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Goldpreis und Ölpreis fallen – Iran-Krise? Welche Iran-Krise?

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Die Grüne Zone in Bagdad

Iran-Krise? Gab es da was? Nee, Thema abgehakt. Da war die letzten Tage was in den Nachrichten, aber war nicht so dolle das Thema. So süffisant könnte man es ausdrücken, wenn die Kapitalmärkte sprechen könnten. Man schaue auf den aktuellen Goldpreis und Ölpreis. Im folgenden Chart haben wir beide übereinander gelegt seit dem 30. Dezember.

Goldpreis und Ölpreis fallen deutlich

Vor der Tötung des iranischen Generals Soleimani letzten Freitag Nacht notierte der Goldpreis noch bei 1.530 Dollar, und stieg gestern früh bis auf 1.611 Dollar, nach der iranischen Antwort. Bis jetzt ist der Goldpreis aber wieder auf 1.547 Dollar gefallen. Der Ölpreis notierte vor der Tötung von Soleimani (WTI-Öl) bei 61,15 Dollar. Nach dem Top bei 65,61 Dollar (alles sah nach Eskalation der Lage aus) notiert der Ölpreis heute früh bei 59,82 Dollar, also sogar deutlich tiefer als vor dem Start dieser Krise! Was sagt uns das? Der Markt glaubt ganz deutlich daran, dass der “maue Angriff” des Iran auf von den USA genutzte Anlagen im Irak schon die groß angekündigte Racheaktion war, und dass das Thema damit erledigt ist.

Verlauf von Goldpreis und Ölpreis seit dem 30. Dezember

Krise beendet, zurück zum Tagesgeschäft? Vertraut man diesem Szenario, dann sind die Kursrückgänge bei Gold und Öl natürlich nachvollziehbar. Der Ölpreis fällt, weil die Angst vor einer Angebotsverknappung wie weggeblasen ist. Und der Goldpreis fällt, weil die Anleger wieder in risikoreichere Anlagen wie Aktien rennen (Aktienmärkte steigen ja auch spürbar an). Der Risk On Trade ist also wieder angesprungen. Maßgeblich beigetragen hatte gestern um 17 Uhr natürlich die Rede von Donald Trump, in der er nichts über eine militärische Antwort der USA Richtung Iran sagte.

Die aktuelle Lage im Nahen Osten

Im Foto am Anfang dieses Artikels sieht man den Eingang zur “Grünen Zone” in Bagdad, wo wichtige ausländische Einrichtungen liegen. Aktuelle Berichte zeigen jüngst das dritte Mal seit der Tötung Soleimanis Raketenangriffe auf die Grüne Zone. Von wem? Vielleicht mit dem Iran verbündete Milizen, die sich nicht an die Deeskalation der Lage halten wollen? Tote oder Verletzte gab es offenbar nicht. Zu interessieren scheinen diese Angriffe niemanden am Markt. Berichte verschiedener Quellen zeigen, dass der Iran offenbar mit dieser Vergeltungsmaßnahme (dem gestrigen Raketenangriff auf die US-Stützpunkte), zufrieden sei. Es fühle sich wie ein Sieg an. Es werde wohl weiter Drohungen und Forderungen geben, dass die USA die Region verlassen sollen. Aber der Iran wolle wohl keinen US-Gegenschlag provozieren, so kann man verschiedene Berichte und Meinungen kurz sinngemäß zusammenfassen.

Wir meinen: Es ist schon ziemlich erstaunlich, dass der Iran nach diesem relativ laschen Angriff nun seine “Racheaktionen” einstellt – wenn das denn wirklich der Fall ist. Natürlich wünschen wir uns keine weiteren Aktionen, aber es geht ja um das, was angekündigt wurde. Und da haben sich (nach aktuellem Stand) die großspurigen Drohungen aus Teheran als Rohrkrepierer erwiesen. Es ging, wenn man es so sagen darf, offenbar nur um einen Angriff, den man für die innenpolitische Lage im Iran präsentieren konnte? Der Iran hatte derart massiv gedroht mit zahlreichen Angriffen auf US-Einrichtungen. Dieser einzelne Angriff zeigt wohl, dass man genau weiß, dass eine richtige militärische Konfrontation mit den USA nicht gut für den Iran ausgehen würde. Also lieber ein wenig Säbel rasseln zur Befriedung der innenpolitischen Lage?

