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Griechenland: Führender Syriza-Politiker droht mit Zahlungsstreik gegenüber IWF

Von Markus Fugmann

Der Sprecher der Syriza-Fraktion im griechischen Parlament, Nikos Filis, hat angedroht, dass Griechenland die am 05.Juni fällige Rate an den IWF von 300 Millionen Euro nicht bezahlen wird. Filis sagte heute gegenüber dem Fernsehsender ANT1:

„Am 05.Juni kommt der Moment der Wahrheit. Wenn es bis dahin keine Vereinbarung gibt, die die aktuellen Finanzierungsprobleme angeht, werden sie kein Geld bekommen“.

Dabei sind die am 05.Juni fälligen 300 Millionen Euro noch überschaubar – am 12.Juni muß das Land vier Milliarden Euro für auslaufende T-Bills (3,6 Milliarden Euro) und die nächste IWF-Rate (340 Millionen Euro) aufbringen, am 16.Juni dann weitere 566 Millionen Euro an den IWF, am 19.Juni fallen dann noch einmal knapp über zwei Milliarden Euro für auslaufende T-Bills (1,6 Milliarden), eine IWF-Rate (340 Millionen) und die EZB (Zinsen von 85 Millionen Euro) an. Der ganz dicke Brocken von insgesamt fast acht Milliarden Euro aber fällt dann in den Juli und August für Zahlungen an die EZB an.

Wie lange wird das Land noch Zahlungen leisten können? Griechnlands Banken, die das Land über den Kauf von T-Bills bislang über Wasser halten, haben Sicherheiten von 95 Milliarden Euro zu bieten im Gegenzug für gewährte Notkredite der EZB (derzeit 82 Milliarden). Hier ist also nicht mehr viel Luft, vor allem dann nicht, wenn die EZB einen haircut auf die Sicherheiten der hellenischen Banken beschließen würde. Der Countdown läuft also – die Rettung, das zeichnet sich derzeit ab, liegt wohl in der Hand des EU-Kommissionspräsidenten Juncker, der Gelder aus seinem inzwischen bewilligten Investitionsplan frei machen könnte..



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