Gold

Gold vor wichtiger Woche Goldpreis unter Druck – Neue Zölle schüren Unsicherheit

Grafik: ChatGPT

Zwischen Rekordhoch und Nervosität: Der Goldpreis schwankt, während Händler gespannt auf Signale aus Washington blicken. Nach der überraschenden Ankündigung von Zöllen auf Goldbarren rutschten die US-Gold-Futures ab – und die Differenz zum globalen Spotpreis schrumpfte. Jetzt richten sich alle Augen auf den Dollar, die Zollpolitik und die anstehenden US-Inflationsdaten, die den Kurs des Edelmetalls entscheidend beeinflussen könnten.

Zölle auf Gold-Importe

In New York gaben Gold-Futures nach, da die Händler auf eine Klarstellung der Zollpolitik durch das Weiße Haus warteten. Eine US-Behörde hatte den Markt letzte Woche mit der offiziellen Entscheidung überrascht, dass 100-Unzen- und 1-Kilogramm-Goldbarren mit Zöllen belegt werden sollen.

Wie Bloomberg berichtet, wurden die Goldpreis-Futures am Montag mit einem Aufschlag von etwa 65 Dollar pro Unze gegenüber dem globalen Spot-Referenzpreis gehandelt. Sie waren am Freitag auf ein Rekordhoch gestiegen, hatten dann aber wieder an Wert verloren, als die Regierung gegenüber Bloomberg erklärte, sie werde die sogenannten „Fehlinformationen” über die Zölle auf Gold und andere Spezialprodukte klarstellen. Die Preisdifferenz zwischen den Handelszentren in den USA und London fiel unter 60 Dollar pro Unze, nachdem sie als Reaktion auf den anfänglichen Zollschock zuvor auf über 100 Dollar gestiegen war.

Gold: Neue Zölle drücken Goldpreis unter 3.400-Dollar-Marke
Gold-Futures in New York geben nach – Händler warten auf Klarstellung der Zölle durch das Weiße Haus
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Die Politik Washingtons hat weitreichende Auswirkungen auf den weltweiten Goldhandel und möglicherweise auch auf das reibungslose Funktionieren des US-Terminkontrakts. Die Regierung hatte das Edelmetall bereits im April von Zöllen befreit. Bis langfristige Klarheit herrscht, werden die Edelmetallmärkte laut Händlern weiterhin nervös bleiben.

„Wir beobachten, dass sich die verschiedenen Segmente des Goldmarktes geordnet verhalten, während die Branche auf diese mögliche Klärung wartet“, schrieb Joseph Cavatoni, Senior Market Strategist für Nordamerika beim World Gold Council, in einem Beitrag auf LinkedIn. „Wir werden die Situation weiterhin beobachten und unsere Forschungsergebnisse und Erkenntnisse aktualisieren, sobald mehr Informationen vorliegen.“

Goldpreis fällt zurück

Der Goldpreis ist in diesem Jahr um etwa 30 % gestiegen, wobei der Großteil dieser Gewinne in den ersten vier Monaten erzielt wurde, als geopolitische und handelspolitische Spannungen den Markt erschütterten. Am Freitag schlossen die Goldpreise zum zweiten Mal in Folge höher und lagen damit nur noch etwa 100 Dollar unter dem Allzeithoch vom April. Allerdings tut sich der Preis seit Wochen schwer, die Marke von 3.400 USD zu überwinden.

Die Händler werden am Dienstag auf die Veröffentlichung der US-Inflationszahlen achten, um Hinweise darauf zu erhalten, wie die Federal Reserve in den kommenden Monaten mit den Zinsen umgehen wird. Ökonomen erwarten, dass die Verbraucherpreise ohne Berücksichtigung der volatilen Lebensmittel- und Energiepreise im Juli um 0,3 % gestiegen sind, nach einem Anstieg von 0,2 % im Vormonat. Im Jahresvergleich soll die Teuerungsrate bei 2,8 % liegen, nachdem sie zuvor bei 2,7 % gelegen hatte.

Die Zentralbank hat sich dem Druck von Präsident Donald Trump, die Geldpolitik zu lockern, widersetzt. Die Notenbanker versuchen, die Risiken durch Zölle, einen sich abkühlenden Arbeitsmarkt sowie eine nach wie vor hohe Inflation auszugleichen. Niedrigere Zinsen sind positiv für das zinsunabhängige Gold. Zum Ende der Woche soll zudem das Treffen von US-Präsident Trump und dem russischen Präsidenten Putin stattfinden, das ebenfalls Einfluss auf den Goldpreis haben könnte.

Die US-Gold-Futures fielen am Montag im frühen Handel in Asien um 1,2 %. Unterdessen gab der Spot-Goldpreis um 7:00 Uhr in Frankfurt um 0,4 % auf 3.376,54 USD pro Unze nach. Der Bloomberg Dollar Spot Index blieb nahezu unverändert. Auch Silber, Platin und Palladium gaben nach.

FMW/Bloomberg



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