Darf man es so sagen: Donald Trump hat (vielleicht völlig unbeabsichtigt) hoch gepokert, und gewonnen? Volle Stärke gegen den Iran demonstrieren, mit Eskalation drohen, und dann verkünden, dass man keine Eskalation der Situation wünscht? Schaut man nur auf den aktuellen Stand, dann ist es eine Befriedung der Lage auf einem hochemotionalen Niveau, wo beide Seiten keinen Krieg gebrauchen können. Auch Donald Trump kann ihn nicht gebrauchen. Denn er will dieses Jahr wiedergewählt werden. Und er hatte seinen Wählern schon vor seiner ersten Wahl versprochen, mit den ständigen Kriegen aufzuhören. Und wie geht es weiter bei den beiden hier besprochenen Anlageklassen? Schaut man auf das größere Bild seit Anfang 2019, dann ist der Goldpreis auch nach dem aktuellen Rückgang weiterhin voll im Aufwärtstrend (vereinfacht gesagt). Der folgende Chart zeigt den Goldpreis-Verlauf. Also, auch ohne eine Eskalation im Nahen Osten weiter positive Stimmung für Gold-Anleger?

Goldpreis seit Anfang 2019

11 Kommentare

11 Comments

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    Columbo

    9. Januar 2020 11:18 at 11:18

    Die meisten bekannten aktiven Fonds konnten 2019 nicht mit der Goldperformance mithalten.
    Der MSCI World schnitt etwas besser ab.
    Wer kauft eigentlich noch aktiv gemanagte Fonds?

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    Übelkeit

    9. Januar 2020 12:00 at 12:00

    Der Goldpreis hängt von 2 Faktoren ab:
    Geldmenge und Charttechnik

    Selbst ein Krieg wie aktuell und kurzfristige Kursschwankungen sind nichts gegen große Charttechnische Hürden:

    https://www.goldseiten.de/artikel/436749–Gold—Warum-2020-eine-einzige-grosse-Enttaeuschung-wird.html

    Da die westlichen Märkte zu einer absurden Zockerbude mit jeder Menge virtuellem Gold verkommen sind hat China ein eigenes Goldfixing eingeführt.

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      Lausi

      9. Januar 2020 19:28 at 19:28

      Wenn ich mich richtig erinnere hat Herr Schröder mit seinen EW-Analysen schon des öfteren ins Klo gegriffen (genauso wie Herr Becker). Da halte ich mich doch lieber an EW-Spezie Tiedje, der da einen mittelfristigen Goldpreisanstieg auf 1700 $ voraussagst:

      https://www.godmode-trader.de/artikel/ew-analyse-gold-tipps-gegen-langeweile,8007945

      Also bald wird es bei Gold & Silber wieder aufwärts gehen – da bin ich mir doch ziemlich sicher :-)

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    Columbo

    9. Januar 2020 12:40 at 12:40

    Bei dieser Geldpolitik, bei den Zinsen, die für sehr lange Zeit nicht mehr steigen können, mache ich mir um Gold keine Sorgen.
    Die Elliott-Technik hat noch keinen reich oder arm gemacht. Deren Prognosen kommen der Eintrittswahrscheinlichkeit eines Münzwurfs gleich. Wenn sie nicht eintriffen, wird die Geometrie hinterher geändert und neu interpretiert bis es passt.
    Dann heißt es immer, die Algos würden diesen Linien folgen. Meine Meinung: So blöd sind nicht einmal die Algos.

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      Goldsammler

      9. Januar 2020 16:13 at 16:13

      So ist es, und nicht anderst. Manche sagen dazu auch Malen nach Zahlen.

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    sabine

    9. Januar 2020 13:25 at 13:25

    Mein englischer Kollege meinte, wo sind derzeit die inneren Iran-Unruhen geblieben, die einige Wochen lang dauerten – vor dem Tod des 2. Mannes im Iran? Auch auf hoher Ebene gab es im Iran Streit.
    Ob deswegen das Theater nur so kurz war? Soleiman soll bei der Führung unbeliebt gewesen sein. Entsorgt? Und war deswegen der Tod so schnell “gerächt”? Die zerstörten Militärbasen waren ohne Soldaten und gehörten dem Irak. Also kein großer Schaden für die USA.
    Sieht schon sehr nach abgekartetem Spiel aus.

