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Goldpreis zieht an: Warum die Fed über die Richtung entscheidet

Goldpreis zieht an: Warum die Fed über die Richtung entscheidet
1kg-Goldbarren in der Perth Mint Refinery. Foto: Matt Jelonek/

Der Goldpreis bleibt in Bewegung: Während sich Gold nach der Erholungsrally stabil zeigt, sorgen die jüngsten Signale der Fed für frischen Wind an den Goldmärkten. Die wachsenden Erwartungen an sinkende Zinsen schüren die Nachfrage nach dem Edelmetall – und treiben Investoren dazu, jede Äußerung der US-Notenbank genau zu verfolgen.

Fed-Aussagen treiben Goldpreis

Der Goldpreis hat sich stabilisiert, nachdem es in der vorangegangenen Sitzung aufgrund der gestiegenen Zuversicht, dass die USA im nächsten Monat die Zinsen senken werden, stark angestiegen war.

Gold kletterte am Dienstag bis auf einen Preis von rund 4.155 US-Dollar pro Unze, nachdem es am Montag um fast zwei Prozent gestiegen war. Ausgelöst wurde der Anstieg durch Äußerungen von Fed-Mitglied Christopher Waller am Montag. Er hatte sich aufgrund des schwachen US-Arbeitsmarktes für eine Zinssenkung im Dezember ausgesprochen. Gold profitiert in der Regel von niedrigeren Zinsen, da es selbst keine abwirft.

Der sechswöchige Shutdown der US-Regierung – der längste in der Geschichte – hat die Veröffentlichung wichtiger Daten verzögert. Somit gehören die Äußerungen der Zentralbanker zu den wenigen Anhaltspunkten für Händler, um die nächste Zinsentscheidung der Fed vorherzusagen. Der Präsident der New Yorker Fed, John Williams, sagte am Freitag ebenfalls, er sehe Spielraum für eine „kurzfristige” Zinssenkung. Swap-Händler preisen inzwischen eine Wahrscheinlichkeit von 80 % für eine Senkung der Zinsen um einen Viertelpunkt bei der letzten Sitzung des Jahres ein– nachdem sie in der Vorwoche noch bei etwa 30 Prozent lag und den Goldpreis spürbar belastet hatte.

„Der Markt hat in letzter Zeit als Reaktion auf solche Kommentare einige ‚scharfe Wendungen‘ genommen”, sagte Luca Bindelli, Leiter der Anlagestrategie bei der Banque Lombard Odier & Cie SA. „Das zeigt Ihnen nur, wie empfindlich der Markt in letzter Zeit auf die Äußerungen der Fed reagiert”, sagte er.

Gold vor neuen Impulsen

Die Händler werden diese Woche die verspätet veröffentlichten Wirtschaftsdaten beobachten. Die Einzelhandelsumsätze und die Erzeugerpreise für September stehen am Dienstag auf der Agenda, die wöchentlichen Arbeitslosenanträge einen Tag später. Alle begleitenden Kommentare von Fed-Vertretern dürften zu den letzten gehören, bevor am 29. November die Kommunikationssperre beginnt.

Gold wartet auf die nächste Zinsentscheidung der Fed

Nach dem Rückgang vom Rekordhoch von über 4.380 USD pro Unze im vergangenen Monat hat der Goldpreis zunächst konsolidiert, da einige Anleger befürchteten, die Rallye sei zu stark und zu schnell verlaufen. Dennoch liegt das Edelmetall seit Jahresbeginn fast 60 Prozent im Plus und steuert damit auf die beste Jahresperformance seit 1979 zu – getragen von verstärkten Käufen der Zentralbanken und kräftigen Zuflüssen in Gold-ETFs. Technisch hat sich das Bild zwar wieder aufgehellt, doch über den Berg ist Gold noch nicht. Vielmehr dürfte die nächste entscheidende Weichenstellung erst mit der anstehenden Zinsentscheidung der Fed erfolgen.

Um 9:12 Uhr Frankfurter-Zeit notierte der Goldpreis kaum verändert bei 4.135,24 USD pro Unze. Der Bloomberg Dollar Spot Index blieb ebenfalls weitgehend unverändert. Silber gab um 0,3 % nach, während die Preise für Platin und Palladium fielen.

FMW/Bloomberg



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6 Kommentare

  1. Einerseits kann ich mir kaum vorstellen, dass so ein bissl Zins-Makulatur den Goldpreis ersnthaft bewegt…

    Andererseits passt das Chartbild irgendwie zu dem ausweglos wirkenden Getue der FED. Bei einer Inflation müssen die Zinsen doch hoch sein, die machen aber das Gegenteil.

    Ich denke aber die westlichen Märkte haben mit Gold immer weniger zu tun, da sind mittlerweile andere Kräfte am Werk.

    1. Zustimmung. Der Zins beeinflußt vor allem die westlichen Spekulationsmärkte. Auf die Zentralbanken, die derzeit Gold kaufen, hat er keinen Einfluß. Auf den Osten, der Gold und Silber immer noch als das eigentliche Geld ansieht, ebenfalls nicht.
      Je höher die Kaufkraft außerhalb des Westens steigt, desto mehr wird dort Gold und Silber gekauft.

      Dynamisch wird die Bewegung, wenn der Westen beginnt Gold und Silber wieder zu entdecken. Das hat gerade erst begonnen.

  2. Grüße aus München
    Gold und Silber gibt’s als Wertanlage,Geld und Währung seit ein paar tausend !! Jahren.
    FIAT Geld 💸 erst seit knapp 100 Jahren.
    Betrachten wir die Welt heute.2025 sieht man klar den Verfall des Westens…in jeglicher Hinsicht… Wirtschaft, Finanzen,Sozial, Politik, Industrie….im Moment kann ich nichts positives erkennen.
    ex oriente lux – Asien ist der aufsteigende Bereich..der Pazifik Raum…und die saugen das Gold auf wie ein Staubsauger… wohlweislich…
    Wer Geld übrig hat sollte evtl physisches Gold kaufen 👍
    Bonne Chance…aus München 🍀

    1. „…Wer Geld übrig hat sollte evtl physisches Gold kaufen…“

      Um 115.000 Euro/kg 🥴🙈🍌

      1. Der Geldwert schwindet unter Schwankungen, der Goldwert bleibt unter Schwankungen. Nur logisch, immer auch Gold zu kaufen.
        In ein paar Jahren ärgern sich dann alle wieder, dass sie keins gekauft haben. Ein paar ärgern sich auch, dass sie zu einem besonders ohne Preis viel Gold gekauft haben (das wird immer wieder passieren), aber dieser Ärger wandelt sich zuverlässig in Freude. Es bleibt dann nur der Ärger bei denen, die es zu früh wieder verkauft haben.

    2. Grüße nach München.
      FIAT – Geld – Experimente gab es schon immer. Vor dem Papiergeld nannte man das Münzverschlechterung. Und seit der frühen Neuzeit sind schon 700 Papierwährungen untergegangen.

      Gold immer, Silber jetzt gerade!

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