Für den Goldpreis dürften die kommenden 48 Stunden richtungsweisend werden. Mit den US-Verbraucherpreisen, den Erzeugerpreisen und der ersten Kongress-Anhörung des neuen Fed-Chefs Kevin Warsh stehen gleich drei Ereignisse bevor, die den weiteren Zinspfad der US-Notenbank maßgeblich beeinflussen könnten. Nachdem Gold zuletzt unter steigenden Zinserwartungen und höheren Ölpreisen gelitten hatte, dürfte sich nun entscheiden, ob der jüngste Abwärtstrend anhält oder die Bullen einen neuen Erholungsversuch starten können.
Drei neue Impulse für den Goldpreis
Der Goldpreis stabilisierte sich am Dienstag zunächst im Bereich von 4.020 US-Dollar je Unze, nachdem das Edelmetall in den beiden vorangegangenen Handelstagen rund drei Prozent verloren hatte. Belastet wurde Gold zuletzt vor allem durch die erneute Eskalation im Nahen Osten. Die verschärfte Iran-Krise und die angespannte Lage rund um die Straße von Hormus ließen die Ölpreise deutlich steigen. Höhere Energiepreise schüren jedoch die Sorge vor einem erneuten Inflationsanstieg und erhöhen damit die Wahrscheinlichkeit einer restriktiveren Geldpolitik – ein klassischer Gegenwind für das zinslose Edelmetall.
Zusätzlichen Druck brachte Fed-Direktor Christopher Waller, der eine mögliche Zinserhöhungeins Spiel brachte, sollte sich der Inflationsdruck als hartnäckig erweisen. Laut dem FedWatch-Tool stieg die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im September zuletzt auf über 50 Prozent.
Inflationsdaten könnten den Zinspfad verändern
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Im Mittelpunkt steht nun zunächst der US-Verbraucherpreisindex. Analysten rechnen damit, dass die Jahresinflation im Juni von 4,2 auf rund 3,9 Prozent zurückgegangen ist. Die Kerninflation, bei der die besonders schwankungsanfälligen Preise für Energie und Lebensmittel ausgeklammert werden, dürfte dagegen mit etwa 2,9 Prozent nahezu unverändert geblieben sein.
Die Daten könnten den weiteren Zinspfad der US-Notenbank Fed maßgeblich beeinflussen. Fällt die Inflation stärker als erwartet, dürfte der Markt auf eine weniger restriktive Fed setzen. Bleiben die Preissteigerungen dagegen hartnäckig oder überraschen sogar nach oben, könnten die Erwartungen weiterer Zinserhöhungen zunehmen. Gleichzeitig rücken wegen der gestiegenen Ölpreise auch die Inflationserwartungen wieder stärker in den Fokus der Anleger.
Erste Bewährungsprobe für Fed-Chef Kevin Warsh
Noch größere Aufmerksamkeit dürfte jedoch Kevin Warsh auf sich ziehen. Für den neuen Fed-Vorsitzenden ist die Anhörung vor dem Kongress der erste große öffentliche Auftritt seit seinem Amtsantritt. Anleger hoffen auf Hinweise, wie konsequent die US-Notenbank ihren Kampf gegen die Inflation fortsetzen will.
Besonders aufmerksam werden Investoren auf jede Aussage zum weiteren Zinspfad achten. Nach den zuletzt gestiegenen Zinserwartungen könnte bereits eine leicht restriktivere Wortwahl ausreichen, um US-Renditen und den Dollar weiter steigen zu lassen. Umgekehrt könnte ein vorsichtigerer Ton die jüngste Erholung an den Edelmetallmärkten wieder beleben.
Charttechnik bleibt angespannt
Auch aus charttechnischer Sicht steht der Goldpreis weiter unter Druck. Nach dem Zwischenhoch bei rund 4.200 US-Dollar am 6. Juli scheiterte der Erholungsversuch, ehe Gold am Dienstagmorgen zeitweise wieder unter die Marke von 4.000 US-Dollar fiel. Der Abwärtstrend seit dem Allzeithoch Ende Januar bleibt damit ebenso intakt wie das zuletzt entstandene „Death Cross“, bei dem die 50-Tage-Linie die 200-Tage-Linie nach unten gekreuzt hat.
Solange Gold die Marke von 4.000 US-Dollar nicht nachhaltig verteidigt und den Abwärtstrend beendet, bleibt das Risiko eines weiteren Rücksetzers erhöht. Sollten die Inflationsdaten jedoch positiv überraschen und Fed-Chef Kevin Warsh einen weniger restriktiven Kurs andeuten, könnte der Goldpreis die wichtige Unterstützung behaupten und einen neuen Anlauf in Richtung des jüngsten Verlaufshochs bei rund 4.200 US-Dollar starten.
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Für Gold stehen damit richtungsweisende 48 Stunden bevor. Verbraucherpreise, Erzeugerpreise und die Anhörung von Fed-Chef Kevin Warsh könnten die Erwartungen an den weiteren Zinspfad der US-Notenbank neu ordnen. Entsprechend dürfte sich nun entscheiden, ob die Marke von 4.000 US-Dollar zum Sprungbrett für eine Erholung wird – oder der nächste Abwärtsimpuls beginnt.
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Und gerne wird Warsh mittlerweile als neuer Volcker gesehen.
Der wesentliche Unterschied zur Volckerzeit sind jedoch die unaufhaltsam explodierenden Schulden.
Aber was passierte eigentlich während der Zinserhöhungsphase in der Volckerära.
Es passierte folgendes:
Während der aggressiven Zinserhöhungen unter Fed-Chef Paul Volcker zwischen 1979 und 1981 (mit Leitzinsen von bis zu 20 %) verhielt sich der Goldpreis zweigeteilt. Zunächst schoss Gold von rund $200 auf ein Allzeithoch von $850 im Januar 1980, da die Inflation extrem hoch war und die Realzinsen negativ blieben.Als Volcker die Zinsen jedoch so weit anhob, dass die Realzinsen positiv wurden, und die Wirtschaft in eine Rezession stürzte, fiel der Goldpreis bis 1982 stark auf etwa $300 zurück.
Von einem Szenario, in dem Warsh die Zinsen bei stark steigender Inflation so weit anhebt, dass die Realzinsen stark positiv sein werden, sind wir weiter entfernt als SpaceX vom Mars.