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Griechenland: 2,5 MRD Euro Stromschulden – Versorger schaltet bald erste 50.000 Kunden ab!

Redaktion

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FMW-Redaktion

In Griechenland wird der staatliche Stromversorger in Kürze damit beginnen in einem ersten Schritt 50.000 Stromkunden den Saft abzudrehen. Die Außenstände belaufen sich insg. auf 2,5 Milliarden Euro. Betroffen werden vor allem Firmenkunden sein. Eine Katastrophe für die (vorhandene?) Konjunkturerholung. Es gibt einen handfesten Grund, warum die Höhe der Stromrechnungen in den letzten Jahren explodierte…

Alexis Tsipras MP Griechenland
Ministerpräsident Alexis Tsipras muss jetzt knallhart Gelder eintreiben lassen.
Foto: FrangiscoDer / Wikipedia (CC BY-SA 3.0)

Griechenlands staatlicher Stromversorger PPC hat Außenstände bei Stromkunden von insg. 2,5 Milliarden Euro, 1,8 Milliarden davon bei gewerblichen Kunden. Schulden haben insg. 2,1 Mio Stromkunden in Griechenland. Wenn man das umlegt auf die Gesamtsumme, wären das rein rechnerisch 1.190 Euro Schulden pro Stromkunde, aber bei 1,8 von 2,5 Milliarden Schulden durch gewerbliche Kunden dürften die Privatkunden natürlich deutlich kleinere Summen offen haben.

In einem ersten Schritt will PPC demnächst 50.000 Stromkunden den Saft abdrehen nach vorheriger Mahnung, so berichtete es vor Kurzem EKathimerini.com. 50.000 Kunden ohne Strom, das ist schon viel, klingt für deutsche Verhältnisse aber nicht wie eine dramatische Zahl. Griechenland hat aber nur 11 Millionen Einwohner. Übersetzen wir das mal ganz grob gerechnet auf Deutschland, würden man hier gut 400.000 Stromkunden den Saft abdrehen, auf einen Schlag. Davon in Griechenland betroffen werden wahrscheinlich zum großen Teil die gewerblichen Kunden sein, da durch ein Sozialprogramm der Tsipras-Regierung die ärmsten der Armen Privathaushalte von solchen Maßnahmen ausgenommen sind. Z.B. wird ein großer griechischer Stromabnehmer, die „Larco Mining and Metallurgical Company“ dran glauben müssen, da sich nur bei dieser Firma Stromschulden in Höhe von 200 Mio Euro angehäuft haben sollen.

Für die Kunden haben sich die Stromrechnungen in den letzten Jahren seit Ausbruch der Krise teilweise mehr als verdoppelt. Nicht weil die Strompreise so sehr explodiert sind, sondern weil die verschiedenen Regierungen in den letzten Jahren mangels effektiver Steuereintreibung viele staatliche Gebühren inzwischen über die Stromrechnung eintreiben lassen wie z.B. Abfallgebühren, Umweltgebühren, Gemeindegebühren, staatliche Rundfunkgebühren uvm. In 2011 und 2012 ließ der Staat eine gesonderte Immobiliensteuer auch über die Stromrechnung eintreiben, die bis heute viele Kunden nicht zahlen konnten. Inzwischen wird diese Gebühr wieder separat vom Finanzamt erhoben, aber diese Altschulden hängen nach. So verharren viele Stromkunden jetzt langfristig in ihren „Stromschulden“ und werden vielleicht abgeschaltet, obwohl sie den Strom immer gezahlt haben – aber eben nicht die Müllgebühr oder die Immobiliensteuer auf der Stromrechnung. Über die dramatische Situation vieler Haushalte und Kleinunternehmer (Handwerker etc) berichtet auch das Portal „newsit.gr“ sowie ein Autor des Portals keeptalkinggreece, der auch Erlebnisse aus dem Alltag schildert.

Abgesehen von den Problemen beim Stromversorger scheint auch die Steuerbehörde selbst langsam Ernst zu machen im Sinne der strikten Auflagen und regelmäßigen Kontrollen der Euro-Gläubiger. So hat die „Hellenic Gaming Commission“ (Glücksspielbehörde) veranlasst, dass ein großes Kasino schließen musste, weil es trotz eines Gerichtsentscheids seine Steuern über 1,8 Mio Euro nicht gezahlt hat. Angeblich will das Kasino kurzfristig die Steuern nach der Schließung zahlen. Die Glückspielbehörde will aber den Zahlungseingang abwarten, bevor es wieder öffnen darf.