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      leftutti

      9. Januar 2020 19:43 at 19:43

      @sabine, das ist nun aber endgültig wüsteste Spekulation und zeugt von völliger Ahnungslosigkeit oder ideologischer Verblendung. Mit seiner impulsiven und erratischen Außenpolitik hat Trump im Nahen Osten nun mindestens vier Probleme geschaffen bzw. verschärft.

      1. Die von Ihnen angesprochenen inneren Proteste
      Die aufkeimenden und stetig stärker werdenden Proteste vieler Iranerinnen und Iraner für mehr Freiheiten und eine Öffnung in Richtung Westen sind seit Freitag Geschichte. Die iranische Bevölkerung steht nach diesem Alleingang Trumps geschlossen wie lange nicht mehr hinter dem Regime im Kampf gegen einen gemeinsamen Feind. Innenpolitische Kritik gegenüber den Machthabern scheint aktuell nicht nur riskant, sondern schlicht unmöglich zu sein.

      2. Kampf gegen IS-Terror
      Die bisher enge Zusammenarbeit des Westens mit dem Irak im Krieg gegen den Terror des “Islamischen Staats” wurde nach dem US-Anschlag durch das irakische Parlament aufgekündigt. Ausländische Soldaten sind dort nicht mehr willkommen. Der wichtigste regionale Partner im Kampf gegen den Dschihad ist möglicherweise für Jahre verloren. Kurz zuvor hatte Trump schon die kurdischen Verbündeten gegen den IS im Norden Syriens im Stich gelassen und dem osmanischen Schlächter ausgeliefert.

      3. Das Atomabkommen mit dem Iran
      Solange dieses in Kraft war, betrieb Teheran Urananreicherung lediglich soweit, dass sie keine Sicherheitsgefahr darstellte – daran fühlt sich das Regime nicht mehr gebunden. Zwar sind die Inspekteure der Atomenergiebehörde noch vor Ort. Doch die Hardliner, die schon immer argumentierten, der Iran brauche eigene Atomwaffen, um sich gegen westliche Bedrohung zu wehren, sehen sich durch den US-Militärschlag bestätigt.

      4. Einfluss Russlands
      Für Putin wird ein Traum wahr, denn Trump erfüllt ihm zwei lange gehegte Wünsche: Die Glaubwürdigkeit der Vereinigten Staaten zu unterminieren und den Fußabdruck Russlands in der Region zu vergrößern. Die US-Verbündeten dort könnten sich künftig nach Moskau mit der Bitte um Vermittlung wenden, da den USA nicht mehr zu trauen ist.

  5. Pingback: Gold price and oil price fall – Iran crisis? What Iran crisis? | En24 News

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    Beobachter

    9. Januar 2020 20:16 at 20:16

    @ Leftutti, Mindestens einer der die Sache realistisch sieht, hat es doch zahllose NAIVLINGE die meinen
    die Probleme im Iran seien innert eines Tages wie weggeblasen. Immerhin erhöhen die Amis die Sanktionen.
    Nach den neuesten Meldungen erhärtet sich der Verdacht ,dass die Boeing versehentlich von einem iranischen Abwehrsystem getroffen wurde. Das könnte der Grund sein ,dass Iran im Moment weniger aggressiv ist. Die Amis werden herausgeekelt , Trump ist im Iran gescheitert, Putin wird sich freuen, wenn die Börsen rational wären ,müssten sie nicht steigen.

    • Avatar

      leftutti

      9. Januar 2020 23:20 at 23:20

      @Beobachter, wer offen und unvoreingenommen beobachtet, kann sich der Realitäten nicht entziehen.
      Wessen Scheuklappen länger, dichter und Höher sind, wird seinen Tunnelblick ewig bewahren. Niemand hindert jemanden, FOX News, CNN, BBC, RT, Al Jazeera uvm. zu schauen, zu hören, zu lesen.

