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Gold/Silber

Goldpreis vor nächstem Anstieg? Datenflut steht an

Claudio Kummerfeld

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Gold Barren

Der Goldpreis hält sich mit ganz aktuell 1.686 Dollar genau auf dem Niveau von Freitag Abend, auch wenn wir heute im Tief schon Kurse von 1.672 Dollar gesehen hatten. Schauen wir auf den Verlauf der letzten Wochen, dann hat sich der Goldpreis nicht nur gut gehalten. Seit dem Start des Aktien-Crash ab dem 21. Februar ist Gold sogar unterm Strich um 66 Dollar gestiegen. Wer auf das Edelmetall setzte, konnte sein Geld somit gut durch die letzten Crash-Wochen bringen. Letzte Woche sahen wie im Goldpreis in Euro sogar noch Allzeithochs, wovon der Kurs heute 47 Euro entfernt ist.

Die Woche der Prüfungen für den Goldpreis

Diese Woche stehen einige harte Prüfungen an, die zeigen können, ob der Goldpreis stabil bleibt und sogar weiter ansteigen kann. Es geht auch um den Ruf von Gold als dem Sicheren Hafen in Zeiten von Unsicherheit. Werden die Aktienkurse im Verlauf dieser Woche mehrmals plötzlich absacken, und der Goldpreis als Gegenpol ansteigen? Möglich wäre es, aber wissen tut man es natürlich erst hinterher! Es steht einiges an Daten an diese Woche. Und die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass sie grottenschlecht ausfallen und die Kurse bewegen werden. Man denkt ja eigentlich stets, dass die Märkte Horror-Konjunkturdaten schon gedanklich eingepreist haben. Aber kommen die Daten schlimmer als befürchtet, drohen Absacker in Aktien – und ein Anstieg im Goldpreis?

Am morgigen Dienstag um 11 Uhr wird in Deutschland der ZEW-Index vermeldet. Um 16 Uhr dann folgenden für die USA die Verkäufe bestehender Häuser für März, und um 22:30 Uhr werden die API-Daten für die Rohöl-Lagerbestände in den USA veröffentlicht. Dann am Mittwoch folgen um 16:30 Uhr deutscher Zeit die staatlichen Lagerdaten für Öl in den USA. Donnerstag dann um 9:30 Uhr folgen für Europa die wichtigen Einkaufsmanagerindizes für April. Das könnte wirklich übel werden – Dax runter, Goldpreis rauf? Oder wie schon vorgekommen die letzten Wochen… Dax runter, Goldpreis auch runter oder mit Ach und Krach seitwärts? Dann um 14:30 Uhr am Donnerstag folgen die US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe. Am Freitag dann um 10 Uhr kommt der ifo-Geschäftsklimaindex, das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer, das auch im Ausland sehr stark beachtet wird. Dann abschließend für diese Woche gibt es am Freitag um 16 Uhr das Verbrauchervertrauen der Uni Michigan für April.

Gründe für gute Laune noch da

Man sieht also, es gibt diese Woche jede Menge Anlässe für Volatilität in den Märkten. Fallende Aktienkurse und fallender Ölpreis, und gleichzeitig ein stabiler oder steigender Goldpreis, das wäre möglich. Aber ein gesichertes Szenario ist das natürlich nicht. Gold kann diese Woche beweisen, ob es gerade jetzt wirklich als Fluchthafen taugt. Die Gründe, warum der Goldpreis grundsätzlich weiter steigen könnte, sind auch abgesehen von kurzfristigen Bewegungen (Risk On und Risk Off Trades) weiter die selben wie letzte und vorletzte Woche, nämlich immer mehr Notenbank-Gelddruckerei und immer mehr Staatsschulden. Der jüngste Auslöser der Hausse im Goldpreis war die 2,3 Billionen Dollar große Geldpumperei-Ankündigung der Federal Reserve am 8. April.

Von da an ging es im Goldpreis um 86 Dollar rauf bis letzten Donnerstag. Seitdem ist der Markt in einer Art Verschnaufpause. Ein weiterer Anstieg für Gold ist denkbar. Aber man vergesse nie, wie der Kurs im Edelmetall im März reagierte auf den Crash bei Aktien. Der Goldpreis fiel ebenfalls, weil viele Profi-Investoren erstmal Cash brauchten, und daher auch Gold verkauften. Ob der Markt diese Woche erneut so reagiert, wenn die grottigen Konjunkturdaten die Aktienkurse möglicherweise runter reißen? Da ist die große Unbekannte. Wer Gold im Blick hat, sollte die nächsten vier Tage aber damit rechnen, dass es volatil werden kann!

