uns

Gold/Silber

Goldpreis und Ölpreis fallen – Iran-Krise? Welche Iran-Krise?

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Die Grüne Zone in Bagdad

Iran-Krise? Gab es da was? Nee, Thema abgehakt. Da war die letzten Tage was in den Nachrichten, aber war nicht so dolle das Thema. So süffisant könnte man es ausdrücken, wenn die Kapitalmärkte sprechen könnten. Man schaue auf den aktuellen Goldpreis und Ölpreis. Im folgenden Chart haben wir beide übereinander gelegt seit dem 30. Dezember.

Goldpreis und Ölpreis fallen deutlich

Vor der Tötung des iranischen Generals Soleimani letzten Freitag Nacht notierte der Goldpreis noch bei 1.530 Dollar, und stieg gestern früh bis auf 1.611 Dollar, nach der iranischen Antwort. Bis jetzt ist der Goldpreis aber wieder auf 1.547 Dollar gefallen. Der Ölpreis notierte vor der Tötung von Soleimani (WTI-Öl) bei 61,15 Dollar. Nach dem Top bei 65,61 Dollar (alles sah nach Eskalation der Lage aus) notiert der Ölpreis heute früh bei 59,82 Dollar, also sogar deutlich tiefer als vor dem Start dieser Krise! Was sagt uns das? Der Markt glaubt ganz deutlich daran, dass der „maue Angriff“ des Iran auf von den USA genutzte Anlagen im Irak schon die groß angekündigte Racheaktion war, und dass das Thema damit erledigt ist.

Verlauf von Goldpreis und Ölpreis seit dem 30. Dezember

Krise beendet, zurück zum Tagesgeschäft? Vertraut man diesem Szenario, dann sind die Kursrückgänge bei Gold und Öl natürlich nachvollziehbar. Der Ölpreis fällt, weil die Angst vor einer Angebotsverknappung wie weggeblasen ist. Und der Goldpreis fällt, weil die Anleger wieder in risikoreichere Anlagen wie Aktien rennen (Aktienmärkte steigen ja auch spürbar an). Der Risk On Trade ist also wieder angesprungen. Maßgeblich beigetragen hatte gestern um 17 Uhr natürlich die Rede von Donald Trump, in der er nichts über eine militärische Antwort der USA Richtung Iran sagte.

Die aktuelle Lage im Nahen Osten

Im Foto am Anfang dieses Artikels sieht man den Eingang zur „Grünen Zone“ in Bagdad, wo wichtige ausländische Einrichtungen liegen. Aktuelle Berichte zeigen jüngst das dritte Mal seit der Tötung Soleimanis Raketenangriffe auf die Grüne Zone. Von wem? Vielleicht mit dem Iran verbündete Milizen, die sich nicht an die Deeskalation der Lage halten wollen? Tote oder Verletzte gab es offenbar nicht. Zu interessieren scheinen diese Angriffe niemanden am Markt. Berichte verschiedener Quellen zeigen, dass der Iran offenbar mit dieser Vergeltungsmaßnahme (dem gestrigen Raketenangriff auf die US-Stützpunkte), zufrieden sei. Es fühle sich wie ein Sieg an. Es werde wohl weiter Drohungen und Forderungen geben, dass die USA die Region verlassen sollen. Aber der Iran wolle wohl keinen US-Gegenschlag provozieren, so kann man verschiedene Berichte und Meinungen kurz sinngemäß zusammenfassen.

Wir meinen: Es ist schon ziemlich erstaunlich, dass der Iran nach diesem relativ laschen Angriff nun seine „Racheaktionen“ einstellt – wenn das denn wirklich der Fall ist. Natürlich wünschen wir uns keine weiteren Aktionen, aber es geht ja um das, was angekündigt wurde. Und da haben sich (nach aktuellem Stand) die großspurigen Drohungen aus Teheran als Rohrkrepierer erwiesen. Es ging, wenn man es so sagen darf, offenbar nur um einen Angriff, den man für die innenpolitische Lage im Iran präsentieren konnte? Der Iran hatte derart massiv gedroht mit zahlreichen Angriffen auf US-Einrichtungen. Dieser einzelne Angriff zeigt wohl, dass man genau weiß, dass eine richtige militärische Konfrontation mit den USA nicht gut für den Iran ausgehen würde. Also lieber ein wenig Säbel rasseln zur Befriedung der innenpolitischen Lage?