      Ich habe mir z.B. auch die allseits empfohlenen Filme “The Big Short” und “Margin Call” im ÖR aufgezeichnet und angeschaut, und wundere mich danach umso mehr, dass genau die Fans dieser eher langweiligen, aber hochstilisierten Hollywood-Filme als gleichzeitige Kritiker und Dauerlästerer der zu späten Ausstrahlungszeiten offenbar nichts aus ihren Lieblingsfilmen verstanden und gelernt haben.

      Es sei denn, Übersprungshandlungen zu perfektionieren, den Wahnsinn ständig live zu wiederholen und dabei gleichzeitig anderen irgendwelche Versäumnisse unterzuschieben.

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    Lars

    9. Januar 2020 22:24 at 22:24

    Außerdem finden im Iran im nächsten Monat Parlamentswahlen statt, da werden die Hardliner mit Sicherheit einen deutlichen Sieg einfahren, nicht zuletzt wegen der erniedrigenden Machtdemonstration seitens des GröPaZ. Das macht die Situation nicht einfacher. Es gibt kein wirkliches Interesse der der USA, die Schlinge um den Iran zu lösen. Denn gäbe es keine Sanktionen gegen den Iran, dann würde dieser die führende Regionalmacht werden und vermutlich noch Israel überflügeln.

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Goldpreis: Für welche Richtung entscheidet sich der Markt?

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Ein Barren Gold

Seit Mitte April pendelt der Goldpreis in US-Dollar in einer engen Spanne von ca. 50 US-Dollar bzw. ca. drei Prozent. Obwohl die Rahmenbedingungen für weiter steigende Notierungen sprechen, offenbart der Goldpreischart kurzfristig drei mögliche Kursverlaufsszenarien.

Weltweite Rekorde außer beim Goldpreis in US-Dollar

Der Weltgoldpreis, berechnet gleichgewichtet in allen Währungen der Welt ohne den US-Dollar, notiert bereits 26 Prozent über seinen Höchstständen aus dem Jahr 2011. Der Goldpreis in Euro hat sein Hoch aus dem Oktober 2012 um 15 Prozent übertroffen. Eine Ausnahme bildet der Goldpreis in US-Dollar: Dieser notiert aktuell noch knapp 10 Prozent unter seinem Rekordpreis vom September 2011. Der Gründe dafür sind nicht etwa die besondere Solidität der US-Währung oder die besonnene Geld- und Finanzpolitik in den USA, sondern schlicht und einfach die globale Dollarknappheit und die daraus resultierende Dollar-Stärke gegenüber anderen Fiat-Währungen. Ursache dafür ist die hohe Verschuldung von öffentlichen und privaten Haushalten weltweit in US-Dollar. Zur Bedienung ihrer Verbindlichkeiten müssen die Dollar-Schuldner permanent für Zins- und Tilgungszahlungen US-Dollar gegen ihre heimische Währung kaufen. Die Tatsache, dass der Goldpreis in US-Dollar, anders als in den meisten anderen Währungen der Welt, noch kein Allzeithoch erreicht hat, ist also kein Signal für eine Entwarnung, sondern ein weiteres Krisensymptom einer hoffnungslos überschuldeten Welt.

Trotz dieses besonderen Umstandes konnte auch der Goldpreis in US-Dollar auf Zwölfmonatssicht 22 Prozent an Wert zulegen. Selbst der durch den Liquiditätsschock bedingte heftige Rückschlag vom 9. bis zum 19. März 2020 um in der Spitze 15 Prozent wurde bis zum 13. April wieder aufgeholt und bis dato um weitere 35 US$/Oz. überboten. Grund für den V-förmigen Rebound waren die extrem aggressiven und in Friedenszeiten in ihrer Dimension beispiellosen Maßnahmen durch die Fiskal- und Geldpolitiker. Gold als bedeutende und knappe Reservewährung reagiert sehr sensibel auf die Veränderung des Zinsniveaus und der Geldmenge. Nachdem nun auch die US-Dollarzinsen effektiv bei null angelangt sind (0,05 Prozent) und gleichzeitig die Geldmenge (Aggregat M1) mit einer Jahresrate von fast 35 Prozent explodiert, ist es kein Wunder, dass auch immer mehr Großbanken in den USA ihren Kunden den Kauf von Gold empfehlen und ihre Kursziele nach oben anpassen.

