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Prognosen und Risiken Goldpreis und Silber ziehen an – doch kurzfristig steigt das Risiko

Goldpreis und Silber ziehen an - doch kurzfristig steigt das Risiko
1kg-Goldbarren in einem ABC Bullion-Geschäft in Sydney. Foto: Brendon Thorne/Bloomberg

Der Goldpreis startet mit Schwung ins neue Jahr: Gold klettert wieder in Richtung 4.400 US-Dollar – und Silber zieht mit einem kräftigen Satz nach oben. Doch hinter der glänzenden Rally steckt mehr als nur Optimismus: Erwartete Zinssenkungen der Fed und ein schwächerer Dollar geben Rückenwind, während drohende Index-Neugewichtungen und dünne Liquidität kurzfristig für Nervosität sorgen könnten. Warum die Edelmetalle jetzt zwischen Rekordjagd und Rücksetzer-Risiko pendeln – und was Anleger in den nächsten Wochen erwartet.

Goldpreis steigt zum Jahresauftakt

Der Goldpreis stieg am Freitag zeitweise auf 4.397 Dollar je Unze, während Silber mehr als 4% auf 74,50 Dollar zulegte. Händler wiesen darauf hin, dass sich die Edelmetalle 2026 aufgrund weiterer US-Zinssenkungen und einer Dollarschwäche gut entwickeln könnten. Doch es gibt kurzfristig auch Bedenken, dass eine breite Index-Neugewichtung die Preise unter Druck setzen könnte. Angesichts der steilen Rally der Edelmetalle könnten passiv verwaltete Fonds einige Kontrakte verkaufen, um neue Gewichtungen abzubilden, sobald diese bestätigt sind.

“Wir erwarten, dass in den kommenden zwei Wochen ein massives Open Interest von 13% an den Comex-Silbermärkten verkauft wird, was zu einer dramatischen Neubewertung nach unten führen wird”, schrieb Daniel Ghali, Senior Commodity Strategist bei TD Securities, in einer Mitteilung. Eine geringere Liquidität nach den Feiertagen könnte die Preisschwankungen zudem verstärken.

Edelmetalle verzeichneten im vergangenen Jahr einen rekordverdächtigen Anstieg, bevor es Ende Dezember zu erheblicher Volatilität kam, als einige Investoren Gewinne mitnahmen und Handelsmetriken auf überkaufte Bedingungen hinwiesen. Der Goldpreis erzielte 2025 eine Vielzahl von Rekorden, unterstützt durch Käufe der Zentralbanken, eine lockerere Politik der Federal Reserve und einen schwächeren Dollar. Die Nachfrage nach sicheren Häfen, getrieben durch geopolitische Spannungen und von den USA angeführte Handelskonflikte, wirkte ebenfalls stützend.

Banken sehen weiteres Potenzial

Silber legte 2025 noch stärker zu als Gold, erreichte Rekordwerte und durchbrach Marken, die bis vor kurzem selbst für die enthusiastischsten Marktbeobachter undenkbar schienen. Auf Jahressicht stand für Silber damit ein Plus von rund 150 Prozent zu Buche, während der Goldpreis um knapp 65 Prozent zulegte. Neben den Faktoren, die Gold stützten, profitierte Silber auch von anhaltenden Sorgen, dass die US-Regierung letztendlich Einfuhrzölle auf das veredelte Metall erheben könnte.

Führende Banken sehen weiteres Potenzial für einen Anstieg des Goldpreises in diesem Jahr, vor allem da erwartet wird, dass die Fed weitere Zinssenkungen vornimmt und Präsident Donald Trump die Führung der US-Zentralbank umgestaltet. Goldman Sachs teilte im vergangenen Monat mit, dass ihr Basisszenario eine Rally auf 4.900 Dollar je Unze vorsehe, mit Risiken nach oben.

Der Goldpreis gewann um 10:00 Uhr in London 1,4 % auf 4.384,15 Dollar je Unze. Der Bloomberg Dollar Spot Index notierte 0,1% niedriger. Silber stieg um fast 4 % auf 74,41 Dollar. Auch Palladium und Platin legten kräftig zu.

FMW/Bloomberg



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3 Kommentare

  1. Ich denke, Pensionsfonds werden stärker in Edelmetallen investieren.
    Und da kommt einiges zusammen.
    Aber selbst wenn Gold und Silber in diesem Jahr seitwärts laufen würden.
    Was wäre dann passiert?

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

    1. Hallo Helmut,

      Frohes Neues. Die institutionellen Anleger sind historisch viel zu gering in Gold und haben Silber praktisch gar nicht.
      Es wird in den nächsten Jahren im Westen genug Geld aus Anleihen in Gold fließen, um den langfristigen Trend aufrecht zu erhalten und eher überschießen.

      Die spannende Frage für Ihre Kinder wird sein, wann es wieder Zeit ist, stärker in den Aktienmarkt zu gehen. Ein alter Hase schreibt dazu öfter gerne, „wenn Coca Cola 6% Dividende abwirft“.

  2. Die Sichtweise auf Aktienbullenmärkte läßt sich nicht auf Edelmetallbullenmärkte übertragen. Während erster mit wenig Vola einhergehen, steigen Gold und Silber unter hoher Vola. Ein Paradies für Trader.
    Drastisch Rücksetzer sind daher gute Kaufgelegenheiten oder Einstiegsmöglichkeiten für Investoren.

    Gold kann nur nachhaltig fallen, wenn plötzlich die Zentralbanken verkaufen. Nur haben sie allen Grund weiter zu kaufen. Silber ist zu den jetzigen Preisen zu knapp und zu deutlich höheren Preisen ebenfalls kritisch. Anders als beim Kupfer gibt es viel weniger explorierte Funde, die nur höhere Preise benötigen. In alten Abräumen kann noch einiges Silber gewonnen werden, ebenfalls zu höheren Preisen. Aber wieviel? Für wie lange reicht das? Silber ist das älteste Geld der Welt, aber auch ein kritischer Industrierohstoff.

    Ich kann nur empfehlen, Preisrücksetzer zu kaufen. Es ist denkbar, dass ein paar Münzen zukünftig wieder den Lebensunterhalt für einen ganzen Monat sicherstellen können.

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