Die Erholung beim Goldpreis gewinnt an Dynamik – doch die entscheidende Bewährungsprobe steht erst noch bevor. Während sich Gold und Silber ihren wichtigsten Widerstandsbereichen seit Wochen nähern, richten sich die Blicke der Anleger auf die US-Arbeitsmarktdaten und die nächsten Signale der Fed. Die Kombination aus Charttechnik und Geldpolitik könnte damit schon in dieser Woche zur Richtungsentscheidung für beide Edelmetalle werden.
Gold und Silber vor Richtungsentscheidung
Der Goldpreis hat den dritten Handelstag in Folge zugelegt und sich damit bis an die Oberkante seiner mehrwöchigen Handelsspanne vorgearbeitet. Auch Silber knüpft an die jüngste Erholung an. Hintergrund ist laut einem Bloomberg-Bericht die Hoffnung auf eine diplomatische Einigung zwischen den USA und dem Iran. Demnach stehen Washington, Teheran und Oman kurz vor einer Vereinbarung, die eine Wiederöffnung der Straße von Hormus ermöglichen könnte. Katar erklärte zudem, dass bereits ein Vorschlag zur Normalisierung des Schiffsverkehrs in der strategisch wichtigen Meerenge ausgearbeitet worden sei.
Die Aussicht auf eine Entspannung im Nahen Osten verändert derzeit die Erwartungen der Finanzmärkte. Nachlassende Risiken für den globalen Ölhandel und fallende Ölpreise könnten den Inflationsdruck abschwächen und den Druck auf die US-Notenbank Fed verringern, die Geldpolitik weiter zu verschärfen. Davon profitieren derzeit sowohl der Goldpreis als auch Silber. Obwohl die Aktienmärkte neue Rekordstände erreichen und die Nachfrage nach klassischen sicheren Häfen eigentlich nachlassen müsste, überwiegt derzeit der Rückenwind durch sinkende Zinserwartungen, fallende Anleiherenditen und den schwächeren Dollar.
Fed und Arbeitsmarktdaten im Fokus
Ob diese Erholung Bestand hat, dürfte sich in den kommenden Tagen entscheiden. Bereits heute stehen die ADP-Arbeitsmarktdaten auf dem Programm, bevor am Freitag der offizielle US-Arbeitsmarktbericht veröffentlicht wird. Gerade diese Daten gelten als richtungsweisend für den künftigen Zinskurs der Fed.
Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgte zuletzt Anna Paulson, Präsidentin der Federal Reserve Bank of Philadelphia. Sie erklärte, sie halte sich hinsichtlich des künftigen geldpolitischen Kurses „alle Optionen offen“, da widersprüchliche Signale darauf hindeuteten, dass noch unklar sei, ob die derzeitige Geldpolitik ausreichend restriktiv sei.
Auch das FedWatch-Tool der CME zeigt, wie unsicher die Märkte derzeit sind. Demnach rechnen Investoren trotz der zuletzt gesunkenen Zinserwartungen weiterhin mehrheitlich mit einer Zinserhöhung auf der September-Sitzung der Fed. Gleichzeitig hat die Hoffnung auf eine weitere Zinspause zuletzt wieder etwas zugenommen. Die anstehenden US-Arbeitsmarktdaten könnten daher maßgeblich darüber entscheiden, wie sich die Zinserwartungen in den kommenden Tagen verschieben.
Goldpreis vor entscheidenden Chartmarken
Neben den fundamentalen Faktoren spricht derzeit auch die Charttechnik für eine spannende Ausgangslage. Der Goldpreis bewegt sich seit mehreren Wochen in einer ausgeprägten Seitwärtsrange zwischen rund 3.960 und 4.170 beziehungsweise 4.200 US-Dollar. Mit Kursen um 4.170 US-Dollar testet Gold gerade erneut genau jene Widerstandszone, an der die Aufwärtsbewegung zuletzt mehrfach gescheitert ist. Ein nachhaltiger Ausbruch darüber würde das Chartbild deutlich aufhellen und könnte neue Kaufdynamik auslösen.
Auch Silber steht an einem vergleichbaren Punkt. Seit Ende Juni pendelt der Silberpreis überwiegend zwischen rund 55 und knapp 63 US-Dollar. Nach der jüngsten Erholung nimmt auch Silber wieder Kurs auf die Oberkante dieser Handelsspanne. Sollten der Gold- und Silberpreis ihre jeweiligen Widerstände überwinden, dürfte sich das technische Bild bei beiden Edelmetallen gleichzeitig deutlich verbessern.
Damit könnten Gold und Silber in den kommenden Tagen vor ihrer wichtigsten Richtungsentscheidung seit Wochen stehen. Fundamentale Impulse und Charttechnik treffen aktuell unmittelbar aufeinander. Ob der Ausbruch gelingt oder die Seitwärtsphase anhält, dürfte maßgeblich von den US-Arbeitsmarktdaten und den daraus abgeleiteten Zinserwartungen der Fed abhängen.
FMW/Bloomberg
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Hallo, wieso nehmt Ihr bei Gold- Silber, nicht mal PLATIN mit dazu….Ausbruch ist doch Interessant
Krieg oder Frieden, Zinsen, Staatsanleihen, Arbeitslosenzahlen sind doch nur Begründungen für die kurzfristigen Preismanipulatoren. Das unendliche Geldrucken ist der einzige Grund, warum Gold weiterhin steigen wird. Guckst du Türkei usw. Da sind die ach hier wichtigen Daten doch egal.