Folgen Sie uns

Gold/Silber

Goldpreis und Ölpreis mit Sprung – Angriff auf US-Truppen, Trump tweetet

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Beispielfoto für einen Stapel Goldbarren

Goldpreis und Ölpreis haben heute Nacht einen Satz nach oben gemacht. Es kam genau zu dem Szenario, welches wir gestern schon in zwei Artikeln beschrieben hatten. Der Iran ist innen- wie außenpolitisch durch seine eigenen massiven Drohungen nun auch gezwungen, in der Realität den Drohungen gegen die USA Taten folgen zu lassen – sonst würde man sein Gesicht verlieren, seine Glaubwürdigkeit als Machtfaktor in der Region!

Angriff auf Einrichtungen im Irak

Der Iran wählt zunächst wohl die „softe“ Lösung, und wählt den selben Stellvertreter-Kriegsschauplatz für seine Antwort an die USA (nach der Tötung seines Top-Generals), nämlich den Irak. Dort hat man heute Nacht mehr als ein Dutzend ballistische Raketen auf zwei Stützpunkte abgefeuert, auf denen auch US-Soldaten stationiert sind. Ein aktueller Tweet der staatlichen iranischen Nachrichtenagentur soll den Abschuss der Raketen zeigen.

Hier klicken, um den Inhalt von Twitter anzuzeigen

Hier klicken, um den Inhalt von Twitter anzuzeigen

Und was ist nun genau passiert? Gibt es Tote? Im offiziellen Statement des Pentagon zu dem iranischen Angriff wird dazu überhaupt nichts erwähnt. War es das schon? Oder eskaliert die Lage jetzt, und der Iran greift weitere Ziele an? Werden Goldpreis wie auch Ölpreis explodieren? Puhhhhhhh, niemand weiß es! Aber die Lage ist mehr als angespannt. Vor fünf Stunden hat Donald Trump den folgenden Tweet abgesetzt. Alles sei bestens. Man bewerte gerade Schäden und Verluste. So weit, so gut, so schreibt es Donald Trump. Soll das heißen, dass es nur Materialschaden gab, und dass Donald Trump diesen „mauen Angriff“ als noch nicht ausreicht empfindet um kräftig gegen den Iran zurückzuschlagen? Unklar. Auch tweetet er, dass er heute früh (7 Uhr in Washington wäre 13 Uhr in Deutschland) eine Erklärung abgeben wird.

Hier klicken, um den Inhalt von Twitter anzuzeigen

Goldpreis springt über Nacht an

Wie auch immer. Der Tweet von Donald Trump konnte den Kapitalmarkt über Nacht ein wenig besänftigen. Hätte er was von toten US-Soldaten geschrieben, wären die Kurse bei Gold und Öl wohl so richtig kräftig explodiert. So gab es über Nacht für den Goldpreis in US-Dollar einen sehr kräftigen, aber noch keinen explodierenden Anstieg von 1.574 auf 1.611 Dollar. Aktuell ist der Markt auf 1.589 Dollar zurückgefallen, was gegenüber gestern Abend immer noch ein Plus von 15 Dollar darstellt! Dieser weitere Anstieg (seit Beginn dieser Krise +59 Dollar) symbolisiert den Drang des Marktes hin zu mehr Sicherheit (Risk Off Trade). Weitere Anstieg sind möglich, je nachdem was Donald Trump nachher sagen wird, und ob der Iran weitere Ziele angreift.

Ölpreis nachts mit sehr kräftigem Sprung

Wie wir es gestern schon schrieben – der Ölpreis ist auch am Steigen, aber aus anderen Gründen als Gold. Eskaliert die Lage am Golf, wonach es derzeit womöglich aussieht, dann droht eine Verknappung beim Öl-Angebot, was den Ölpreis nach oben treibt. Wie nervös der Terminmarkt ist, zeigt der aktuelle Trade über Nacht. WTI-Öl stieg sprunghaft von 62,80 Dollar auf bis zu 65,60 Dollar. Mal eben ein Anstieg von 2,80 Dollar. Wenn das mal kein Anzeichen für Nervosität ist! Aktuell ist der Markt auf 63,23 Dollar zurückgekommen, auch dank Trumps Tweet. Aber die Lage bleibt extrem angespannt. Nun warten wir erstens  auf die Aussage von Donald Trump heute um 13 oder 14 Uhr? Und dann kommen (ganz nebenbei bemerkt) heute um 16:30 Uhr die staatlichen Lagerdaten für Rohöl in den USA. Heute Nacht wurden die privat ermittelten API-Bestände veröffentlicht mit einem Rückgang von 5,9 Millionen Barrels. Wird das heute Nachmittag bestätigt, ist dies weiter förderlich für einen steigenden Ölpreis.

