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Goldpreis: Warten auf den Impuls für die nächste große Bewegung

Goldpreis: Warten auf den Impuls für die nächste große Bewegung

Das gestern angekündigte Importverbot der G7-Staaten von russischem Gold wirkte sich bislang kaum auf den Goldpreis aus. Der Preis sprang im Anschluss an die Ankündigung zwar dynamisch nach oben, die Zugewinne verpufften aber wenig später wieder. Den Marktteilnehmer wurde schnell klar, dass die Sanktionen lediglich einen symbolischen Charakter haben. Russland gilt zwar mit über 330 Tonnen pro Jahr als zweitgrößter Goldproduzent der Welt, allerdings hatte der Westen den Handel mit Russland ohnehin schon vor Monaten massiv reduziert. Zudem wird es Russland wohl gelingen das Importverbot zu umgehen oder andere Abnehmer zu finden, dies haben sie schon beim Rohöl bewiesen.

Stattdessen bleiben am Goldmarkt die Zinssorgen das dominierende Thema. Die Inflation dürfte zunächst hoch bleiben, das ist grundsätzlich positiv für das gelbe Edelmetall. Der Druck auf die Notenbanken, die Zinsen weiter zu erhöhen, um die Inflation einzufangen, reißt aber auch nicht ab. Der Wind drückt derzeit aus zwei Richtungen auf das Gold, da überrascht es nicht, dass der Goldpreis seit über einem Monat seitwärts tendiert. Nicht einmal der jüngste Rücksetzer der US-Renditen hat dem Edelmetall den entscheidenden Richtungsimpuls gebracht.

Gold gefangen in der Zinsfalle

Zinssorgen belasten weiterhin den Goldpreis. Die jüngste Anhörung der Fed-Chefs vor dem Bankenausschuss des US-Senats konnte die Märkte nicht nachhaltig beruhigen. Die Furcht vor einer konjunkturellen Eintrübung, die in einer Rezession enden kann, bleibt bestehen. Laut den Aussagen einiger Fed-Speaker verdichten sich die Anzeichen für eine weitere XXL-Anhebung von 0,75 Prozentpunkten auf der nächsten Fed-Sitzung. Sollte es so kommen, dann steigt der Druck auf das zinslose Gold. Die Aussicht auf steigende Zinsen in den USA und der damit im Zusammenhang stehende robuste US-Dollar sowie die hohen US-Renditen machen das Edelmetall unattraktiver. Mehren sich dagegen die Anzeichen einer Rezession, dürfte es der US-Notenbank schwer fallen weitere große Zinsanhebungen durchzuführen. In diesem Fall könnte der Goldpreis profitieren, wenn die Teuerung weiterhin auf einem hohen Niveau verweilt.

In dieser Woche stehen neben den europäischen Verbraucherpreisen ebenfalls diverse Reden von Verantwortlichen der Fed und EZB auf dem Forum in Portugal auf der Agenda und könnten für etwas Bewegung im Goldpreis sorgen. Am Mittwoch veröffentlichen mehrere EU-Länder wie zum Beispiel Spanien, Portugal und Deutschland neue Inflationsdaten. Zum Ende der Woche stehen dann die Verbraucherpreise der Eurozone auf dem Terminplan. Ökonomen gehen davon aus, dass die Teuerung in Europa auf 8,4 Prozent steigt, damit wäre ein neuer Rekordwert erreicht.

Goldpreis: Wie geht es weiter mit der Kursentwicklung?

Auch aus technischer Sicht steht der Goldpreis derzeit zwischen den Stühlen. Seit knapp sieben Wochen pendelt der Preis für Gold in einer Seitwärtsrange zwischen 1.806 und 1.870 USD. Börsianer sollten die Preisspanne im Auge behalten, denn ein Ausbruch daraus könnte eine starke Bewegung zur Folge haben. Innerhalb der Spanne verläuft zudem die 200-Tage-Linie, die kurzfristig die Richtung vorgibt. Unterhalb der 200-Tage-Linie (1.845) könnte der Goldpreis nochmal die Unterkante der Range bei 1.809/06 USD anpeilen. Ein Durchbruch auf der Unterseite würde schließlich weiteres Korrekturpotenzial freisetzen. Die nächsten Anlaufpunkte liegen dann bei 1.786 und 1.752 USD.

Erste Widerstände befinden sich bei 1.840, 1.845 und 1.847. Ein nachhaltiger Sprung über die trendgebende EMA200 hellt hingegen das Chartbild etwas auf. Steigt das Gold auch noch über das letzte lokale Hoch bei 1.857, dann rückt die Oberkante der Range bei 1.870 USD in den Fokus. Ein Tagesschluss über der Begrenzung der Seitwärtsrange dürfte neuen Schwung für den Goldpreis bringen. Ein erstes Ziel befindet sich bei 1.887/93 USD. Richtungsweisend für Gold ist jedoch der Widerstand bei 1.919 USD.

Importverbot verpufft - Gold gefangen in Seitwärtsrange

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1 Kommentar

  1. Das ist wie ein Gummiband, auf das immer mehr Spannung kommt.
    Auf der anderen Seite:
    Etwa 16 % steuerfreien Kursgewinn (in Euro) in den letzten 12 Monaten, oder aktuell heute 7,5 % in diesem Jahr, sind ja auch nicht schlecht.
    Mehr ist auch von Gold nicht zu erwarten. Und wenn doch, dann geht es durch die Spekulanten 30 Prozent rauf und wieder 20 % runter.
    Bei den 30 % rauf sehen sich Leute wie ich bestätigt, und bei den 20 % wieder runter die Tagesschau.
    So haben wir dann doch alle etwas.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

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