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Gold/Silber

Goldpreis will einfach nicht steigen – was ist da los?

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Stapel Gold Beispielfoto

Der Goldpreis kommt mit derzeit 1.642 Dollar nicht so recht vom Fleck. Für Anleger, die zuletzt auf einen stark steigenden Goldpreis gesetzt hatten, scheint die Lage fast zum Verzweifeln zu sein. Denn eigentlich müsste es doch aufwärts gehen? Und immerhin war der Preis am Montag schon auf 1.700 Dollar geklettert. Was ist aktuell los? Ipek Ozkardeskaya von Swissquote hat zum Thema Gold aktuell nur zu sagen, dass die negative Korrelation zwischen Gold und Risikoanlagen (zum Beispiel Aktien) erneut gebrochen sei. Gold würde jüngst keinen Schutz für Anleger bieten, weil der Goldpreis heute Nacht sogar bis auf 1.630 Dollar fiel. finanzen.net titelt aktuell mit „Von wegen sicherer Hafen!“, wenn es um Gold geht.

Goldpreis kann sich derzeit gerade so halten

Eigentlich sollte Gold als „Sicherer Hafen“ das Fluchtziel der Investoren sein in Zeiten, wo der Aktienmarkt so derart übel crasht wie in den letzten Tagen (Risk Off Szenario). Wenn man die Verluste bei Aktien betrachtet, dann hätte der Goldpreis eigentlich kräftig steigen müssen. Aber in Relation zu Aktien performt Gold derzeit ziemlich schwach. Der Dow 30 hat seit dem 4. März 4.400 Punkte verloren. Der Goldpreis aber notiert mit aktuell 1.642 Dollar exakt auf dem selben Niveau wie am 4. März. Unterm Strich kein Kursgewinn, aber ein Vermögenserhalt fand im Gold statt – um es mal so einfach zu sagen für dieses kurze Zeitfenster. Aber warum, ja warum ist der Goldpreis die letzten Tage nicht durch die Decke geschossen?

Was ist da los?

Wir hatten uns dieses Themas die letzten Tage schon mehrfach angenommen. Abseits der normalen Marktlogik ist derzeit das Hauptproblem, dass die Aktienkurse viel zu stark gefallen sind. Auch im Zuge der Finanzkrise fiel der Goldpreis deutlich. Von daher ist der aktuelle Seitwärtstrend gar nicht mal so schlecht. Es ist gut denkbar, dass der Anstieg im Goldpreis nur aufgeschoben ist. Denn aktuell scheinen zwei Gründe dafür zu sorgen, dass Gold nicht vom Fleck kommt. Wie schon in den letzten Tagen beschrieben, müssen wohl vor allem spekulative Anleger wie Hedgefonds, die zum Beispiel auf Kredit Aktienpositionen halten, Gewinne aus Gold zu Cash machen, um ihren Brokern und Banken neue Cash-Sicherheiten liefern zu können, damit Aktienpositionen offen gehalten werden können. Auch muss generell nach den starken Aktienverlusten neues Cash in den Büchern aufgebaut werden. Dan Oliver von Myrmikan Capital bringt es bei Kitco.com auf den Punkt. Ein Großteil des Widerstands von Gold (auf dem Weg nach oben) sei auf Margin Calls und Investoren zurückzuführen, die Gold verkaufen müssen um an Cash zu kommen.

Aber auch normale Fonds und Großanleger dürften derzeit vermutlich Gold-Bestände zu Cash machen. Denn wenn sie derzeit bei ihren bestehenden Aktienpositionen starke Buchverluste erleiden, könnten sie vermutlich mit dem zusätzlichen Cash derzeit Aktien nachkaufen und somit ihre durchschnittlichen Einstiegskurse verbilligen. Darunter leidet der Goldpreis derzeit vermutlich. Aber es sollten in den nächsten Wochen wohl immer noch genug Anlegergeld und genug Sog vorhanden sein, damit der Goldpreis wieder anspringt auf dem Weg nach oben? Denn die Zinsen sinken weltweit derzeit immer weiter, was das zinslose Gold grundsätzlich immer attraktiver werden lässt. Heute wird wohl auch die EZB die Zinsen weiter senken. Kann das ein Auslöser sein für einen Schub im Goldpreis?

Finden Sie beim Klick an dieser Stelle eine hochinteressante grundsätzliche Analyse von Hannes Zipfel, warum man Gold bei jedem Rücksetzer kaufen sollte.

Goldpreis im Chartverlauf seit dem 2. Februar
Der Goldpreis in US-Dollar im Verlauf seit dem 2. Februar.