Goldpreis und Ölpreis im Verlauf seit Montag
Goldpreis und Ölpreis übereinander gelegt im Verlauf seit Montag. Man sieht heute Nacht den sprunghaften Anstieg, und aktuell die Beruhigung. Die Ruhe vor dem Sturm?

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    BrettonWood

    8. Januar 2020 10:21 at 10:21

    Ehrlich gesagt finde ich diese These nicht mal sehr abwegig;

    Meine Metamorphose letzte Nacht gleicht einem Irrweg. Zuerst, als sich Meldungen über Raketenangriffe häuften, die anschliessend dementiert wurden, dachte ich an psychologische Kriegsführung der Iraner.

    Dann kamen amerikanische Bestätigungen über einen Angriff, der jedoch so wenig nach einem echten Angriff aussah, dass ich sofort an einen inszenierten „False flag“ Angriff der Amerikaner dachte.

    Diese haben ja viel Erfahrung in solchen Geschichten. Kriege brauchen grosse nationale Tragödien, um in der Öffentlichkeit Akzeptanz zu finden: die Explosion der Maine (spanisch-amerikanischer Krieg 1898), die Versenkung der Lusitania (Erster Weltkrieg), Pearl Harbor (Krieg gegen Japan), Weapons of mass destruction (Krieg gegen Saddam Hussein in Irak) und sicherlich noch dies und das dazwischen.

    Ich glaubte, die Amerikaner servieren nun der Welt einen falschen, angeblichen Angriff der Iraner, um den echten, den ganz grossen Krieg gegen die islamische Republik Iran loszutreten. Es hiess, der US-Präsident werde sich demnächst ans amerikanische Volk wenden. Die Kriegserklärung würde bestimmt folgen, so dachte die ganze Welt.

    Nicht die Oppositionsführerin der Demokraten, Nancy Pelosi, die weilte an einem grossen Fest anlässlich der Eröffnung eines Gastrotempels in Washington. Als man Sie vor Ort fragte, warum denn diese Sorglosigkeit, just in der Nacht, als die US-Jungs unter iranischem Raketenhagel stünden, winkte sie angeheitert ab: Sie, hicks, beobachte die Entwicklung sehr genau auf ihrem Smartphone.

    Bullshit, der Grund war ein anderer.

    Der iranische Angriff auf den Luftwaffenstützpunkt verursachte kein einziges amerikanisches Opfer – obwohl es etwa 72 ballistische Raketen runterhagelte und das iranische Staatsfernsehen von 30 toten amerikanischen Soldaten berichtete, was der US-Sender NBC unüberprüft in die Welt posaunte.

    https://insideparadeplatz.ch/2020/01/08/ayatollahs-trump-putin-alle-spielen-ihr-spiel/

  2. Avatar

    Marko

    8. Januar 2020 13:45 at 13:45

    „Der Iran ist innen- wie außenpolitisch durch seine eigenen massiven Drohungen nun auch gezwungen, in der Realität den Drohungen gegen die USA Taten folgen zu lassen – sonst würde man sein Gesicht verlieren, seine Glaubwürdigkeit als Machtfaktor in der Region!“

    Der IRAn hat keine Chance gegenüber seinem Gegner und das weiß der Iran, der Iran hatte sich vorher einiges zu Schulden kommen lassen, und das weiß der Iran ! Das sind Fakten !

    Was fällt euch sonst noch ein, liebe Bären.. ? Der Iran als „Machtfaktor“ ? Wegen den Atombomben ?