Goldpreis seit Mitte Februar
Goldpreis in US-Dollar seit Mitte Februar.

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    thinkSelf

    21. April 2020 09:19 at 09:19

    Oh ja, Gold ist wirklich eine tolle Anlage. Und so ein guter Inflationsschutz! Bei aktuellem Kurs steht da seit 2011 ein Realwertverlust von 25% an. Da wäre es sinnvoller gewesen, die Kohle zu versaufen.

    Und da schützt man sein Vermögen vor dem Staat, weil ja das Bargeldverbot oder eine Hyperinflation kommt. Auch eine total tolle Idee. Gibt es ein Bargeldverbot gibt es auch ein Goldverbot. Und da nützen dann auch die im Keller versteckten Goldbaren nichts mehr, denn die kriegt man anschließend nur noch auf dem Schwarzmarkt getauscht. Und da hat der Kartoffelbauer immer die bessere Verhandlungsposition.

    P.S.: Zocken kann man damit natürlich auf jeden Fall. Und die Chancen sind deutlich besser als beim Lotto.

    • Avatar

      Columbo

      21. April 2020 13:17 at 13:17

      @Thinkself

      Ihre Argumente verwende ich auch oft, aber…wenn das „aber“ nicht wär…
      Ich verweise auf die Argentinienkrise. Die Banken schlossen, die Peso-Hyperinflation ging los. Nach ein paar Monaten waren die Banken wieder offen, die Goldbesitzer öffneten ihre Schließfächer und siehe da, das Gold war noch da, eine Unze war immer noch eine Unze und sehr viele Pesos wert.
      Zugegeben, kann auch anders kommen, aber was ist schon sicher, Immobilien?🥵 Aktien😱? Bankkonto🥴?
      Warum rechnen Sie gerade von 2011 an? Wer vor 20 Jahren Gold kaufte, ist mit ca. 400% im Plus.

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Rüdiger Born: Positionieren kurz vor dem Wochenende? Und wohin mit Gold?

Rüdiger Born

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Soll man so kurz vor dem Wochenende noch neue Positionen aufbauen? Dazu will ich mich im folgenden Video äußern in Sachen Indizes, Gold und Silber. Wollen Sie meine täglichen Analysen im „Trade des Tages“ erhalten? Dieses Angebot ist für Sie völlig kostenfrei! Melden Sie sich dafür einfach hier an.

„Kaffeesatzleserei“, „Hokuspokus“, „alles Zufall“… viele Akteure an den Finanzmärkten haben eine völlig falsche Vorstellung von der Charttechnik und verzweifeln, sollte es gute technische Argumente für beide Richtungen geben. Das Problem: es wird nicht unterschieden zwischen Analysten, die eine Meinung vertreten und Händlern, die den Markt handeln. Wie ein Händler zu sinnvollen Entscheidungen kommt, zeigt der folgende Beitrag am Beispiel des Gold-Charts.

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Gold, Silber, Aktienmarkt, Dollar: Was die Aussagen der Fed bedeuten

Redaktion

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Am gestrigen Donnerstag gab es einige eher unerwartete Bewegungen auf dem Aktienmarkt, da die Federal Reserve versprach, die niedrigen Zinssätze in den kommenden Jahren beizubehalten: Infolgedessen stürzten sowohl Gold als auch Silber ab, während der Dollar stieg aufgrund des optimistischen Ausblicks der Fed auf eine weitere wirtschaftliche Erholung.

Insbesondere Gold kam unter Druck, die Preise fielen um etwa 1% – und das obwohl die US-Notenbank praktisch eine Nullzins-Garantie bis ins Jahr 2023 gegeben hatte. Einer der Gründe für den Fall des gelben Edelmetalls scheint die nach wie vor hohe Long-Positionierung in Gold zu sein, wie die COT-Daten zeigen.

Aber auch die Aktienmärkte gaben nach, der Dow Jones verlor mehr als 250 Punkte nach, andere Indizes wie der S&P 500, vor allem aber der Nasdaq 100 waren in ähnlicher Weise betroffen.