Darf man es so sagen: Donald Trump hat (vielleicht völlig unbeabsichtigt) hoch gepokert, und gewonnen? Volle Stärke gegen den Iran demonstrieren, mit Eskalation drohen, und dann verkünden, dass man keine Eskalation der Situation wünscht? Schaut man nur auf den aktuellen Stand, dann ist es eine Befriedung der Lage auf einem hochemotionalen Niveau, wo beide Seiten keinen Krieg gebrauchen können. Auch Donald Trump kann ihn nicht gebrauchen. Denn er will dieses Jahr wiedergewählt werden. Und er hatte seinen Wählern schon vor seiner ersten Wahl versprochen, mit den ständigen Kriegen aufzuhören. Und wie geht es weiter bei den beiden hier besprochenen Anlageklassen? Schaut man auf das größere Bild seit Anfang 2019, dann ist der Goldpreis auch nach dem aktuellen Rückgang weiterhin voll im Aufwärtstrend (vereinfacht gesagt). Der folgende Chart zeigt den Goldpreis-Verlauf. Also, auch ohne eine Eskalation im Nahen Osten weiter positive Stimmung für Gold-Anleger?

Goldpreis seit Anfang 2019

11 Kommentare

11 Comments

  1. Avatar

    Columbo

    9. Januar 2020 11:18 at 11:18

    Die meisten bekannten aktiven Fonds konnten 2019 nicht mit der Goldperformance mithalten.
    Der MSCI World schnitt etwas besser ab.
    Wer kauft eigentlich noch aktiv gemanagte Fonds?

  2. Avatar

    Übelkeit

    9. Januar 2020 12:00 at 12:00

    Der Goldpreis hängt von 2 Faktoren ab:
    Geldmenge und Charttechnik

    Selbst ein Krieg wie aktuell und kurzfristige Kursschwankungen sind nichts gegen große Charttechnische Hürden:

    https://www.goldseiten.de/artikel/436749–Gold—Warum-2020-eine-einzige-grosse-Enttaeuschung-wird.html

    Da die westlichen Märkte zu einer absurden Zockerbude mit jeder Menge virtuellem Gold verkommen sind hat China ein eigenes Goldfixing eingeführt.

    • Avatar

      Lausi

      9. Januar 2020 19:28 at 19:28

      Wenn ich mich richtig erinnere hat Herr Schröder mit seinen EW-Analysen schon des öfteren ins Klo gegriffen (genauso wie Herr Becker). Da halte ich mich doch lieber an EW-Spezie Tiedje, der da einen mittelfristigen Goldpreisanstieg auf 1700 $ voraussagst:

      https://www.godmode-trader.de/artikel/ew-analyse-gold-tipps-gegen-langeweile,8007945

      Also bald wird es bei Gold & Silber wieder aufwärts gehen – da bin ich mir doch ziemlich sicher :-)

  3. Avatar

    Columbo

    9. Januar 2020 12:40 at 12:40

    Bei dieser Geldpolitik, bei den Zinsen, die für sehr lange Zeit nicht mehr steigen können, mache ich mir um Gold keine Sorgen.
    Die Elliott-Technik hat noch keinen reich oder arm gemacht. Deren Prognosen kommen der Eintrittswahrscheinlichkeit eines Münzwurfs gleich. Wenn sie nicht eintriffen, wird die Geometrie hinterher geändert und neu interpretiert bis es passt.
    Dann heißt es immer, die Algos würden diesen Linien folgen. Meine Meinung: So blöd sind nicht einmal die Algos.

    • Avatar

      Goldsammler

      9. Januar 2020 16:13 at 16:13

      So ist es, und nicht anderst. Manche sagen dazu auch Malen nach Zahlen.

  4. Avatar

    sabine

    9. Januar 2020 13:25 at 13:25

    Mein englischer Kollege meinte, wo sind derzeit die inneren Iran-Unruhen geblieben, die einige Wochen lang dauerten – vor dem Tod des 2. Mannes im Iran? Auch auf hoher Ebene gab es im Iran Streit.
    Ob deswegen das Theater nur so kurz war? Soleiman soll bei der Führung unbeliebt gewesen sein. Entsorgt? Und war deswegen der Tod so schnell „gerächt“? Die zerstörten Militärbasen waren ohne Soldaten und gehörten dem Irak. Also kein großer Schaden für die USA.
    Sieht schon sehr nach abgekartetem Spiel aus.

    • Avatar

      leftutti

      9. Januar 2020 19:43 at 19:43

      @sabine, das ist nun aber endgültig wüsteste Spekulation und zeugt von völliger Ahnungslosigkeit oder ideologischer Verblendung. Mit seiner impulsiven und erratischen Außenpolitik hat Trump im Nahen Osten nun mindestens vier Probleme geschaffen bzw. verschärft.

