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Goldpreis und Ölpreis fallen – Iran-Krise? Welche Iran-Krise?

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Die Grüne Zone in Bagdad

Iran-Krise? Gab es da was? Nee, Thema abgehakt. Da war die letzten Tage was in den Nachrichten, aber war nicht so dolle das Thema. So süffisant könnte man es ausdrücken, wenn die Kapitalmärkte sprechen könnten. Man schaue auf den aktuellen Goldpreis und Ölpreis. Im folgenden Chart haben wir beide übereinander gelegt seit dem 30. Dezember.

Goldpreis und Ölpreis fallen deutlich

Vor der Tötung des iranischen Generals Soleimani letzten Freitag Nacht notierte der Goldpreis noch bei 1.530 Dollar, und stieg gestern früh bis auf 1.611 Dollar, nach der iranischen Antwort. Bis jetzt ist der Goldpreis aber wieder auf 1.547 Dollar gefallen. Der Ölpreis notierte vor der Tötung von Soleimani (WTI-Öl) bei 61,15 Dollar. Nach dem Top bei 65,61 Dollar (alles sah nach Eskalation der Lage aus) notiert der Ölpreis heute früh bei 59,82 Dollar, also sogar deutlich tiefer als vor dem Start dieser Krise! Was sagt uns das? Der Markt glaubt ganz deutlich daran, dass der “maue Angriff” des Iran auf von den USA genutzte Anlagen im Irak schon die groß angekündigte Racheaktion war, und dass das Thema damit erledigt ist.

Verlauf von Goldpreis und Ölpreis seit dem 30. Dezember

Krise beendet, zurück zum Tagesgeschäft? Vertraut man diesem Szenario, dann sind die Kursrückgänge bei Gold und Öl natürlich nachvollziehbar. Der Ölpreis fällt, weil die Angst vor einer Angebotsverknappung wie weggeblasen ist. Und der Goldpreis fällt, weil die Anleger wieder in risikoreichere Anlagen wie Aktien rennen (Aktienmärkte steigen ja auch spürbar an). Der Risk On Trade ist also wieder angesprungen. Maßgeblich beigetragen hatte gestern um 17 Uhr natürlich die Rede von Donald Trump, in der er nichts über eine militärische Antwort der USA Richtung Iran sagte.

Die aktuelle Lage im Nahen Osten

Im Foto am Anfang dieses Artikels sieht man den Eingang zur “Grünen Zone” in Bagdad, wo wichtige ausländische Einrichtungen liegen. Aktuelle Berichte zeigen jüngst das dritte Mal seit der Tötung Soleimanis Raketenangriffe auf die Grüne Zone. Von wem? Vielleicht mit dem Iran verbündete Milizen, die sich nicht an die Deeskalation der Lage halten wollen? Tote oder Verletzte gab es offenbar nicht. Zu interessieren scheinen diese Angriffe niemanden am Markt. Berichte verschiedener Quellen zeigen, dass der Iran offenbar mit dieser Vergeltungsmaßnahme (dem gestrigen Raketenangriff auf die US-Stützpunkte), zufrieden sei. Es fühle sich wie ein Sieg an. Es werde wohl weiter Drohungen und Forderungen geben, dass die USA die Region verlassen sollen. Aber der Iran wolle wohl keinen US-Gegenschlag provozieren, so kann man verschiedene Berichte und Meinungen kurz sinngemäß zusammenfassen.

Wir meinen: Es ist schon ziemlich erstaunlich, dass der Iran nach diesem relativ laschen Angriff nun seine “Racheaktionen” einstellt – wenn das denn wirklich der Fall ist. Natürlich wünschen wir uns keine weiteren Aktionen, aber es geht ja um das, was angekündigt wurde. Und da haben sich (nach aktuellem Stand) die großspurigen Drohungen aus Teheran als Rohrkrepierer erwiesen. Es ging, wenn man es so sagen darf, offenbar nur um einen Angriff, den man für die innenpolitische Lage im Iran präsentieren konnte? Der Iran hatte derart massiv gedroht mit zahlreichen Angriffen auf US-Einrichtungen. Dieser einzelne Angriff zeigt wohl, dass man genau weiß, dass eine richtige militärische Konfrontation mit den USA nicht gut für den Iran ausgehen würde. Also lieber ein wenig Säbel rasseln zur Befriedung der innenpolitischen Lage?

