Der Goldpreis steht weiter im Spannungsfeld von Iran-Konflikt und Fed-Signalen: Gold reagiert sensibel auf die neuen Gespräche zwischen den USA und Iran sowie auf geldpolitische Hinweise der Fed. Während die Verhandlungen mit Iran Hoffnung auf diplomatische Entspannung wecken, bleibt die Unsicherheit im Nahen Osten hoch und stärkt die Nachfrage nach sicheren Häfen.
Iran-Konflikt stützt Gold
Der Goldpreis bewegt sich seit fünf Tagen in einer engen Handelsspanne seitwärts, ein Zeichen dafür, dass es bald zu einer Richtungsentscheidung kommen könnte. Wie Bloomberg berichtet, bewerten Anleger die Lage im Nahen Osten, während die Gepräche zwischen den USA und Iran noch keine Ergebnisse geliefert haben. Gleichzeitig hält der umfangreiche militärische Aufmarsch der Vereinigten Staaten die Märkte in Alarmbereitschaft und schürt Sorgen vor einer möglichen Eskalation.
Das Edelmetall notierte am Freitag nahe 5.200 Dollar je Unze, nachdem es in der vorherigen Sitzung um 0,4 Prozent zugelegt hatte. Damit zeichnet sich auch auf Wochensicht ein Plus ab. Nach Angaben des Vermittlers Oman erzielten Washington und Teheran am Donnerstag „signifikante Fortschritte“, weshalb die Verhandlungen in der kommenden Woche fortgesetzt werden sollen. Eine offizielle Bestätigung durch die US-Regierung steht jedoch aus.
Gleichzeitig berichtete Bloomberg, dass eine mit der US-Position vertraute Person erklärte, amerikanische Vertreter seien mit dem Verlauf der Gespräche unzufrieden gewesen. Hintergrund ist demnach, dass Iran offenbar nicht bereit ist, angereichertes Uran außer Landes zu bringen – entsprechende Meldungen vom Donnerstag sind jedoch bislang unbestätigt. Damit bleibt die Lage weiterhin fragil.
Zwischen Washington und Teheran herrscht seit Monaten eine angespannte Pattsituation wegen der nuklearen Aktivitäten der Islamischen Republik. Beide Seiten tauschten wiederholt Drohungen aus. Präsident Donald Trump ordnete zudem den größten militärischen Aufmarsch der USA im Nahen Osten seit 2003 an. Diese geopolitische Unsicherheit sorgt für eine verstärkte Nachfrage nach sicheren Häfen und stützt den Goldpreis seit Tagen spürbar.

Geopolitik treibt Goldpreis
Seit Jahresbeginn hat Gold rund 20 Prozent zugelegt. Nach einem abrupten Rücksetzer vom Rekordhoch Ende Januar konnte sich der Goldpreis wieder deutlich über der Marke von 5.000 Dollar je Unze etablieren. Doch der jüngste Anstieg stockte zuletzt im Bereich von 5.200 Dollar. Aktuell steuert das Edelmetall auf den siebten monatlichen Gewinn in Folge zu – die längste Gewinnserie seit 1973.
Anhaltende geopolitische Spannungen, Handelskonflikte sowie der sogenannte „Dollar-Debasement-Trade“ verleihen der mehrjährigen Rally zusätzliche Dynamik. Hinzu kommen wachsende Bedenken hinsichtlich der Unabhängigkeit der US-Notenbank Fed, was die Attraktivität von Gold als Absicherungsinstrument weiter erhöht.
Parallel zur Marktberuhigung haben Investoren ihre Engagements in Gold-ETFs ausgebaut. Die Zuflüsse in dieser Woche bis Donnerstag übertrafen die Abflüsse, die zu Monatsbeginn verzeichnet worden waren. Das deutet auf eine weiterhin robuste institutionelle Nachfrage hin.

Fed-Politik im Fokus
Neben geopolitischen Risiken rückt zunehmend die Geldpolitik der Fed in den Fokus der Marktteilnehmer. Hinweise auf künftige Zinsschritte gelten als entscheidender Impulsgeber für den Goldpreis, da sinkende Zinsen die Opportunitätskosten des zinslosen Edelmetalls reduzieren.
Der Präsident der Federal Reserve Bank of Chicago, Austan Goolsbee, erklärte am Donnerstag, dass mehrere Zinssenkungen in diesem Jahr möglich seien, sofern die Inflation weiter zurückgehe. Fed-Gouverneur Stephen Miran bekräftigte zudem seine Forderung nach einer Zinssenkung um einen vollen Prozentpunkt im Jahr 2026 – trotz jüngster Konjunkturdaten, die eine robuste Entwicklung am US-Arbeitsmarkt zeigen. Die Märkte erwarten hingegen zwei bis drei Zinssenkungen bis Ende des Jahres.
Am Spotmarkt stieg Gold um 0,2 Prozent auf 5.197,16 Dollar je Unze (Stand: 7:00 Uhr in Frankfurt). Silber verteuerte sich um 2 Prozent auf 90,06 Dollar. Auch Platin und Palladium legten deutlich zu. Der Bloomberg Dollar Spot Index, ein Maßstab für die Entwicklung des US-Dollars, notierte 0,1 Prozent höher.
FMW/Bloomberg
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