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Aktien

Grenke kräftig im Plus – Bankguthaben vorhanden – diesmal Desaster für Shorties?

Claudio Kummerfeld

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Wird die Grenke AG das nächste Wirecard in der deutschen Börsenlandschaft? Diese Horror-Idee geisterte seit Tagen durch die deutsche Presselandschaft, nachdem er international viel beachtete Spekulant Fraser Perring, der auch gegen Wirecard gewettet hatte, sich nun auf die Grenke AG einschoss. Auch Grenke sei ein massiver Betrugsfall, so sein Vorwurf. So war eine der Hauptfragen: Ist das von Grenke ausgewiesene Bankguthaben überhaupt real vorhanden? Denn auch bei Wirecard entpuppten sich Milliarden an Bankguthaben in Asien als reine Luftnummer. Und gestern dann hat die Grenke AG endlich eine Bestätigung des Wirtschaftsprüfers KPMG veröffentlicht, der extra für diesen Zweck beauftragt wurde. Zitat:

Die GRENKE AG, globaler Finanzierungspartner für kleine und mittlere Unternehmen, hat heute bekannt gegeben, dass die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG AG hinsichtlich des Zahlungsmittelbestandes einen Status übermittelt hat. Für alle Bankguthaben des GRENKE Konzerns wurden von der KPMG unmittelbar nach Mandatierung bei den kontoführenden Instituten inklusive der Bundesbank schriftliche Bestätigungen für zwei Stichtage, den 30. Juni 2020 und den 15. September 2020, angefordert. Diese wurden während der vergangenen Tage validiert und ausgewertet. Im Detail hat die KPMG die Bankbestätigungen der Bankguthaben für 98,5% zum 30. Juni 2020 (1,06 Mrd. Euro) und für 98,6% der Bankguthaben zum 15. September 2020 (0,96 Mrd. Euro) erhalten. Bedingt durch den internationalen postalischen Versand werden die noch ausstehenden Bankbestätigungen Mitte Oktober 2020 erwartet.

Grenke-Aktie steigt

In diesem wichtigen Punkt scheint die Grenke AG also entlastet zu sein, soweit man denn diesem Statement und KPMG glauben will. Die Aktie von Grenke war am 15. September ab einem Niveau von 55 Euro nach den Betrugsvorwürfen übel in den Keller gerauscht auf 24 Euro im Tief am 17. September. In den Folgetagen konnte sich die Aktie vorsichtig erholen auf knapp 32 Euro am letzten Freitag, wie der Chart gut zeigt. Denn Grenke versuchte umgehend mit zwei selbst veranlassten Prüfungen sowie eigenen Statements die Vorwürfe zu entkräften. Und zack, nach der gestrigen Veröffentlichung zu den Bankguthaben springt die Aktie seit gestern Nachmittag von 33,90 Euro bis jetzt nach oben auf aktuell 41,56 Euro.

Problem für Shorties

Dieser Kurssprung ist quasi die Honorierung des Marktes, dass Grenke in Sachen Bankguthaben offenbar entlastet zu sein scheint von den Vorwürfen. Damit ist die gesamte Sache aber noch nich erledigt, sonst wäre der Kurssprung nach oben wohl noch kräftiger ausgefallen. Viele Short-Spekulanten, die sich womöglich in den letzten Tagen auf Kursniveaus zwischen 30-33 Euro für weiter fallende Kurse positioniert haben, dürften jetzt erstmal in die Röhre gucken mit einem kräftigen Verlust. Sie haben theoretisch wie auch praktisch ein unbegrenztes Verlustrisiko. Denn steigt die Aktie immer weiter, müssen sie irgendwann in der Zukunft, wenn sie ihre Position wieder glattstellen, zu viel höheren Preisen kaufen, als sie jetzt geshortet haben.

Denn bei dieser Spekulation auf fallende Kurse leiht sich der Spekulant über eine Depotbank Aktien, verkauft diese an der Börse (der Leerverkauf) in der Hoffnung auf fallende Kurse. Irgendwann kauft er die Aktien wieder zurück und kann sie an den Verleiher zurückgeben. Für die Leihe zahlt der Spekulant an den Verleiher einen Zins. Und der Spekulant hofft natürlich nach einem gefallenen Kurs günstiger kaufen zu können als er vorher verkauft hat. Aktuell dürfte dieser Trade für viele Shorties ein Verlusttrade sein, wenn sie jetzt zurückkaufen. Aber noch sind die Vorwürfe gegen Grenke wie gesagt nicht vollständig vom Tisch, sondern nur die Sache mit dem Bankguthaben.

Chart zeigt Kursverlauf der Grenke-Aktie in den letzten 30 Tagen
Dieser Chart zeigt den Kursverlauf der Grenke-Aktie in den letzten 30 Tagen.

Firmengelände der Grenke AG
Firmengelände des Unternehmens. Foto: © GRENKE AG

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Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – gute Ergebnisse interessieren nicht

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Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Die aktuell reinkommenden Quartalszahlen stehen im Fokus seiner heutigen Aussagen. Dazu kommen die US-Wahlen und die Coronakrise.

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Das ist der wahre Beherrscher des Internets – Werbung

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Lieber Börsianer,

haben Sie sich eigentlich einmal Gedanken gemacht, woher Sie als Nutzer die Daten und Informationen beziehen, wenn Sie etwa auf der Seite der Amazon oder der Seite von Google surfen? Die landläufige Meinung: Das kommt alles aus der Cloud bzw. einem zentralen Großserver, der irgendwo in den USA steht.

