Folgen Sie uns

Devisen

Goldpreis und Schweizer Franken steigen – was sind die Gründe?

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Gold Barren Beispielfoto

Goldpreis und Schweizer Franken tendieren derzeit aufwärts. Liegt es an der aktuellen kleinen Schwäche an den Aktienmärkten? Gute Frage. Denn deren Schwäche ist derzeit ja wirklich überschaubar. Der Ölpreis zum Beispiel schwächelt weiter an der 50 Dollar-Marke herum (WTI-Öl). Der Dow 30 hat seit seinem Hoch am Donnerstag 400 Punkte verloren. Im großen Bild bei den tollen Anstiegen ist das nicht viel. Der Dax verliert vom Hoch 115 Punkte.

Goldpreis steigt gemächlich immer weiter an

Am Freitag profitierte der Goldpreis von einem US-Arbeitsmarktbericht, der letztlich negativ für die Aktienmärkte interpretiert wurde. Auch gab es interessante Daten zu Rekord-Zuflüssen in Gold-ETFs. Aktuell könnte man meinen, dass dieser kleine Schwung vom Freitag und auch eine heute weiter maue Entwicklung in den Aktienindizes dem Goldpreis beim weiteren vorsichtigen Ansteigen hilft. So ist er von seinem Tief am letzten Mittwoch bei 1.547 Dollar auf aktuell 1.573 Dollar gestiegen. Im Chart sehen wir den Goldpreis seit dem 27. Januar. Frage: Verliert Gold schnell wieder an Auftrieb, wenn die Aktienindizes ihre kleine Pause beim Anstieg beenden?

Goldpreis Verlauf seit dem 27. Januar

Schweizer Franken

Vor knapp vier Wochen wurde die Schweiz als Land wieder aufgenommen in eine Beobachtungsliste des US-Finanzministeriums, auf der Länder gelistet sind, die im Verdacht stehen ihre Währung zu manipulieren. Und ja, da ist es wohl reine Ansichtssache, ob das eine Manipulation ist, was die Schweizerische Nationalbank da macht? Seit Jahren druckt sie in einem obszönen Ausmaß Schweizer Franken, und verkauft sie gegen Dollar und Euro. So möchten die Notenbanker eine weitere Aufwertung des Schweizer Franken verhindern, was aber bislang nicht gelungen ist. Der Drang der Anleger hin zum guten alten „sicheren“ Fränkli ist einfach zu stark. Und nun? Derzeit zeigt der Franken erneut seinen Aufwertungsdrang gegenüber dem Euro. Laut aktuellen Berichten ist das Thema Angst rund um die Währungsmanipulation wieder im Gespräch, nämlich bei Analysen von Schweizer Bankan.

Warum ist das Thema überhaupt interessant für Anleger, die rund um den Schweizer Franken spekulieren wollen? Nun, vermutlich wollen die Schweizer Notenbanker den USA keinen weiteren Anlass zur Kritik geben – daher könnten sie ihre Interventionen für einige Zeit erstmal reduzieren oder ganz einstellen. Das ist nur eine Mutmaßung – aber hierdurch könnten sich Spekulanten vermehrt ermutigt fühlen aufzuspringen und den Franken zu kaufen. Aktuell notiert Euro vs Schweizer Franken bei 1,0678 – heute früh noch über 1,07. Der Tiefpunkt von EURCHF im Jahr 2017 lag bei 1,0630. Bei 1,0664 lag das jüngste Tief vor einer Woche. Es wirkt so, als stehe EURCHF kurz davor weiter abwärts rauschen zu wollen (Franken-Aufwertung). Der Chart deutet jedenfalls diese Tendenz an (das ist natürlich keine Handelsempfehlung).

Abschließend könnte man beim Goldpreis wie auch beim Schweizer Franken aktuell ebenfalls sagen: Auch ein klein wenig „Risk Off Trade“ könnte mit im Spiel sein, also die Flucht von Aktien hin zu den „Sicheren Häfen“. Denn der Coronavirus sorgt immerhin weiter für Unsicherheit!

Euro vs Schweizer Franken seit 2016
Im Chart sieht man Euro vs Schweizer Franken seit Anfang 2016.

Hier klicken und kommentieren

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Devisen

Aktuell: EZB-Entscheidung veröffentlicht

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

EZB-Tower in Frankfurt

Die EZB hat soeben ihre Entscheidung veröffentlicht.

Der EZB-Leitzins (Refinanzierungssatz) bleibt unverändert bei 0,00 Prozent. Der extrem wichtige Banken-Einlagenzins, auf den sich Banken bzgl. der Negativzinsen berufen, bleibt ebenfalls unverändert bei -0,50 Prozent. Die Marginal Lending Facility bleibt ebenfalls unverändert bei 0,25 Prozent.

Die Aufkauf- und Liquiditätsprogramme (PEPP, APP und TLTRO III) laufen wie bisher weiter.