Drei wahrscheinliche Szenarien für den Goldpreis

Der Grund für den aktuellen Zickzackkurs bei den Goldnotierungen in US-Dollar ist die stark gegenläufige Erwartung der Marktteilnehmer. Während die einen schon das Ende der „außerordentlichen“ Belastungen für die Wirtschaft durch Covid-19 feiern, sehen andere die Pandemie als Auslöser für eine globale Pleitewelle und den Beginn einer ernsthaften weltweiten Schuldenkrise. Schaut man sich die Fakten an, dann scheint die Hoffnung, dass mit den nun beginnenden Lockerungsmaßnahmen die Weltwirtschaft wieder zur Normalität zurückkehrt, sehr ambitioniert. Zu stark ist die weltweite Gesamtverschuldung weiter angestiegen, zu weit ist die Zombifizierung des Unternehmenssektors vorangeschritten, zu viele Arbeitsplätze und Geschäftsmodelle werden weder kurz- noch mittelfristig zurückkehren. All das erfordert aber die Notwendigkeit noch desperaterer Geld- und Fiskalpolitik, womit der Durchbruch des Goldpreises in US-Dollar durch den derzeit etwas hartnäckigen Widerstand bei 1.750 US-Dollar für eine Unze Gold. nur eine Frage der Zeit ist.

Goldpreis im Kursverlauf in US-Dollar

Lediglich der Verlauf des Goldpreises bis zum nächsten Widerstand bei 1.800 US$/Oz. ist aktuell ungewiss. Drei Szenarien erscheinen als wahrscheinlich. Szenario eins: da bereits das nächste defizitfinanzierte Hilfspakete in Höhe von drei Billionen US-Dollar (2,75 Bio. EUR), bereitgestellt durch die US-Notenpresse, auf höchster politischer Ebene in den USA diskutiert wird, wäre ein kurzfristiger Durchbruch beim Goldpreis in US-Dollar nach oben in Anbetracht der zusätzlichen US-Defizitexplosion nicht verwunderlich. Im zweiten Szenario liefe der Goldpreis noch einige Zeit in einer engen Bandbreite zwischen 1.700 und 1.750 US-Dollar für eine Unze Gold. und würde so die noch vorhandene Überkauftheit im Zuge einer Seitwärtskonsolidierung sukzessive abbauen. Der Durchbruch nach oben könnte dann im Zuge der zu erwartenden Eskalation des Konflikts zwischen den USA und China, kombiniert mit den ersten Anzeichen einer globalen Pleitewelle und einer deutlich langsameren ökonomischen Erholung erfolgen.

Im dritten Szenario würde der Goldpreis nochmals deutlicher bis auf die aufsteigende Unterstützungslinie bei aktuell ca. 1.606 US$/Oz. korrigieren, sofern die Optimisten an der Wall Street die Oberhand gewinnen und sich vom „sicheren Hafen“ Gold temporär wieder trennen oder schlicht Gewinne realisieren. Erst wenn den Marktteilnehmern mehrheitlich die Folgen des globalen Shutdowns in ihrer vollen Dimension bewusst werden und die Hoffnung auf eine schnelle „Normalisierung“ der Weltwirtschaft sich ins Gegenteil verkehrt, nämlich dass die jetzige Corona-Krise nur der Auslöser einer bereits vorher überfälligen globalen Schuldenkrise ist, würde der Goldpreis auch in US-Dollar auf neue Rekordstände reüssieren. Dies würde auch zur Saisonalität beim Goldpreis passen, die von Mitte Mai bis Mitte Juni zumindest rein statistisch ungünstig verläuft und ab dann bis Jahresultimo positiv verläuft. Allerdings gibt es aktuell übergeordnete Preisimpulse, wie die rekordhohe Investmentnachfrage, die unabhängig von üblichen saisonalen Effekten positiv auf den Goldpreis wirken.

