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Devisen

Griechenland-Frage wird Europa zerreissen

Markus Fugmann

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am

Von Markus Fugmann

Heute soll Griechenland antworten auf das „ultimative Angebot“, auf das sich die Gläubiger bei einem Treffen im Kanzleramt in Berlin geeinigt haben. Die Gläubiger? Nicht wirklich, einige Gläubiger müsste es wohl besser heißen. Während IWF-Chefin Lagarde und EZB-Chef Draghi heimlich eingeflogen wurden, waren andere nicht dabei. So zum Beispiel der Präsident der Eurogruppe, Jeroen Dijsselbloem. Jener Dijsselbloem, der gestern die Hoffnungen auf einen Deal noch in dieser Woche zerschlug, als er sagte, dass eine Einigung in dieser Woche „theoretisch“ nicht mehr möglich sei. Das stand ziemlich klar im Widerspruch zu dem Selbstbewußtsein derjenigen, die sich in Berlin getroffen hatten und meinten, dass sie nun den Durchbruch erreicht hätten. Dijsselbloem, so viel scheint klar, hatte schlechte Laune, weil er eben nicht dabei war bei dem Geheimtreffen in der deutschen Haupstadt – oder sollte man besser sagen, der heimlichen Haupstadt Europas?

Entscheidend ist, dass in Berlin Politik gemacht wird – und die anderen abnicken sollen. Sven Giegold, Fraktionsmitglied der Grünen, hat das klar auf den Punkt gebracht:

„Tsipras wird die Pistole auf die Brust gesetzt. Nach dem Berliner Griechenland-Gipfel ohne Griechenland hat Tsipras hat nun die Wahl zwischen friss oder stirb, Kotau oder Konkurs. Angela Merkel zelebriert dabei eine deutsche EU und lässt alle in Berlin antanzen. Italien, Spanien und kleinere Mitgliedsstaaten, die genauso für die Griechenland-Programme einstehen, werden von den Verhandlungen ausgeschlossen. Die Eurogruppe wird entmachtet, ihr Chef Dijsselbloem ist nicht dabei. Europaparlament und Bundestag wurden weder über das Vorgehen noch in der Sache informiert. Das ist keine Europäische Demokratie.

Ein Europa unter Führung Deutschlands ohne starke Parlamente und gleiche Rechte für alle Länder wird scheitern.“

Bingo! Wo Zeitnot herrscht, kann man keine Rücksicht auf formal demokratische Befindlichkeiten nehmen, so offenkundig das Motto der Berliner Geheimtruppe. Die Tsipras-Regierung muß den Eindruck bekommen, dass ihr Schicksal in Berlin und nicht in Brüssel entschieden wird. Daher der trotzige Kommentar von Tsipras gestern: es sei Sache Athens, Vorschläge zu machen, das sei vertraglich im Februar sogar vereinbart worden – und nicht umgekehrt. Athen hatte am Montag weitere Vorschläge nach Berlin geschickt – aber offenkundig haben die Anwesenden davon nicht allzu viel Notiz genommen. Heute soll die griechische Regierung zustimmen – oder sich eben zum Teufel scheren, meinen die in Berlin entscheidenden Gläubiger.

Aber auch die sind nicht wirklich geschlossen: Einigkeit herrscht nur darüber, dass die Griechen Reformen endlich umsetzen sollen, bei der Schuldenfrage jedoch klafft eine Lücke zwischen IWF und Euro-Staaten. Der IWF hat nichts gegen einen Schuldenschnitt, solange er nicht den IWF betrifft. Schäuble (der offenkundig bei dem Berliner Treffen nicht dabei war) und andere Finanzminster sehen das naturgemäß anders.

Die Lage ist ausweglos, aber nicht ernst. Heute will Tsipras nach Brüssel reisen, um den Jocker im Spiel zwischen Griechenland und den Gläubigern zu treffen, Jean Claude Juncker. Als Präsident der EU-Kommission ist Juncker nicht wie alle anderen direkter Gläubiger Griechenlands – und kann daher vermittelnd tätig werden. Juncker ist so etwas wie die letzte Hoffnung der Griechen: wenn es einen Deal geben sollte, wird er von Juncker eingefädelt sein – oder eben nicht zustande kommen.

