Gold/Silber

Goldpreis wacklig unterwegs – Achtung US-Dollar und US-Renditen

Ein Barren Gold

Gestern berichteten wir über das größere Bild für Gold, und warum der Goldpreis nach einem Biden-Wahlsieg in den USA eventuell spürbar steigen könnte (hier der Artikel). Heute schauen wir auf die Tagesaktualität. Die Gold-Bullen könnten im Keller verschwinden und stundenlang schreien vor Wut. War der Goldpreis noch vorgestern auf 1.931 Dollar gestiegen, und sah es endlich nach dem großen Durchbruch nach oben aus, so rauschte das Edelmetall gestern mal wieder unter die Marke von 1.900 Dollar, auf bis zu 1.893 Dollar im Tief.

Goldpreis mit Blick auf US-Dollar und Anleiherenditen

Aktuell notiert der Goldpreis bei 1.909 Dollar. Nach fast zweitägigem Ansteigen zeigt der US-Dollar seit heute wieder Schwäche. Der Dollar-Index (Währungskorb des US-Dollar gegen andere Hauptwährungen) fällt heute von 93,08 auf 92,69 Indexpunkte. Kann man ein Niveau im Goldpreis von um die 1.900 Dollar inzwischen als charttechnische Unterstützungsmarke betrachten? Schwer zu sagen. Auf jeden Fall ist es seit Wochen ein elendiges Rauf und Runter um diese runde Marke.

Wichtig für Gold-Bullen ist, dass die Rendite für zehnjährige US-Staatsanleihen seit einigen Tagen am Steigen ist. Binnen genau einer Woche steigt sie von 0,73 Prozent auf 0,85 Prozent. Damit werden Anleihen in Relation zum zinslosen Gold also wieder attraktiver, was den Goldpreis anfälliger für Rückschläge macht.

Die Analysten der Commerzbank merken in einem aktuellen Kommentar zu Gold an, dass die steigenden US-Renditen womöglich auch der Grund seien, dass ETF-Investoren gestern den dritten Tag in Folge Positionen verkauft haben. In den letzten drei Tagen summieren sich die Abflüsse auf 7,6 Tonnen. Auch einige spekulative Finanzinvestoren könnten laut CoBa weitere Long-Positionen geschlossen haben. Einen Eindruck hierüber gebe die CFTC-Statistik heute Abend.

Der folgende Chart zeigt seit Dienstag Abend in rot-grün den Goldpreis gegen den Dollar-Index in blau. Der ganz aktuell fallende US-Dollar könnte heute Mittag dem Goldpreis Aufschub verleihen. Aber man vergesse bitte wie gesagt nicht die steigenden US-Renditen. Und es ist weiterhin unklar, wie nun mit dem möglichen Konjunktur-Stimulus in den USA verfahren wird.

Chart zeigt Vergleich zwischen Goldpreis und US-Dollar



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1 Kommentar

  1. In Bezug auf den Goldkurs wäre es interessant, die weltweit direkte und indirekte Inflation als Basisgrösse heranzuziehen, wobei (mir) noch nicht ganz klar ist, welche Bezugsgrössen die beste Korrelation anzeigen. Sicher ist auf jeden Fall, dass die gewaltigen Summen an gedrucktem Geld nicht einfach ohne Wirkung sein dürften und diese Inflation aber mit den bisherigen Methoden kaum mehr übereinstimmen dürften – was ja auch für die Standardregeln gemäss Lehrbüchlein der Lehrbetriebs-Ökonomen zutreffen dürfte.
    Auf jeden Fall können Anleihen und ihre Zinsbetrachtung wegen der Zerstörung der Notenbanker nicht mehr in Betracht gezogen werden, während Renditen aus Aktion aus gleichen Gründen ebenfalls Richtung Null tendieren. D.h. Gratiskredite mit Refinanzierungskosten gegen Null lassen auch das Workingkapital der Unternehmen auf beliebige Höhe treiben usw. D.h. also die Notenbanker drucken unsere Lebensgrundlagen der Wirtshaft ins bodenlose. Übrig bleiben werden nur noch die realen Werte im Tauschhandel.

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