Darf man es so sagen: Donald Trump hat (vielleicht völlig unbeabsichtigt) hoch gepokert, und gewonnen? Volle Stärke gegen den Iran demonstrieren, mit Eskalation drohen, und dann verkünden, dass man keine Eskalation der Situation wünscht? Schaut man nur auf den aktuellen Stand, dann ist es eine Befriedung der Lage auf einem hochemotionalen Niveau, wo beide Seiten keinen Krieg gebrauchen können. Auch Donald Trump kann ihn nicht gebrauchen. Denn er will dieses Jahr wiedergewählt werden. Und er hatte seinen Wählern schon vor seiner ersten Wahl versprochen, mit den ständigen Kriegen aufzuhören. Und wie geht es weiter bei den beiden hier besprochenen Anlageklassen? Schaut man auf das größere Bild seit Anfang 2019, dann ist der Goldpreis auch nach dem aktuellen Rückgang weiterhin voll im Aufwärtstrend (vereinfacht gesagt). Der folgende Chart zeigt den Goldpreis-Verlauf. Also, auch ohne eine Eskalation im Nahen Osten weiter positive Stimmung für Gold-Anleger?

Goldpreis seit Anfang 2019

11 Kommentare

11 Comments

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    Columbo

    9. Januar 2020 11:18 at 11:18

    Die meisten bekannten aktiven Fonds konnten 2019 nicht mit der Goldperformance mithalten.
    Der MSCI World schnitt etwas besser ab.
    Wer kauft eigentlich noch aktiv gemanagte Fonds?

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    Übelkeit

    9. Januar 2020 12:00 at 12:00

    Der Goldpreis hängt von 2 Faktoren ab:
    Geldmenge und Charttechnik

    Selbst ein Krieg wie aktuell und kurzfristige Kursschwankungen sind nichts gegen große Charttechnische Hürden:

    https://www.goldseiten.de/artikel/436749–Gold—Warum-2020-eine-einzige-grosse-Enttaeuschung-wird.html

    Da die westlichen Märkte zu einer absurden Zockerbude mit jeder Menge virtuellem Gold verkommen sind hat China ein eigenes Goldfixing eingeführt.

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      Lausi

      9. Januar 2020 19:28 at 19:28

      Wenn ich mich richtig erinnere hat Herr Schröder mit seinen EW-Analysen schon des öfteren ins Klo gegriffen (genauso wie Herr Becker). Da halte ich mich doch lieber an EW-Spezie Tiedje, der da einen mittelfristigen Goldpreisanstieg auf 1700 $ voraussagst:

      https://www.godmode-trader.de/artikel/ew-analyse-gold-tipps-gegen-langeweile,8007945

      Also bald wird es bei Gold & Silber wieder aufwärts gehen – da bin ich mir doch ziemlich sicher :-)

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    Columbo

    9. Januar 2020 12:40 at 12:40

    Bei dieser Geldpolitik, bei den Zinsen, die für sehr lange Zeit nicht mehr steigen können, mache ich mir um Gold keine Sorgen.
    Die Elliott-Technik hat noch keinen reich oder arm gemacht. Deren Prognosen kommen der Eintrittswahrscheinlichkeit eines Münzwurfs gleich. Wenn sie nicht eintriffen, wird die Geometrie hinterher geändert und neu interpretiert bis es passt.
    Dann heißt es immer, die Algos würden diesen Linien folgen. Meine Meinung: So blöd sind nicht einmal die Algos.