Gestern hat die EZB, so berichten Insider, die Notfallkredite noch einmal um 500 Millionen Euro erhöht. Zu wenig, um Griechenlands Banken zu helfen, zu viel, um sie sofort pleite gehen zu lassen. Das bedeutet: in Berlin werden die Entscheidungen getroffen – und wenn die Entscheidung „nein“ heißt, dreht Frankfurt den Geldhahn ab. Die anderen dürfen zuschauen und – wenn sei denn einmal gefragt werden – die bereits getroffene Entscheidung abnicken. Das wird noch mächtig Ärger geben – die Griechenland-Frage hat das Potential, einen Keil zwischen die Staaten der Eurozone zu treiben. So scheitert Europa vielleicht nicht wegen einem Grexit, sondern weil der Weg zum Grexit das Tischtuch zwischen den Staaten zerrissen hat!

4 Kommentare

4 Comments

  1. Avatar

    Michel

    3. Juni 2015 11:06 at 11:06

    Der Verfasser irrt sich meiner Meinung nach. Solange Deutschland den Löwenanteil bei den Euro-erhaltenen Maßnahmen zahlt, ist das es den anderen Ländern egal ob die Deutschen mit den südländischen Tricksern verhandeln oder sonstwer. Kostet außerdem sowieso nur unnötig Nerven.
    Erst wenn Deutschland kein Geld mehr hat was aus auf diese Art aus dem Fenster geworfen werden kann, fälllt die EU auseinander. Also in ca. 10-15 Jahren, evtl.,
    Dann, wenn in Deutschland nur noch schwule Neger-Transvestiten leben, die mit Arbeit nix am Hut haben.
    Geschweige denn arbeiten zu wollen, um irgendeinen fremden Boss reich zu machen. Die Produktionswelt in Deutschland wird sich dann in den kommenden Jahrzehnten grundlegend ändern, von High-Tech und Großindustrie, zu Teppichknüpfen und Bongotrommelbau. Haben sich die deutschen Machthaber aber selbst zuzuschreiben.
    Sie sind die Schuldigen, wenn die Deutschen keine Lust mehr haben für die Fehler der Bosse ihr Leben zu vergeuden.

    • Avatar

      joah

      3. Juni 2015 12:30 at 12:30

      …die bärtigen Lolitas wurden noch vergessen. ;-)

  2. Avatar

    Fred

    3. Juni 2015 12:49 at 12:49

    Wer setzt eigentlich wem die Pistole auf die Brust?

    Sieht eigentlich eher so aus, als ob Griechenland das tut …
    Oder?

  3. Avatar

    Michael

    3. Juni 2015 14:42 at 14:42

    Sieht eher so aus, als ob Tsirpras Merkel, Draghi und die IWF-Tante jede einzelne Woche seit 6 Monaten am Nasenring durch die Manege geführt hat. Sollte er damit durchkommen dürften in Spanien die Podemos und in Italien die Grilli – Truppe Aufwind bekommen. Merkel sitzt in der Falle.

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Aktien

Aber CFDs sind Termingeschäfte? Verbände für steuerliche Bevorzugung von Optionsscheinen

Claudio Kummerfeld

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Aktives Trading mit CFDs und Optionsscheinen könnte problematisch werden

Was sind CFDs? Die „Contracts for Difference“ erlauben gehebelte Wetten auf steigende und fallende Kurse. Die CFDs können Anleger zeitlich unbefristet lange halten. Und Optionsscheine? Die haben einen fest definierten Ablaufzeitpunkt. Und wie definiert man Termingeschäfte? In Kurzform: Dies sind Börsengeschäfte, bei denen die Erfüllung des Vertrags (Abnahme und Lieferung der Ware) zu einem späteren Termin erfolgt. Also sind Optionsscheine doch Termingeschäfte, und CFDs irgendwie nicht so richtig?