David Jones, chief market strategist bei capital.com, analysiert die Ausgangslage für den US-Dollar (anhand des Dollar-Index), für den Goldpreis, für Silber – aber auch für die US-Aktienmärkte. Er geht davon aus, dass die übergeordneten Trends in diesen Märkten weiter intakt sind – und definiert in diesem Video Einstiegsmarken für Käufe:

 

Gold kam nach der Sitzung der Fed unter Druck

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Goldpreis steigt – Luft nach oben? US-Dollar wieder klar zurückgefallen

Claudio Kummerfeld

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Ein Stapel Barren aus Gold

Der Goldpreis steigt wieder und hat möglicherweise wieder mehr Luft nach oben. Nach dem gestrigen Tief bei 1.933 Dollar notiert Gold aktuell wieder bei 1.954 Dollar. Das Edelmetall schwächelte vor allem seit Mittwoch Abend. Die Aussagen der US-Notenbank Federal Reserve zeigten eine optimistische Sicht auf die Konjunkturerholung in den USA und boten eine Aussicht, in der die Fed erstmal keine weiteren Stützungsaktionen durchführen könnte. Dies half dem US-Dollar beim Ansteigen. Dementsprechend fiel als Gegenpart der Goldpreis von Mittwoch kurz vor Start der Fed-Sitzung um 20 Uhr von 1.962 Dollar bis wie gesagt auf 1.933 am gestrigen Donnerstag. Der folgende Chart zeigt den Kursverlauf im Goldpreis seit Anfang der Woche.

Chart zeigt Verlauf im Goldpreis seit Anfang der Woche

Goldpreis steigt, weil US-Dollar wieder deutlich verloren hat

Der US-Dollar ist wie gesagt nach den Fed-Aussagen spürbar gestiegen. Dies sieht man gut im steilen Anstieg des Dollar-Index (Währungskorb). Startete er seinen Anstieg kurz vor der Fed-Sitzung am Mittwoch Abend bei 93 Indexpunkten und stieg bis auf 93,62 Punkte, so ist er bis heute früh wieder auf 92,92 Punkte zurückgefallen (siehe folgender Chart). Aber der Goldpreis hat sein Niveau von vor der Fed-Sitzung noch nicht wieder erreicht. Alleine schon deshalb könnte man meinen, dass jetzt für Gold mehr Luft nach oben vorhanden sein könnte.

Wichtige US-Konjunkturdaten und der US-Dollar

Gestern um 14:30 Uhr wurden in den USA die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe veröffentlicht, die dem US-Dollar weitere Verluste bescherten. Denn der Markt nahm deswegen wohl an, dass die Wahrscheinlichkeit für weitere Fed-Maßnahmen steigen könnte. Und heute, das ist wirklich wichtig, stehen um 16 Uhr in den USA die Daten der Universität von Michigan zum US-Verbrauchervertrauen für September an. Sie können den US-Dollar und damit auch den Goldpreis in Bewegung bringen! Also, achten Sie bitte auf diesen Termin, wenn sie bei US-Dollar oder Gold aktiv im Trading tätig sind!

Aktueller Analystemkommentar

Naeem Aslam von Avatrade sagt aktuell, dass die Bewegungen am Rohstoffmarkt derzeit auf der Geschichte des schwächeren US-Dollar basieren. Das gelbe Metall halte immer noch an seinem Preisniveau von 1.950 Dollar fest. Angesichts der Tatsache, dass die Aktienmärkte nirgendwo hingehen, sei es wahrscheinlich, dass Händler beginnen werden, ihre riskanteren Wetten durch den Kauf von Gold abzusichern. Unter diesem Szenario könne man sehen, wie der Goldpreis erneut in die Höhe schießt. Was das Unterstützungsniveau betrifft, so liege die unmittelbare Unterstützung bei fast 1.930 Dollar, und die größere Unterstützung liege knapp über dem psychologischen Niveau von 1.900 Dollar. Der primäre Katalysator für den Goldpreis seien die Daten zum US-Verbrauchervertrauen. Wenn man eine Verbesserung der Zahl des Verbrauchervertrauens sehe, werde dies wahrscheinlich den Dollar-Index in die Höhe treiben, was sich möglicherweise nicht positiv auf den Goldpreis auswirken werde, so Naeem Aslam.

Dieser Chart zeigt den Kursverlauf des US-Dollar seit Wochenanfang

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