Das ist ein Irrglaube. Tatsächlich beziehen wir als Internet-Nutzer unsere Daten aus einem weltweit aufgespannten Netzwerk sog. CDN-Server (Content Delivery Network). Wenn Sie als Nutzer aus Deutschland eine Suchanfrage auf der Google-Seite starten, wird Ihre Anfrage also nicht erst über den Atlantik geschickt und anschließend zurück. Stattdessen werden die Internet-Nutzer von einem Server versorgt, der sich in räumlicher Nähe befindet.

Andernfalls wäre die Google-Seite unendlich langsam oder würde sogar kollabieren, wenn innerhalb weniger Minuten Millionen Anfragen zur gleichen Zeit eintreffen. So muss der Suchdienst im Durchschnitt pro Tag 3,5 Milliarden Suchanfragen pro Tag abarbeiten. Das schafft kein Cloud-Server der Welt. Hier gilt: Auch das digitale Internet unterliegt physikalischen Grenzen.

Hier schafft ein ausgeklügeltes CDN-System Abhilfe. Es verteilt die Anfragen auf unzählige weltweit installierte Einzelserver und sorgt auf diese Weise für einen Lastenausgleich in den Internetleitungen. Dadurch bleiben die Internetauftritte der Unternehmen komfortabel und schnell.

Daneben schafft das CDN-System Sicherheit einerseits für die Unternehmen als auch für die Nutzer. So ist es heutzutage nahezu ausgeschlossen, dass Hacker etwa die Seite der Amazon, der Zalando oder anderer Endkunden-Unternehmen lahm legen können. Tatsächlich werden schlimmstenfalls durch Hackerangriffe einzelne Server im CDN-System ausgeschaltet. Das System erkennt einen solchen Angriff und leitet den Nutzer sofort auf den nächsten noch aktiven Server weiter.

Damit schafft CDN sog. Redundanzen. Anders formuliert: Die dezentrale Struktur sorgt dafür, dass die Internetversorgung nie gänzlich zusammenbricht. Damit leisten die CDN-Netzwerke einen ganz wichtigen Beitrag für die Stabilität und Verfügbarkeit des Internets. Sie bilden also das Rückgrat des modernen Internets.

Wer betreibt diese Netzwerke?

Ein US-Unternehmen dominiert dieses Marktsegment quasi nach Belieben. Man unterhält weltweit 300.000 CDN-Server und kontrolliert damit in der Spitze bis zu 30 % des täglichen globalen Internetverkehrs. Nahezu alle Software- und Internetunternehmen des Silicon Valley schwören auf die Dienstleistungen dieses US-Unternehmens. Die Kundenkartei umfasst Adressen wie etwa Amazon, Apple, Facebook, Google oder Microsoft. In Europa bedient man Unternehmen wie Daimler, Nestlé, Wienerberger, Voestalpine oder etwa den Autozulieferer Schaeffler, um nur die wenigsten aus der üppigen Kundenkartei der Amerikaner zu nennen.

Vor allem für Unternehmen mit Endkundenkontakt und stark frequentierten Internetauftritten ist CDN absolute Pflicht. Denn die Nutzer springen heute rasch ab, wenn sich ein Seite langsam aufbaut oder sogar minutenlang gar nicht erreichbar ist. Ich kann Ihnen versichern, eine stabile und schnelle…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

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Caterpillar meldet Quartalszahlen: Starker Rückgang, aber über Erwartung

Claudio Kummerfeld

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Der weltweit größte Baumaschinenhersteller ist Caterpillar aus den USA. Die Firma gilt daher als Frühindikator, weil Bauwirtschaft und Industrie auf Baumaschinen angewiesen sind, bevor eine Volkswirtschaft expandieren kann. Steigen also die Firmenumsätze, deutet das auf eine weiter florierende US-Wirtschaft hin, und umgekehrt genau so. Deswegen sind die soeben veröffentlichten Quartalszahlen von Caterpillar so extrem wichtig. Hier die wichtigsten Kennzahlen.

Der Umsatz im letzten Quartal liegt bei 9,88 Milliarden Dollar (Vorjahresquartal 12,76/erwartet 9,8). Der Gewinn liegt bei 1,22 Dollar pro Aktie (Vorjahresquartal 2,66/erwartet 1,12).

Die Aktie notiert vorbörslich mit -1,3 Prozent.

Die operative Profitmarge sinkt im Jahresvergleich von 15,8 Prozent auf 10,0 Prozent.

Die rückläufigen Umsätze liegen laut Unternehmensaussage an der rückläufigen Kundennachfrage nach Geräten und Dienstleistungen.

CEO-Kommentar:

“I’m proud of our global team’s performance as we continue to safely navigate the pandemic while remaining firmly committed to serving our customers,” said Caterpillar Chairman and CEO Jim Umpleby. “Our third-quarter results largely aligned with our expectations, and we’re encouraged by positive signs in certain industries and geographies. We’re executing our strategy and are ready to respond quickly to changing market conditions.”

Datenblatt mit Details zu den Quartalszahlen von Caterpillar

Caterpillar-Baumaschine - Caterpillar-Quartalszahlen
Eine Baumaschine von Caterpillar auf der Bauma. Foto: Wald-Burger8 CC BY-SA 3.0

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