Fazit und Ausblick

Egal, für welche Richtung sich der Goldpreis kurzfristig entscheidend, selbst eine etwas ausgedehntere Korrektur in den Bereich der mittelfristigen Aufwärtstrendlinie bei aktuell 1.606 US-Dollar für eine Unze Gold. Würde das übergeordnet konstruktive Chartbild nicht negativ beeinträchtigen. Gleichwohl wäre die kurzfristige Überkauftheit dann vollständig abgebaut und damit eine interessante Opportunität für Nachkäufe gegeben.

Wahrscheinlicher ist jedoch, dass der Goldpreis bereits in Kürze den hartnäckigen Widerstand bei 1.750 US$/Oz. nach oben überwinden kann und im Anschluss zügig bis zum nächsten Horizontalwiderstand bei 1.800 US$/Oz. vorstößt. Die Rahmenbedingungen sprechen für dieses Szenario: Explodierende Geldmenge, explodierende Verschuldung, irreversible Null- und Negativzinsen, eine massive Pleitewelle, desperate Geld- und Fiskalpolitik, historisch hohe Unsicherheit bezüglich der weltwirtschaftlichen Perspektive, ein drohender ungeregelter Brexit sowie das Wiederaufflammen des Konflikts zwischen den USA und China sowie die Unsicherheit bezüglich einer zweiten Corona-Welle.

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BÖRSE AKTUELL – DER Wochenausblick für Dax, Gold, Ölpreis

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Noch in der letzten Woche hatte die Börse die Hoffnung auf fallende Kurse gesät. Doch direkt zum Wochenstart zogen Dax & Co. weiter an. Die nächste Woche startet ohne Rückenwind aus den USA. Die Börsen NYSE und Nasdaq haben wegen des Memorial Day geschlossen. Am Donnerstag wird in den USA die Veränderung des Bruttoinlandsproduktes gegenüber dem Vormonat bekanntgegeben. Außerdem dürften die wöchentlich veröffentlichten Arbeitsmarktdaten Schwung in die Börse bringen.

Börse aktuell Teil 1: Dax – die Käufer wittern ihre Chance!

Der Dax hat in der vergangenen Handelswoche das Range-Hoch im Bereich 11.250 – 11.300 Punkte getestet. Von diesem Niveau habe ich mit einsetzendem Verkaufsdruck gerechnet. Dieser ist allerdings ausgeblieben. Lediglich am Freitag startete der Dax schwächer. Diese niedrigen Kurse haben direkt aggressive Käufer genutzt. So konnte die Börse am Freitag ihre Tore mit einem Wochengewinn von 5,8 Prozent schließen.

Börse - Dax im Chartverlauf

Damit bleibt das bullische Bild seit dem Corona-Tief bestehen. Für den Wochenstart sehe ich den Dax weiter auf hohem Niveau zwischen 10.800 und 11.300 Punkten seitwärts laufen. Ab Mitte der Woche kann es dann im deutschen Leitindex zu einem Ausbruch über 11.300 Punkte kommen. Dieser wird im Idealfall mit hohem Handelsvolumen im Dax Futures begleitet. Anschließend wäre ein weiterer Anstieg über 11.600 Punkte, bis zur runden 12.000er Marke und maximal bis 12.300 Punkte möglich. Fällt der Dax unter 10.800 Punkte, muss mit einer weiteren Abwärtsbewegung bis 10.200 Punkte gerechnet werden.

Börse aktuell Teil 2: S&P 500 – die Bullen wollen weiter grasen

Im S&P 500 ist deutlich zu erkennen, wie die Käufer am charttechnischen Widerstand zwischen 2.960 – 2.984 Punkten knabbern. Ich vergleiche derartige Situationen gerne mit einem Vulkan. Das Magma steigt auf und bildet Druck unter der Erdkruste. Diese ist zuerst noch sehr fest und hält das flüssige Gestein zurück. Irgendwann wird die Erdkruste brüchig und kann dem Druck nicht mehr standhalten. Es erfolgt ein Vulkanausbruch.

Je mehr hungrige Käufer an dem Widerstand knabbern, desto dynamischer erfolgt wahrscheinlich der Ausbruch. Im S&P 500 wartet die nächste Hürde zwischen 3.080 und 3.135 Punkten. Danach wird die Luft für die Käufer immer dünner.