    • Avatar

      Goldsammler

      9. Januar 2020 16:13 at 16:13

      So ist es, und nicht anderst. Manche sagen dazu auch Malen nach Zahlen.

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    sabine

    9. Januar 2020 13:25 at 13:25

    Mein englischer Kollege meinte, wo sind derzeit die inneren Iran-Unruhen geblieben, die einige Wochen lang dauerten – vor dem Tod des 2. Mannes im Iran? Auch auf hoher Ebene gab es im Iran Streit.
    Ob deswegen das Theater nur so kurz war? Soleiman soll bei der Führung unbeliebt gewesen sein. Entsorgt? Und war deswegen der Tod so schnell “gerächt”? Die zerstörten Militärbasen waren ohne Soldaten und gehörten dem Irak. Also kein großer Schaden für die USA.
    Sieht schon sehr nach abgekartetem Spiel aus.

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      leftutti

      9. Januar 2020 19:43 at 19:43

      @sabine, das ist nun aber endgültig wüsteste Spekulation und zeugt von völliger Ahnungslosigkeit oder ideologischer Verblendung. Mit seiner impulsiven und erratischen Außenpolitik hat Trump im Nahen Osten nun mindestens vier Probleme geschaffen bzw. verschärft.

      1. Die von Ihnen angesprochenen inneren Proteste
      Die aufkeimenden und stetig stärker werdenden Proteste vieler Iranerinnen und Iraner für mehr Freiheiten und eine Öffnung in Richtung Westen sind seit Freitag Geschichte. Die iranische Bevölkerung steht nach diesem Alleingang Trumps geschlossen wie lange nicht mehr hinter dem Regime im Kampf gegen einen gemeinsamen Feind. Innenpolitische Kritik gegenüber den Machthabern scheint aktuell nicht nur riskant, sondern schlicht unmöglich zu sein.

      2. Kampf gegen IS-Terror
      Die bisher enge Zusammenarbeit des Westens mit dem Irak im Krieg gegen den Terror des “Islamischen Staats” wurde nach dem US-Anschlag durch das irakische Parlament aufgekündigt. Ausländische Soldaten sind dort nicht mehr willkommen. Der wichtigste regionale Partner im Kampf gegen den Dschihad ist möglicherweise für Jahre verloren. Kurz zuvor hatte Trump schon die kurdischen Verbündeten gegen den IS im Norden Syriens im Stich gelassen und dem osmanischen Schlächter ausgeliefert.

      3. Das Atomabkommen mit dem Iran
      Solange dieses in Kraft war, betrieb Teheran Urananreicherung lediglich soweit, dass sie keine Sicherheitsgefahr darstellte – daran fühlt sich das Regime nicht mehr gebunden. Zwar sind die Inspekteure der Atomenergiebehörde noch vor Ort. Doch die Hardliner, die schon immer argumentierten, der Iran brauche eigene Atomwaffen, um sich gegen westliche Bedrohung zu wehren, sehen sich durch den US-Militärschlag bestätigt.

      4. Einfluss Russlands
      Für Putin wird ein Traum wahr, denn Trump erfüllt ihm zwei lange gehegte Wünsche: Die Glaubwürdigkeit der Vereinigten Staaten zu unterminieren und den Fußabdruck Russlands in der Region zu vergrößern. Die US-Verbündeten dort könnten sich künftig nach Moskau mit der Bitte um Vermittlung wenden, da den USA nicht mehr zu trauen ist.

  5. Pingback: Gold price and oil price fall – Iran crisis? What Iran crisis? | En24 News

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    Beobachter

    9. Januar 2020 20:16 at 20:16

    @ Leftutti, Mindestens einer der die Sache realistisch sieht, hat es doch zahllose NAIVLINGE die meinen
    die Probleme im Iran seien innert eines Tages wie weggeblasen. Immerhin erhöhen die Amis die Sanktionen.
    Nach den neuesten Meldungen erhärtet sich der Verdacht ,dass die Boeing versehentlich von einem iranischen Abwehrsystem getroffen wurde. Das könnte der Grund sein ,dass Iran im Moment weniger aggressiv ist. Die Amis werden herausgeekelt , Trump ist im Iran gescheitert, Putin wird sich freuen, wenn die Börsen rational wären ,müssten sie nicht steigen.

