Was externe Angriffe auf das scheinbar nach wie vor „gültige“ US-dominierte KI-Narrativ der Superlativen etwa in Form des DeepSeek Launch nicht vermocht hat, scheint Google (Alphabet) nun mit seinem Drang zur Marktführerschaft zu gelingen. Kolportiert effizientere LLM-Modelle konnten den Business Case nicht ernsthaft ins Wanken bringen.
Google: das trojanische Pferd im Stall der KI-Super-Scaler
Angefangen vom „Goldschaufelverkäufer“ Nvidia und seiner Margenoptimierungsstrategie wurde das Größer-Mehr-Stärker-Erfolgs-Motto der KI-Geburtsphase ab 2023 zu einer gewaltigen, und sich nach dem FOMO-Prinzip selbst nährenden Billionen-Dollar-Investitions-Blase, aufgepumpt. Motto: man muss nur noch mehr Kapital in diesen einzig verbliebenen BIP-Turbo der USA feuern, und es wird wie von selbst enorme Renditen abwerfen. Erste Ermüdungserscheinungen dieser scheinbar ganz selbstverständlich tragfähigen Story, zeigten sich im Laufe von 2025 wo es begonnen hat, dass über fehlenden KI-Enthusiasmus und Blasengefahr (Sam Altman), In-sich-Zirkelgeschäfte einer Handvoll Player in der überschaubaren Super-Scaler-Szene der US-Tech-Oligarchie Berichte in großen Finanzmedien aufgetaucht sind.
Wann hat Grenzenlosigkeit je zu effizienten Lösungen geführt?
Aber noch nie in der Geschichte war bedenkenlose Verschwendung von Ressourcen und Was-kostet-die-Welt Investitionen das zuletzt erfolgreiche Konzept von Innovationen. Die bekannten Zyklen in der sich Innovationen abspielen, waren als investorenanlockendes Neben-Narrativ natürlich auch diesmal ungültig – wie sie es immer sind, nebenbei erwähnt. Der initialen und euphorisierenden Boom-Phase folgte in der Geschichte immer Ernüchterung der Implementierbarkeit in der Realwirtschaft. Zudem waren dann natürlich nur diejenigen Konzepte überlebensfähig, die einen tatsächlichen Wettbewerbs- also Nutzervorteil geboten haben. Meist war das mit entsprechenden Effizienzgewinnen und damit Kostenvorteilen für die Produzenten aber auch die Käufer/Nutzer verbunden.
Auftritt von Google als Effizienz-Innovator
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Und nun scheint hier ein Konzern seit spätestens Mitte 2025 eindeutig die besseren Konzepte zu haben. Basierend auf seiner schon bestehenden Marktmacht der größten Suchmaschine, hat der Alphabet-Konzern mit einer Anfangs zögerlicher erscheinenden Taktik im Zugang zum KI-Superlativen-Investitionswettbewerb eine überraschend zurückhaltende Rolle gespielt. Google war natürlich auch Nvidia Kunde, aber nie in dem Ausmaß, dass das Microsoft-Biotop um das seinerzeitige LLM-Posterchild OpenAI an den Tag legte.
Also schien man sich mit dem Auftauchen von der ersten chinesischen Effizienz-Attacke auf die US-dominierte KI-Szene ernsthaft mit der Entwicklung eigener – und effizienzsteigender – Zugänge zum Thema zu beschäftigen. Die Kosten jeder Anfrage an ChatGPT war im Verhältnis zu dessen Ertragskraft für eigentlich jeden, der den Grundrechnungsarten – geschweige denn betriebswirtschaftlicher Investitionsrechnungen – mächtig ist, ein einziges Mysterium hinsichtlich der Monetarisierbarkeit außerhalb einer langfristigen Monopolstellung. Aber genau diese de-facto Monopolstellung durch technologischen Vorsprung wurde ChatGPT attestiert. Wie inzwischen offensichtlich, kam es nicht ganz überraschend anders.