Egal. Wenn der Gesetzgeber eine Feststellung trifft, dann ist das eben so – weil es nun mal der Gesetzgeber ist? So wurde vor Kurzem die seit Anfang Januar gültige Novellierung des Einkommensteuergesetzes beschlossen, wonach Verluste aus „Termingeschäften“ nur noch bis zu 20.000 Euro pro Jahr mit Gewinnen aus Termingeschäften verrechnet werden dürfen. Dadurch wird die bizarre Realität entstehen, dass Anleger Steuern auf Gewinne zahlen müssen, obwohl sie effektiv in einem Börsenjahr im Handel keinen Gewinn erzielt haben (wir berichteten schon mehrmals). Danke Olaf Scholz, darf man da schon mal im Voraus sagen.

Klar zu sein scheint, dass die CFDs in die Kategorie der Termingeschäfte fallen im Sinne dieser Novelle des Einkommenssteuergesetzes – wohl ganz einfach, weil der Gesetzgeber es so will. Aber auch Optionsscheine, die per Definition doch viel eher Termingeschäfte sind? Wie man derzeit munkelt, wird das Bundesfinanzministerium noch eine Klarstellung für die ausführenden Steuerbehörden veröffentlichen, aus welcher hervorgehen könnte, dass auch Optionsscheine als Termingeschäfte zu betrachten wären. Das würde den Kreis der betroffenen Anleger deutlich erweitern.

Lobbyarbeit für Optionsscheine – von CFDs ist keine Rede

Aber halt. CFDs werden fast komplett von angelsächsischen und Offshore-Anbietern angeboten. Optionsscheine sind die Kinder der deutschen Bankenbranche. Und drei Mal darf man raten, wer den besseren Draht zu BaFin, Bundesfinanzministerium, Staatssekretären etc haben könnte? Diese Woche sieht man vom Deutschen Derivate-Verband, der Börse Stuttgart und der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) einen offiziellen Appell an das Bundesfinanzministerium (siehe hier), worin man eindringlich dazu auffordert Optionsscheine bezüglich dieser Neuregelung nicht als Termingeschäfte einzustufen. Man möchte also erreichen, dass Anleger auch weiterhin unbegrenzt Verluste aus Optionsscheinen mit Gewinnen aus Optionsscheinen verrechnen dürfen.

Gibt der Gesetzgeber dem nach, wäre dies ein glasklarer Vorteil für die Anbieter von Optionsscheinen, und ein riesiger Nachteil für die ausländischen CFD-Anbieter. Und wer ist denn Mitglied im Deutschen Derivate-Verband? Eben nicht die CFD-Anbieter, sondern so ziemlich alle deutschen Anbieter von Zertifikaten und Optionsscheinen, wie Deutsche Bank, Deka, Hypo, LBBW, DZ, Baader usw. Für CFDs bitten sie nicht um eine Ausnahme, sondern nur für Optionsscheine. Und die DSW? Hat sie die CFDs schon aufgegeben, und hofft nun noch darauf, wenigstens noch die Optionsscheine vor diesem Steuerirrsinn retten zu können? Aus dem Appell zitieren wir hier auszugsweise im Wortlaut:

Der Deutsche Derivate Verband (DDV), die Börse Stuttgart und die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) appellieren an das Bundesfinanzministerium, die Linie aus dem Juni 2020 beizubehalten und Optionsscheine nicht als Termingeschäfte einzuordnen. Im Entwurf des Anwendungsschreibens des BMF vom Juni 2020 wurden Optionsscheine nicht als Termingeschäfte klassifiziert und damit eine klare, angemessene Abgrenzung erreicht. Damit wird vermieden, dass Anleger in der Depotgestaltung beeinträchtigt werden und zudem aufwendige individuelle Veranlagungen vornehmen müssen. Anderenfalls drohen schwere steuerliche Nachteile, nachträgliche Steuerzahlungen und Unsicherheiten für hunderttausende von Anlegern. Für Termingeschäfte sieht das Jahressteuergesetz, das seit Jahresbeginn gilt, eine begrenzte Verlustverrechnungsmöglichkeit nur mit anderen Termingeschäften und Erträgen aus Stillhaltegeschäften vor.