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Gold/Silber

Aktuell: Dow mit Allzeithoch, Ölpreis steigt – warum der Goldpreis bei 1.800 Dollar hängt

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Aktuell tut sich einiges an den Märkten. Der Dow Jones hat vorhin mit 29.996 Punkten ein neues Rekordhoch erreicht. Die Aktienmärkte sind in guter Laune. Der Dax ist von seinem Hoch aus dem Frühjahr immer noch gut 500 Punkte entfernt, aber er klettert auch mit nach oben. Der Ölpreis steigt, der Goldpreis fällt weiter. Aber warum? Neben den positiven Corona-Nachrichten bringt heute eine weitere gute Nachricht neuen frischen Schub für die Aktienmärkte. Donald Trump macht nun offenbar den Weg frei für die Amtsübergabe an die Biden-Administration. Damit haben die Märkte mehr Sicherheit, dass in den USA wohl doch kein großes Chaos oder eine Verfassungskrise ausbrechen wird.

Außerdem scheint Joe Biden die ehemalige Fed-Chefin Janet Yellen zur neuen US-Finanzministerin machen zu wollen. Auch das freut den Markt. Die Geldflut kann weiter gehen, und die Konjunktur in den USA dürfte weiteren staatlichen Stimulus erhalten. Das pusht die Aktienmärkte, und auch der Ölpreis steigt kräftig. Alleine seit heute Nacht bei 43 Dollar steigt der WTI-Ölpreis aktuell auf 44,94 Dollar. Mehr Konjunktur-Stimulus bedeutet auch mehr Öl-Nachfrage. Logisch, dass da der Ölpreis ansteigt.

Goldpreis verliert gegen Aktienmärkte

Gold ist der Verlierer. In so einem positiven Umfeld schichten die Börsianer in risikoreichere Geldanlagen wie Aktien um, und der Goldpreis fällt. Nach positiven US-Konjunkturdaten von gestern war der Goldpreis bereits spürbar gefallen, von gestern 1.868 Dollar bis vorhin auf genau 1.800 Dollar im Tief. Ein große runde Marke ist immer wichtig für die Börsianer. Drüber und drunter liegen in der Regel viele Stop-Orders.

In den letzten Augenblicken kann der Goldpreis leicht auf 1.807 Dollar steigen, aber die Lage ist doch sehr wacklig. Es kann auch in Kürze einen Abwärtsschub unter 1.800 Dollar geben. Interessant: Die Bewegung im US-Dollar scheint derzeit weniger Einfluss auf den Goldpreis zu haben. Die negative Korrelation zwischen den beiden funktioniert diese Woche nicht so richtig. Vielmehr ist es aktuell eine negative Korrelation zwischen Gold und Aktienmärkten. Der Chart reicht bis Mitte letzter Woche zurück. Wir sehen den steigenden Dow Jones gegen den fallenden Goldpreis. Die aktuell gute Stimmung für risikoreichere Assets drückt gegen Gold.

Chart zeigt Kursverlauf von Dow Jones gegen Goldpreis seit letzter Woche

weiterlesen

Gold/Silber

Goldpreis: 1.800 Dollar-Marke in Gefahr? ETF-Abflüsse und Optimismus

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Mehrere Barren aus Gold

Der Goldpreis ist derzeit Opfer vieler Angriffe. Nun drei Wochen in Folge wurde jeweils am Montag von einem anderen Pharmahersteller eine positive Meldung für einen Corona-Impfstoff präsentiert, zuletzt gestern von AstraZeneca. Immer war dies positiv für die Aktienmärkte und alle anderen risikoreichen Geldanlagen (Hoffnung auf Konjunkturerholung), und negativ für den Goldpreis. Der sogenannte Risk On-Trade wird durch die Impfstoff-Hoffnung befeuert. Und Gold erfüllt vor allem die Funktion des sicheren Hafens in der Krise, als letzte Bastion vor Inflation und sonstigen Unsicherheiten. Bei schnellen hoffnungsfrohen Nachrichten ist Gold der Verlierer.

Kurzfristig weiter Schwäche und Anfälligkeit im Goldpreis

Und gestern Nachmittag dann der nächste Schlag, der den Goldpreis zügig um mehr als 30 Dollar auf 1.834 Dollar fallen ließ. Die US-Einkaufsmanagerdaten wurden besser vermeldet als erwartet. Aber vor allem die mit den Einkaufsmanagerdaten veröffentlichten Preise stiegen. Höhere Inflationsangst sorgt für die unterschwellige Befürchtung an den Märkten, dass die Zinstendenz in den USA ansteigend ist, was wiederum positiv für den US-Dollar wirkt. Das wiederum drückt negativ auf den Goldpreis. Nur die Angst vor steigenden Zinsen wirkt auch ganz ohne steigenden US-Dollar negativ auf das zinslose Gold. Auch gab es gestern erneut Abflüsse aus Gold-ETFs (Begriffserklärung hier) im Umfang von 11 Tonnen.