3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    Columbo

    12. März 2020 11:26 at 11:26

    Das liegt doch auf der Hand! Die Notenbanken können keinen keinen stark steigenden Goldpreis zulassen, da würde ja erst recht Panik ausbrechen. Solange es Notenbanken gibt und das Fiat-Geldsystem kontrolliert wird, muß der Goldpreis auch kontrolliert werden.
    Goldhalter sollten sich nicht zu hohe Preise wünschen, sie möchten ja auch nicht auf die Feuerversicherung ihres Hauses zurückgreifen müssen.

    • Avatar

      Parker Schnabel

      12. März 2020 14:17 at 14:17

      Eben wurde der Goldpreis wieder einmal in die „richtige“ Richtung bewegt…

      Um 12:45h hat Madame Lagarde im FIAT-System durchstechen lassen, dass die EZB auf der Zins-Seite nichts machen wird, oder eher… kann. Also hieß es erneut: Vorab den „Fluchthafen“ Gold vermienen. Der Kurs fiel wie ein Stein.

      Und genau eine Stunde später hat Madame die Öffentlichkeit informieren lassen.

  2. Avatar

    Burberg

    12. März 2020 11:50 at 11:50

    Goldminen ( Produzenten) haben beim jetzigen Goldpreis, oder auch bei $1450, noch riesige Gewinnmargen von 40-50%. Da träumen andere davon. Trotzdem fallen die mindestens so stark wie die “ normalen “ Aktien. Dass die als Margin-Call herhalten, kann ich mir nicht vorstellen.

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Gold/Silber

Gold: Angebot und Nachfrage auf Talfahrt laut World Gold Council

Jörg Bernhard

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am

Am frühen Morgen veröffentlichte die internationale Interessenvertretung der Goldindustrie World Gold Council (WGC) aktuelle Quartalszahlen zur weltweiten Entwicklung von Angebot und Nachfrage bei Gold – mit interessanten Erkenntnissen.

Gold: Licht und Schatten im dritten Quartal

Aufgrund der Pandemie gab es im dritten Quartal sowohl beim Angebot als auch bei der Nachfrage negative Vorzeichen zu vermelden. Insgesamt sank das Angebot an Gold gegenüber dem Vorjahresquartal um drei Prozent auf 1.223,6 Tonnen, was vor allem auf den Rückgang der Minenproduktion zurückzuführen war.

Überraschenderweise hat sich trotz der gestiegenen Unsicherheit an den Finanzmärkten auch die Nachfrage nach Gold markant reduziert. In den Monaten Juli bis September sank diese mit 892,3 Tonnen sogar auf den niedrigsten Wert seit Q3 2009 und verbuchte damit ein Minus von 19 Prozent p.a. Doch in den diversen Marktsegmenten gab es mitunter kräftige Verwerfungen zu beobachten.

Einen regelrechten Nachfrageboom gab es zum Beispiel im Investmentsektor zu beobachten, wo summa summarum ein Anstieg um 21 Prozent auf 494,6 Tonnen gemeldet worden war. Bei Gold-ETFs beschleunigten sich zum Beispiel die Nettozuflüsse von 258,7 auf 272,5 Tonnen und trieben damit deren gehaltene Goldmenge Ende September mit 3.880 Tonnen auf einen neuen Rekordwert. Noch deutlicher bergauf ging es bei Barren & Münzen, wo ein Nachfrageplus von 149,4 auf 222,1 Tonnen (+49 Prozent) registriert worden war.

Besonders schlimm hat es in Q3 allerdings den Schmucksektor erwischt, der auf Jahressicht von 468,1 auf 333,0 Tonnen (-29 Prozent) regelrecht eingebrochen ist, was vor allem auf den Absatzeinbruch in Indien (-48 Prozent) und China (-25 Prozent) zurückzuführen war. Und auch der Notenbankensektor ist im dritten Quartal eher negativ in Erscheinung getreten. Weil sich die Notenbanken der Türkei (22 Tonnen) und Usbekistans (35 Tonnen) von signifikanten Goldmengen getrennt haben, gab es im Notenbanksektor mit minus 12,1 Tonnen erstmals seit Q4 2010 wieder Nettoverkäufe zu vermelden, nachdem im Vorjahresquartal netto 141,9 Tonnen Gold gekauft wurden.

Wichtig zu wissen: Trotz der negativen Tendenz der WGC-Quartalszahlen sollten Anleger auf keinen Fall außer Acht lassen, dass bei einer massiven Kapitalflucht in den „sicheren Hafen“ Gold erhebliche Versorgungsengpässe auftreten dürften. Vergleicht man zum Beispiel den Marktwert sämtlicher Gold-ETFs mit dem Billionen-Dollar-Unternehmen Apple fällt auf, dass das US-Technologieunternehmen um den Faktor 8,6 höher bewertet wird. Massive Umschichtungen aus Aktien, Immobilien oder Anleihen würde der Goldmarkt höchstwahrscheinlich gar nicht verkraften.