    • Avatar

      leftutti

      9. Januar 2020 23:20 at 23:20

      @Beobachter, wer offen und unvoreingenommen beobachtet, kann sich der Realitäten nicht entziehen.
      Wessen Scheuklappen länger, dichter und Höher sind, wird seinen Tunnelblick ewig bewahren. Niemand hindert jemanden, FOX News, CNN, BBC, RT, Al Jazeera uvm. zu schauen, zu hören, zu lesen.

      Ich habe mir z.B. auch die allseits empfohlenen Filme “The Big Short” und “Margin Call” im ÖR aufgezeichnet und angeschaut, und wundere mich danach umso mehr, dass genau die Fans dieser eher langweiligen, aber hochstilisierten Hollywood-Filme als gleichzeitige Kritiker und Dauerlästerer der zu späten Ausstrahlungszeiten offenbar nichts aus ihren Lieblingsfilmen verstanden und gelernt haben.

      Es sei denn, Übersprungshandlungen zu perfektionieren, den Wahnsinn ständig live zu wiederholen und dabei gleichzeitig anderen irgendwelche Versäumnisse unterzuschieben.

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    Lars

    9. Januar 2020 22:24 at 22:24

    Außerdem finden im Iran im nächsten Monat Parlamentswahlen statt, da werden die Hardliner mit Sicherheit einen deutlichen Sieg einfahren, nicht zuletzt wegen der erniedrigenden Machtdemonstration seitens des GröPaZ. Das macht die Situation nicht einfacher. Es gibt kein wirkliches Interesse der der USA, die Schlinge um den Iran zu lösen. Denn gäbe es keine Sanktionen gegen den Iran, dann würde dieser die führende Regionalmacht werden und vermutlich noch Israel überflügeln.

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Devisen

BÖRSE AKTUELL – DER Wochenausblick für Dax, S&P 500, Gold- & Ölpreis

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Die Börse geht weiter den Weg des größten Schmerzes. Die gehasste Aufwärtsbewegung wurde in der letzten Handelswoche fortgesetzt. Je weiter die Börse läuft, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass gerade unerfahrene Anleger in Panik verfallen. Die Angst etwas zu verpassen wird immer größer. An der Börse sind Angst und Gier ganz natürliche und menschliche Erscheinungen. Doch genau vor diesen Emotionen müssen wir uns in Acht nehmen. In meinen Augen ist der Zug für langfristige Investitionen abgefahren. Jetzt ist die Zeit gekommen um im kurzfristigen Bereich, mit Sicht auf die nächsten Wochen zu agieren.

Börse aktuell Teil 1: Dax – die Käufer haben Ihre Chance genutzt!

In der letzten Woche standen die Zeichen auf „Trendfortsetzung“. Die Käufer haben Ihre Chance genutzt und den Dax zum Wochenstart weiter nach oben getrieben. Dabei wurde der kurzfristige Widerstand zwischen 11.250 und 11.300 Punkten überwunden. Am Donnerstag hat der Dax Futures sein vorläufiges Hoch bei 11.824 Punkten erreicht. Der zuletzt angesprochene Widerstand bei 11.600 Punkten wurde in der letzten Woche gekreuzt und hat damit an Wirkung verloren.