Marc Tüngler, DSW-Hauptgeschäftsführer: „Die steuerliche Neuregelung der Verlustverrechnung ist ein weiterer herber Schlag für Privatanleger und führt zu massiven Verunsicherungen. Vom Grundsatz her halten wir die Regelung insgesamt für verfassungswidrig. Der Entwurf des BMF-Schreibens war immerhin ein fairer Vorschlag, wie die Anwendung zumindest in Bezug auf Optionsscheine zu regeln ist, und würde betroffenen Anlegern eine Perspektive geben. Wenn das BMF jetzt von diesem ursprünglichen Entwurf abweicht, weckt das Unverständnis und offenbart einmal mehr die feindliche Gesinnung gegenüber Privatanlegern.“

Würden Optionsscheine jetzt durch das Anwendungsschreiben des BMF den Termingeschäften zugerechnet, wird die neugeschaffene Unwucht im Steuerrecht weiter dramatisch verschärft.

Es gibt gute sachliche Argumente dafür, warum Optionsscheine steuerlich als sonstige Finanzinstrumente und nicht als Termingeschäfte zu klassifizieren sind. Die Klassifizierung sollte anhand der Erfüllungsweise von Optionsgeschäften vorgenommen werden. Diese ist bei Optionsscheinen „Zug-um-Zug“, sie sind daher bei der steuerlichen Behandlung den Kassageschäften zuzurechnen, und nicht den Termingeschäften. Diese Einschätzung wird auch von Wissenschaftlern geteilt.

Eine Studie der WHU aus dem vergangenen Jahr zeigt, dass hunderttausende von Privatanlegern von einer solchen Klassifizierung betroffen wären. Zudem stellt die Studie der WHU fest, dass 68,8 Prozent der Nutzer von Hebelprodukten wie Optionsscheinen diese zur Absicherung einsetzen. Die Beschränkung der Verlustverrechnung erschwert es Anlegern von dieser Möglichkeit Gebrauch zu machen.

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Devisen

Türkische Lira vor weiterer Aufwertung? Aktuelle Zinsentscheidung gibt Hoffnung

Redaktion

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Türkei Flagge

Die türkische Lira könnte noch weiter aufwerten. Warum? Nun, zuerst ein kurzer Rückblick. Seit November ist der Leitzins in der Türkei durch die türkische Zentralbank in zwei Schritten kräftig angehoben worden, von 10,25 Prozent auf zuletzt 17 Prozent. Erst der zweite Zinsschritt von 15 Prozent auf 17 Prozent an Heiligabend brachte Vertrauen in die Lira – denn die Inflationsrate liegt derzeit bei satten 14,6 Prozent. Jetzt liegt der Leitzins deutlich genug über der Inflation, damit es einen positiven Geldfluss vom Ausland in die Türkei geben kann. Dies wäre Balsam für die türkische Lira. Aber so ein hoher Leitzins muss einige Zeit beibehalten werden, damit er wirken kann.

Und nun? Heute hat die türkische Zentralbank erneut eine weitere Zinsentscheidung verkündet. Man belässt den Leitzins bei 17,0 Prozent. Dies kann vom Devisenmarkt als Signal gewertet werden, dass die Zentralbanker gewillt sind die Angelegenheit „durchzuziehen“, als eine nachhaltige Bekämpfung der hohen Inflation.

Türkische Lira reagiert leicht positiv

Auf längere Sicht hohe Zinsen in der Türkei – das könnte die türkische Lira nachhaltig aufwerten lassen. Und die letzten Wochen lief es ja schon ganz gut in diese Richtung. Und jetzt aktuell? Die Zinsentscheidung wurde um 12 Uhr deutscher Zeit veröffentlicht. Da notierte US-Dollar vs türkische Lira noch bei einem Wechselkurs von 7,39. Jetzt notiert USDTRY bei 7,36. Im Chart sehen wir den Kursverlauf von Dollar vs Lira seit Februar 2020. Die türkische Währung konnte seit November einiges gut machen, und könnte womöglich nun weiter aufwerten (sicher ist das aber natürlich nicht).

