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Europa

Griechenland: das Desaster in Zahlen

Redaktion

Veröffentlicht

am

FMW-Redaktion

Es sieht derzeit nicht wirklich gut aus für Griechenland – auch wenn sich die Finanzmärkte von dem Thema Griechenland mental verabschiedet haben, zeigen einige neue Zahlen, wie es um das Land wirklich steht!

Nach Angaben der Hellenic Statistical Authority (ELSTAT) sind die Exporte Griechenlands im Juli um 8% zurück gegangen im Vergleich zum Vorjahresmonat – auf nun nur noch 2,3 Milliarden Euro. Noch dramatischer jedoch – und das ist eine Folge der Kapitalverkehrskontrollen – ist der Rückgang der Importe, die im Vergleich zum Vorjahresmonat um 32% (!) auf nun nur noch 3,02 Milliarden Euro gefallen sind. Besonders stark zurück ging der Export in nicht-europäische Länder mit einem Minus von 27,2% im Vergleich zum Vorjahresmonat, während der Rückgang der Exporte in die Eurozone „nur“ 11,1% beträgt. Mit am stärksten betroffen ist übrigens der Export von Alkohlika und Tabakwaren mit einem Rückgang von 9,3% – während erstaunlicherweise der Export von Olivenöl um 83,7% im Vergleich zum Vorjahresmonat gestiegen ist.

Aufgrund der am 20.September stattfindenden Neuwahlen ist die Ausahlung des dritten Hilfspakets durch die Gläubiger Griechenlands bekanntlich auf Eis gelegt – die Geldgeber wollen zunächst den Wahlausgang abwarten. Für viele Firmen Griechenlands ist das ein Desaster: sie sitzen auf Rechnungen, die die Regierung nicht bezahlt – nicht bezahlen kann. So zeigen Daten des griechischen Finanzministeriums, dass die Schulden des griechischen Staates gegenüber griechischen Firmen auf 4,9 Milliardeen Euro angestiegen sind in den ersten sieben Monaten des Jahres. Faktisch dürfte das Problem jedoch noch deutlich größer sein, weil die vom Finanzministerium veröffentlichten Daten nicht die letzten 90 tage umfassen. So lange die neuen Hilfsgelder im Volumen einer ersten Tranche von drei Milliarden Euro nicht ausbezahlt sind, haben griechische Firmen keine Perspektive, ihr Geld wiederzusehen.

Leichte Aufhellung hingegen im Kredit-Sektor: hier sind nach neuesten Daten „nur“ noch 45% der Kredite notleidend bzw. faul – sprich sind mindestens mit 90 Tagen in Zahlungsverzug. Das ist zwar mehr als die 40% am Ende des ersten Quartals, aber ein Rückgang im Vergleich zum Vormonat. Während der Zeit, als die griechischen Banken geschlossen waren, haben nur 15% der Gläubiger die monatlichen Raten bedient – mit der Wiedereröffnung der Banken sind es immerhin 80%, die ihre monatlichen Kreditraten wieder zurück zahlen.

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    reiner tiroch

    8. September 2015 20:29 at 20:29

    Griechenlands desaster in Zahlen? wo doch lagarde so treuherzig erzählte, dass die so tolle Fortschritte machen. ja und die Ukraine erst, gell? das sind die überraschungen des Monats, und raus aus den Schlagzeilen, was? wann kommt der Gau,ihr Deppen?

  2. Avatar

    KK

    9. September 2015 01:08 at 01:08

    Das mit dem Olivenöl ist nicht verwunderlich: hat doch Deutschland längst vorgesorgt, indem es griechische Ölmühlen zeitig hat überholen und erneuern lassen. Das wurde nur nirgends an die grosse Glocke gehängt.

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Europa

Verbraucherpreise Eurozone dritten Monat in Deflation, BIP besser als erwartet

Claudio Kummerfeld

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Geldbörse in der Klemme

Soeben wurden als Vorabschätzung die Verbraucherpreise für die Eurozone für den Monat Oktober veröffentlicht. Im Jahresvergleich sinken sie um 0,3 Prozent nach -0,3 Prozent und -0,2 Prozent in den beiden vorigen Monaten. Also sehen wir den dritten Monat in Folge Deflation! Das Minus der Energiepreise wird wieder größer mit -8,4 Prozent im Jahresvergleich. Die Verbraucherpreise für Lebensmittel können von +1,8 Prozent auf +2,0 Prozent sogar zulegen, aber die Energie zieht den Schnitt weiter runter. Der Schnitt wird auch durch die deutsche Mehrwertsteuersenkung (wirksam seit Juli) negativ beeinflusst.