Griechenland scheint unter einem enormen Zwang der Gläubiger so langsam ernst zu machen bei der Eintreibung von Steuern und Schulden. In vielen Fällen mögen Griechen auf Geld sitzen, das sie einfach nicht dem griechischen Staat „in den Rachen“ werfen wollen – in vielen anderen Fällen wird es wohl private Existenzen (die soziale Schutzklausel von Tsipras gilt ja nicht für alle Privatpersonen) oder kleine Betriebe zerstören. Wie auch bei den Staatsschulden wäre eine Streckung der Rückzahlung in kleine Raten eine sinnvolle Alternative, für Griechenland als Staat, für die privaten Konsumenten und die Kleinbetriebe.


2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    joah

    6. November 2015 12:02 at 12:02

    Das gleiche Problem ist näher, als man denkt: ich durfte auch schon aus dritter Hand erfahren, das „einige“ Leute hierzulande effektiv das gleiche tun und dies zur „entsprechenden Gegenreaktion“ der Energieversorger führen dürfte (Erwartung meinerseits). Anstatt die ganze Rechnung zu zahlen – bestenfalls die Abschlagszahlung mutwillig etwas erhöhen gegen die böse Überraschung am Jahrensende – wird einfach nur ein symbolischer Betrag in Höhe von 1€ überwiesen – der Rest verbleibt als sich immer weiter erhöhende (Dauer-)Nachforderung beim Energieversorger. Diese werden somit als günstiger Kreditgeber missbraucht, was irgendwann kollabieren muss: dann wird es bei denen hier auch dunkel.

    (um der Gegenfrage vorzubeugen: nein, so einen Unsinn veranstalte ich nicht!)

  2. Avatar

    Rainer Ziegler

    7. November 2015 09:14 at 09:14

    Die Griechen, wie auch der Rest der Welt, müssen nicht mehr lange ausharren, bis eine völlig neue Technologie sich wie ein Lauffeuer verbreiten wird und niemand von uns mehr Geld für Energie bezahlen werden muss, weil er sie sich selbst nach Bedarf erzeugen kann! Ich rede von der Keshefoundation und ihren Erzeugnissen (www.keshefoundation.org). Noch wird das im Mainstream totgeschwiegen aber dieses Mal wurde es nicht geschafft, wie so unzählige Male vorher, die Verbreitung der Technologie zu stoppen! Oberstes Ziel der Keshefoundation: Weltfrieden! Wenn man sich auf der Seite einliest erscheint einem dieser Gedankengang plötzlich ganz plausibel.

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Dank Notenbanken immun: Vermögen wachsen trotz Krisen immer weiter

Claudio Kummerfeld

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am

Vermögen in Form vieler US-Dollars

Die Gelddruck-Orgien der Notenbanken haben die weltweiten Vermögen immunisiert gegen Verluste, egal wie schlimm die Krise in 2019 auch war, und jetzt in 2020 dank Corona noch geworden ist. Zu diesem Schluss kommt der ganz frisch veröffentlichte „Allianz Global Wealth Report“, in dem das Wort „Immunisiert“ sogar explizit so genannt wird.

Vermögen steigen weiter an

Die Headline-Aussage der Allianz besagt, dass die Vermögen in den letzten zehn Jahren noch nie eine so große Zunahme des Wohlstands verzeichnen konnten. Weltweit sei das Brutto-Geldvermögen im Jahr 2019 um 9,7 Prozent gewachsen, und habe damit das stärkste Wachstum seit 2005 hingelegt. Angesichts der Tatsache, dass das Jahr 2019 von sozialen Unruhen, eskalierenden Handelskonflikten und einer industriellen Rezession geprägt war, sei diese Leistung mehr als erstaunlich, so die Allianz. Doch als die Zentralbanken einen Kursschwenk hin zu einer breit angelegten geldpolitischen Lockerung vollzogen, habe dies zu einem kräftigen Plus von 25 Prozent an den Aktienmärkten geführt, losgelöst von den Fundamentaldaten. Dadurch seien auch die Geldvermögen kräftig angehoben worden. Allein die Anlageklasse der Wertpapiere nahm 2019 um satte 13,7 Prozent zu – nie war das Wachstum im 21. Jahrhundert stärker, so die Headline-Aussage. Versicherungen und Pensionen erreichten laut Allianz ein Plus von 8,1 Prozent, was hauptsächlich auf den Anstieg der zugrundeliegenden Vermögenswerte zurückzuführen sei – die Bankeinlagen stiegen um 6,4 Prozent.