Für die nächste Woche erwarte ich bis Donnerstag eine Seitwärtsbewegung. Die kurzfristig markanteste Unterstützung liegt im Bereich 11.400 bis 11.450 Punkte. Kurse in dem Bereich können für kurzfristige Long-Positionen interessant werden. Kurzfristige Widerstände, und damit Kursziele, liegen bei 11.800 und der runden 12.000er Marke. Besonders interessant wird dann das Kursniveau zwischen 12.200 und 12.280 Punkten. Dort erwarte ich im ersten Anlauf eine handelbare Abwärtsbewegung. Diese wird für mögliche Short- oder Absicherungspositionen spannend. Einen Anstieg auf das hohe Niveau erwarte ich frühestens für Donnerstagnachmittag oder Freitag. Denn am Donnerstag gibt es mit der EZB-Sitzung das erste Kursbewegende Event der Woche.

Börse Ausblick - Dax Chart

S&P 500 – das charttechnische Sprungbrett!

An der Börse funktionieren die einfachen Dinge am besten. Dazu gehört das Phänomen der wechselnden Polarität zwischen Unterstützung und Widerstand. Wird also eine charttechnische Hürde überwunden, wird diese beim nächsten Anlauf zur Unterstützung. Genauso ist es im S&P 500 gekommen. Das in der letzten Woche angesprochene Range-Hoch im Bereich 2.960 bis 2.984 Punkte wurde am vergangenen Dienstag überschritten. Gleich am Mittwoch wurde dieser ehemalige Widerstand dann wieder von oben angelaufen und als Unterstützung bestätigt. Die nächste technische Hürde wartet bereits zwischen 3.080 und 3.135 Punkten. Besonders der Bereich 3.115 – 3.135 Punkte wird spannend, denn dort befindet sich ein markantes Verlaufshoch von Anfang März. Insgesamt ist der Aufwärtstrend seit Ende März intakt. Doch je länger ein Trend läuft, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass er bricht.

Chart des S&P 500

Börse aktuell Teil 3: Goldpreis – Käufer geben nicht auf!

Die Käufer haben auch in der letzten Woche den Goldpreis nicht im Stich gelassen. Börsenkurse verlaufen zu ungefähr 80 Prozent der Zeit seitwärts. Genau daran hält sich seit Anfang April der Goldpreis. Die Range zwischen 1.670 und 1.800 USD hat bestand. Am Mittwoch wurde die „Make or Break“ Unterstützung zwischen 1.670 und 1.690 USD erneut getestet und hat die Käufer zum Tanz gebeten. Diese haben sich nicht bitten lassen und sind zurück in die Mitte des Parketts geschwebt. Das nächste Ziel liegt wieder im Bereich 1.780 bis 1.800 USD. Und auch für eine Seitwärtsbewegung gilt: „Je länger der Trend läuft, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass er bricht“. Ein Ausbruch aus dieser Seitwärtsbewegung dürfte wieder für neuen Schwung in die eine oder andere Richtung sorgen.

Gold Chart

Der Ölpreis – Hopp oder Top?

Au Backe, jetzt wird es interessant! Der Ölpreis Widerstand 35,80 – 36,40 USD war für mich ein Short-Niveau im ersten Anlauf. Diese charttechnisch markanten Punkte eignen sich besonders dann für eine Gegenbewegung, wenn diese „erschöpft“ angelaufen werden. Das ist zum Beispiel nach einem größeren Anstieg der Fall. Im Ölpreis stellt sich die Situation nun etwas anders dar. Denn vor der markanten Hürde ist es zu einer Seitwärtsbewegung gekommen. Eine Seitwärtsbewegung vor einem Widerstand vergleiche ich gerne mit einer Verschnaufpause. Die Käufer haben Luftgeholt und stürmen mit neuer Kraft dem Widerstand entgegen. Die Käufer sind aktuell wahrscheinlich nicht erschöpft. Aus diesem Grund stelle ich mich an die Seitenlinie und warte auf kurzfristige Signale.