      1. Die von Ihnen angesprochenen inneren Proteste
      Die aufkeimenden und stetig stärker werdenden Proteste vieler Iranerinnen und Iraner für mehr Freiheiten und eine Öffnung in Richtung Westen sind seit Freitag Geschichte. Die iranische Bevölkerung steht nach diesem Alleingang Trumps geschlossen wie lange nicht mehr hinter dem Regime im Kampf gegen einen gemeinsamen Feind. Innenpolitische Kritik gegenüber den Machthabern scheint aktuell nicht nur riskant, sondern schlicht unmöglich zu sein.

      2. Kampf gegen IS-Terror
      Die bisher enge Zusammenarbeit des Westens mit dem Irak im Krieg gegen den Terror des „Islamischen Staats“ wurde nach dem US-Anschlag durch das irakische Parlament aufgekündigt. Ausländische Soldaten sind dort nicht mehr willkommen. Der wichtigste regionale Partner im Kampf gegen den Dschihad ist möglicherweise für Jahre verloren. Kurz zuvor hatte Trump schon die kurdischen Verbündeten gegen den IS im Norden Syriens im Stich gelassen und dem osmanischen Schlächter ausgeliefert.

      3. Das Atomabkommen mit dem Iran
      Solange dieses in Kraft war, betrieb Teheran Urananreicherung lediglich soweit, dass sie keine Sicherheitsgefahr darstellte – daran fühlt sich das Regime nicht mehr gebunden. Zwar sind die Inspekteure der Atomenergiebehörde noch vor Ort. Doch die Hardliner, die schon immer argumentierten, der Iran brauche eigene Atomwaffen, um sich gegen westliche Bedrohung zu wehren, sehen sich durch den US-Militärschlag bestätigt.

      4. Einfluss Russlands
      Für Putin wird ein Traum wahr, denn Trump erfüllt ihm zwei lange gehegte Wünsche: Die Glaubwürdigkeit der Vereinigten Staaten zu unterminieren und den Fußabdruck Russlands in der Region zu vergrößern. Die US-Verbündeten dort könnten sich künftig nach Moskau mit der Bitte um Vermittlung wenden, da den USA nicht mehr zu trauen ist.

  5. Pingback: Gold price and oil price fall – Iran crisis? What Iran crisis? | En24 News

  6. Avatar

    Beobachter

    9. Januar 2020 20:16 at 20:16

    @ Leftutti, Mindestens einer der die Sache realistisch sieht, hat es doch zahllose NAIVLINGE die meinen
    die Probleme im Iran seien innert eines Tages wie weggeblasen. Immerhin erhöhen die Amis die Sanktionen.
    Nach den neuesten Meldungen erhärtet sich der Verdacht ,dass die Boeing versehentlich von einem iranischen Abwehrsystem getroffen wurde. Das könnte der Grund sein ,dass Iran im Moment weniger aggressiv ist. Die Amis werden herausgeekelt , Trump ist im Iran gescheitert, Putin wird sich freuen, wenn die Börsen rational wären ,müssten sie nicht steigen.

    • Avatar

      leftutti

      9. Januar 2020 23:20 at 23:20

      @Beobachter, wer offen und unvoreingenommen beobachtet, kann sich der Realitäten nicht entziehen.
      Wessen Scheuklappen länger, dichter und Höher sind, wird seinen Tunnelblick ewig bewahren. Niemand hindert jemanden, FOX News, CNN, BBC, RT, Al Jazeera uvm. zu schauen, zu hören, zu lesen.

      Ich habe mir z.B. auch die allseits empfohlenen Filme „The Big Short“ und „Margin Call“ im ÖR aufgezeichnet und angeschaut, und wundere mich danach umso mehr, dass genau die Fans dieser eher langweiligen, aber hochstilisierten Hollywood-Filme als gleichzeitige Kritiker und Dauerlästerer der zu späten Ausstrahlungszeiten offenbar nichts aus ihren Lieblingsfilmen verstanden und gelernt haben.

      Es sei denn, Übersprungshandlungen zu perfektionieren, den Wahnsinn ständig live zu wiederholen und dabei gleichzeitig anderen irgendwelche Versäumnisse unterzuschieben.