Vermögen auch in 2020 immunisiert gegen Verluste

Und was wird 2020 unterm Strich passieren? Es geht wohl nach dem Motto „Je schlimmer die Krise, desto mehr drucken die Notenbanken, und helfen damit Aktien und Immobilien nach oben“. So sagt der Report nämlich, dass „die selbe Geschichte sich im Jahr 2020 wiederholen“ dürfte, nur ins Extrem gewendet. Denn als die Coronakrise die Weltwirtschaft in die tiefste Rezession seit 100 Jahren stürzte, legten Zentralbanken und Finanzbehörden auf der ganzen Welt beispiellose geld- und fiskalpolitische Hilfspakete auf und schirmten so die Haushalte und ihr Geldvermögen vor den Folgen einer Welt in Unordnung ab, so die Allianz. Man gehe davon aus, dass die privaten Haushalte ihre Verluste aus dem ersten Quartal wettmachen konnten und bis zum Ende des zweiten Quartals 2020 einen leichten Anstieg des globalen Geldvermögens um 1,5 Prozent verzeichneten. Hauptreiber der Entwicklung seien die Bankeinlagen, die dank großzügiger öffentliche Unterstützungsprogramme und vorsorglicher Ersparnisbildung um kräftige 7,0 Prozent zunahmen. Es sei daher sehr wahrscheinlich, dass das Geldvermögen der privaten Haushalte im Jahr 2020 im Plus enden werde.

Die Allianz merkt kritisch an, dass die Geldpolitik im Moment zwar die Vermögen gegen Corona quasi immunisiert habe. Aber man solle sich nichts vormachen. Null- und Negativzinsen seien ein süßes Gift. Sie würden die Vermögensbildung untergraben, und verschärfen die soziale Ungleichheit, da Vermögenseigentümer satte Mitnahmegewinne einstreichen können. Das sei nicht nachhaltig. Auch noch interessant: Das Wohlstandsgefälle zwischen reichen und armen Ländern habe sich wieder vergrößert. Im Jahr 2000 sei das Netto-Geldvermögen pro Kopf in den Industrieländern im Durchschnitt 87-mal höher gewesen als in den Schwellenländern. Bis 2016 war dieses Verhältnis auf 19 gesunken. Seither ist es wieder auf 22 (2019) angestiegen, so die Allianz.

Was lernen wir daraus?

Nun, die Allianz steht wohl kaum im Verdacht gegen den Kapitalismus zu hetzen, oder Notenbanken arg kritisch gegenüber zu stehen. Von daher ist es schon interessant, dass sie so klipp und klar ausspricht, was viele andere Kommentatoren (wie auch wir bei FMW) seit geraumer Zeit sagen. Nämlich dass die obszöne Geldschwemme von EZB, Fed und Co Assetpreise wie Immobilien oder Aktien kräftig antreibt, losgelöst von der Realwirtschaft. Dies ist also kein Mythos und keine Verschwörungstheorie, wenn man die Allianz als seriöse Informationsquelle für diese Information zählt.

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Fed: US-Bürger ignorieren die mächtigste Notenbank der Welt

Dass die Kommunikation der Fed mit den US-Bürgern kaum Auswirkungen hat, zeigt jedoch eine Studie von vier Ökonomen der Notenbankstelle in Cleveland

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Für die Finanzmärkte ist die US-Notenbank Fed das Maß aller Dinge – aber auch für die US-Bürger, also die „normalen Leute“, die Main Street?

