Devisen

Goldpreis und Schweizer Franken steigen – was sind die Gründe?

Gold Barren Beispielfoto

Goldpreis und Schweizer Franken tendieren derzeit aufwärts. Liegt es an der aktuellen kleinen Schwäche an den Aktienmärkten? Gute Frage. Denn deren Schwäche ist derzeit ja wirklich überschaubar. Der Ölpreis zum Beispiel schwächelt weiter an der 50 Dollar-Marke herum (WTI-Öl). Der Dow 30 hat seit seinem Hoch am Donnerstag 400 Punkte verloren. Im großen Bild bei den tollen Anstiegen ist das nicht viel. Der Dax verliert vom Hoch 115 Punkte.

Goldpreis steigt gemächlich immer weiter an

Am Freitag profitierte der Goldpreis von einem US-Arbeitsmarktbericht, der letztlich negativ für die Aktienmärkte interpretiert wurde. Auch gab es interessante Daten zu Rekord-Zuflüssen in Gold-ETFs. Aktuell könnte man meinen, dass dieser kleine Schwung vom Freitag und auch eine heute weiter maue Entwicklung in den Aktienindizes dem Goldpreis beim weiteren vorsichtigen Ansteigen hilft. So ist er von seinem Tief am letzten Mittwoch bei 1.547 Dollar auf aktuell 1.573 Dollar gestiegen. Im Chart sehen wir den Goldpreis seit dem 27. Januar. Frage: Verliert Gold schnell wieder an Auftrieb, wenn die Aktienindizes ihre kleine Pause beim Anstieg beenden?

Goldpreis Verlauf seit dem 27. Januar

Schweizer Franken

Vor knapp vier Wochen wurde die Schweiz als Land wieder aufgenommen in eine Beobachtungsliste des US-Finanzministeriums, auf der Länder gelistet sind, die im Verdacht stehen ihre Währung zu manipulieren. Und ja, da ist es wohl reine Ansichtssache, ob das eine Manipulation ist, was die Schweizerische Nationalbank da macht? Seit Jahren druckt sie in einem obszönen Ausmaß Schweizer Franken, und verkauft sie gegen Dollar und Euro. So möchten die Notenbanker eine weitere Aufwertung des Schweizer Franken verhindern, was aber bislang nicht gelungen ist. Der Drang der Anleger hin zum guten alten „sicheren“ Fränkli ist einfach zu stark. Und nun? Derzeit zeigt der Franken erneut seinen Aufwertungsdrang gegenüber dem Euro. Laut aktuellen Berichten ist das Thema Angst rund um die Währungsmanipulation wieder im Gespräch, nämlich bei Analysen von Schweizer Bankan.

Warum ist das Thema überhaupt interessant für Anleger, die rund um den Schweizer Franken spekulieren wollen? Nun, vermutlich wollen die Schweizer Notenbanker den USA keinen weiteren Anlass zur Kritik geben – daher könnten sie ihre Interventionen für einige Zeit erstmal reduzieren oder ganz einstellen. Das ist nur eine Mutmaßung – aber hierdurch könnten sich Spekulanten vermehrt ermutigt fühlen aufzuspringen und den Franken zu kaufen. Aktuell notiert Euro vs Schweizer Franken bei 1,0678 – heute früh noch über 1,07. Der Tiefpunkt von EURCHF im Jahr 2017 lag bei 1,0630. Bei 1,0664 lag das jüngste Tief vor einer Woche. Es wirkt so, als stehe EURCHF kurz davor weiter abwärts rauschen zu wollen (Franken-Aufwertung). Der Chart deutet jedenfalls diese Tendenz an (das ist natürlich keine Handelsempfehlung).

Abschließend könnte man beim Goldpreis wie auch beim Schweizer Franken aktuell ebenfalls sagen: Auch ein klein wenig „Risk Off Trade“ könnte mit im Spiel sein, also die Flucht von Aktien hin zu den „Sicheren Häfen“. Denn der Coronavirus sorgt immerhin weiter für Unsicherheit!

Euro vs Schweizer Franken seit 2016
Im Chart sieht man Euro vs Schweizer Franken seit Anfang 2016.



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