Börse aktuell - Ölpreis Chart

Mario Steinrücken ist Daytrader. Er hat sich auf das Orderflow Trading im E-Mini S&P 500 Futures (ES), Nasdaq 100 Futures (NQ) und Dow Jones Futures (YM) spezialisiert. Seine professionelle Trader Laufbahn startete er 2004 im Aktienhandel der Börse Stuttgart. Später arbeitete er zusammen mit Dirk Müller an der Frankfurter Börse im Aktienhandel. Er besitzt die Xetra- und Eurex Lizenz und war ebenso als Futures Trader bei der Wertpapiereigenhandelsgesellschaft „Gass Capital Markets“ in Frankfurt tätig. Seine Begeisterung für Trading versucht er seinen Followern mit Tipps und Tricks auch auf seinem eigenen YouTube Kanal näher zu bringen.

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Allgemein

Aktuell: Trump mit Aussagen zu China – Märkte reagieren

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Donald Trump hat sich heute richtig lange Zeit gelassen. Vor wenigen Minuten hat er nun endlich verkündet, wie die US-Regierung auf das neue chinesische Sicherheitsgesetz für Hongkong reagieren will. Pustekuchen, so kann man es ausdrücken! Trump spricht von einem Land und einem System. Er werde Maßnahmen ergreifen, um die Sonderbehandlung (den Sonderstatus) für Hongkong abzuschaffen. Also für Hongkong-Exporte Richtung USA nun die selben Zölle wie für Importe aus Festland-China?

Die “Phase 1” des Handelsdeals zwischen China und den USA bleibt wohl bestehen, denn kein Wort hat Trump über einen Ausstieg aus diesem Deal verloren. Auch sonst keine Sanktionen oder neue Zölle gegen China. Der große Knall ist ausgeblieben. Der WTI-Ölpreis reagiert mit einem Anstieg von mehr als 1 Dollar auf 35,20 Dollar. Der Goldpreis verliert 4 Dollar auf 1.730 Dollar. Deutlich reagiert der Aktienmarkt. Der Dow 30 auf CFD-Basis legt 250 Punkte zu. Auch Markus Koch meldet sich aktuell zu Wort zu den Aussagen von Donald Trump. Hier sein ganz aktuelles Video.

Donald Trump
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Aktien

Geldanlage: Dieser Mix bringt seit 120 Jahren die besten Renditen!

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Geldanlage mit mehr oder weniger Risiko? Der Mix macht´s

Wenn sich eine Schweizer Bank mit Professoren aus London und Cambridge zusammentut, um langfristige Rendite-Entwicklungen verschiedener Anlageklassen über 120 Jahre zu untersuchen, dann sollten Anleger das Ergebnis genau studieren. Denn was 120 Jahre lang gute Renditen abwarf, ist aller Wahrscheinlichkeit nach auch die richtige Wahl für Ihre Geldanlage. Schauen wir uns also an, was die Credit Suisse herausfand.

Wenig überraschend lautet das Ergebnis, dass Aktien global gesehen vor Anleihen und vor Geldmarktpapieren liegen. Um die Inflation bereinigt, warfen Aktien seit dem Jahr 1900 jährlich eine Rendite von 5,2% ab. Anleihen, in die Versicherungen und Pensionsfonds besonders große Anteile des Anlagevermögens investieren, kamen hingegen nur auf 2%. Die vor allem zum kurzfristigen Parken von Cash-Reserven genutzten Geldmarktpapiere, in dem Fall Schatzwechsel, brachten es als ein Instrument der Geldanlage hingegen nur auf 0,8%.

In Japan liegen Aktien mit Anleihen seit 50 Jahren fast gleichauf bei der Geldanlage

Nun könnten sich alle Aktionäre beruhigt zurücklehnen und darauf hoffen, dass sie mit ihrer Geldanlage in 50 Jahren reich sein werden. Doch so einfach ist es nicht. Denken wir nur an folgendes Szenario: Aktien crashen und laufen dann für Jahrzehnte seitwärts. Dass das kein Szenario aus dem Märchenbuch oder von weitgehend unbekannten Märkten in irgendwelchen Schwellenländern ist, zeigt Japan. Dort ist genau das passiert.