Wer sich die Mühe macht, die Statements der US-Notenbank Fed nach ihren Sitzungen zu lesen und die Pressekonferenzen zu verfolgen, die Jerome Powell jedes Mal „zelebriert“, so könnte man auf zwei Schlussfolgerungen kommen: Erstens, dass er sich mit seiner unglaublich gehäuften Darlegung des gesetzlichen Auftrags der Fed „Prize Stability and Maximum Employment“ eine kleine Entschuldigung für seine Geldpolitik sucht, die dem Open Market Committee keine andere Wahl lasse. Dass dies – zweitens – aber einen Versuch darstellt, die Öffentlichkeit zu informieren und den Bürger zu einem gewünschten Verhalten innerhalb der finanziellen Repression zu veranlassen. Dass Letzteres nicht gelingt, beweist eine Umfrage aus dem Wissenschaftsumfeld der Fed unter US-Bürgern.

Fed: Das flexible Inflationsziel

Ende August hatte Fed-Chef Powell in einer Rede ausgesprochen, was man schon längere Zeit vermutet hatte. Man würde zinspolitisch die „Füße stillhalten“, auch wenn die Inflationszahl für längere Zeit über der bisherigen Zielmarke (Inflation target) von zwei Prozent liegt. Klingt erst einmal unsinnig, denn schließlich sollte sich die Teuerung in den nächsten Jahren nicht einmal richtig der Zielzone nähern. Eindeutig dürfte dahinter sich die Absicht der Notenbank verbergen, dass man die finanzielle Repression dauerhaft fortsetzen wird: Zinsen für längere Zeit unterhalb der Teuerungsmarke, bei gleichzeitigem BIP-Wachstum, ergibt eine prozentuale Absenkung des Verschuldungsniveaus. Das ist ein Verfahren, welches die USA und Großbritannien nach dem Zweiten Weltkrieg für viele Jahre praktiziert hatten. Aber es gibt noch einen weiteren Aspekt: die Fed könnte durch eine höhere Inflationserwartung Konsumenten und Unternehmen zu höheren Ausgaben veranlassen. Dass die Kommunikation der Fed mit den US-Bürgern kaum Auswirkungen hat, zeigt jedoch eine Studie von vier Ökonomen der Notenbankstelle in Cleveland.

US-Bürger haben wenig Ahnung von der Fed-Politik

Targeting and Household Expectations heißt die Arbeit der Ökonomen, die sich mittels Befragung unter Bürgern mit der Frage beschäftigt haben, wie der kleine Mann den Wechsel in der Notenbankpolitik aufnimmt. Das Ergebnis dürfte recht erschütternd sein für den Chef der US-Notenbank: Nur eine kleine Minderheit gab an, überhaupt von einer neuen Strategie der Fed gehört zu haben. Und die, die davon gehört hatten, gaben auch noch falsche Ziele wieder. Man glaubt allgemein, dass das Ziel der Notenbank ein starker Dollar sei und niedrige Zinsen, damit sich der Staat seine Verschuldung leisten kann.

 

Fazit

Auch wenn das zigfache Wiederholen des gesetzlichen Auftrags der Fed (Maximum Employment und Prize Stability) durch Jerome Powell in den Pressekonferenzen schon fast nervig wird: beim Bürger kommt anscheinend nicht viel davon an, was die Damen und Herren im Elfenbeinturm des Geldes in Washington D.C. vorhaben.

So könnte seine letzte Strategie mit der Aufforderung beim Bürger mehr zu investieren auf taube oder gar keine Ohren gestoßen sein. Höhere Inflationserwartungen sollten zum Vorziehen von Konsumausgaben führen. Wobei man sich schon fragen muss, wie es sein kann, dass man das Volk mit den vielen (überzogenen) Kreditkarten überhaupt zum Geldausgeben animieren muss..

Die Fed dringt mit ihren Aussagen nicht wirklich zu den Bürgern durch

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Battery Day und Tesla: Live-Kommentar zum Event

Markus Fugmann

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Elon Musk hatte den „Battery Day“ im Vorfeld als „einer der aufregendsten Tage der Tesla-Geschichte“ bezeichnet, gestern jedoch die Erwartungen in einem Tweet deutlich gedämpft – die Tesla-Aktie daher heute mit 5% im Minus.

David Jones, chief market strategist bei capital.com, kommentiert den Battery Day live ab 22.15Uhr

:

Live-Kommentar zum lange erwarteten Battery Day von Tesla

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