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BIP für Eurozone weniger schlimm als gedacht

Zusammen mit den Verbraucherpreisen wurden vorhin auch frische Daten für das Eurozonen-Bruttoinlandsprodukt für das 3. Quartal veröffentlicht. Die Wirtschaftsleistung wächst im Quartalsvergleich um 12,7 Prozent (+9 Prozent erwartet). Im Jahresvergleich ist es ein Minus von 4,3 Prozent (-7 Prozent erwartet). Also wie beim deutschen BIP – die Lage scheint etwas weniger schlimm zu sein als erwartet.

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Europa

Aktuell: BIP Deutschland besser – Lagarde hatte es „geleaked“

Markus Fugmann

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Das BIP in Deutschland (1.Veröffentlichung 3.Quartal) ist zum Vorquartal mit +8,2% besser ausgefallen wie erwartet (Prognose war +7,3%).

Zum Vorjahresquartal (preis- und kalenderbereinigt) sank das deutsche BIP um –4,2% (Prognose war -5,2%).

Damit wie in Frankreich die Erwartungen übertroffen – Christine Lagarde hatte das gestern auf der EZB-PK bereits „geleaked“..

Dazu schreibt Destatis:

„Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist im 3. Quartal 2020 gegenüber dem 2. Quartal 2020 – preis-, saison- und kalenderbereinigt – um 8,2 % gestiegen. Das Wachstum war sowohl von höheren privaten Konsumausgaben, mehr Investitionen in Ausrüstungen als auch von stark gestiegenen Exporten getragen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, ist die deutsche Wirtschaft damit nach dem historischen Einbruch des Bruttoinlandsprodukts im 2. Quartal 2020 infolge der einsetzenden Corona-Pandemie zwar deutlich gewachsen. Im Vergleich zum 4. Quartal 2019, dem Quartal vor der globalen Corona-Krise, lag das preis-, saison- und kalenderbereinigte BIP im 3. Quartal 2020 jedoch 4,2 % niedriger. „

Das BIP in Deutschland erholt sich zum Vorquartal

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Europa

Einzelhandelsumsätze in der Krise: Viele Gewinner, ein Verlierer

Claudio Kummerfeld

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Leeres Einkaufszentrum

Die Einzelhandelsumsätze haben in der Coronakrise nicht gelitten. Sie ziehen sogar deutlich an. Wenn man nachdenkt, kommt man schnell drauf. Die Menschen gehen deutlich seltener ins Restaurant, in Bars, auf Events etc. Folglich wird deutlich mehr zuhause gekocht. Folglich werden mehr Lebensmittel eingekauft als im Vorjahr. Diesen Effekt sieht man in den heute veröffentlichten Daten des Statistischen Bundesamts.

Im September lagen die gesamten Einzelhandelsumsätze gegenüber dem Vorjahresmonat 6,5 Prozent höher. Im Vergleich zum Februar 2020, dem Monat vor Ausbruch der Corona-Pandemie in Deutschland, war der Umsatz im September 2020 kalender- und saisonbereinigt real 2,8 Prozent höher. Der Einzelhandel mit Lebensmitteln, Getränken und Tabakwaren setzte real 6,8 Prozent und nominal 9,6 Prozent mehr um als im September 2019. Dabei lag der Umsatz bei den Supermärkten, SB-Warenhäusern und Verbrauchermärkten real 7,0 Prozent über dem des Vorjahresmonats. Der Facheinzelhandel mit Lebensmitteln (wie zum Beispiel der Facheinzelhandel mit Obst und Gemüse, Fleisch, Backwaren oder Getränken) setzte im entsprechenden Vergleich real 4,9 Prozent mehr um.

Einzelhandelsumsätze bei Nicht-Lebensmitteln

Auch die Einzelhandelsumsätze außerhalb der Lebensmittel profitiert. Aber mit einer Ausnahme. Möbel und sonstige Einrichtungsgegenstände laufen gut mit +11 Prozent, der gesamte Online-Versandhandel läuft blendend mit +21 Prozent. Aber der Bereich Bekleidung und Schuhe verliert 7,3 Prozent an Umsatz. Waren- und Kaufhäuser verlieren 9,9 Prozent an Umsatz. Die Kombination dieser beiden Zahlen zeigt ganz klar, dass Karstadt und Co die Verlierer der Krise sind. Wenn Klamotten, dann werden sie in dieser Krise eher online gekauft.

Grafik zeigt Details der Einzelhandelsumsätze im September

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