Börse aktuell Teil 3: Goldpreis – Unentschieden zwischen Käufern und Verkäufern

Der Goldpreis konnte in der vergangenen Handelswoche wenig glänzen. Der Angriff auf den „Bollwerk-Widerstand“ beim Gold Futures im Bereich 1.780 – 1.800 USD wurde von den Verkäufern weiterhin verteidigt. Damit hat die Seitwärtsbewegung im Futures Bestand. Solange sich der Goldpreis über der „Make or Break“ Unterstützung bei 1.670 – 1.690 USD hält, bleibt das Chartbild aber bullisch.

Gold Chart - Entwicklung der Börse im Chart

Im Gold Spotpreis haben wir zuletzt einen Ausbruch über den Range-Widerstand zwischen 1.735 – 1.748 USD gesehen. Die Stärke konnte allerdings nicht aufrecht gehalten werden. Der Spotpreis ist zurück in die vorherige Range gefallen. Seit Ende Februar sehen wir lediglich leicht höhere Hochs. Damit wird eine Korrektur immer wahrscheinlicher. Im Goldpreis erwarte ich, dass sich die Korrektur eher über den Faktor Zeit abspielt. Die Börse bewegt sich zu 80 Prozent innerhalb einer Seitwärtsbewegung. Genau diese erwarte ich auch für den Goldpreis.

Teil 4: Der Ölpreis stößt an seine Grenzen

In der letzten „Börse AKTUELL“ hatte ich über den Ausbruch über die markante Hürde zwischen 27,30 – 28,40 USD berichtet. Erwartungsgemäß haben wir einen Anstieg bis zum nächsten Widerstand gesehen. Knapp über der 34-Dollar-Marke ist es zu einem ersten dynamischen Einbruch gekommen. Daran ist die Wirkung des Widerstandes zu erkennen. Für die nächste Woche erwarte ich maximal einen Anstieg bis 36,40 USD. Der obere Gap-Widerstand stellt für mich ein interessantes Short-Niveau dar.

Mario Steinrücken ist Daytrader. Er hat sich auf das Orderflow Trading im E-Mini S&P 500 Futures (ES), Nasdaq 100 Futures (NQ) und Dow Jones Futures (YM) spezialisiert. Seine professionelle Trader Laufbahn startete er 2004 im Aktienhandel der Börse Stuttgart. Später arbeitete er zusammen mit Dirk Müller an der Frankfurter Börse im Aktienhandel. Er besitzt die Xetra- und Eurex Lizenz und war ebenso als Futures Trader bei der Wertpapiereigenhandelsgesellschaft „Gass Capital Markets“ in Frankfurt tätig. Seine Begeisterung für Trading versucht er seinen Followern mit Tipps und Tricks auch auf seinem eigenen YouTube Kanal näher zu bringen.

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Aktuell: Warum der Goldpreis fällt

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Ein Stapel Gold-Barren

Der Goldpreis fällt seit gut zwei Stunden. Zuletzt ging es noch etwas steiler bergab. Vom Zwischenhoch bei 1.741 Dollar um 14:30 geht es runter auf aktuell 1.719 Dollar (aktuell 1.723 Dollar). Was ist passiert? Schauen wir auf den Chart, der den Goldpreis-Verlauf seit heute früh in rot-grün zeigt. In blau sieht man den US-Dollar Index (Währungskorb des Dollar gegen andere Hauptwährungen). Ab 14:30 Uhr fällt Gold, und der Dollar steigt. Es gab Arbeitsmarktdaten aus den USA im Rahmen der Erwartungen, und später danach einen etwas besser als erwarteten Einkaufsmanagerindex. Es ist grundsätzlich schlecht für Gold, wenn sich die Konjunkturwolken aufhellen. Aktuell hört man aus chinesischen Staatsmedien schärfere Töne gegen die USA, was den US-Dollar stärkt, und damit auch gegen Gold drückt. Aber mal ehrlich. Es kann mit dem Goldpreis schnell wieder bergauf gehen. Die letzten Wochen haben gezeigt, dass Gold sich robust halten und tendenziell weiter steigen konnte.

Goldpreis vs US-Dollar

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