Gold

Fed, Jobs, Geopolitik im Fokus Goldpreis vor Richtungswechsel? Diese Daten entscheiden jetzt

Ein-Unzen-Goldbarren. Fotografin: Francesca Volpi/Bloomberg

Der Goldpreis steuert auf ein Wochenplus zu – doch die nächste große Bewegung könnte erst noch bevorstehen. Denn die Märkte blicken gespannt auf den US-Arbeitsmarktbericht, der wichtige Hinweise auf den weiteren Zinspfad der Fed liefern dürfte. Ob Gold seinen Anstieg fortsetzt, hängt aucgh davon ab, ob die Notenbank erneut lockert oder auf der Bremse bleibt.


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Goldpreis vor neuen Impulsen

Gold notierte am Freitag nahe 4.470 US-Dollar je Unze und lag damit fast 3 % im Wochenvergleich im Plus. Gleichzeitig stockt der jüngste Anstieg, weil der US-Dollar stärker tendierte und mit der Veröffentlichung des US-Arbeitsmarktberichts ein entscheidender Impulsgeber für das Edelmetall auf der Agenda steht. Die Daten könnten den Ton dafür angeben, ob die Fed nach drei aufeinanderfolgenden Zinssenkungen im Jahr 2025 erneut zu weiteren Lockerungen greift.

Ein Umfeld mit niedrigeren Zinsen gilt als Rückenwind für Edelmetalle, da Gold keine laufenden Zinsen abwirft. Wie Bloomberg berichett, waren die Zinssenkungen im Vorjahr ein wichtiger Faktor für die beste Jahresperformance von Gold seit 1979. Zusätzlich stützten Käufe von Zentralbanken und Zuflüsse in börsengehandelte Gold-Fonds (ETFs) die Rally – auch getrieben vom sogenannten Debasement-Trade, bei dem Anleger auf den langfristigen Kaufkraftverlust von Währungen setzen. Im vergangenen Jahr legte das Edelmetall um 65 % zu und markierte eine Serie neuer Rekorde. Auch 2026 zeigt der Trend nach oben, allerdings hat es bislang noch nicht für ein neues Allzeithoch gereicht.

Goldpreis-Rally in 2025

Geopolitik und Fed-Poker im Fokus

In den vergangenen Tagen wurde die Attraktivität von Gold zusätzlich durch geopolitische Spannungen gestärkt – insbesondere im Zusammenhang mit den Handelsbeziehungen zwischen China und Japan sowie durch die Festnahme des venezolanischen Staatschefs Nicolás Maduro durch die USA. Die Absetzung von Maduro unterstütze höhere Goldpreise, weil sie kurz- und langfristige Unsicherheit für Rohstoffmärkte sowie für Washingtons Beziehungen zu Peking und Moskau erhöhe, schrieben Analysten von BMI in einer Mitteilung.

Weniger eindeutig ist dagegen das Bild für den US-Arbeitsmarktbericht: Erwartet wird zwar eine stärkere Neueinstellung, zugleich aber eine stabile Arbeitslosenquote. Das wären widersprüchliche Signale, die laut Bloomberg Economics vermutlich nicht ausreichen, um Druck auf die Fed aufzubauen, schnell wieder mit Zinssenkungen fortzufahren. Parallel hat der Bloomberg Dollar Spot Index in dieser Woche um 0,5 % zugelegt – dadurch wird Gold für viele Käufer außerhalb der USA teurer.

Zusätzlich beobachten Marktteilnehmer die bevorstehende Entscheidung über den nächsten Fed-Vorsitz. Finanzminister Scott Bessent erklärte, Präsident Donald Trump werde voraussichtlich noch in diesem Monat über einen Nachfolger für Jerome Powell entscheiden, dessen Amtszeit als Notenbankchef im Mai endet. Laut Bessent gelten vier Kandidaten als mögliche Nachfolger.

Preisdruck durch Index-Rebalancing

Kurzfristig könnte außerdem eine breite Neugewichtung von Rohstoffindizes Druck auf die Preise ausüben. Die starken Kursanstiege bei Gold und Silber zwingen passive Indexfonds dazu, in den kommenden Tagen einige Kontrakte zu verkaufen, um die neuen Gewichtungen abzubilden. Die Citigroup schätzt, dass es aufgrund der Umschichtung der beiden größten Rohstoffindizes zu Abflüssen von 6,8 Milliarden Dollar – sowohl aus Gold-Futures als auch aus Silber-Futures.

Zuletzt gab der Goldpreis in London um 9:05 Uhr um 0,2 % auf 4.470,28 US-Dollar je Unze nach. Silber stieg um rund 1 % auf 77,78 US-Dollar und bleibt trotz zweier schwächerer Handelstage in Folge auf Wochenbasis im Plus. Platin und Palladium legten ebenfalls zu.

FMW/Bloomberg



Über den RedakteurStefan Jäger

Stefan Jäger berichtet als Finanzjournalist über das aktuelle Geschehen an den Aktien- und Edelmetallmärkten. Mit fundierter Fundamentalanalyse und präziser Technischer Analyse beleuchtet er zudem Chancen und Risiken verschiedenster Assets.

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