Die Nachfrage nach Gold ist gefallen

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Gold/Silber

Goldpreis reagiert nicht wie gedacht – was ist da los? Expertenkommentare

Claudio Kummerfeld

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Ein Barren Gold

Der Goldpreis fungierte diese Woche eindeutig nicht als sicherer Fluchthafen für Anleger, die vor Unsicherheit am Aktienmarkt fliehen wollen aufgrund der sich deutlich verschärfenden Corona-Lage, wodurch die globale Konjunktur in Mitleidenschaft gezogen wird. Gestern berichteten wir schon über den Absturz im Goldpreis zusammen mit dem Absturz an den Aktienmärkten. Ein ähnlicher Verlauf wie schon im März. Aktien, Öl und Goldpreis fielen kräftig, der US-Dollar als weltweit großer vermeintlicher sicherer Hort konnte profitieren. So auch gestern.

Goldpreis weiter unter der Fuchtel des starken US-Dollar

Der Goldpreis fiel von 1.910 Dollar im Tief bis auf 1.869 Dollar. Über Nacht konnten sich Märkte wie Aktien und Gold beruhigen, und das Edelmetall notiert jetzt bei 1.877 Dollar. Aber es kann weiter bergab gehen. Im Chart sehen wir im Vergleich seit Ende letzter Woche in blau den Dollar-Index (Währungskorb des US-Dollar gegen andere Hauptwährungen) gegen den fallenden Goldpreis in rot-grün. Es ist wie schon im Frühjahr erstaunlich, dass Gold als Fluchthafen überhaupt nicht funktioniert. Braucht es an den Aktienmärkten erst wieder eine gewisse Beruhigung, bis die Gold-Bullen voll auf steigende Kurse setzen? Heute um 13:45 Uhr steht die EZB-Zinsentscheidung an, und wichtiger wird dann die PK der EZB ab 14:30 Uhr sein. Aussagen von Christine Lagarde könnten Aktienmärkte, Devisenkurse und auch den Goldpreis in Bewegung bringen.

Expertenkommentare

Daniel Briesemann von der Commerzbank kommentiert ganz aktuell die Entwicklung bei Gold. Die Risikoaversion an den Finanzmärkten nehme dramatisch zu, und Gold befinde sich im Abwärtssog der Finanzmärkte. Der Goldpreis habe gestern nicht von der hohen Risikoaversion der Marktteilnehmer im Zuge der Ankündigung neuer Lockdown-Maßnahmen in verschiedenen europäischen Ländern profitiert, und sei mit in den Abwärtssog der Finanzmärkte geraten. Dabei sei der Goldpreis auch unter die charttechnisch wichtige 100-Tage-Linie gerutscht, was zu Anschlussverkäufen führte. Anzulasten sei der Preisrutsch dem festen US-Dollar, der als sicherer Hafen gefragt war. Dass Gold von dieser Eigenschaft nicht profitiert hat, erstaunt uns, so Daniel Briesemann. Der Preisrückgang sei diesmal nicht als Kaufgelegenheit erachtet worden. Die ETFs verzeichneten mit 7,6 Tonnen sogar die höchsten Abflüsse seit fünf Wochen. Die industriellen Edelmetalle seien wesentlich stärker gefallen als Gold. Silber brach zeitweise um 5,5% auf 23 USD je Feinunze ein. Palladium rutschte im selben Ausmaß ab. Platin hielt sich mit einem Minus von 3% noch halbwegs. Erst im späten Handel haben sich Gold und Co. etwas erholt.

Jasper Lawler von der London Capital Group kommentiert die Lage bei Gold aktuell so, dass der US-Dollar der klare Nutznießer gewesen sei – er habe einen fallenden Goldpreis und fallende Kurse bei wichtigen Devisen verursacht. EUR/USD fiel trotz 1,18 und GBP/USD schloss unter 1,30. Sogar Bitcoin fing etwas Flak ein und zog sich von einem 18-Monats-Hoch zurück, so Jasper Lawler.

Chart zeigt Kursverlauf von Goldpreis gegen US-Dollar

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Devisen

Aktuell: Goldpreis fällt spürbar auf 1.878 Dollar

Claudio Kummerfeld

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Jetzt wo immer konkreter wird, dass Deutschland in Kürze die Corona-Restriktionen stark anzieht, verschärfen sich international die Ängste. Die Aktienkurse fallen weiter, und der US-Dollar als zentraler Fluchthafen zieht weiter an (wir berichteten vorhin bereits). Der Dollar steigt, und der Goldpreis rauscht aktuell runter auf 1.878 Dollar. Gold fällt aktuell gemeinsam mit den Aktienmärkten. Dies ist ein Phänomen, das man bereits im März beobachtete – auch damals funktionierte der US-Dollar kurzzeitig als Fluchthafen.

Goldpreis gegen US-Dollar-Verlauf im Chart

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