  7. Avatar

    Lars

    9. Januar 2020 22:24 at 22:24

    Außerdem finden im Iran im nächsten Monat Parlamentswahlen statt, da werden die Hardliner mit Sicherheit einen deutlichen Sieg einfahren, nicht zuletzt wegen der erniedrigenden Machtdemonstration seitens des GröPaZ. Das macht die Situation nicht einfacher. Es gibt kein wirkliches Interesse der der USA, die Schlinge um den Iran zu lösen. Denn gäbe es keine Sanktionen gegen den Iran, dann würde dieser die führende Regionalmacht werden und vermutlich noch Israel überflügeln.

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Gold/Silber

Gold: Angebot und Nachfrage auf Talfahrt laut World Gold Council

Jörg Bernhard

Veröffentlicht

am

Am frühen Morgen veröffentlichte die internationale Interessenvertretung der Goldindustrie World Gold Council (WGC) aktuelle Quartalszahlen zur weltweiten Entwicklung von Angebot und Nachfrage bei Gold – mit interessanten Erkenntnissen.

Gold: Licht und Schatten im dritten Quartal

Aufgrund der Pandemie gab es im dritten Quartal sowohl beim Angebot als auch bei der Nachfrage negative Vorzeichen zu vermelden. Insgesamt sank das Angebot an Gold gegenüber dem Vorjahresquartal um drei Prozent auf 1.223,6 Tonnen, was vor allem auf den Rückgang der Minenproduktion zurückzuführen war.

Überraschenderweise hat sich trotz der gestiegenen Unsicherheit an den Finanzmärkten auch die Nachfrage nach Gold markant reduziert. In den Monaten Juli bis September sank diese mit 892,3 Tonnen sogar auf den niedrigsten Wert seit Q3 2009 und verbuchte damit ein Minus von 19 Prozent p.a. Doch in den diversen Marktsegmenten gab es mitunter kräftige Verwerfungen zu beobachten.

Einen regelrechten Nachfrageboom gab es zum Beispiel im Investmentsektor zu beobachten, wo summa summarum ein Anstieg um 21 Prozent auf 494,6 Tonnen gemeldet worden war. Bei Gold-ETFs beschleunigten sich zum Beispiel die Nettozuflüsse von 258,7 auf 272,5 Tonnen und trieben damit deren gehaltene Goldmenge Ende September mit 3.880 Tonnen auf einen neuen Rekordwert. Noch deutlicher bergauf ging es bei Barren & Münzen, wo ein Nachfrageplus von 149,4 auf 222,1 Tonnen (+49 Prozent) registriert worden war.

Besonders schlimm hat es in Q3 allerdings den Schmucksektor erwischt, der auf Jahressicht von 468,1 auf 333,0 Tonnen (-29 Prozent) regelrecht eingebrochen ist, was vor allem auf den Absatzeinbruch in Indien (-48 Prozent) und China (-25 Prozent) zurückzuführen war. Und auch der Notenbankensektor ist im dritten Quartal eher negativ in Erscheinung getreten. Weil sich die Notenbanken der Türkei (22 Tonnen) und Usbekistans (35 Tonnen) von signifikanten Goldmengen getrennt haben, gab es im Notenbanksektor mit minus 12,1 Tonnen erstmals seit Q4 2010 wieder Nettoverkäufe zu vermelden, nachdem im Vorjahresquartal netto 141,9 Tonnen Gold gekauft wurden.

Wichtig zu wissen: Trotz der negativen Tendenz der WGC-Quartalszahlen sollten Anleger auf keinen Fall außer Acht lassen, dass bei einer massiven Kapitalflucht in den „sicheren Hafen“ Gold erhebliche Versorgungsengpässe auftreten dürften. Vergleicht man zum Beispiel den Marktwert sämtlicher Gold-ETFs mit dem Billionen-Dollar-Unternehmen Apple fällt auf, dass das US-Technologieunternehmen um den Faktor 8,6 höher bewertet wird. Massive Umschichtungen aus Aktien, Immobilien oder Anleihen würde der Goldmarkt höchstwahrscheinlich gar nicht verkraften.

Die Nachfrage nach Gold ist gefallen

weiterlesen

Gold/Silber

Goldpreis reagiert nicht wie gedacht – was ist da los? Expertenkommentare

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Ein Barren Gold

Der Goldpreis fungierte diese Woche eindeutig nicht als sicherer Fluchthafen für Anleger, die vor Unsicherheit am Aktienmarkt fliehen wollen aufgrund der sich deutlich verschärfenden Corona-Lage, wodurch die globale Konjunktur in Mitleidenschaft gezogen wird. Gestern berichteten wir schon über den Absturz im Goldpreis zusammen mit dem Absturz an den Aktienmärkten. Ein ähnlicher Verlauf wie schon im März. Aktien, Öl und Goldpreis fielen kräftig, der US-Dollar als weltweit großer vermeintlicher sicherer Hort konnte profitieren. So auch gestern.