Zentralbank mit guten Aussagen, Erdogan meldet sich zu Wort

Die Notenbanker in Ankara erklärten heute, dass man seinem harten geldpolitischen Kurs treu bleibe, bis sich ein nachhaltiger Rückgang der Inflation abzeichne. Falls nötig, werde man weitere Schritte zur Straffung der Geldpolitik unternehmen. Super, da freut sich der Devisenmarkt im Sinne einer festeren Lira? Achtung, Präsident Erdogan fordert seit Jahren sinkende Zinsen. Die würden (so Erdogan) die Inflation zum Sinken bringen – was aber eigentlich genau anders rum funktioniert. Seit Monaten hört man von Erdogan kaum Aussagen in dieser Hinsicht. Aber am letzten Freitag, da meldete er sich wieder zu Wort. Die aktuelle Geldpolitik (steigende Zinsen sollen Geld teuerer machen etc) diene nicht der Türkei. Die Lösung des Problems der hohen Inflation sei, die Zinsen zu senken. Bringt dies die nachhaltige Erholung der Lira wieder in Gefahr?

Chart zeigt US-Dollar gegen türkische Lira seit Februar 2020

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Devisen

Goldpreis steigt nach Yellen-Rede – was ist da los?

Claudio Kummerfeld

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Ein Barren Gold

Der Goldpreis reagiert recht merkwürdig auf die gestern Abend gehaltene Online-Rede der neuen US-Finanzministerin Janet Yellen vor dem US-Kongress. Wir sprachen vorgestern vorab darüber, und was ihre möglichen Aussagen für den Goldpreis bedeuten könnten. Ein stärkerer US-Dollar würde den Goldpreis schwächen. Vorab waren Redeinhalte durchgesickert. Aber ob sie auch wirklich genau das sagen würde? Nun, es kam wie erwartet. Janet Yellen (hier alle wichtigen Redeinhalte) sagte ganz eindeutig, dass man nicht wie die Trump-Regierung einen niedrigen US-Dollar sehen möchte.

Nein, man überlässt es dem freien Devisenmarkt den fairen Wert für den US-Dollar zu finden, ohne jede verbale Beeinflussung. Trump hatte auf einen billigeren US-Dollar gedrungen, damit die US-Wirtschaft wettbewerbsfähiger wäre (damit wären US-Produkte im Ausland günstiger). Janet Yellen sprach gestern von einer stabile Währung, deren Preis von den Marktkräften bestimmt werden solle. Man strebe keinen schwächeren US-Dollar an. Es sei inakzeptabel absichtlich schwächere Wechselkurse anzuvisieren um wirtschaftliche Vorteile zu erlangen, so Yellen. Und der Goldpreis, wie reagierte der auf diese Worte?

Warum steigt der Goldpreis nach der Yellen-Rede?

Nun, ihre Worte bringen ganz eindeutig Phantasie für einen höheren US-Dollar. Dann würde der Goldpreis fallen. Aber das Gegenteil passiert seit gestern Abend. Der Dollar-Index (Währungskorb des US-Dollar gegen andere wichtige Währungen) fiel von 90,50 auf aktuell 90,27 Indexpunkte. Der Goldpreis steigt seit gestern Abend von 1.840 auf aktuell 1.855 Dollar. Damit zeigt er Stärke, als klassische negative Korrelation zum US-Dollar.

Nun, offenbar geht der Markt kurzfristig vor nach dem Motto „Sell on good news“? Der US-Dollar war die letzten Tage vor der Yellen-Rede gestiegen (in Erwartung genau dieser Aussagen), und jetzt kam die Yellen-Rede exakt wie erwartet auf den Tisch. Also, erstmal Gewinne im Dollar machen, und der Goldpreis kann steigen? Auch kann man den aktuellen Anstieg im Gold erklären mit anderen gestrigen Aussagen von Janet Yellen. Ebenfalls wie erwartet will sie nun erstmal jede Menge neue Schulden machen um US-Bürger und Wirtschaft zu stützen in dieser Krise. Das ist tendenziell positiv für Gold. Aber, als Frage formuliert: Kommt der Drang hin zu einem stärkeren US-Dollar bald wieder zum Vorschein, und Gold schwächelt doch? Vorsicht ist also geboten im restlichen Verlauf dieser Woche.

Chart zeigt Kursverlauf von Goldpreis gegen US-Dollar
Im Chart sehen wir seit gestern früh den steigenden Goldpreis in rot-grün gegen den fallenden US-Dollar.

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