Die Einzelauswertung für Japan zeigt, dass Aktien als Geldanlage über 120 Jahre gesehen dann immer noch eine üppige Rendite abwerfen. Doch 120 Jahre werden nur die wenigsten Anleger alt. Auf Sicht von 50 Jahren liegen in Japan bereits die Anleihen vorn, wenn auch knapp mit 3,8% zu 3,6% Rendite. Auf Sicht von 20 Jahren ist die mit Anleihen erzielte Rendite in Japan jedoch den Aktien meilenweit voraus. Während Aktienbesitzer nur eine Realrendite von 1,5% erzielen konnten, spielten Anleihen 3,7% pro Jahr ein. Geldmarktpapiere sind im Japan-Szenario in allen Zeithorizonten Kapitalvernichter gewesen. In 120 Jahren verloren Geldmarkt-Anleger 1,8% Realrendite pro Jahr. In 20 Jahren immerhin noch 0,1%. Nur auf Sicht von 50 Jahren konnte eine Mini-Rendite von 0,2% eingefahren werden.

Weltweit brachten Anleihen in 20 Jahren kaum noch Mehr-Rendite

OK, nun mag Japan ein besonderer Fall sein, oder nicht? Nein, weltweit haben Anleihen bei der Geldanlage Aktien in den vergangenen 20 Jahren geschlagen. Global gesehen konnten Anleger seit dem Jahr 2000 mit Anleihen 4,8% verdienen, mit Aktien jedoch nur 3,1%. Auch auf Sicht von 50 Jahren ist der Rendite-Vorsprung von Aktien nicht mehr so üppig, wie man glauben könnte. 5,5% für Aktien vs. 4,8% für Anleihen dürften den einen oder anderen Anleger zum Nachdenken bringen. Lohnt sich das höhere Risiko von Aktien wirklich, wenn auf Sicht von 50 Jahren nur ein Renditevorsprung von 0,7 Prozentpunkten pro Jahr dabei herausspringt?

Von allen untersuchten Märkten schaffte es nur einer, auch in den vergangenen 20 Jahren mit Aktien eine deutliche Mehr-Rendite gegenüber Anleihen zu erzielen: China. 9,6% Real-Rendite mit Aktien stehen nur 3,1% Real-Rendite mit Anleihen gegenüber. Doch Chinas Markt gleicht inzwischen weitgehend dem Japans, Westeuropas oder dem der USA: Die Unternehmen zeigen nur noch mageres Gewinnwachstum, die Wirtschaft wächst kaum noch, doch die Schulden steigen unaufhörlich. Das hat auch Folgen für die Geldanlage!

Geldanlage-Strategie für China: Anleihen kaufen!

Auch bei den Zinsen geht China bereits den westlichen und japanischen Weg. Der Leitzins sank von 5,1% im Mai 2015 auf 3,85% im Mai 2020 und erwartet wird eine weitere Absenkung auf 3,7% bis zum Quartalsende. Sinkende Zinsen bedeuten gleichzeitig auch steigende Preise für bereits früher herausgegebene Anleihen. Je länger die Restlaufzeit der Anleihen ist und je stärker die Zinsen sinken, umso größere Kurszuwächse kann ein Anleger mit diesen Papieren erzielen.

Eine aussichtsreiche Anlage-Strategie kann also darin bestehen, jetzt auf chinesische Anleihen zu setzen und sinkende Zinsen sowie damit einhergehend steigende Anleihe-Preise zu erwarten! Insgesamt erwarten die Studien-Autoren weltweit sinkende Real-Renditen in allen Anlage-Klassen. Je niedriger die Realzinsen sind, also die gezahlten Zinsen abzüglich Inflation, umso geringer würden auch die Real-Renditen der verschiedenen Anlageklassen ausfallen. Die Bäume wachsen bei der Geldanlage inzwischen nicht mehr in den Himmel. Zu erwarten sind künftig wohl eher bodennahe Sträucher.

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