Um 14:30 Uhr folgt die PK von Christine Lagarde. Wir berichten dann umgehend über alle interessanten Aussagen. Hier das offizielle Statement der EZB zur jetzigen Entscheidung:

(2) The Governing Council will continue its purchases under the pandemic emergency purchase programme (PEPP) with a total envelope of €1,350 billion. These purchases contribute to easing the overall monetary policy stance, thereby helping to offset the downward impact of the pandemic on the projected path of inflation. The purchases will continue to be conducted in a flexible manner over time, across asset classes and among jurisdictions. This allows the Governing Council to effectively stave off risks to the smooth transmission of monetary policy. The Governing Council will conduct net asset purchases under the PEPP until at least the end of June 2021 and, in any case, until it judges that the coronavirus crisis phase is over. The Governing Council will reinvest the principal payments from maturing securities purchased under the PEPP until at least the end of 2022. In any case, the future roll-off of the PEPP portfolio will be managed to avoid interference with the appropriate monetary policy stance.

(3) Net purchases under the asset purchase programme (APP) will continue at a monthly pace of €20 billion, together with the purchases under the additional €120 billion temporary envelope until the end of the year. The Governing Council continues to expect monthly net asset purchases under the APP to run for as long as necessary to reinforce the accommodative impact of its policy rates, and to end shortly before it starts raising the key ECB interest rates. The Governing Council intends to continue reinvesting, in full, the principal payments from maturing securities purchased under the APP for an extended period of time past the date when it starts raising the key ECB interest rates, and in any case for as long as necessary to maintain favourable liquidity conditions and an ample degree of monetary accommodation.

(4) The Governing Council will also continue to provide ample liquidity through its refinancing operations. In particular, the third series of targeted longer-term refinancing operations (TLTRO III) remains an attractive source of funding for banks, supporting bank lending to firms and households.

weiterlesen

Devisen

Aktuell: Goldpreis fällt spürbar auf 1.878 Dollar

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Jetzt wo immer konkreter wird, dass Deutschland in Kürze die Corona-Restriktionen stark anzieht, verschärfen sich international die Ängste. Die Aktienkurse fallen weiter, und der US-Dollar als zentraler Fluchthafen zieht weiter an (wir berichteten vorhin bereits). Der Dollar steigt, und der Goldpreis rauscht aktuell runter auf 1.878 Dollar. Gold fällt aktuell gemeinsam mit den Aktienmärkten. Dies ist ein Phänomen, das man bereits im März beobachtete – auch damals funktionierte der US-Dollar kurzzeitig als Fluchthafen.

Goldpreis gegen US-Dollar-Verlauf im Chart

weiterlesen

Devisen

Türkische Lira fällt erneut auf Rekordtief – die aktuelle Lage

Redaktion

Veröffentlicht

am

Von

Türkei Flagge

Die türkische Lira fällt immer weiter, heute früh auf ein neues Rekordtief. Die Lage ist dramatisch. Bereits letzte Woche Donnerstag rauschte die türkische Währung auf ein erneutes Rekordtief. US-Dollar vs Türkische Lira stieg von 7,80 auf 7,96. Heute früh springt der Wechselkurs erneut. Für einen US-Dollar muss man aktuell 8,03 Lira aufbringen. Der Chart zeigt den Kursverlauf des US-Dollar gegen die Lira in den letzten zwölf Monaten. Die Abwertung läuft immer weiter.

Türkische Lira immer noch enttäuscht nach Zinsentscheid

Erst letzten Donnerstag hatte die türkische Zentralbank bei ihrer Zinsentscheidung den Leitzins unverändert belassen, obwohl der Devisenmarkt eine deutliche Zinsanhebung erwartet hatte, um die Lira-Abwertung zu bekämpfen. Aber nein, der Leitzins bleibt bei 10,25 Prozent. Und so fiel die türkische Währung wie gesagt schlagartig auf ein Rekordtief. Und die Abwertung läuft in diesem dramatischen Tempo nicht nur gegenüber dem US-Dollar, sondern auch dem Euro. Für 1 Euro musste man Anfang letzter Woche noch 9,27 türkische Lira aufbringen – jetzt sind es 9,51 Lira.

Weitere Faktoren für Lira-Schwäche

Die Enttäuschung zum Leitzins wirkt heute noch nach. Zudem teilt Präsident Erdogan derzeit verbal aus gegen den französischen Präsidenten, der den Botschafter aus Ankara zurückrief (hier mehr Details dazu). Außerdem könnte der Raketenstreit der Türkei mit den USA erneut wieder aufflammen. Und da wäre noch der aktuelle Krieg zwischen Armenien und Aserbaidschan, und nicht zu vergessen der Gas-Streit der Türkei mit Zypern. Alles zusammengenommen ein geopolitischer Mix, der dem Devisenmarkt Angst macht, mal ganz abgesehen von der Coronakrise.

Und was letzte Woche noch dazu kam, waren Berichte über die Analysen einer unabhängigen Expertengruppe in der Türkei. Sie will ermittelt haben, dass die tatsächliche Inflation in der Türkei vier Mal so hoch sein soll wie offiziell angegeben. Aber das muss aktuell nicht zu viel Auswirkung auf die türkische Lira haben, sondern wohl eher der Mix der vorher genannten Faktoren. Aktuell scheint keine Besserung in Sicht zu sein.

Chart zeigt Kursverlauf von US-Dollar gegen türkische Lira

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage

Wenn Sie diese Webseite weiter verwenden, stimmen Sie automatisch der Verwendung von Cookies zu. Zur Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um Ihnen das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn Sie diese Website ohne Änderung Ihrer Cookie-Einstellungen verwenden oder auf "Akzeptieren" klicken, erklären Sie sich damit einverstanden.

Schließen