Und so rutschte der Goldpreis bis jetzt weiter ab auf 1.826 Dollar. Einige Analysten und Chartisten sehen es als negativ an, dass die wichtige Unterstützungsmarke von. 1.850 Dollar im gestrigen Abrutsch sang und klanglos binnen Sekunden nach unten vernichtet wurde. Ist sogar die runde Marke von 1.800 Dollar in Gefahr? Milan Cutkovic von Axi schreibt dazu heute, dass ein Fall im Goldpreis unter die wichtige Marke von 1.800 Dollar den nächsten Ausverkauf einleiten könnte. Carsten Fritsch von der Commerzbank erwähnte vor wenigen Minuten in seiner Gold-Analyse, dass es bis zur Marke von 1.800 Dollar wenig Unterstützungszonen gebe, welche den Rückgang im Goldpreis aufhalten könnten. Erst dort sei nach seiner Meinung mit einer Stabilisierung zu rechnen.

Langfristig Gold mit weiterhin guter Perspektive

Die von zahlreichen Leitmedien als Crashpropheten betitelten Kommentatoren wie Dirk Müller und viele andere sehen eine extrem stark ansteigende Inflation im Anflug, und sprechen deswegen über einen möglichen viel höheren Goldpreis. Wir bei FMW sehen es ähnlich wie Carsten Fritsch von der Commerzbank. Man muss nicht zwingend von einer anstehenden Hyperinflation sprechen, und kann trotz der aktuellen Schwäche im Goldpreis auf längere Sicht die Möglichkeit für höhere Kurse sehen (das ist keine Handelsempfehlung). Denn ja, das längerfristige Szenario ändert sich nicht durch ein paar gute Konjunkturdaten oder gute Impfstoff-Nachrichten.

Die Null- und Negativzinspolitik wird noch jahrelang anhalten. Die Notenbanken drucken weiterhin Geld. Denn die Volkswirtschaften sind durch Corona extremst geschwächt worden. Das ist der perfekte Anlass um mit immer mehr Gelddruckerei und Staatsschulden alles mit Geld zu fluten. Das ist ein grundsätzlich schönes Szenario für einen steigenden Goldpreis. Wo das Papiergeld durch grenzenlose und obszöne Vermehrung verwässert wird, da kann das nicht unbegrenzt vermehrbare Gold an Attraktivität gewinnen. Aber kurzfristig, das sieht man dieser Tage wieder, ist der Goldpreis durch gute Konjunktur- und Corona-Nachrichten negativ beeinflussbar. Laut aktuellen Berichten soll die ehemalige Fed-Chefin Janet Yellen neue US-Finanzministerin werden. Die Geldschwemme dürfte also auch in den USA in den nächsten Jahren weiter gehen!

Chart zeigt Goldpreis im Verlauf der letzten zwölf Monate
Im Chart sehen wir den Goldpreis im Verlauf der letzten zwölf Monate.

weiterlesen

Devisen

Aktuell: Goldpreis fällt 30 Dollar nach guten US-Daten

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Ein Stapel Barren aus Gold

Der Goldpreis fällt in den letzten Minuten von 1.867 auf 1.837 Dollar. Gleichzeitig springt der US-Dollar nach oben. Der Dollar-Index (Währungskorb) steigt von 92,10 auf 95,49 Indexpunkte. Der Grund dahinter ist zu finden in den vorhin veröffentlichten Einkaufsmanager-Daten aus den USA, die deutlich besser ausfielen als erwartet (hier die Details). Die veröffentlichten Preise zeigen einen Rekordanstieg – dadurch, so die Logik, entsteht Inflations-Druck, was wiederum die US-Notenbank perspektivisch zu Zinsanhebungen zwingen könnte!

Im Chart sehen wir den Goldpreis-Verlauf seit Freitag in rot-grün gegen den US-Dollar in blau. Die negative Korrelation zwischen Gold und US-Dollar ist mehr als eindeutig. Beim Klick an dieser Stelle finden Sie unsere Bericherstattung von heute Mittag über Gold, und welche Faktoren bis 15:45 Uhr den Goldpreis bewegt hatten.

Chart zeigt Verlauf von Goldpreis gegen US-Dollar

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage