Gold/Silber

Goldpreis verliert deutlich – eine Spurensuche

Ein Stapel Barren aus Gold

Der Goldpreis verliert deutlich seit Freitag, von 1.900 Dollar auf aktuell 1.851 Dollar. Da mag man sich fragen: Was ist hier los? Die Anleiherenditen in den USA sind in den letzten Tagen eher gefallen, und die Inflation in den USA liegt laut jüngsten Daten vom letzten Donnerstag bei satten 5,0 Prozent! Das sind doch eigentlich mehr als genug Gründe für einen steigenden Goldpreis? Aber nein, er fällt. Hier eine kleine Spurensuche nach den Gründen.

Inflations-Peak erreicht? Goldpreis fällt

Der offensichtlichste Grund ist der steigende US-Dollar. In einer perfekten negativen Korrelation (siehe Chart) fällt der Goldpreis, während der US-Dollar seit Freitag steigt. Der Dollar-Index stieg von Freitag 90 auf jetzt 90,46 Punkte. Gleichzeitig, so hatte es auch Markus Fugmann erwähnt, könnte der Markt den Verlautbarungen der Fed glauben. Denn wie auch die EZB ist die Fed der Meinung, dass die höhere Inflation nur vorübergehend ist. So müssen die Notenbanker in Europa und den USA argumentieren. Denn sonst würde man seine wichtigste Begründung für die aktuelle Geldpolitik (Nullzins und Gelddrucken) verlieren. Denn offiziell druckt man Geld ohne Ende, um die Inflation wieder in Schwung zu bringen. Sie ist aber längst dort angekommen, wo die Notenbanker sie sehen wollten.

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Man will aber weiter Geld drucken, aber die Argumentationsgrundlage ist weg. Also deutet man die hohe Inflation um als „vorübergehend hoch“. Schon bald geht die Teuerung also wieder zurück? Könnten zahlreiche Marktteilnehmer nun annehmen, dass diese 5 Prozent Inflation im Mai in den USA das Peak darstellen, also den Hochpunkt? Wenn ja, dann wäre eine in den kommenden Monaten wieder kleinere Inflationsrate durchaus ein Argument für den fallenden Goldpreis. Mittwoch Abend um 20 Uhr deutscher Zeit verkündet die Fed ihre Zinsentscheidung mit den aktuellsten Aussagen. Dann könnte erneut Bewegung bei Gold anstehen. Ist der aktuelle Kursrückfall sowieso übertrieben?

Analyst optimistisch

Naeem Aslam, Chefanalyst bei Avatrade, kommentiert in seinem heutigen Kommentar, dass Gold etwas von seinem Glück verloren habe, da sich der Preis von der 1900er-Marke entfernt hat. Das aktuelle Retracement im Goldpreis stelle jedoch keine langfristige Bedrohung für den Aufwärtstrend dar. Dies liege daran, dass der Goldpreis aufgrund des Inflationsanstiegs (5 Prozent in den USA) steigen werde. Er soll seiner Meinung nach Gold weiter Auftrieb geben.

Chart vergleicht Goldpreis gegen US-Dollar
Chart zeigt seit Donnerstag Abend fallenden Goldpreis gegen steigenden US-Dollar.



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