Gold

Gold im Spannungsfeld von Risiken Goldpreis wackelt: Iran-Risiken und Zinsausblick belasten

Goldbarren in der Münzanstalt Mennica Polska SA, in Warschau. Foto: Bloomberg

Goldpreis schwankt weiterhin im Schatten geopolitischer Unsicherheit und eines unklaren Zinsausblicks. Trotz Hoffnungen auf eine zweite Verhandlungsrunde zwischen den USA und dem Iran bleibt die Lage angespannt. Auslöser ist die nahezu vollständige Blockade der Energieflüsse durch die Straße von Hormus. Marktteilnehmer richten ihren Fokus insbesondere auf mögliche Gespräche, die laut Trump noch in dieser Woche stattfinden könnten. Ob diese tatsächlich zustande kommen und welchen Verlauf sie nehmen, dürfte kurzfristig erheblichen Einfluss auf den sicheren Hafen Gold haben.


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Goldpreis im Spannungsfeld von Risiken

Seit Beginn der Waffenruhe im Iran-Konflikt hat sich der Goldpreis zwar erholt, verharrt jedoch weiterhin in einer Seitwärtsrange um 4.800 US-Dollar. Am Mittwoch gab Gold leicht nach und fiel um rund 1 % auf rund 4.786 US-Dollar je Unze, nachdem am Vortag noch Zugewinne verzeichnet worden waren. Damit wurde ein Teil des Anstiegs von über 2 % aus der vorherigen Sitzung wieder abgegeben. Hintergrund sind laut Bloomberg Berichte, wonach Washington und Teheran in den kommenden Tagen eine zweite Runde von Friedensgesprächen vorbereiten. US-Präsident Donald Trump erklärte laut New York Post, dass die Verhandlungen „innerhalb der nächsten zwei Tage“ wieder aufgenommen werden könnten.

Die Ölpreise notieren etwas tiefer und blieben damit am Mittwoch deutlich unter der Marke von 100 US-Dollar pro Barrel. Gleichzeitig verharrte ein Dollar-Index nahezu unverändert, nachdem er am Vortag um 0,3 % gefallen war. Der jüngste Rückgang der Energiepreise hat einen Teil des Inflationsdrucks reduziert, der seit Beginn des Iran-Konflikts vor mehr als sechs Wochen auf dem Goldmarkt lastete.

Gold macht nach Friedensbemühungen einige Verluste wieder wett

Zinsausblick belastet Gold


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Die Sorge vor steigenden Verbraucherpreisen hatte zuvor dazu geführt, dass Marktteilnehmer von länger hohen oder sogar weiter steigenden Leitzinsen ausgehen. Diese Erwartung wirkt sich negativ auf den Goldpreis aus, da das Edelmetall bei steigenden Zinsen an Attraktivität verliert. Seit Beginn des Konflikts hat Gold rund 9 % an Wert verloren. In den ersten Wochen des Krieges führte zudem ein Liquiditätsengpass dazu, dass Investoren Positionen abbauten, um Verluste in anderen Anlageklassen auszugleichen.

„Der Markt befindet sich derzeit in einem Spannungsfeld zwischen nachlassenden Konflikterwartungen und weiterhin ungelösten Inflationsrisiken“, erklärte Dilin Wu, Strategin bei Pepperstone. Die restriktive Zinspolitik der US-Notenbank Fed bleibe bestehen. „Ohne Rendite stößt Gold naturgemäß an eine Obergrenze“, so Wu weiter.

Nahostlage bleibt kritisch

Parallel dazu bleibt die Situation im Nahen Osten fragil. Rund um die Straße von Hormus, eine der wichtigsten maritimen Engstellen für den globalen Ölhandel, hält die Konfrontation an. Die USA setzen ihre Marineblockade fort, um Irans Ölexporte einzudämmen, während Teheran eine vorübergehende Aussetzung seiner Lieferungen prüft.

Selbst im Falle eines Kriegsendes dürfte die Störung der Energieversorgung noch länger anhalten – ein Risiko, das an den Märkten derzeit nur unzureichend eingepreist erscheint. Wichtige Infrastruktur im Golfraum wurde durch Raketen- und Drohnenangriffe beschädigt, was die Förder- und Transportkapazitäten nachhaltig beeinträchtigen könnte. Zudem ist nicht abzusehen, ob und wann sich der Schiffsverkehr in der Straße von Hormus wieder normalisieren wird.

Am Spotmarkt fiel Gold um 0,9 % auf 4.796,11 US-Dollar je Unze (Stand: 12:43 Uhr in Frankfurt). Silber gab um 1,3 % auf 78,53 US-Dollar nach, nachdem es am Dienstag noch um mehr als 5 % gestiegen war. Platin und Palladium notierten hingegen im Plus, während der Bloomberg Dollar Spot Index unverändert blieb.

FMW/Bloomberg



Über den RedakteurStefan Jäger
Stefan Jäger berichtet als Finanzjournalist über das aktuelle Geschehen an den Aktien- und Edelmetallmärkten. Mit fundierter Fundamentalanalyse und präziser Technischer Analyse beleuchtet er zudem Chancen und Risiken verschiedenster Assets.
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4 Kommentare

  1. Ja- er wackelt so vor sich hin.
    Über 10 % steuerfreien Kapitalertrag in diem Jahr sind für einen physischen Horten auch nicht schlecht.
    Mal sehen, was das Jahr so bringt.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

  2. Alles ist endlich nur Gold ist unendlich gut

    Bitte endlich kapieren, der Goldpreis hat nichts mehr mit Zinsen zu tun. Die Zinsen sind von 2022 bis 2025 von Null bis 5% gestiegen und Gold hat sich in dieser Zeit verdreifacht.Auch der Vergleich mit Bitcoin ist dämlich, Gold kann gut auf sehr hohem Niveau kurzfristig schlechter laufen als der verprügelte Krypto nach einer Halbierung.

  3. Hallo @ Alles ist endlich nur Gold ist unendlich gut

    Ich denke, der Goldpreis steigt in den letzten Jahren ganz besonders heftig, weil Banken nun nach Basel 3 Gold als ausfallsicheres Eigenkapital Tier 1 in den Bilanz halten dürfen.
    Warum sollten sie dann noch Papiere halten, die sie auch noch gegen Ausfall versichern müssen.
    Seitdem der Dollar als Waffe eingesetzt wird, stoßen die Zentralbanken der Welt immer mehr Dollars ab und kaufen dafür Gold.
    Die Zentralbanken die so gehandelt haben, haben ihre Devisenvorräte in den letzten Jahren
    (alleine durch die Wertsteigerung des Goldes) verdoppeln und verdreifachen können.
    Die anderen Zentralbanken halten weiter den Dollar, der immer schneller inflationiert wird.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

  4. Nach 118 % Kapitalertrag in 2025, „wackelt“ sich Silber auch schon wieder um etwa 10 % in diesem Jahr nach oben.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

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