Goldpreis weiter unter der Fuchtel des starken US-Dollar

Der Goldpreis fiel von 1.910 Dollar im Tief bis auf 1.869 Dollar. Über Nacht konnten sich Märkte wie Aktien und Gold beruhigen, und das Edelmetall notiert jetzt bei 1.877 Dollar. Aber es kann weiter bergab gehen. Im Chart sehen wir im Vergleich seit Ende letzter Woche in blau den Dollar-Index (Währungskorb des US-Dollar gegen andere Hauptwährungen) gegen den fallenden Goldpreis in rot-grün. Es ist wie schon im Frühjahr erstaunlich, dass Gold als Fluchthafen überhaupt nicht funktioniert. Braucht es an den Aktienmärkten erst wieder eine gewisse Beruhigung, bis die Gold-Bullen voll auf steigende Kurse setzen? Heute um 13:45 Uhr steht die EZB-Zinsentscheidung an, und wichtiger wird dann die PK der EZB ab 14:30 Uhr sein. Aussagen von Christine Lagarde könnten Aktienmärkte, Devisenkurse und auch den Goldpreis in Bewegung bringen.

Expertenkommentare

Daniel Briesemann von der Commerzbank kommentiert ganz aktuell die Entwicklung bei Gold. Die Risikoaversion an den Finanzmärkten nehme dramatisch zu, und Gold befinde sich im Abwärtssog der Finanzmärkte. Der Goldpreis habe gestern nicht von der hohen Risikoaversion der Marktteilnehmer im Zuge der Ankündigung neuer Lockdown-Maßnahmen in verschiedenen europäischen Ländern profitiert, und sei mit in den Abwärtssog der Finanzmärkte geraten. Dabei sei der Goldpreis auch unter die charttechnisch wichtige 100-Tage-Linie gerutscht, was zu Anschlussverkäufen führte. Anzulasten sei der Preisrutsch dem festen US-Dollar, der als sicherer Hafen gefragt war. Dass Gold von dieser Eigenschaft nicht profitiert hat, erstaunt uns, so Daniel Briesemann. Der Preisrückgang sei diesmal nicht als Kaufgelegenheit erachtet worden. Die ETFs verzeichneten mit 7,6 Tonnen sogar die höchsten Abflüsse seit fünf Wochen. Die industriellen Edelmetalle seien wesentlich stärker gefallen als Gold. Silber brach zeitweise um 5,5% auf 23 USD je Feinunze ein. Palladium rutschte im selben Ausmaß ab. Platin hielt sich mit einem Minus von 3% noch halbwegs. Erst im späten Handel haben sich Gold und Co. etwas erholt.

Jasper Lawler von der London Capital Group kommentiert die Lage bei Gold aktuell so, dass der US-Dollar der klare Nutznießer gewesen sei – er habe einen fallenden Goldpreis und fallende Kurse bei wichtigen Devisen verursacht. EUR/USD fiel trotz 1,18 und GBP/USD schloss unter 1,30. Sogar Bitcoin fing etwas Flak ein und zog sich von einem 18-Monats-Hoch zurück, so Jasper Lawler.

Chart zeigt Kursverlauf von Goldpreis gegen US-Dollar

weiterlesen

Devisen

Aktuell: Goldpreis fällt spürbar auf 1.878 Dollar

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Jetzt wo immer konkreter wird, dass Deutschland in Kürze die Corona-Restriktionen stark anzieht, verschärfen sich international die Ängste. Die Aktienkurse fallen weiter, und der US-Dollar als zentraler Fluchthafen zieht weiter an (wir berichteten vorhin bereits). Der Dollar steigt, und der Goldpreis rauscht aktuell runter auf 1.878 Dollar. Gold fällt aktuell gemeinsam mit den Aktienmärkten. Dies ist ein Phänomen, das man bereits im März beobachtete – auch damals funktionierte der US-Dollar kurzzeitig als Fluchthafen.

Goldpreis gegen US-Dollar-Verlauf im Chart

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage

Wenn Sie diese Webseite weiter verwenden, stimmen Sie automatisch der Verwendung von Cookies zu. Zur Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um Ihnen das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn Sie diese Website ohne Änderung Ihrer Cookie-Einstellungen verwenden oder auf "Akzeptieren" klicken, erklären Sie sich damit einverstanden.

Schließen