Also hat Google seine Antwortmaschine „Gemini“ sehr erfolgreich mittels Algorithmus-Optimierungen die notwendigen Rechenleistungen an deutlich kostengünstigere und zudem eigenentwickelte Hardware ohne spürbare Qualitätsverluste anpassen können. Schon das verschaffte Alphabet 2025 Investoren wie einen für diesen Bereich höchst skeptischen Warren Buffet und sein Berkshire-Imperium.
Ignoranz als Geschäftsmodell: nächste Effizienzsprung, der aktuell RAM-Hardwareproduzenten wenig erfreut
Aber das Nvidia-/Microsoft-/OpenAI-Universum hielt an dem Konzept fest, mit immer noch mehr Investitionen und Ressourceneinsatz ein System am Laufen zu halten, dessen Effizienznachteile immer offensichtlicher wurden. Selbstverständlich in der Absicht, diese Blase nicht platzen zu lassen, weil das Rückschlagpotential Größenordnungen hat, die das ohnedies angeschlagene US-Wirtschaftswachstum in eine Stagflationsszenario führen würde. Neben dem Irankonflikt zweifellos die zweite große Gefahr für die geopolitische Vormachtstellung des westlichen Hegemons.
Auch in der Nutzung des mit der explodierenden Rechenleistung von GPUs für die neuerer LLM-Versionen ebenfalls ausufernden Arbeitsspeicherbedarfs, scheint nun ein weiterer Effizienzdurchbruch gelungen zu sein. Einfach ausgedrückt: die Datenverarbeitungsanweisung in Form einer Steuerungssoftware für RAM-Module – kann die vorhandenen Kapazitäten besser nutzen. Man spricht aktuell von einer 6-fachen Verbesserung der Hardware-Nutzbarkeit durch den selbst entwickelten TurboQuant Algorithmus.
Dass dies vermutlich erst der Anfang und Teil einer in der IT üblichen exponentiellen Entwicklungsbeschleunigung ist, darf auch hier angenommen werden.
Chinesische Entwicklungen konnten bisher den Markt nur kurzfristig irritieren
Was den chinesischen Anbietern bisher schon gelungen schien, aber vom Markt geflissentlich ignoriert wurde – dazu haben zu viele Investoren viel zu große Interessen am Bestehenbleiben einer Erfolgs-Story gehabt – wird dieser abermalige signifikante Effizienzsprung ein weiterer Nadelstich in den zunehmend hinterfragten Investoren-Business Case der ersten Stunde sein. Dass dieser vom erwähnten Nvidia/OpenAI/Microsoft/Oracle Biotop – also der höher-schneller-weiter-Fraktion – weiter ignoriert werden kann, ist inzwischen mehr als fraglich. Mit diesen Effizienzsprüngen reduzieren sich die Ressourcenbedarf und damit Produktionskosten einer LLM-Antwort entsprechend und schwächen die Konkurrenzfähigkeit der Genannten immer weiter.
Als Gradmesser für die Implosionsgefahr scheint besonders sein Parameter geeignet zu sein – die CDS-Preise auf die Oracle Unternehmensanleihen. Einer der zentralen Elemente im Zirkelgeschäftsuniversum der zuletzt Genannten, das mit einem der höchsten Hebelrisiken in diesem Rechenleistungs-Markt agiert und dementsprechend ein primärer Faktor für das Fortbestehen oder den Untergang des bisher gültigen Investoren-Konzept ist. Jeder der nach wie vor in den Mag7 außerhalb der Alphabet Fraktion investiert ist, sollte diesen Parameter zu seiner täglichen Screening-Liste hinzufügen. Verschärfend können nun aufgrund der steigendenden Kapitalmarktzinsen im Zuge der Auswirkungen des Irankonflikts weitere ROI und Margenbelastung hinzukommen.
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